Pfarrkirche zum hl. Jakobus dem Älteren (Faistenau): Unterschied zwischen den Versionen
ergänzt |
K Textersetzung - „Kategorie:Denkmalschutz“ durch „“ |
||
| (5 dazwischenliegende Versionen desselben Benutzers werden nicht angezeigt) | |||
| Zeile 29: | Zeile 29: | ||
Beim Bau der ersten Kirche ab [[1324]] dürfte die sogenannte [[Linde in Faistenau|1 000-jährige Linde]], ein [[Naturdenkmal]], schon gepflanzt gewesen sein, sie bildet heute den Mittelpunkt des [[Dorfplatz (Faistenau)|Dorfplatz]]es. Wie diese Kirche aussah ist nicht überliefert und könnte nur durch eine Grabung eruiert werden. Die westlichen Bereiche des geosteten Baues wurden vermutlich im [[15. Jahrhundert]], in der Zeit der Spät[[gotik]] errichtet. Am [[25. Juli]] [[1517]] weihte der [[Bischof von Chiemsee]], [[Berthold Pürstinger]], den um die Kirche liegenden Friedhof ein, tags darauf konsekrierte er zwei Altäre: den nördlichen, evangelienseitigen zu Ehren der drei hll. Frauen Maria, Maria Magdalena und Anna, und den südlichen, epistelseitigen zu Ehren der drei hll. Männer Georg, Markus und Florian.<ref>''Faistenau, Land Salzburg'', hrsg. von [[Georg Bernard]], redigiert von [[Adolf Hahnl]], Salzburg 1983 (Christliche Kunststätten Österreichs Nr. 130; 2. Auflage 1994), S. 4f.</ref> | Beim Bau der ersten Kirche ab [[1324]] dürfte die sogenannte [[Linde in Faistenau|1 000-jährige Linde]], ein [[Naturdenkmal]], schon gepflanzt gewesen sein, sie bildet heute den Mittelpunkt des [[Dorfplatz (Faistenau)|Dorfplatz]]es. Wie diese Kirche aussah ist nicht überliefert und könnte nur durch eine Grabung eruiert werden. Die westlichen Bereiche des geosteten Baues wurden vermutlich im [[15. Jahrhundert]], in der Zeit der Spät[[gotik]] errichtet. Am [[25. Juli]] [[1517]] weihte der [[Bischof von Chiemsee]], [[Berthold Pürstinger]], den um die Kirche liegenden Friedhof ein, tags darauf konsekrierte er zwei Altäre: den nördlichen, evangelienseitigen zu Ehren der drei hll. Frauen Maria, Maria Magdalena und Anna, und den südlichen, epistelseitigen zu Ehren der drei hll. Männer Georg, Markus und Florian.<ref>''Faistenau, Land Salzburg'', hrsg. von [[Georg Bernard]], redigiert von [[Adolf Hahnl]], Salzburg 1983 (Christliche Kunststätten Österreichs Nr. 130; 2. Auflage 1994), S. 4f.</ref> | ||
Im Jahr [[1625]] erweiterte man den Kirchenbau nach Süden mit einer Vierzehn-Nothelfer-Kapelle, in der auch der hl. Rochus vertreten war, wohl als Bitte um Verschonung vor der [[Pest]], die schon in mehreren umliegenden Gemeinden grassierte. Jedoch breitete sie sich dann im Jahre [[1628]] auch in Faistenau aus und forderte unzählige Opfer. Vermutlich in Hinblick auf einen größeren und höheren Kirchenneubau, ähnlich wie bei der Pfarrkirche in Thalgau, erhöhte man [[1707]] den [[gotik|gotischen]] Kirchturm. Er erhielt ein achteckiges Glockengeschoß mit einem mehrzwiebeligen Turm und einer vergoldeten Turmkugel, auf der ein Lothringer Kreuz steht. In der ehemaligen Glockenstube mit dreibogigen Schallfenstern mit romanischen Säulen<ref>Die Schallfenster wurden Anfang des 20. Jahrhunderts teilweise zugemauert und weiß gekalkt</ref> wurde die von [[Jeremias Sauter]] [[1688]] angefertigte Turmuhr untergebracht. Nach der Erhöhung des Kirchturms wollte man die "Neue Kirche" realisieren, da auch schon 6.000 [[Gulden|fl.]] dafür angespart worden waren. Es kam aber nicht dazu. Stattdessen schlugen der [[Pfleger]] und der Pfarrer von Thalgau<ref>''G. Friedrich Freyherr von Gabelcoven''. Siehe: ''Monasterium'', Liste der Pfarrer von Thalgau [https://res.icar-us.eu/index.php?title=Liste_der_Pfarrer_von_Thalgau], aufgerufen am 24. Jänner 2015.</ref> u. a. vor, "ein neues" (Gewölbe) "oben an dem Chore" aufzubrechen, möglicherweise der Zeitpunkt, an dem die Kirche nach Osten hin mit einem vergrößerten Chor [[1720]]<ref>''Personalstand der Welt- und Ordens-Geistlichkeit der Erzdiözese Salzburg für das Jahr 1957'' (Schematismus 1957), hg. vom [[Erzbischöfliches Ordinariat Salzburg|Erzbischöflichen Ordinariat Salzburg]] 1957, S. 277.</ref>verlängert wurde. Im Weiteren wurden die im Scheitelpunkt der Stichkappen liegenden Fenster zugemauert und darunter große Fenster ausgebrochen. Die Kirche war bis dahin fast vollständig mit Fresken versehen, die durch die hoch liegenden Fenster belichtet wurden. Bei der Renovierung der Kirche in den Jahren [[1948]]–[[1949]] konnten übermalte Fresken, mit dargestellter Datierung "1517", entdeckt und teilweise freigelegt werden, die [[1980]] an den Seitenwänden aufgefunden Fresken in Form von Ornament-Bändern wurden nicht gerettet. Jetzt sichtbar sind die Wandmalereien in den Laibungen der nordseitigen Einsatznischen und zwar in der westlichen die "hll. [[Rupert von | Im Jahr [[1625]] erweiterte man den Kirchenbau nach Süden mit einer Vierzehn-Nothelfer-Kapelle, in der auch der hl. Rochus vertreten war, wohl als Bitte um Verschonung vor der [[Pest]], die schon in mehreren umliegenden Gemeinden grassierte. Jedoch breitete sie sich dann im Jahre [[1628]] auch in Faistenau aus und forderte unzählige Opfer. Vermutlich in Hinblick auf einen größeren und höheren Kirchenneubau, ähnlich wie bei der Pfarrkirche in Thalgau, erhöhte man [[1707]] den [[gotik|gotischen]] Kirchturm. Er erhielt ein achteckiges Glockengeschoß mit einem mehrzwiebeligen Turm und einer vergoldeten Turmkugel, auf der ein Lothringer Kreuz steht. In der ehemaligen Glockenstube mit dreibogigen Schallfenstern mit romanischen Säulen<ref>Die Schallfenster wurden Anfang des 20. Jahrhunderts teilweise zugemauert und weiß gekalkt</ref> wurde die von [[Jeremias Sauter]] [[1688]] angefertigte Turmuhr untergebracht. Nach der Erhöhung des Kirchturms wollte man die "Neue Kirche" realisieren, da auch schon 6.000 [[Gulden|fl.]] dafür angespart worden waren. Es kam aber nicht dazu. Stattdessen schlugen der [[Pfleger]] und der Pfarrer von Thalgau<ref>''G. Friedrich Freyherr von Gabelcoven''. Siehe: ''Monasterium'', Liste der Pfarrer von Thalgau [https://res.icar-us.eu/index.php?title=Liste_der_Pfarrer_von_Thalgau], aufgerufen am 24. Jänner 2015.</ref> u. a. vor, "ein neues" (Gewölbe) "oben an dem Chore" aufzubrechen, möglicherweise der Zeitpunkt, an dem die Kirche nach Osten hin mit einem vergrößerten Chor [[1720]]<ref>''Personalstand der Welt- und Ordens-Geistlichkeit der Erzdiözese Salzburg für das Jahr 1957'' (Schematismus 1957), hg. vom [[Erzbischöfliches Ordinariat Salzburg|Erzbischöflichen Ordinariat Salzburg]] 1957, S. 277.</ref>verlängert wurde. Im Weiteren wurden die im Scheitelpunkt der Stichkappen liegenden Fenster zugemauert und darunter große Fenster ausgebrochen. Die Kirche war bis dahin fast vollständig mit Fresken versehen, die durch die hoch liegenden Fenster belichtet wurden. Bei der Renovierung der Kirche in den Jahren [[1948]]–[[1949]] konnten übermalte Fresken, mit dargestellter Datierung "1517", entdeckt und teilweise freigelegt werden, die [[1980]] an den Seitenwänden aufgefunden Fresken in Form von Ornament-Bändern wurden nicht gerettet. Jetzt sichtbar sind die Wandmalereien in den Laibungen der nordseitigen Einsatznischen und zwar in der westlichen die "hll. [[Rupert von Salzburg|Rupert]] und [[Virgil]]", "Mariæ Verkündigung" durch den Erzengel Gabriel, in der östlichen "Christus vor Kaiphas" und "Pilatus wäscht seine Hände in Unschuld", dann "Jesus wäscht seinen Jüngern die Füße" und die "Gefangennahme Jesu Christi".<ref>''Dehio Salzburg'', Wien 1986, S. 94.</ref> | ||
==== Umbauten und Erweiterungspläne der Kirche ==== | ==== Umbauten und Erweiterungspläne der Kirche ==== | ||
| Zeile 38: | Zeile 38: | ||
== Ausstattung == | == Ausstattung == | ||
=== Fresken === | === Fresken === | ||
Einige [[Renaissance]]-Fresken aus dem Jahr [[1517]] seien zufällig im Jahr [[1949]] unter Tünche entdeckt und freigelegt worden. Was seit gut 70 Jahren von diesen Fresken aus der späten Regierungszeit von [[Fürsterzbischof]] [[Leonhard von Keutschach]]s sichtbar ist, etwa die Landespatrone [[Rupert von | Einige [[Renaissance]]-Fresken aus dem Jahr [[1517]] seien zufällig im Jahr [[1949]] unter Tünche entdeckt und freigelegt worden. Was seit gut 70 Jahren von diesen Fresken aus der späten Regierungszeit von [[Fürsterzbischof]] [[Leonhard von Keutschach]]s sichtbar ist, etwa die Landespatrone [[Rupert von Salzburg|Rupert]] mit [[Salzfass]] und [[Virgil]] mit [[Salzburger Dom#Virgildom|Dommodell]], ist ebenso wie andere Besonderheiten der Faistenauer Kirche im [[2024]] neu erschienenen Kirchenführer nachzulesen.<ref>{{Kulturklauberin|https://www.sn.at/kolumne/kulturklauberin/pfarrkirche-faistenau-mit-rupert-entdecken-162336844}}</ref> | ||
=== Hochaltar === | === Hochaltar === | ||
| Zeile 55: | Zeile 55: | ||
==== Mauracher-Orgel ==== | ==== Mauracher-Orgel ==== | ||
[[Datei:Rekonstruktionsstudie Karl Mauracher 1825 Faistenau.png|mini|Rekonstruktionsstudie: [[Karl Mauracher (Orgelbauer)|Karl Mauracher]]-Orgel 1825]] | [[Datei:Rekonstruktionsstudie Karl Mauracher 1825 Faistenau.png|mini|Rekonstruktionsstudie: [[Karl Mauracher (Orgelbauer)|Karl Mauracher]]-Orgel 1825]] | ||
Die Kirche in der Faistenau hatte ca. 500 Jahre kein Orgelinstrument.<ref>[[Archiv der Erzdiözese Salzburg|AES]], Pfarrarchiv Faistenau, Fach 10. Nach: Schmeißner, Roman: ''Orgelbau in Salzburger Wallfahrtskirchen'', Duisburg & Köln, WiKu-Verlag 2015, ISBN 978-3-86553-446-0, S. 3.</ref> Die erste Orgel wurde während der Amtszeit von [[Johann Waibl]]<ref name="vikare"></ref> angeschafft, der von 1823 bis 1826 Vikar in Faistenau gewesen war. Sie stammte von dem Tiroler Orgelbauer [[Karl Mauracher (Orgelbauer)|Karl Mauracher]]<ref>[[Roman Schmeißner]]: ''Die Geschichte der Orgelkunst am Beispiel des Dekanats Thalgau''. Diplomarbeit Pädagogische Hochschule Salzburg 1982, S. 44.</ref> und muss Ende Mai [[1825]] fertig aufgestellt gewesen sein, denn seine Rechnung über 170 Gulden Reichswährung (= 68 [[Gulden|fl.]] C.M.)<ref>Die Reichswährung (R.W.), auch Wiener Währung (W.W.) genannt, war um den Faktor 2,5 geringer bewertet also die Conventionsmünze (C.M.): ''250 fl. W.W. galten 100 fl. C.M''. In: Günther Probszt: ''Österreichische Münz- und Geldgeschichte''. Von den Anfängen bis 1918, Wien / Köln / Graz 1973, S. 531.</ref> wurde am [[8. Juni]] 1825 quittiert.<ref>''Quittung Uiber 170 fl. R.W. welche Unterzeichneter für das gelieferte Orgelwerk an die löbl. Vicariatskirche Faistenau, unter nachstehenden Data aufgestellt, und den ob angeführten Betrag richtig und bar empfangen hat. Dieß bescheint Faistenau am 8. Juni 1825 Karl Mauracher Orglbauer aus Fügen im Zillerthalle''. In: [[Archiv der Erzdiözese Salzburg|AES]]: Pfarrarchiv Faistenau, Fach 10.</ref> | Die Kirche in der Faistenau hatte ca. 500 Jahre kein Orgelinstrument.<ref>[[Archiv der Erzdiözese Salzburg|AES]], Pfarrarchiv Faistenau, Fach 10. Nach: Schmeißner, Roman: ''Orgelbau in Salzburger Wallfahrtskirchen'', Duisburg & Köln, WiKu-Verlag 2015, ISBN 978-3-86553-446-0, S. 3.</ref> Die erste Orgel wurde während der Amtszeit von [[Johann Waibl]]<ref name="vikare"></ref> angeschafft, der von 1823 bis 1826 Vikar in Faistenau gewesen war. Sie stammte von dem Tiroler Orgelbauer [[Karl Mauracher (Orgelbauer)|Karl Mauracher]]<ref>[[Roman Schmeißner]]: ''Die Geschichte der Orgelkunst am Beispiel des Dekanats Thalgau''. Diplomarbeit Pädagogische Hochschule Salzburg 1982, S. 44.</ref> und muss Ende Mai [[1825]] fertig aufgestellt gewesen sein, denn seine Rechnung über 170 Gulden Reichswährung (= 68 [[Gulden|fl.]] C.M.)<ref>Die Reichswährung (R.W.), auch Wiener Währung (W.W.) genannt, war um den Faktor 2,5 geringer bewertet also die Conventionsmünze (C.M.): ''250 fl. W.W. galten 100 fl. C.M''. In: Günther Probszt: ''Österreichische Münz- und Geldgeschichte''. Von den Anfängen bis 1918, Wien / Köln / Graz 1973, S. 531.</ref> wurde am [[8. Juni]] 1825 quittiert.<ref>''Quittung Uiber 170 fl. R.W. welche Unterzeichneter für das gelieferte Orgelwerk an die löbl. Vicariatskirche Faistenau, unter nachstehenden Data aufgestellt, und den ob angeführten Betrag richtig und bar empfangen hat. Dieß bescheint Faistenau am 8. Juni 1825 Karl Mauracher Orglbauer aus [[Fügen]] im Zillerthalle''. In: [[Archiv der Erzdiözese Salzburg|AES]]: Pfarrarchiv Faistenau, Fach 10.</ref> | ||
Für eine sogenannte Brüstungs-Orgel, wie Karl Mauracher sie vorgesehen hatte, war vorne links, im Chor beim Altar, eine Empore aufgestellt worden. Das Gehäuse mit den aus [[Linde]]<nowiki>nholz</nowiki> geschnitzten Verzierungen lieferte der bürgerliche Tischlermeister [[Johann Hacksteiner]] aus [[Laufen an der Salzach|Laufen]], es war ca. 279 cm hoch, 140 cm breit und 62 cm tief. Die Wahl Hacksteiners war naheliegend, denn Karl Mauracher schuf gleichzeitig die neue Orgel der [[Kirche St. Nikola|Nikolauskirche]] in [[Oberndorf bei Salzburg|Oberndorf]] (bis 1816 bei Laufen), an der dann bis 1829 [[Franz Xaver Gruber]] spielte; und Johann Hacksteiner das Gehäuse auch dieser Orgel. Der erste Organist in Faistenau hieß [[Franz Strobl]], er war zugleich Volksschullehrer und Mesner und sicherlich damit beauftragt, den sogenannten "Volksgesang" einzuführen. Dazu standen auch die Volksschulkinder auf der Empore, um die "neuen Lieder" anzustimmen und mit der Orgel mitzusingen.<br/>Dieses Instrument wurde [[1863]] von [[Matthäus Mauracher I.]] abgebaut und um 70 [[Gulden]] übernommen, die Empore und die Säulen, auf der die Orgel gestanden hatte, blieben aber, nur die Lücke in der Brüstung wurde geschlossen. Dafür errichtete Matthäus Mauracher eine neue Orgel, die er auf der westlichen Empore aufstellte, wofür Franz Mitterecker, seit 1857 Vikar von Faistenau,<ref>Siehe [https://res.icar-us.eu/index.php?title=Mitterecker,_Franz_(1807-1876)] Franz Mitterecker, aufgerufen am 27. Jänner 2015.</ref> Kirchenstühle von der hinteren zur vorderen Empore versetzt ließ. Die Orgel hatte folgende Disposition: ''Principal'' 8' (''die tiefste Oktav aus Holz''), ''Coppel'' 8', ''Octav'' 4' (''die zehn tiefsten Tön'' von Holz), ''Flötte'' 4' (''die tiefste Oktav aus der "Oktav 4 Fuß" entnommen.''), ''Mixtur'' 2' (''dreifach''), ''Octav-Baß'' 8' (''12 Tön''). Im Weiteren ist zu lesen: ''Den Spielumfang im Manual mit 4 vollen Oktaven. Zugleich sorgt Herr Orgelbauer für einfache Ornamentik u. Faßung des Orgelkasten''[s].<ref>AES: Pfarrarchiv Faistenau, Fach 10 (Faistenau, 1. Mai 1863).</ref> | Für eine sogenannte Brüstungs-Orgel, wie Karl Mauracher sie vorgesehen hatte, war vorne links, im Chor beim Altar, eine Empore aufgestellt worden. Das Gehäuse mit den aus [[Linde]]<nowiki>nholz</nowiki> geschnitzten Verzierungen lieferte der bürgerliche Tischlermeister [[Johann Hacksteiner]] aus [[Laufen an der Salzach|Laufen]], es war ca. 279 cm hoch, 140 cm breit und 62 cm tief. Die Wahl Hacksteiners war naheliegend, denn Karl Mauracher schuf gleichzeitig die neue Orgel der [[Kirche St. Nikola|Nikolauskirche]] in [[Oberndorf bei Salzburg|Oberndorf]] (bis 1816 bei Laufen), an der dann bis 1829 [[Franz Xaver Gruber]] spielte; und Johann Hacksteiner das Gehäuse auch dieser Orgel. Der erste Organist in Faistenau hieß [[Franz Strobl]], er war zugleich Volksschullehrer und Mesner und sicherlich damit beauftragt, den sogenannten "Volksgesang" einzuführen. Dazu standen auch die Volksschulkinder auf der Empore, um die "neuen Lieder" anzustimmen und mit der Orgel mitzusingen.<br/>Dieses Instrument wurde [[1863]] von [[Matthäus Mauracher I.]] abgebaut und um 70 [[Gulden]] übernommen, die Empore und die Säulen, auf der die Orgel gestanden hatte, blieben aber, nur die Lücke in der Brüstung wurde geschlossen. Dafür errichtete Matthäus Mauracher eine neue Orgel, die er auf der westlichen Empore aufstellte, wofür Franz Mitterecker, seit 1857 Vikar von Faistenau,<ref>Siehe [https://res.icar-us.eu/index.php?title=Mitterecker,_Franz_(1807-1876)] Franz Mitterecker, aufgerufen am 27. Jänner 2015.</ref> Kirchenstühle von der hinteren zur vorderen Empore versetzt ließ. Die Orgel hatte folgende Disposition: ''Principal'' 8' (''die tiefste Oktav aus Holz''), ''Coppel'' 8', ''Octav'' 4' (''die zehn tiefsten Tön'' von Holz), ''Flötte'' 4' (''die tiefste Oktav aus der "Oktav 4 Fuß" entnommen.''), ''Mixtur'' 2' (''dreifach''), ''Octav-Baß'' 8' (''12 Tön''). Im Weiteren ist zu lesen: ''Den Spielumfang im Manual mit 4 vollen Oktaven. Zugleich sorgt Herr Orgelbauer für einfache Ornamentik u. Faßung des Orgelkasten''[s].<ref>AES: Pfarrarchiv Faistenau, Fach 10 (Faistenau, 1. Mai 1863).</ref> | ||
| Zeile 132: | Zeile 132: | ||
== Bildergalerie == | == Bildergalerie == | ||
<gallery> | <gallery mode="nolines" mode="packed-hover" heights="200"> | ||
Datei:Ecce homo, Werkstatt Meinrad Guggenbichler 1702.jpg|Ecce Homo von [[Meinrad Guggenbichler]] [[1702]]. | Datei:Ecce homo, Werkstatt Meinrad Guggenbichler 1702.jpg|Ecce Homo von [[Meinrad Guggenbichler]] [[1702]]. | ||
Datei:Faistenau Missionskreuz Anfang des 17. Jahrhunderts.jpg|Missionskreuz, ursprünglich im Freien an der Außenmauer im Osten der Kirche angebracht. | Datei:Faistenau Missionskreuz Anfang des 17. Jahrhunderts.jpg|Missionskreuz, ursprünglich im Freien an der Außenmauer im Osten der Kirche angebracht. | ||
| Zeile 147: | Zeile 147: | ||
{{Bildkat}} | {{Bildkat}} | ||
=== Historische Abbildungen === | === Historische Abbildungen === | ||
<gallery> | <gallery mode="nolines" mode="packed-hover" heights="200"> | ||
Datei:Hochaltar Faistenau, ÖKT 10-1, Wien 1913, S. 208..JPG|Hochaltar [[1913]], noch mit dornenumringtem Herz im Strahlenkranz und mit einem Bogen von 15 vergoldeten Rosen. | Datei:Hochaltar Faistenau, ÖKT 10-1, Wien 1913, S. 208..JPG|Hochaltar [[1913]], noch mit dornenumringtem Herz im Strahlenkranz und mit einem Bogen von 15 vergoldeten Rosen. | ||
Datei:Pfarrkirche Faistenau 1949.jpeg|Nach der Renovierung [[1948]]/[[1949|49]], noch mit umlaufender Lambrie. | Datei:Pfarrkirche Faistenau 1949.jpeg|Nach der Renovierung [[1948]]/[[1949|49]], noch mit umlaufender Lambrie. | ||
| Zeile 179: | Zeile 179: | ||
[[Kategorie:Faistenau|Pfarrkirche]] | [[Kategorie:Faistenau|Pfarrkirche]] | ||
[[Kategorie:Religion]] | [[Kategorie:Religion]] | ||
[[Kategorie:Erzdiözese]] | [[Kategorie:Erzdiözese Salzburg]] | ||
[[Kategorie:Geschichte (Erzdiözese)]] | [[Kategorie:Geschichte (Erzdiözese)]] | ||
[[Kategorie:Architektur]] | [[Kategorie:Architektur]] | ||
[[Kategorie:Denkmalschutz (Faistenau)]] | [[Kategorie:Denkmalschutz (Faistenau)]] | ||
[[Kategorie:Kirche (Bauwerk)]] | [[Kategorie:Kirche (Bauwerk)]] | ||
[[Kategorie:Katholische Kirche]] | [[Kategorie:Katholische Kirche]] | ||
[[Kategorie:Katholische Kirche (Bauwerk)]] | [[Kategorie:Katholische Kirche (Bauwerk)]] | ||