Salinenkonvention: Unterschied zwischen den Versionen

K Textersetzung - „Fürsterzbischof von Salzburg“ durch „Fürsterzbischof von Salzburg
K Textersetzung - „Benediktiner-Erzabtei St. Peter“ durch „Benediktinererzabtei St. Peter“
 
(3 dazwischenliegende Versionen desselben Benutzers werden nicht angezeigt)
Zeile 2: Zeile 2:


==Die Salinenkonvention==
==Die Salinenkonvention==
Darin wurden die Besitzrechte an dem im Grundbuch der Krone [[Bayern]]s eingetragenen und der [[Saline Reichenhall]] gewidmeten Wälder von [[Österreich]], zu dem ja auch [[Salzburg]] bereits gehörte, anerkannt. Im Gegenzug erhielt Österreich eine Reihe im [[Glemmtal|Glemm-]] und [[Leogangtal]], sowie den Hundsfuß bei [[Lofer]] und der [[Strupberg]], vormals [[Berchtesgadner Zinswald]]. Außerdem durfte Österreich im [[Salzbergwerk Dürrnberg]] [[Salz]] auch auf bayerischer Seite abbauen.
Darin wurden die Besitzrechte an dem im Grundbuch der Krone [[Bayern]]s eingetragenen und der [[Saline Reichenhall]] gewidmeten Wälder von [[Österreich]], zu dem ja auch Salzburg bereits gehörte, anerkannt. Im Gegenzug erhielt Österreich eine Reihe im [[Glemmtal|Glemm-]] und [[Leogangtal]], sowie den Hundsfuß bei [[Lofer]] und der [[Strupberg]], vormals [[Berchtesgadner Zinswald]]. Außerdem durfte Österreich im [[Salzbergwerk Dürrnberg]] [[Salz]] auch auf bayerischer Seite abbauen.


''»Die Königlich Bayerische Regierung wird ermächtigt, den nachhaltigen  Holzertrag ihrer sämtlichen Saalforste ohne Ausnahme irgendeiner  Holzgattung zu fällen, auszutriften oder auszuführen; das Holz auf dem  Stock (in Wald stehend) zu verkaufen wie auch alle Forstnebenprodukte zu  benutzen und zu verwerten, ohne davon Stockgeld und Stockzins an die  Kaiserlich Königliche Österreichische Regierung zu entrichten«'', heißt es  in der Salinenkonvention (in moderner Rechtschreibung)<ref>Quelle [http://www.traunsteiner-tagblatt.de/includes/mehr_chiemg.php?id=347 Traunsteiner Tagblatt]</ref>.
''»Die Königlich Bayerische Regierung wird ermächtigt, den nachhaltigen  Holzertrag ihrer sämtlichen Saalforste ohne Ausnahme irgendeiner  Holzgattung zu fällen, auszutriften oder auszuführen; das Holz auf dem  Stock (in Wald stehend) zu verkaufen wie auch alle Forstnebenprodukte zu  benutzen und zu verwerten, ohne davon Stockgeld und Stockzins an die  Kaiserlich Königliche Österreichische Regierung zu entrichten«'', heißt es  in der Salinenkonvention (in moderner Rechtschreibung)<ref>Quelle [http://www.traunsteiner-tagblatt.de/includes/mehr_chiemg.php?id=347 Traunsteiner Tagblatt]</ref>.
Zeile 9: Zeile 9:


==Geschichtliche Entwicklung==
==Geschichtliche Entwicklung==
Heute besitzt der Freistaat Bayern rund 18&nbsp;500 Hektar (185 km²) Grund und Boden im [[Salzburg (Bundesland)|Land Salzburg]], das entspricht fast der Fläche der großen Marktgemeinde [[Abtenau]] (186 km²). Es geht dabei um die Nutzung der Wälder. Schon seit [[Bayerische Herzöge in Salzburg|Herzog]] [[Theodo]] von Bayern im [[8. Jahrhundert]] 20 Salzsieden in [[Bad Reichenhall|Reichenhall]] an das [[Benediktiner-Erzabtei St. Peter|Erzstift St. Peter]] schenkte, wird Holz aus den salzburgischen und berchtesgadnischen Schwarzwäldern im [[Saalachtal]] zur [[Saline Reichenhall]] geliefert.  
Heute besitzt der Freistaat Bayern rund 18&nbsp;500 Hektar (185 km²) Grund und Boden im [[Salzburg (Bundesland)|Land Salzburg]], das entspricht fast der Fläche der großen Marktgemeinde [[Abtenau]] (186 km²). Es geht dabei um die Nutzung der Wälder. Schon seit [[Bayerische Herzöge in Salzburg|Herzog]] [[Theodo]] von Bayern im [[8. Jahrhundert]] 20 Salzsieden in [[Bad Reichenhall|Reichenhall]] an das [[Benediktinererzabtei St. Peter|Benediktinerstift St. Peter]] schenkte, wird Holz aus den salzburgischen und berchtesgadnischen Schwarzwäldern im [[Saalachtal]] zur [[Saline Reichenhall]] geliefert.  


19 dieser 20 Salzsieden gingen dann später in das Eigentum der [[Benediktinerinnenabtei Nonnberg]] über. Weitere Anteilseigner waren Klöster und Private, die zu ihren Pfannen auch die nötigen Wälder für Holz erhielten, das notwendig war, um die Pfannen zu beheizen. Im [[13. Jahrhundert]] kauften die Bayernherzöge diese Anteile wieder zurück. Ein politisch nicht geklärter Vorgang, in dem Herzog Ludwig [[1228]] die beiden Grafschaften im [[Pinzgau]] dem Reich ''aufsendete'' und Erzbischof [[Eberhard II. von Regensberg]] mit ihnen belehnt wurde, beendete die ungehinderte Nutzung der Wälder im Saalachtal.
19 dieser 20 Salzsieden gingen dann später in das Eigentum der [[Benediktinerinnenabtei Nonnberg]] über. Weitere Anteilseigner waren Klöster und Private, die zu ihren Pfannen auch die nötigen Wälder für Holz erhielten, das notwendig war, um die Pfannen zu beheizen. Im [[13. Jahrhundert]] kauften die Bayernherzöge diese Anteile wieder zurück. Ein politisch nicht geklärter Vorgang, in dem Herzog Ludwig [[1228]] die beiden Grafschaften im [[Pinzgau]] dem Reich ''aufsendete'' und Erzbischof [[Eberhard II. von Regensberg]] mit ihnen belehnt wurde, beendete die ungehinderte Nutzung der Wälder im Saalachtal.
Zeile 27: Zeile 27:
*  Neschwara, Christian: ''Zur Anwendbarkeit und Vollziehung der Salinenkonvention von 1829 in der Fassung von 1957'', Mitteilungen der [[Gesellschaft für Salzburger Landeskunde]] 131, 1991, Seite 305 bis 311
*  Neschwara, Christian: ''Zur Anwendbarkeit und Vollziehung der Salinenkonvention von 1829 in der Fassung von 1957'', Mitteilungen der [[Gesellschaft für Salzburger Landeskunde]] 131, 1991, Seite 305 bis 311
* Meister, Georg. ''Der "Ewige Wald" der Saline Reichenhall'', in ''Salz macht Geschichte'', 1995, Seite 179 bis 185
* Meister, Georg. ''Der "Ewige Wald" der Saline Reichenhall'', in ''Salz macht Geschichte'', 1995, Seite 179 bis 185
* [[Friederike Zaisberger|Zaisberger, Friederike ]]: ''Das Dreiländereck: Waidring und seine Grenzen in der Geschichte'', aus ''850 Jahre Waidring'', 2000
* [[Friederike Zaisberger|Zaisberger, Friederike]]: ''Das Dreiländereck: Waidring und seine Grenzen in der Geschichte'', aus ''850 Jahre Waidring'', 2000


==Quellen==  
==Quellen==