Berchtesgadener Ache - Königsseeache: Unterschied zwischen den Versionen
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== Namensherkunft == | == Namensherkunft == | ||
Der Name "Alm" bzw. historisch "Albe" dürfte eine Herleitung vom vordeutschen Begriff "Albina" (vgl. das lateinische | Der Name "Alm" bzw. historisch "Albe" dürfte eine Herleitung vom vordeutschen Begriff "Albina" (vgl. das lateinische "albus" = weiß), bzw. dem illyrischen "Albhanta" sein und stellt eine Anspielung auf das Weiß des kalkhaltigen Wassers, bzw. des weißen Bachbettes dar.<ref>Quelle 1: [[Oberalm (Gewässer)#Begriffsgeschichte]] mit dortiger Quelle [https://bufus.sbg.ac.at/PDF/FlussverlaufSalzach_2.pdf bufus.sbg.ac.at pdf], Seite 6; Quelle 2: Hofrat DI Johann Wiesenegger, Referatsleiter des [[Hydrographischer Dienst des Landes Salzburg|Hydrographischen Dienstes des Landes Salzburg]]; Quelle 3: Chronik von Anif, [[Heinz Dopsch]], Seite 60 und 61</ref> | ||
In der [[Anifer Chronik]] schreibt [[Heinz Dopsch]], Seite 57: ''... verdankt Niederalm der Königsseeache, die auch als Alm bezeichnet wird, seinen Namen. Dir Form Alm [...] geht auf eine ältere, weit verbreitete indogermanische Gruppe für Gewässernamen mit der Bedeutung "weiß" zurück. [...] Die Alm-Gewässer in der Umgebung von Salzburg tragen <nowiki>vor</nowiki>[[Römer|römische]] Namen, die von den [[Romanen]] übernommen und an die [[Bajuwaren|Bayern]] weitergegeben wurden. [...] Der Name des benachbarten Ortes Rif [...] geht auf das lateinische Wort "ripa", "Flussufer", zurück.'' Seite 60: ''... Im Gegensatz zu Anif ist die erste Nennung des Ortes Niederalm nicht exakt zu bestimmen. Da sowohl Oberalm als auch Niederalm nach den Flüssen, an denen sie liegen, den Namen ''Albina'' führen, muss es in den meisten Fällen offen bleiben, ob sich eine Nennung auf Oberalm oder Niederalm bezieht...'' [...] Seite 61: ''Während das erstgenannte Oberalm einfach als ''Albina'' erscheint, folgt kurz darauf Niederalm in der Form von ''Albina inferior''. | In der [[Anifer Chronik]] schreibt [[Heinz Dopsch]], Seite 57: ''... verdankt Niederalm der Königsseeache, die auch als Alm bezeichnet wird, seinen Namen. Dir Form Alm [...] geht auf eine ältere, weit verbreitete indogermanische Gruppe für Gewässernamen mit der Bedeutung "weiß" zurück. [...] Die Alm-Gewässer in der Umgebung von Salzburg tragen <nowiki>vor</nowiki>[[Römer|römische]] Namen, die von den [[Romanen]] übernommen und an die [[Bajuwaren|Bayern]] weitergegeben wurden. [...] Der Name des benachbarten Ortes Rif [...] geht auf das lateinische Wort "ripa", "Flussufer", zurück.'' Seite 60: ''... Im Gegensatz zu Anif ist die erste Nennung des Ortes Niederalm nicht exakt zu bestimmen. Da sowohl Oberalm als auch Niederalm nach den Flüssen, an denen sie liegen, den Namen ''Albina'' führen, muss es in den meisten Fällen offen bleiben, ob sich eine Nennung auf Oberalm oder Niederalm bezieht...'' [...] Seite 61: ''Während das erstgenannte Oberalm einfach als ''Albina'' erscheint, folgt kurz darauf Niederalm in der Form von ''Albina inferior''. | ||
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Die Bezeichnung ''Königsseeache'' oder ''Königssee-Ache'' ist erst seit Mitte des [[19. Jahrhundert]] gebräuchlich. | Die Bezeichnung ''Königsseeache'' oder ''Königssee-Ache'' ist erst seit Mitte des [[19. Jahrhundert]] gebräuchlich. | ||
Der Salzburger Abschnitt, der vor der Regulierung ein wertvolles Fischwasser war, wurde auch als ''Niederalm'' oder ''Almbach'' bezeichnet.<ref>[ | Der Salzburger Abschnitt, der vor der Regulierung ein wertvolles Fischwasser war, wurde auch als ''Niederalm'' oder ''Almbach'' bezeichnet.<ref>[https://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=sza&datum=18610806&seite=6&zoom=33&query=%22Niederalm%22%2B%22ache%22 ANNO], [[Salzburger Zeitung]], 6. August 1861, Seite 6</ref><ref>[https://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=rpt&datum=19060814&query=%22Berchtesgadener%22+%22Ache%22+%22Niederalm%22&seite=4 ANNO], Reichspost, 14. August 1906, Seite 4</ref><ref>[https://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=svb&datum=19361201&query=%22K%c3%b6nigssee-Ache%22&seite=8 ANNO], [[Salzburger Volksblatt]], 1. Dezember 1936, Seite 8</ref><ref>[https://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=vob&datum=19380712&query=%22K%c3%b6nigssee-Ache%22&seite=9 ANNO], Völkischer Beobachter, 12. Juli 1938, Seite 9</ref><ref>[http://alex.onb.ac.at/cgi-content/alex?aid=lgs&datum=1963&page=40&size=45 LGBl.Nr. 23/1963]</ref> | ||
Der unterschiedliche Sprachgebrauch ist jedenfalls historisch nicht alt und ist in der Aussprache zwischen Oberlauf und Unterlauf wenig erkennbar. Der gleiche Benennung eines Baches vom Oberlauf bis zur Mündung ist eine sinnhafte und weitum übliche sprachliche Regelung. | Der unterschiedliche Sprachgebrauch ist jedenfalls historisch nicht alt und ist in der Aussprache zwischen Oberlauf und Unterlauf wenig erkennbar. Der gleiche Benennung eines Baches vom Oberlauf bis zur Mündung ist eine sinnhafte und weitum übliche sprachliche Regelung. | ||
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[[Datei:Koengsseeache Hochwasser Juni 2009.jpg|thumb|Hochwasser in der Königsseeache zwischen Niederalm und Rif im Juni 2009.]] | [[Datei:Koengsseeache Hochwasser Juni 2009.jpg|thumb|Hochwasser in der Königsseeache zwischen Niederalm und Rif im Juni 2009.]] | ||
[[Datei:Koenigsseeache_August_2011_001.JPG|thumb|Die Königsseeache als Naherholungsgebiet. Hier unterhalb der [[Niederalm Brücke]] im Sommer 2011.]] | [[Datei:Koenigsseeache_August_2011_001.JPG|thumb|Die Königsseeache als Naherholungsgebiet. Hier unterhalb der [[Niederalm Brücke]] im Sommer 2011.]] | ||
Der Fluss nährte bis in die [[Eiszeit]] ein Hoch[[moor]], das vom [[Untersbergstock]] bis zum [[Leopoldskroner Moor]] hinaus reichte. Indem die Ache nach Osten zur Salzach durchbrach und ihren Verlauf stark verkürzte, trocknete ihr altes Bett aus und es bildeten sich Senken und Mulden, die sich mit Wasser füllten. Die [[Schleinlacke]] war eine davon. Daran erinnert heute noch die [[Schleinlackenstraße]].<ref>[ | Der Fluss nährte bis in die [[Eiszeit]] ein Hoch[[moor]], das vom [[Untersbergstock]] bis zum [[Leopoldskroner Moor]] hinaus reichte. Indem die Ache nach Osten zur Salzach durchbrach und ihren Verlauf stark verkürzte, trocknete ihr altes Bett aus und es bildeten sich Senken und Mulden, die sich mit Wasser füllten. Die [[Schleinlacke]] war eine davon. Daran erinnert heute noch die [[Schleinlackenstraße]].<ref>[https://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno-plus?aid=slk&datum=1864&page=4&qid=ZRBOSHP4DH9KPMEL0EE0EXGBZKP7LO&size=45 Mitteilungen der Gesellschaft für Salzburger Landeskunde, 1864, seite 6]</ref><ref>[https://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno-plus?aid=dna&datum=19170004&query=(((text:Berchtesgadener)+AND+(text:Ache)+AND+(text:Niederalm)))&seite=4 ANNO]. Der Naturfreund, 1917, Seite 4</ref> | ||
Im [[Mittelalter]] musste die [[Fürstpropstei Berchtesgaden]] das [[Salz]] der [[Saline Schellenberg]] auf der Ache nach [[Niederalm]] transportieren. Dort wurde es auf [[Salzschifffahrt|Salztransporte auf der Salzach]] umgeladen und bis an die [[Donau]] verschifft. Dazu war aber die Genehmigung der [[Salzburger Erzbischöfe]] und der [[Guetrater]] notwendig. An der Mündung der Königsseeache in die Salzach wurde auch die Errichtung eines Salzlagers, des Salzstadels genehmigt. | Im [[Mittelalter]] musste die [[Fürstpropstei Berchtesgaden]] das [[Salz]] der [[Saline Schellenberg]] auf der Ache nach [[Niederalm]] transportieren. Dort wurde es auf [[Salzschifffahrt|Salztransporte auf der Salzach]] umgeladen und bis an die [[Donau]] verschifft. Dazu war aber die Genehmigung der [[Salzburger Erzbischöfe]] und der [[Guetrater]] notwendig. An der Mündung der Königsseeache in die Salzach wurde auch die Errichtung eines Salzlagers, des Salzstadels genehmigt. | ||
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Im Mittelalter gab es eine Ableitung von der Königsseeache, den Mühlbach, der zwei Mühlen antrieb: Die obere Mühle, das nicht mehr bestehende [[Sagmüllergut|Sa(a)gmüllergut]] und die untere Mühle an Stelle des Bäckerhauses der heutigen Bäckerei Ebner. | Im Mittelalter gab es eine Ableitung von der Königsseeache, den Mühlbach, der zwei Mühlen antrieb: Die obere Mühle, das nicht mehr bestehende [[Sagmüllergut|Sa(a)gmüllergut]] und die untere Mühle an Stelle des Bäckerhauses der heutigen Bäckerei Ebner. | ||
[[1870]] wurde das natürliche verlaufende Flussbett der Ache mit Schotterbänken und Auwald durch eine ''Almbach-Regulierung'' unterhalb von [[St. Leonhard (Grödig)|St. Leonhard]] bis zur [[Niederalm Brücke]] verändert und die Flussufer beidseits mit Flussbausteinen und [[Buhne]]n befestigt.<ref>[ | [[1870]] wurde das natürliche verlaufende Flussbett der Ache mit Schotterbänken und Auwald durch eine ''Almbach-Regulierung'' unterhalb von [[St. Leonhard (Grödig)|St. Leonhard]] bis zur [[Niederalm Brücke]] verändert und die Flussufer beidseits mit Flussbausteinen und [[Buhne]]n befestigt.<ref>[https://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=sza&datum=18700125&query=%22Niederalm-Br%c3%bccke%22&seite=5 ANNO], Salzburger Zeitung, 25. Januar 1870, Seite 5</ref> | ||
[[1910]] wurde durch die [[Lawine]]n- und [[Wildbachverbauung]] mit einem Kostenaufwand von 192.340 [[Krone]]n eine weitere Regulierung vorgenommen.<ref>[ | [[1910]] wurde durch die [[Lawine]]n- und [[Wildbachverbauung]] mit einem Kostenaufwand von 192.340 [[Krone]]n eine weitere Regulierung vorgenommen.<ref>[https://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno-plus?aid=ofb&datum=19100145&query=(((text:Berchtesgadener)+AND+(text:Ache)+AND+(text:Niederalm)))&seite=9 ANNO], Österreichische Monatsschrift für den öffentlichen Baudienst, 1910, Seite 665</ref> | ||
Die ältesten Flussbau-Maßnahmen an der Berchtesgadener Ache dienten vielfach zur Verbesserung der [[Holztrift]] für das [[Salzbergwerk Berchtesgaden]] und der ehemalige [[Saline Schellenberg|Saline]] in [[Marktschellenberg]]. Nach Einstellung der Holztrift um [[1950]] wechselte die Zielsetzung der wasserbaulichen Maßnahmen zum Objektschutz. | Die ältesten Flussbau-Maßnahmen an der Berchtesgadener Ache dienten vielfach zur Verbesserung der [[Holztrift]] für das [[Salzbergwerk Berchtesgaden]] und der ehemalige [[Saline Schellenberg|Saline]] in [[Marktschellenberg]]. Nach Einstellung der Holztrift um [[1950]] wechselte die Zielsetzung der wasserbaulichen Maßnahmen zum Objektschutz. | ||
Um [[1948]] bestand am ''Salzachspitz'' in Niederalm die Schottergewinnungsanlage von Josef Klappacher.<ref>[ | Um [[1948]] bestand am ''Salzachspitz'' in Niederalm die Schottergewinnungsanlage von Josef Klappacher.<ref>[https://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=svz&datum=19481206&query=%22Niederalm%22+%22Fluss%22&seite=3 ANNO], Salzburger Volkszeitung, 6. Dezember 1948, Seite 3</ref> | ||
Aus dem Flussbett der Königsseeache im Bereich Niederalm-Rif wurden 2008 rund 30 000 m³ Sand und Kies ausgebaggert, im Winter 2009/2010 waren es nochmals 10 000 m². Diese Aktionen dienten auch dem Schutz vor [[Hochwasser]]. Angesichts der stetigen Eintiefung der regulieren Salzach war die Ausbaggerung eines Salzachzubringers aus Gründen des Hochwasserschutzes aber nicht direkt nachvollziehbar. | Aus dem Flussbett der Königsseeache im Bereich Niederalm-Rif wurden 2008 rund 30 000 m³ Sand und Kies ausgebaggert, im Winter 2009/2010 waren es nochmals 10 000 m². Diese Aktionen dienten auch dem Schutz vor [[Hochwasser]]. Angesichts der stetigen Eintiefung der regulieren Salzach war die Ausbaggerung eines Salzachzubringers aus Gründen des Hochwasserschutzes aber nicht direkt nachvollziehbar. | ||
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Datei:Salzbergwerk Berchtesgaden, Berchtesgadener Ache, südliche Ansicht.jpg|Berchtesgadener Ache, dahinter das Berchtesgadener Salzbergwerk, südliche Ansicht | Datei:Salzbergwerk Berchtesgaden, Berchtesgadener Ache, südliche Ansicht.jpg|Berchtesgadener Ache, dahinter das Berchtesgadener Salzbergwerk, südliche Ansicht | ||
Datei:Wehranlage in Marktschellenberg (2).JPG|Wehranlage in Marktschellenberg, Panoramabild | Datei:Wehranlage in Marktschellenberg (2).JPG|Wehranlage in Marktschellenberg, Panoramabild | ||
Datei:Mündung der Königsseeache in die Salzach bei der Urstein-Autobahnbrücke.jpg|Mündung der Königsseeache in die Salzach bei der Urstein-Autobahnbrücke | Datei:Mündung der Königsseeache in die Salzach bei der Urstein-Autobahnbrücke.jpg|Mündung der Königsseeache in die Salzach bei der Urstein-Autobahnbrücke | ||
Datei:Niederalm vom Untersberg.jpg|Verlauf der Königsseeache von Gartenau bis zur Einmündung in die [[Salzach]] bei der [[Autobahnbrücke Urstein|Autobahnbrücke]] nahe [[Urstein]] | Datei:Niederalm vom Untersberg.jpg|Verlauf der Königsseeache von Gartenau bis zur Einmündung in die [[Salzach]] bei der [[Autobahnbrücke Urstein|Autobahnbrücke]] nahe [[Urstein]] | ||
2006_01_15_Königsseeache_2.jpg|Die Königsseeacheim Bereich [[Anif]]-[[Hallein]]-[[Rif]] im Jänner 2006. | |||
2006_01_15_Königsseeache_4.jpg|Die Königsseeache im Bereich Anif-Hallein-Rif im im Jänner 2006. | |||
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