Neukirchen am Großvenediger: Unterschied zwischen den Versionen
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| Bevölkerungsdichte: || 16 Einwohner/km² | | Bevölkerungsdichte: || 16 Einwohner/km² | ||
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| Einwohner: ||2 | | Einwohner: ||2 685 <small>(1. Jänner 2025)<ref>[[Quellen für SALZBURGWIKI-Artikel#Daten und Statistiken|Statistik Austria]], aktualisiert am 11. Juli 2025</ref></small> | ||
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| Postleitzahl(en): ||5741 | | Postleitzahl(en): ||5741 | ||
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Die Marktgemeinde Neukirchen am Großvenediger umfasst die [[Katastralgemeinden im Pinzgau|Katastralgemeinden]] [[Katastralgemeinde Neukirchen (Neukirchen am Großvenediger)|Neukirchen]], [[Katastralgemeinde Rosenthal (Neukirchen am Großvenediger)|Rosenthal]] und [[Katastralgemeinde Sulzau (Neukirchen am Großvenediger)|Sulzau]] sowie die folgenden Ortschaften: | Die Marktgemeinde Neukirchen am Großvenediger umfasst die [[Katastralgemeinden im Pinzgau|Katastralgemeinden]] [[Katastralgemeinde Neukirchen (Neukirchen am Großvenediger)|Neukirchen]], [[Katastralgemeinde Rosenthal (Neukirchen am Großvenediger)|Rosenthal]] und [[Katastralgemeinde Sulzau (Neukirchen am Großvenediger)|Sulzau]] sowie die folgenden Ortschaften: | ||
* [[Mitterhohenbramberg]] '' | * [[Mitterhohenbramberg]] ''76 | ||
* Neukirchen am Großvenediger ''1 | * Neukirchen am Großvenediger ''1 500 | ||
* [[Rosental (Neukirchen)|Rosental]] '' | * [[Rosental (Neukirchen)|Rosental]] ''745 | ||
* [[Sulzau (Neukirchen)|Sulzau]] '' | * [[Sulzau (Neukirchen am Großvenediger)|Sulzau]] ''364 | ||
'''Anmerkung:''' In ''kursiver'' Schrift wird die Einwohnerzahl der Ortschaften zum 1. Jänner 2025 angegeben.<ref>Statistik Austria</ref> | |||
=== Gemeindedetails === | === Gemeindedetails === | ||
Der Staatsbürgerschafts- und Standesamtsverbands Neukirchen am Großvenediger ist in den entsprechenden Belangen auch für die beiden Nachbargemeinden Wald im Pinzgau und Krimml zuständig. | Der Staatsbürgerschafts- und Standesamtsverbands Neukirchen am Großvenediger ist in den entsprechenden Belangen auch für die beiden Nachbargemeinden Wald im Pinzgau und Krimml zuständig. | ||
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<!-- === Klima === --> | <!-- === Klima === --> | ||
== Religionen == | == Religionen == | ||
Die erste urkundliche Erwähnung einer Kirche in Neukirchen lässt sich auf das Jahr [[1243]] datieren. Da der Ortsname Neukirchen allerdings schon früher Bestand hat, deutet Vieles darauf, dass eine Kirche schon vorher existiert haben muss. Zu dieser Zeit war Neukirchen allerdings noch eine Filialkirche der Mutterpfarre [[Bramberg]]. Dies änderte sich erst [[1555]], als der Bramberger [[Pfarrer von Bramberg am Wildkogel|Pfarrer]] [[Rupert Ramsauer]] die Trennung von der [[Pfarre Bramberg]] vollzog. Neukirchen wird zum Vikariat erhoben und umfasst neben dem eigenen Pfarrgebiet die Dörfer Wald und Krimml als Filialkirche, das seinerseits [[1784]] die Selbständigkeit erreicht. | Die erste urkundliche Erwähnung einer Kirche in Neukirchen lässt sich auf das Jahr [[1243]] datieren. Da der Ortsname Neukirchen allerdings schon früher Bestand hat, deutet Vieles darauf, dass eine Kirche schon vorher existiert haben muss. Zu dieser Zeit war Neukirchen allerdings noch eine Filialkirche der Mutterpfarre [[Bramberg]]. Dies änderte sich erst [[1555]], als der Bramberger [[Pfarrer von Bramberg am Wildkogel|Pfarrer]] [[Rupert Ramsauer]] die Trennung von der [[Pfarre Bramberg]] vollzog. Neukirchen wird zum Vikariat erhoben und umfasst neben dem eigenen Pfarrgebiet die Dörfer Wald und Krimml als Filialkirche, das seinerseits [[1784]] die Selbständigkeit erreicht. | ||
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[[1859]] wird Neukirchen zur Pfarre erhoben. Die Pfarrkirche ist dem heiligen Johannes geweiht. | [[1859]] wird Neukirchen zur Pfarre erhoben. Die Pfarrkirche ist dem heiligen Johannes geweiht. | ||
=== Einzelne Bauwerke === | |||
* Übersicht siehe [[Kapellen und Kirchen in Neukirchen am Großvenediger]] | |||
* [[Pfarrkirche zum hl. Johannes dem Täufer Neukirchen am Großvenediger|Pfarrkirche zum hl. Johannes dem Täufer]] | |||
:Die dem hl. Johannes dem Täufer geweihte Kirche beherbergt im Inneren eine aus dem Jahr [[1500]] stammende, aus Holz gefertigte gotische Madonnenfigur, zu der einst Wallfahrten veranstaltet wurden. Sehenswert sind außerdem ein Fresko aus dem [[14. Jahrhundert]], der Hochaltar von [[1781]] und die erst [[1911]] eingesetzten mit Tiroler Glasmalerei versehenen Kirchenfenster. | |||
* [[Ambrosiuskapelle (Neukirchen am Großvenediger)|Ambrosiuskapelle]] | |||
== Geschichte ==</noinclude> | == Geschichte ==</noinclude> | ||
=== Etymologie === | === Etymologie === | ||
Neukirchen am Großvenediger hieß der Überlieferung nach ursprünglich Mitterdorf (siehe [[Josef Lahnsteiner]] "Oberpinzgau", Seite 241). Der neue Name kam auf, als der Dürrnbach die gesamte Ortschaft verschüttete und diese mitsamt einer neuen Kirche wieder aufgebaut wurde. Erstmals urkundlich festgehalten wurde der neue Ortsname im Jahr [[1074]] als "Niuchirchin" (vgl. Kürsinger: Oberpinzgau, Sbg. 1841, S. 104). Weitere Nennungen liegen aus den Jahren [[1130]] (Niunchirchin) und [[1190]] (Nuwinkirchin) vor. Ab dem Jahr [[1300]] lautete der Ortsname Nevnkirch bzw. Neukirch. In dieser Form taucht die Ortsbezeichnung auch in der berühmten [[Marx Setznagel|Setznagelkarte]] von [[1575]] auf. | Neukirchen am Großvenediger hieß der Überlieferung nach ursprünglich Mitterdorf (siehe [[Josef Lahnsteiner]] "Oberpinzgau", Seite 241). Der neue Name kam auf, als der Dürrnbach die gesamte Ortschaft verschüttete und diese mitsamt einer neuen Kirche wieder aufgebaut wurde. Erstmals urkundlich festgehalten wurde der neue Ortsname im Jahr [[1074]] als "Niuchirchin" (vgl. [[Ignaz Kürsinger|Kürsinger]]: Oberpinzgau, Sbg. 1841, S. 104). Weitere Nennungen liegen aus den Jahren [[1130]] (Niunchirchin) und [[1190]] (Nuwinkirchin) vor. Ab dem Jahr [[1300]] lautete der Ortsname Nevnkirch bzw. Neukirch. In dieser Form taucht die Ortsbezeichnung auch in der berühmten [[Marx Setznagel|Setznagelkarte]] von [[1575]] auf. | ||
Der Name entwickelte sich aus dem althochdeutschen "niwi" bzw. dem mittelhochdeutschen "niuwe" und bedeutet "neu" bzw. in seiner Zusammensetzung "zur neuen Kirche". Sowohl in der [[Pinzgauer Mundart|Mundart]] der Bevölkerung als auch im Amtsgebrauch wurde das "Neuen" zugunsten von "Neu" aufgegeben. Nach der Ortschaft benannten sich zur Mitte des [[13. Jahrhundert]]s auch die Herren von Neukirchen, die ihren Sitz auf dem [[Schloss Hohenneukirchen]] hatten. | Der Name entwickelte sich aus dem althochdeutschen "niwi" bzw. dem mittelhochdeutschen "niuwe" und bedeutet "neu" bzw. in seiner Zusammensetzung "zur neuen Kirche". Sowohl in der [[Pinzgauer Mundart|Mundart]] der Bevölkerung als auch im Amtsgebrauch wurde das "Neuen" zugunsten von "Neu" aufgegeben. Nach der Ortschaft benannten sich zur Mitte des [[13. Jahrhundert]]s auch die Herren von Neukirchen, die ihren Sitz auf dem [[Schloss Hohenneukirchen]] hatten. | ||
Träger der frühesten historischen Daten ist zunächst der südwestlichst gelegene Teil des Gemeindegebietes, [[Sulzau (Neukirchen am Großvenediger)|Sulzau]], wo bereits [[1050]] ein Herrensitz bestanden hat. Im Zusammenhang mit dem [[Graf von Mittersill|Grafen von Mittersill]] entstand im [[12. Jahrhundert]] die Grafschaft Sulzau, vertreten durch den [[1165]] urkundlich erwähnten [[Graf Chunrad von Sulzowe]]. Die erste direkte Nennung der Ortschaft "Sultzaw" stammt aus dem Jahr [[1350]] und diente ebenfalls einen Grafengeschlecht als Namensgeber. Obwohl der Oberpinzgau geschichtlich bereits in der Bronzezeit besiedelt war, wie Funde aus [[Krimml]] belegen, ist über Neukirchen aus dieser Zeit nichts bekannt. | |||
Träger der frühesten historischen Daten ist zunächst der südwestlichst gelegene Teil des Gemeindegebietes, | |||
=== Geschichte === | === Geschichte === | ||
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Während des [[Erster Weltkrieg|Ersten Weltkriegs]] ließen 36 Neukirchner ihr Leben für den österreichischen Kaiser, weitere sechs wurden als vermisst gerechnet. | Während des [[Erster Weltkrieg|Ersten Weltkriegs]] ließen 36 Neukirchner ihr Leben für den österreichischen Kaiser, weitere sechs wurden als vermisst gerechnet. | ||
Die Landesregierung in Salzburg verlieh auf Grund des Gesetzes vom [[19. November]] [[1926]], L.-G-Bl. Nr. 11, der Gemeinde Neukirchen über ihr Ansuchen das Recht zur Führung der Bezeichnung "Marktgemeinde" und bewilligte die Änderung des Namens dieser Ortsgemeinde in "Neukirchen am Groß-Venediger". Die Kundmachung der [[Salzburger Landesregierung]] erfolgte dann vom [[4. Jänner]] [[1929]]<ref>[https://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=sbw&datum=19290119&query=%22Neukirchen+am+Gro%c3%9fvenediger%22&ref=anno-search&seite=4 ANNO], [[Salzburger Wacht]], Ausgabe vom 19. Jänner 1929, Seite 4</ref> | Die Landesregierung in Salzburg verlieh auf Grund des Gesetzes vom [[19. November]] [[1926]], L.-G-Bl. Nr. 11, der Gemeinde Neukirchen über ihr Ansuchen das Recht zur Führung der Bezeichnung "Marktgemeinde" und bewilligte die Änderung des Namens dieser Ortsgemeinde in "Neukirchen am Groß-Venediger". Die Kundmachung der [[Salzburger Landesregierung]] erfolgte dann vom [[4. Jänner]] [[1929]]<ref>[https://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=sbw&datum=19290119&query=%22Neukirchen+am+Gro%c3%9fvenediger%22&ref=anno-search&seite=4 ANNO], "[[Salzburger Wacht]]", Ausgabe vom 19. Jänner 1929, Seite 4</ref> | ||
''Markterhebungsfeier in Neukirchen am Großvenediger. Da für den [[21. April]] die offizielle Markerhebungsfeier stattfindet, wird damit auch das achthundertjährige Bestehen des Ortes verbunden und feierlich begangen werden. Ein gewähltes Komitee ist an der Arbeit, besonders den historischen Festzug glänzend auszugestalten. Es wird gar manches zu sehen sein. Die ritterliche Vergangenheit der ehemaligen "Hofmark" bietet in Geschichte und Sage reichen Stoff, nicht umsonst ist Neukirchen von einem Kranz von Burgen umgeben. Ritter und Edeldame werden im Festzug vertreten sein. Infolge früherer Lodenerzeugung hat sich der Spruch gebildet und erhalten: "Z'Noikircha tuat a alte Kuah Lodn wirchen". Es wird also im Festzug von der Weberinnung eine Kuh mit den fraglichen Werkzeugen mitgeführt werden. Am Vorabend findet im Theatersaal die Aufführung der Sage über Albrecht von Hieburg statt.'' ( | ''Markterhebungsfeier in Neukirchen am Großvenediger. Da für den [[21. April]] die offizielle Markerhebungsfeier stattfindet, wird damit auch das achthundertjährige Bestehen des Ortes verbunden und feierlich begangen werden. Ein gewähltes Komitee ist an der Arbeit, besonders den historischen Festzug glänzend auszugestalten. Es wird gar manches zu sehen sein. Die ritterliche Vergangenheit der ehemaligen "Hofmark" bietet in Geschichte und Sage reichen Stoff, nicht umsonst ist Neukirchen von einem Kranz von Burgen umgeben. Ritter und Edeldame werden im Festzug vertreten sein. Infolge früherer Lodenerzeugung hat sich der Spruch gebildet und erhalten: "Z'Noikircha tuat a alte Kuah Lodn wirchen". Es wird also im Festzug von der Weberinnung eine Kuh mit den fraglichen Werkzeugen mitgeführt werden. Am Vorabend findet im Theatersaal die Aufführung der Sage über Albrecht von Hieburg statt.'' ("[[Salzburger Chronik]]", 1929<ref>[https://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=sch&datum=19290320&query=%22Neukirchen+am+Gro%c3%9fvenediger%22&ref=anno-search&seite=5 ANNO], "Salzburger Chronik", Ausgabe vom 20. März 1929, Seite 5</ref>) | ||
Zu | Zu [[Ostern]] [[1956]] wurde das erste stationäre [[Kinogeschichte in Salzburg|Kino]] in Neukirchen am Großvenediger eröffnet. Die Eröffnung mit vielen prominenten Gästen, darunter Beppo Brehm, Gunter Philip, Toni Sailer und sogar Bundeskanzler [[Bruno Kreisky]], der den Kinosaal für politische Veranstaltungen nutzte, wurde dieser Anlass zu einem besonderen Ereignis. In den [[2020er]]-Jahren ist dieser Kinosaal noch immer in Betrieb und beherbergt den renommierten "Kulturverein m²".<ref>[[Sporthotel Kogler]] in [https://www.hotel-kogler.at/de/sporthotel-kogler-ein-familienbetrieb-mit-geschichte.html www.hotel-kogler.at], Geschichte des Hotels</ref><noinclude> | ||
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== Kultur und Sehenswürdigkeiten == | == Kultur und Sehenswürdigkeiten == | ||
<!-- === Aussichtspunkte === --> | <!-- === Aussichtspunkte === --> | ||
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* [[Denkmalgeschützte Objekte in Neukirchen am Großvenediger]] | * [[Denkmalgeschützte Objekte in Neukirchen am Großvenediger]] | ||
* [[Kleindenkmäler und Kunstwerke in Neukirchen am Großvenediger]] | * [[Kleindenkmäler und Kunstwerke in Neukirchen am Großvenediger]] | ||
* [[Kultur- und Informationszentrum Samerhofstall]] | * [[Kultur- und Informationszentrum Samerhofstall]] | ||
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* [[Kindergarten "Bienenkorb" Neukirchen am Großvenediger]] | * [[Kindergarten "Bienenkorb" Neukirchen am Großvenediger]] | ||
* [[Volksschule Neukirchen am Großvenediger]] | * [[Volksschule Neukirchen am Großvenediger]] | ||
* [[Mittelschule Neukirchen]] | * [[Mittelschule Neukirchen am Großvenediger]] | ||
== Politik == | == Politik == | ||