400 Jahre Fürsterzbischof Paris Graf von Lodron: Unterschied zwischen den Versionen
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Wahre Herkulesaufgaben habe Paris Lodron mit außerordentlichem politischem Geschick, unter permanenter Anspannung aller Kräfte des Landes und unter maximalen Opfern seiner Untertanen bewältigt, so Haslauer. Die Bedrohung durch fremde oder auch durch verbündete Truppen im verheerenden [[Dreißigjähriger Krieg|Dreißigjährigen Krieg]] war mehrfach abzuwenden. Der Preis dafür: Geld, Kriegsgerät und Truppen waren zu entrichten. Hunger, Flüchtlingsmassen, Bauernaufstände und mehrfache Seuchenzüge waren zu bewältigen. | Wahre Herkulesaufgaben habe Paris Lodron mit außerordentlichem politischem Geschick, unter permanenter Anspannung aller Kräfte des Landes und unter maximalen Opfern seiner Untertanen bewältigt, so Haslauer. Die Bedrohung durch fremde oder auch durch verbündete Truppen im verheerenden [[Dreißigjähriger Krieg|Dreißigjährigen Krieg]] war mehrfach abzuwenden. Der Preis dafür: Geld, Kriegsgerät und Truppen waren zu entrichten. Hunger, Flüchtlingsmassen, Bauernaufstände und mehrfache Seuchenzüge waren zu bewältigen. | ||
Die [[Lodron|Familie der Grafen von Lodron]] stammt aus dem heutigen Trentino. Das Land Salzburg hat gerade eine jahrzehntelange Partnerschaft mit der italienischen Provinz erneuert. Schon zwei Jahre nach Abschluss seiner theologischen Studien zog der junge Paris 1606 ins [[Salzburger Domkapitel]] ein und wurde zehn karrieremäßig sehr produktiv verbrachte Jahre später [[ | Die [[Lodron|Familie der Grafen von Lodron]] stammt aus dem heutigen Trentino. Das Land Salzburg hat gerade eine jahrzehntelange Partnerschaft mit der italienischen Provinz erneuert. Schon zwei Jahre nach Abschluss seiner theologischen Studien zog der junge Paris 1606 ins [[Salzburger Domkapitel]] ein und wurde zehn karrieremäßig sehr produktiv verbrachte Jahre später [[Dompropst]], die letzte Sprosse auf der Karriereleiter zum Fürsterzbischof. | ||
=== Die Ansprache von Johannes Neuhardt im Salzburger Dom im Wortlaut === | === Die Ansprache von Johannes Neuhardt im Salzburger Dom im Wortlaut === | ||
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Die Gründe für diese Demütigung waren rein politische. Paul V. wollte Paris Lodron mit allen Mitteln dazu bringen, dem Militärbündnis von [[Habsburger|Habsburg]] und [[Wittelsbacher|Wittelsbach]], der katholischen Liga, beizutreten. Aber Paris Lodron war dazu niemals bereit. Er wusste, dass er auf sich allein gestellt war und die Erhaltung des Friedens war ihm wichtiger. In religiöser Hinsicht erkannte er, dass das Hauptproblem der weit verbreitete Aberglaube im Volk, die schlecht organisierte Predigt und der kaum vorhandene Religionsunterricht war. | Die Gründe für diese Demütigung waren rein politische. Paul V. wollte Paris Lodron mit allen Mitteln dazu bringen, dem Militärbündnis von [[Habsburger|Habsburg]] und [[Wittelsbacher|Wittelsbach]], der katholischen Liga, beizutreten. Aber Paris Lodron war dazu niemals bereit. Er wusste, dass er auf sich allein gestellt war und die Erhaltung des Friedens war ihm wichtiger. In religiöser Hinsicht erkannte er, dass das Hauptproblem der weit verbreitete Aberglaube im Volk, die schlecht organisierte Predigt und der kaum vorhandene Religionsunterricht war. | ||
Noch sein vierter Amtsvorgänger, Erzbischof [[Johann Jakob Khuen von Belasy|Johann Jakob von Kuen Belasy]], hatte heimkehrend vom Konzil von [[Trient]] auf der [[Salzburger Synode]] [[1569]] beklagen müssen, dass er einen Klerus habe, mit dem es an Bildung jeder Bauernknecht aufnehmen könne. So setzte Paris Lodron seine große Reform bei diesem Problem an. Sein Bestreben war es von Anfang an, diesem Übelstand der Unbildung in Klerus und Volk gegenzusteuern. Dabei kam ihm sehr zu Hilfe, dass durch die Kriegswirren eine gelehrte Kolonie von [[Benediktiner]]mönchen aus dem [[Benediktinerabtei Ottobeuren|Kloster Ottobeuern]] nach Salzburg übersiedelte. Diese waren sofort im Stande, den Unterricht am [[Geschichte des Benediktiner-, Staats- und Akademischen Gymnasiums|Gymnasium]], das schon [[Markus Sittikus]] gegründet hatte, auszubauen. Und als die bedeutendste Gestalt dieser Gruppe, Pater [[Albert III. Keuslin|Albert Keuslin]], nun in [[St. Peter]] zum [[Abt der | Noch sein vierter Amtsvorgänger, Erzbischof [[Johann Jakob Khuen von Belasy|Johann Jakob von Kuen Belasy]], hatte heimkehrend vom Konzil von [[Trient]] auf der [[Salzburger Synode]] [[1569]] beklagen müssen, dass er einen Klerus habe, mit dem es an Bildung jeder Bauernknecht aufnehmen könne. So setzte Paris Lodron seine große Reform bei diesem Problem an. Sein Bestreben war es von Anfang an, diesem Übelstand der Unbildung in Klerus und Volk gegenzusteuern. Dabei kam ihm sehr zu Hilfe, dass durch die Kriegswirren eine gelehrte Kolonie von [[Benediktiner]]mönchen aus dem [[Benediktinerabtei Ottobeuren|Kloster Ottobeuern]] nach Salzburg übersiedelte. Diese waren sofort im Stande, den Unterricht am [[Geschichte des Benediktiner-, Staats- und Akademischen Gymnasiums|Gymnasium]], das schon [[Markus Sittikus]] gegründet hatte, auszubauen. Und als die bedeutendste Gestalt dieser Gruppe, Pater [[Albert III. Keuslin|Albert Keuslin]], nun in [[St. Peter]] zum [[Abt der Benediktinererzabtei St. Peter|Abt]] gewählt wurde, wurde die Schiene gelegt. Man konnte nun daran denken, hier einen [[Benediktineruniversität Salzburg|Universitätsbetrieb]] aufzunehmen, und schon [[1623]] wurde der Vertrag mit 33 Äbten und Klöstern in Schwaben, [[Bayern]] und Österreich geschlossen, und Paris Lodron gründete mit einem Stiftungskapital von 70.000 [[Gulden]] die [[Benediktineruniversität Salzburg|Salzburger Benediktineruniversität]]. | ||
Man merke wohl: Man konnte mit den Zinsen dieses Kapitals den laufenden Lehrbetrieb bestreiten. Dieselbe Summe, 70.000 Gulden, hatte sein Amtsvorgänger Markus Sittikus in einer nur siebenjährigen Regierungszeit für Damenschmuck ausgegeben. | Man merke wohl: Man konnte mit den Zinsen dieses Kapitals den laufenden Lehrbetrieb bestreiten. Dieselbe Summe, 70.000 Gulden, hatte sein Amtsvorgänger Markus Sittikus in einer nur siebenjährigen Regierungszeit für Damenschmuck ausgegeben. | ||
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So steht es dort in goldenen Lettern. Es ist ein Zitat aus dem 1. Makkabäerbuch des Alten Testamentes, Kapitel 7, Vers. 37. | So steht es dort in goldenen Lettern. Es ist ein Zitat aus dem 1. Makkabäerbuch des Alten Testamentes, Kapitel 7, Vers. 37. | ||
Der in Syrien herrschende Seleukidenkönig Antiochus IV. Epiphanes hat sich mit großer Streitmacht um 160 v. Chr. aufgemacht, um Jerusalem zu erobern. Im Tempel der Stadt hat sich eine Gruppe von Partisanen unter ihrem Anführer, dem Freischärler Judas Makkaba, versammelt. Dieser schwört seine Kompanen gegen die Übermacht des Feindes ein, indem er ihnen diesen Satz einhämmert: | Der in [[Syrien]] herrschende Seleukidenkönig Antiochus IV. Epiphanes hat sich mit großer Streitmacht um 160 v. Chr. aufgemacht, um Jerusalem zu erobern. Im Tempel der Stadt hat sich eine Gruppe von Partisanen unter ihrem Anführer, dem Freischärler Judas Makkaba, versammelt. Dieser schwört seine Kompanen gegen die Übermacht des Feindes ein, indem er ihnen diesen Satz einhämmert: | ||
:''Das ist das Haus Gottes, in dem wir sicher sind, weil wir seinen Namen anrufen. | :''Das ist das Haus Gottes, in dem wir sicher sind, weil wir seinen Namen anrufen. | ||
Verstehen Sie jetzt, was Paris Lodron mit diesem Satz wollte? | Verstehen Sie jetzt, was Paris Lodron mit diesem Satz wollte? | ||