Franziski-Schlössl: Unterschied zwischen den Versionen
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Das '''Franziski-Schlössl''' befindet sich am nordöstlichen Rand des Grünraumes der [[Altstadt]] der [[Stadt Salzburg]] auf dem [[Kapuzinerberg]] auf 630 [[m ü. A.]] und liegt östlich unweit des höchsten Punktes des Berges (640 m ü. A.). | Das '''Franziski-Schlössl''' befindet sich am nordöstlichen Rand des Grünraumes der [[Altstadt]] der [[Stadt Salzburg]] auf dem [[Kapuzinerberg]] auf 630 [[m ü. A.]] und liegt östlich unweit des höchsten Punktes des Berges (640 m ü. A.). | ||
[[Datei:Franziski-Schlössl Jänner 2026.jpg|thumb|Das Franziski-Schlössl Jänner 2026.]] | |||
== Geschichte == | == Geschichte == | ||
=== Zusammenfassende Geschichte === | === Zusammenfassende Geschichte === | ||
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Nach der [[Säkularisation]] Salzburgs ([[1803]]) wurde das Schlössl nur noch von einigen alten Soldaten bewohnt, die die Aufsicht über den Berg hatten. Ein solcher Invalide erhielt [[1849]] die Erlaubnis, Getränke auszuschenken, die einer Wirts[[Erklärungen früherer Bezeichnungen und Ausdrücke#G|gerechtsame]] gleichkam. | Nach der [[Säkularisation]] Salzburgs ([[1803]]) wurde das Schlössl nur noch von einigen alten Soldaten bewohnt, die die Aufsicht über den Berg hatten. Ein solcher Invalide erhielt [[1849]] die Erlaubnis, Getränke auszuschenken, die einer Wirts[[Erklärungen früherer Bezeichnungen und Ausdrücke#G|gerechtsame]] gleichkam. | ||
[[Datei:Franziskischlossl Zeichnung 1899 Franz Bergmeister.JPG|thumb|Das Franziskischlossl, Zeichnung 1899 von Franz Bergmeister.]] | |||
[[1870]] ging das Franziski-Schlössl in das Eigentum der [[Stadt Salzburg (Gebietskörperschaft)|Stadtgemeinde Salzburg]] über.<ref>→[[Kapuzinerberg#Geschichte|Kapuzinerberg, Geschichte]]</ref> | [[1870]] ging das Franziski-Schlössl in das Eigentum der [[Stadt Salzburg (Gebietskörperschaft)|Stadtgemeinde Salzburg]] über.<ref>→[[Kapuzinerberg#Geschichte|Kapuzinerberg, Geschichte]]</ref> | ||
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Den Eingang sicherten aber auch die beiden im Grundriss trapezförmig nach Westen vorkragenden seitlichen Schlossteile. Sie wieder besitzen ganz im Westen im Obergeschoß auskragende wehrhafte Erker. | Den Eingang sicherten aber auch die beiden im Grundriss trapezförmig nach Westen vorkragenden seitlichen Schlossteile. Sie wieder besitzen ganz im Westen im Obergeschoß auskragende wehrhafte Erker. | ||
Beiderseits der Eingangshalle, die sich erhöht im ersten Stock befindet, lagen einst die Zimmer der Schlosshüter. Das darunter liegende Erdgeschoß, aus mächtigen Kalksteinquadern gefertigt, besitzt Gewölbedecken und bis heute allseitig Schießscharten (es sind gestufte Schlüssel- und Schaufel-Scharten). Die Räume dienen heute als Ausschank- und zeitweise auch für Ausstellungen. | Beiderseits der Eingangshalle, die sich erhöht im ersten Stock befindet, lagen einst die Zimmer der Schlosshüter. Das darunter liegende Erdgeschoß, aus mächtigen Kalksteinquadern gefertigt, besitzt Gewölbedecken und bis heute allseitig Schießscharten (es sind gestufte Schlüssel- und Schaufel-Scharten). Die Räume dienen heute als Ausschank- und zeitweise auch für Ausstellungen. | ||
Unter dem Ausstellungsraum befindet sich - für den Uneingeweihten kaum sichtbar - Keller, die zwei wehrhafte Schießscharten nach Norden besitzen. Keller samt Schießlöchern sind dabei zur Gänze aus dem anstehenden Kalkfels herausgehauen. Nach Osten hin führt bis heute eine "einhüftige" Freitreppe aus Konglomerat mit einem originalen schmiedeeisernen Geländer aus dem Jahr 1630 zur oberen Geschützbastei. | Unter dem Ausstellungsraum befindet sich - für den Uneingeweihten kaum sichtbar - Keller, die zwei wehrhafte Schießscharten nach Norden besitzen. Keller samt Schießlöchern sind dabei zur Gänze aus dem anstehenden Kalkfels herausgehauen. Nach Osten hin führt bis heute eine "einhüftige" Freitreppe aus Konglomerat mit einem originalen schmiedeeisernen Geländer aus dem Jahr 1630 zur oberen Geschützbastei. | ||
====Die Bastei mit ihren Gaffen==== | ====Die Bastei mit ihren Gaffen==== | ||
Diese Bastei wurde eine hohe und starke Bastei gesichert, die auch als Fortsetzung der hier besonders starken Stadtmauern des Fürberges und des Kapuzinerberg-Plateaus betrachtet werden kann. Sie ist an der Basis heute eingeschüttet und besaß früher einen vorgelagerten Wehrgraben, an den außen nach eine zeittypische Vorbefestigung mit einem schützenden Erdwall anschloss. Nach Südposten, nach Osten zum Grad des Fürberges und nach Nordosten nach Schallmoos besaß die Bastei ursprünglich drei auskragende Aussichtstürmchen die früher allgemein Auslug oder Gaffen hießen (gaffen = schauen, ausschauen). Diese drei Türmchen mit Spitzdach waren ursprünglich zum Schutz vor Brandwaffen mit Ziegeln gedeckt. Nicht erhalten ist dabei die mittlere Gaffe dieser Geschützbastei, die Mitte des 19. Jahrhunderts verloren ging. Diese Gaffen bzw. Aussichtstürmchen werden wenig richtig manchmal auch Wachtürme genannt. | Diese Bastei wurde eine hohe und starke Bastei gesichert, die auch als Fortsetzung der hier besonders starken Stadtmauern des Fürberges und des Kapuzinerberg-Plateaus betrachtet werden kann. Sie ist an der Basis heute eingeschüttet und besaß früher einen vorgelagerten Wehrgraben, an den außen nach eine zeittypische Vorbefestigung mit einem schützenden Erdwall anschloss. Nach Südposten, nach Osten zum Grad des Fürberges und nach Nordosten nach Schallmoos besaß die Bastei ursprünglich drei auskragende Aussichtstürmchen die früher allgemein Auslug oder Gaffen hießen (gaffen = schauen, ausschauen). Diese drei Türmchen mit Spitzdach waren ursprünglich zum Schutz vor Brandwaffen mit Ziegeln gedeckt. Nicht erhalten ist dabei die mittlere Gaffe dieser Geschützbastei, die Mitte des 19. Jahrhunderts verloren ging. Diese Gaffen bzw. Aussichtstürmchen werden wenig richtig manchmal auch Wachtürme genannt. | ||
[[Datei:Franziski-Schlössl Kapuzinerberg.jpg|thumb|Blick auf Brücke, die ins Franziski-Schlössl führt.]] | |||
====Die Zisterne==== | ====Die Zisterne==== | ||
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==Die Bedeutung des Franziski-Schlössls für die Naherholung== | ==Die Bedeutung des Franziski-Schlössls für die Naherholung== | ||
[[Datei:2023_05_27_Franziskischlössl_Kapuzinerberg_vom_Hauptbahnhof.jpg|thumb|Das Franziski-Schlössl von Nordwesten gesehen.]] | [[Datei:2023_05_27_Franziskischlössl_Kapuzinerberg_vom_Hauptbahnhof.jpg|thumb|Das Franziski-Schlössl von Nordwesten gesehen.]] | ||
Im Jahr [[1872]] hatte die Stadtgemeinde Salzburg den gesamten Grünraum des Kapuzinerberg (abseits des großen Besitzes um Schloss Fürberg und um [[Paschingerschlössl]] sowie [[Kapuzinerkloster Salzburg|Kapuzinerkloster]]) und damit auch das Franziski-Schlössl angekauft. Der Grünraum mit seinem Wald und einen eingestreuten verschwiegenen Wiesenflächen sollten nun verstärkt der Naherholung dienen. Der Besuch des Berges war damals übrigens jahrzehntelang gebührenpflichtig, es wurde eine Art "Wegemaut" eingehoben. Dafür wurde der alte Hauptweg zum Franziski-Schlössl (einst Kapuzinerberg-Mittelweg, heute [[Stefan-Zweig-Weg]]) damals saniert, der uralte Südweg an der [[Villa Spaur |Spaur-Villa]] vorbei auf den Berg und der Nordweg in der Nähe der Felsens des Berges wurden ebenfalls ausgebessert und an steileren Strecken mit Stufen versehen. Auch wurde vom östlichen Ausläufer des Fürberges über die Resten der dortigen Wehranlagen ein neuer Weg zum Franziski-Schlössl angelegt, der heute als [[Doblerweg]] bekannt ist. Benannt ist dieser nach einem dort an der [[Fürbergstraße]] ansässigen Fleischermeister. Der damals vom [[Rockhouse]] auf den Berg führende steile Pfad mit dem Namen "Mitterweg" ist heute aber längst wieder aufgelassen und in keiner Weise mehr begehbar. Leider wurde auch der alte Weg vom [[Großer Linzertor-Kavalier|Großen Kavalier]] über den Kapuzinerberg-Nordhang zum Doblerweg mittlerweile gesperrt. | Im Jahr [[1872]] hatte die Stadtgemeinde Salzburg den gesamten Grünraum des Kapuzinerberg (abseits des großen Besitzes um Schloss Fürberg und um [[Paschingerschlössl]] sowie [[Kapuzinerkloster Salzburg|Kapuzinerkloster]]) und damit auch das Franziski-Schlössl angekauft. Der Grünraum mit seinem Wald und einen eingestreuten verschwiegenen Wiesenflächen sollten nun verstärkt der Naherholung dienen. Der Besuch des Berges war damals übrigens jahrzehntelang gebührenpflichtig, es wurde eine Art "Wegemaut" eingehoben. Dafür wurde der alte Hauptweg zum Franziski-Schlössl (einst Kapuzinerberg-Mittelweg, heute [[Stefan-Zweig-Weg]]) damals saniert, der uralte Südweg an der [[Villa Spaur |Spaur-Villa]] vorbei auf den Berg und der Nordweg in der Nähe der Felsens des Berges wurden ebenfalls ausgebessert und an steileren Strecken mit Stufen versehen. Auch wurde vom östlichen Ausläufer des Fürberges über die Resten der dortigen Wehranlagen ein neuer Weg zum Franziski-Schlössl angelegt, der heute als [[Doblerweg]] bekannt ist. Benannt ist dieser nach einem dort an der [[Fürbergstraße]] ansässigen Fleischermeister. Der damals vom [[Rockhouse]] auf den Berg führende steile Pfad mit dem Namen "Mitterweg" ist heute aber längst wieder aufgelassen und in keiner Weise mehr begehbar. Leider wurde auch der alte Weg vom [[Großer Linzertor-Kavalier|Großen Kavalier]] über den Kapuzinerberg-Nordhang zum Doblerweg mittlerweile gesperrt. | ||
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Das seit über zwei Jahren leerstehende Restaurant, das früher bei Ausflüglern und Wanderern sehr beliebt gewesen war, bekam 2023 mit dem Grazer Galeristen [[Rudolf Budja]] einen neuen Pächter. Im Oktober 2023 hat der in den USA beheimatete Grazer Galerist begonnen, das denkmalgeschützte Gebäude adaptieren zu lassen, und richtete vier Suiten ein, die er vermieten möchte. Im Sommer [[2024]] eröffnete er das ''The Castle''. | Das seit über zwei Jahren leerstehende Restaurant, das früher bei Ausflüglern und Wanderern sehr beliebt gewesen war, bekam 2023 mit dem Grazer Galeristen [[Rudolf Budja]] einen neuen Pächter. Im Oktober 2023 hat der in den USA beheimatete Grazer Galerist begonnen, das denkmalgeschützte Gebäude adaptieren zu lassen, und richtete vier Suiten ein, die er vermieten möchte. Im Sommer [[2024]] eröffnete er das ''The Castle''. | ||
Nach eigenen Angaben hat er rund 1,5 Millionen Euro investiert, darunter in die Küche, das Restaurant, vier luxuriöse Suiten und vier Räume für Artists in Residence. Nach Problemen, die im Sommer [[2025]] aufgetreten waren, musste Rudolf Budja das Franziskischlössl bis Ende Februar [[2026]] räumen, nachdem die Stadt Salzburg den Pachtvertrag vorzeitig gekündigt hatte. Der Pachtvertrag sollte eigentlich erst 2038 auslaufen. Kurz vor Weihnachten 2025 hat die Stadt eine Räumungsklage eingebracht. Einer der Gründe war, dass nicht genehmigte Technopartys stattfanden, die weder durch den Pachtvertrag noch durch die Betriebsanlagengenehmigung gedeckt waren.<ref>[https://www.sn.at/salzburg/politik/nach-differenzen-mit-galerist-rudolf-budja-stadt-verpachtet-franziskischloessl-neu-art-633798 | Nach eigenen Angaben hat er rund 1,5 Millionen Euro investiert, darunter in die Küche, das Restaurant, vier luxuriöse Suiten und vier Räume für Artists in Residence. Nach Problemen, die im Sommer [[2025]] aufgetreten waren, musste Rudolf Budja das Franziskischlössl bis Ende Februar [[2026]] räumen, nachdem die Stadt Salzburg den Pachtvertrag vorzeitig gekündigt hatte. Der Pachtvertrag sollte eigentlich erst 2038 auslaufen. Kurz vor Weihnachten 2025 hat die Stadt eine Räumungsklage eingebracht. Einer der Gründe war, dass nicht genehmigte Technopartys stattfanden, die weder durch den Pachtvertrag noch durch die Betriebsanlagengenehmigung gedeckt waren.<ref>[https://www.sn.at/salzburg/politik/nach-differenzen-mit-galerist-rudolf-budja-stadt-verpachtet-franziskischloessl-neu-art-633798 sn.at], 5. Februar 2026: Nach Differenzen mit Galerist Rudolf Budja: Stadt Salzburg verpachtet Franziskischlössl neu</ref> | ||
Details rund um Budja als Pächter des Schlössls siehe den Artikel über Rudolf Budja. | Details rund um Budja als Pächter des Schlössls siehe den Artikel über Rudolf Budja. | ||