Giuseppe Forcher: Unterschied zwischen den Versionen
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Seine Frau Helene (* [[19. Mai]] [[1930]] in [[Wien]]; † [[28. November]] [[2021]] in der Stadt Salzburg)<ref>[https://www.stadt-salzburg.at/MagSbg.Web.App.SucheVerstorbene/SucheVerstorbene.aspx#searchResults www.stadt-salzburg.at], Gräbersuche</ref> hatte er [[1951]] kennengelernt, als er im August den Großglockner bestieg. In der [[Oberwalderhütte]] ging die junge Helene dem Hüttenwirt [[Franz Ebner]] zur Hand. Der wiederum schwärmte ihr von einem richtigen Bergfex vor, der die Gipfel in Rekordzeit erklomm. In der Fantasie der jungen Frau wuchs der Unbekannte zu einem Luis-Trenker-Typ. Sie servierte ihm Erbensuppe: "Als ich ihn gesehen habe, war ich ganz enttäuscht, weil er so ein Milchgesicht war", erzählt Helli mehr als 60 Jahre später. Der Unbekannte war Sepp Forcher, der damals am [[Tauernkraftwerke Kaprun|Kraftwerksbau]] in [[Kaprun]] arbeitete und auch in seiner Freizeit am liebsten in den Bergen unterwegs war. Die junge Frau auf der Hütte ließ ihn nicht unbeeindruckt. "Sie hat mir gefallen." Als er vom Großglockner nach Kaprun zurückging, begleitete ihn die junge Helene. Sie musste nach Wien. "Ich habe sie angeseilt und bin recht schnell gegangen und das in einer Höhe von 3 000 Metern." Helene beeindruckte ihn nicht nur mit ihrem blonden Haar, sondern auch mit ihrer Kondition. "Von mir aus können Sie schon schneller gehen", forderte sie ihn auf. Als sie die gefährlichen Stellen passiert hatten, nahm er ihr das Seil wieder ab. Die beiden beschlossen, sich künftig zu duzen. "Und wir haben uns ein keusches Busserl gegeben." Todmüde kamen sie in Kaprun an, Sepp nahm Helli mit in seine Unterkunft, wo sie ins Bett sanken und sofort einschliefen. Die beiden sahen sich wieder. | Seine Frau Helene (* [[19. Mai]] [[1930]] in [[Wien]]; † [[28. November]] [[2021]] in der Stadt Salzburg)<ref>[https://www.stadt-salzburg.at/MagSbg.Web.App.SucheVerstorbene/SucheVerstorbene.aspx#searchResults www.stadt-salzburg.at], Gräbersuche</ref> hatte er [[1951]] kennengelernt, als er im August den Großglockner bestieg. In der [[Oberwalderhütte]] ging die junge Helene dem Hüttenwirt [[Franz Ebner (Hüttenwirt)|Franz Ebner]] zur Hand. Der wiederum schwärmte ihr von einem richtigen Bergfex vor, der die Gipfel in Rekordzeit erklomm. In der Fantasie der jungen Frau wuchs der Unbekannte zu einem Luis-Trenker-Typ. Sie servierte ihm Erbensuppe: "Als ich ihn gesehen habe, war ich ganz enttäuscht, weil er so ein Milchgesicht war", erzählt Helli mehr als 60 Jahre später. Der Unbekannte war Sepp Forcher, der damals am [[Tauernkraftwerke Kaprun|Kraftwerksbau]] in [[Kaprun]] arbeitete und auch in seiner Freizeit am liebsten in den Bergen unterwegs war. Die junge Frau auf der Hütte ließ ihn nicht unbeeindruckt. "Sie hat mir gefallen." Als er vom Großglockner nach Kaprun zurückging, begleitete ihn die junge Helene. Sie musste nach Wien. "Ich habe sie angeseilt und bin recht schnell gegangen und das in einer Höhe von 3 000 Metern." Helene beeindruckte ihn nicht nur mit ihrem blonden Haar, sondern auch mit ihrer Kondition. "Von mir aus können Sie schon schneller gehen", forderte sie ihn auf. Als sie die gefährlichen Stellen passiert hatten, nahm er ihr das Seil wieder ab. Die beiden beschlossen, sich künftig zu duzen. "Und wir haben uns ein keusches Busserl gegeben." Todmüde kamen sie in Kaprun an, Sepp nahm Helli mit in seine Unterkunft, wo sie ins Bett sanken und sofort einschliefen. Die beiden sahen sich wieder. | ||
1955 beschloss er, Hüttenwirt im Berglandhaus in [[Großarl]] zu werden. "Wir kennen uns schon lange und müssen ernst machen", sagten sich die beiden. Sie beschlossen, gemeinsam die Hütte zu führen und waren realistisch. Bevor sie den Bund fürs Leben eingingen, wollten sie eine Saison zusammenarbeiten. Wenn sie sich dann immer noch vertrugen, würden sie heiraten. Die Saison lief gut, im Juni [[1956]] gaben sich die beiden auf ihrer Hütte in Großarl das Jawort. | 1955 beschloss er, Hüttenwirt im Berglandhaus in [[Großarl]] zu werden. "Wir kennen uns schon lange und müssen ernst machen", sagten sich die beiden. Sie beschlossen, gemeinsam die Hütte zu führen und waren realistisch. Bevor sie den Bund fürs Leben eingingen, wollten sie eine Saison zusammenarbeiten. Wenn sie sich dann immer noch vertrugen, würden sie heiraten. Die Saison lief gut, im Juni [[1956]] gaben sich die beiden auf ihrer Hütte in Großarl das Jawort. | ||
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[[Datei:Erlebnis Grossglockner Hochalpenstrasse 11.jpg|thumb|2012 Anlässlich der Buchpräsentation "[[Erlebnis Großglockner Hochalpenstraße (Buchpräsentation)|Erlebnis Großglockner Hochalpenstraße]] im [[ORF Landesstudio Salzburg]]: Helli und Sepp Forcher mit Dr. [[Johannes Hörl]] ([[GROHAG]]).]] | [[Datei:Erlebnis Grossglockner Hochalpenstrasse 11.jpg|thumb|2012 Anlässlich der Buchpräsentation "[[Erlebnis Großglockner Hochalpenstraße (Buchpräsentation)|Erlebnis Großglockner Hochalpenstraße]] im [[ORF Landesstudio Salzburg]]: Helli und Sepp Forcher mit Dr. [[Johannes Hörl]] ([[GROHAG]]).]] | ||
Als er in der Sendung "Autofahrer Unterwegs" die [[Sagen und Legenden|Sage]] vom [[Kaiser Karl im Untersberg]] erzählte, holte der damalige ORF-Landesintendant [[Rudolf Bayr]] den Wirt [[1972]] ins [[ORF Landesstudio Salzburg]]. Vorerst war er als Radiomoderator tätig ("Ins Land eini schaun", "Mit'm Sepp ins Wochenende"). Als Als schließlich auf Anregung von ORF-Generalintendant Gerd Bacher 1986 die Sendung "[[Klingendes Österreich]]" entstand, wollte man Sepp Forcher als Präsentator. Am [[10. Juni]] [[1986]] begrüßte Sepp Forcher erstmals die Fernseh-Zuschauer mit den mittlerweile legendären Worten: "Grüß Gott in Österreich". In 200 Folgen präsentierte Forcher dabei die musikalische Tradition und landschaftliche Schönheit österreichischer und grenznaher Gegenden. Sein spezieller Blick auf die kleinen Dinge des Lebens und seine Kunst, auch diesen große Bedeutung beizumessen, haben Sepp Forcher zu einer herausragenden Persönlichkeit der Volkskultur gemacht. | Als er in der Sendung "Autofahrer Unterwegs" die [[Sagen und Legenden|Sage]] vom [[Kaiser Karl im Untersberg]] erzählte, holte der damalige ORF-Landesintendant [[Rudolf Bayr (Landesintendant)|Rudolf Bayr]] den Wirt [[1972]] ins [[ORF Landesstudio Salzburg]]. Vorerst war er als Radiomoderator tätig ("Ins Land eini schaun", "Mit'm Sepp ins Wochenende"). Als Als schließlich auf Anregung von ORF-Generalintendant Gerd Bacher 1986 die Sendung "[[Klingendes Österreich]]" entstand, wollte man Sepp Forcher als Präsentator. Am [[10. Juni]] [[1986]] begrüßte Sepp Forcher erstmals die Fernseh-Zuschauer mit den mittlerweile legendären Worten: "Grüß Gott in Österreich". In 200 Folgen präsentierte Forcher dabei die musikalische Tradition und landschaftliche Schönheit österreichischer und grenznaher Gegenden. Sein spezieller Blick auf die kleinen Dinge des Lebens und seine Kunst, auch diesen große Bedeutung beizumessen, haben Sepp Forcher zu einer herausragenden Persönlichkeit der Volkskultur gemacht. | ||
[[Datei:Berg, die (Substantiv, feminin) - Frauen im Aufstieg 09.jpg|thumb|Sepp Forcher im Sommer 2019 bei der Eröffnung der Ausstellung [[Berg, die (Substantiv, feminin) - Frauen im Aufstieg]].]] | [[Datei:Berg, die (Substantiv, feminin) - Frauen im Aufstieg 09.jpg|thumb|Sepp Forcher im Sommer 2019 bei der Eröffnung der Ausstellung [[Berg, die (Substantiv, feminin) - Frauen im Aufstieg]].]] | ||
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* [[23. Februar]] [[2006]] wurde ihm der [[Bürgerbrief der Stadt Salzburg]] verliehen.<ref>[https://www.stadt-salzburg.at/index.php?id=57807 www.stadt-salzburg.at]</ref> | * [[23. Februar]] [[2006]] wurde ihm der [[Bürgerbrief der Stadt Salzburg]] verliehen.<ref>[https://www.stadt-salzburg.at/index.php?id=57807 www.stadt-salzburg.at]</ref> | ||
* [[24. September]] [[2022]]: Das letzte Stück des Wanderweges auf dem [[Untersbergstock]] vom [[Zeppezauerhaus]] zum [[Salzburger Hochthron]] wurde im Gedenken an seine langjährige Tätigkeit als Hüttenwirt des Zeppezauerhauses zum [[Sepp-Forcher-Steig]] benannt. | * [[24. September]] [[2022]]: Das letzte Stück des Wanderweges auf dem [[Untersbergstock]] vom [[Zeppezauerhaus]] zum [[Salzburger Hochthron]] wurde im Gedenken an seine langjährige Tätigkeit als Hüttenwirt des Zeppezauerhauses zum [[Sepp-Forcher-Steig]] benannt. | ||
* In [[Werfenweng]] wurde im Dezember [[2025]] ein [[Gedenkstein für Helli und Sepp Forcher]] enthüllt. | |||
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=== weitere Bilder === | === weitere Bilder === | ||
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== Literatur == | == Literatur == | ||
* Edgar Breuss, Wolfgang Weber: ''Sepp Forcher - I mog die Leut. Vom Hüttenwirt zum Fernsehstar''. Np-Buchverlag, 2000, ISBN 3-85326-149-3. | * Edgar Breuss, Wolfgang Weber: ''Sepp Forcher - I mog die Leut. Vom Hüttenwirt zum Fernsehstar''. Np-Buchverlag, 2000, ISBN 3-85326-149-3. | ||