Paul Hofhaimer: Unterschied zwischen den Versionen
Keine Bearbeitungszusammenfassung |
K Textersetzung - „Benediktiner-Erzabtei St. Peter“ durch „Benediktinererzabtei St. Peter“ |
||
| (3 dazwischenliegende Versionen desselben Benutzers werden nicht angezeigt) | |||
| Zeile 5: | Zeile 5: | ||
== Leben == | == Leben == | ||
Paul Hofhaimer stammte aus einer alten Pongauer Musikerfamilie. Mehrere Organisten namens | Paul Hofhaimer stammte aus einer alten Pongauer Musikerfamilie. Mehrere Organisten namens "'Hofhaimer" sind uns aus dieser Zeit bekannt. Der Salzburger [[Hoforganist]] [[Thomas Hofhaimer]] ist sein Neffe. Paul Hofhaimer wurde am Hof des Kaisers [[Friedrich III.]] ausgebildet. | ||
Paul Hofhaimer, ein ausgezeichneter Tondichter seiner Zeit, komponierte Kirchengesänge, Choräle, Lautenstücke und eine große Anzahl polyphoner Gesänge, von denen nur ein kleiner Rest erhalten ist. Seine letzte Arbeit, die Vertonung der Oden und Epoden von Horaz konnte Hofhaimer nicht vollenden. Hofhaimer lebte und wirkte in einer Vielzahl von Städten Mitteleuropas. Von | Paul Hofhaimer, ein ausgezeichneter Tondichter seiner Zeit, komponierte Kirchengesänge, Choräle, Lautenstücke und eine große Anzahl polyphoner Gesänge, von denen nur ein kleiner Rest erhalten ist. Seine letzte Arbeit, die Vertonung der Oden und Epoden von Horaz konnte Hofhaimer nicht vollenden. Hofhaimer lebte und wirkte in einer Vielzahl von Städten Mitteleuropas. Von [[1478]]<ref>Prock, Anton: "Die Tiroler Habsburger. Politische Macht und kulturelle Blüte [[1406]]–[[1665]]", [[Tyrolia Verlagsgesellschaft]] Innsbruck-Wien, 2023, ISBN 978-3-7022-4142-1, Seite 107</ref> bis [[1483]] arbeitete Paul Hofhaimer am Hofe von Erzherzog Sigmund "der Münzreiche" von [[Tirol]] in Innsbruck. [[1480]] trat er dort die Stelle als Kammerorganist als Nachfolger von Nikolaus Kronsdorfer an. Im selben Jahr heiratete Paul Hofhaimer. Er nahm am Nürnberger Reichstag [[1481]] teil und reiste mit den Herzögen Ernst und Albrecht nach Dresden (Sachsen), wo er eine Zeit lang in deren Dienst blieb. | ||
[[1485]] erhob ihn der römisch-deutsche Kaiser Friedrich III. in den Adelsstand und verlieh ihm ein [[Wappen]]. [[1486]] reiste er im Auftrag Erzherzog Sigmunds nach Frankfurt zur Königswahl Maximilians, der dann von [[1508]] bis [[1519]] als [[Maximilian I.]] Kaiser war. In seinen Diensten wirkte nun Paul Hofhaimer als Hoforganist. | [[1485]] erhob ihn der römisch-deutsche Kaiser Friedrich III. in den Adelsstand und verlieh ihm ein [[Wappen]]. [[1486]] reiste er im Auftrag Erzherzog Sigmunds nach Frankfurt zur Königswahl Maximilians, der dann von [[1508]] bis [[1519]] als [[Maximilian I.]] Kaiser war. In seinen Diensten wirkte nun Paul Hofhaimer als Hoforganist. | ||
| Zeile 15: | Zeile 15: | ||
Die Kontakte zum sächsischen Hof blieben bestehen. Friedrich III. Kurfürst von Sachsen sandte Paul Hofhaimer mehrere Orgelschüler, da Paul Hofhaimer auch als Orgellehrer arbeitete. Vor [[1504]] wechselte er seinen Wohnsitz nach [[Passau]], [[1507]] dann nach Augsburg (die "heimliche Hauptstadt" des Kaisers, wo er unter dessen Gunst frei tätig war). [[1515]] erfüllte sich sein jahrelange Wunsch, als er in [[Wien]] anlässlich einer Doppelhochzeit zum Ritter geschlagen wurde. | Die Kontakte zum sächsischen Hof blieben bestehen. Friedrich III. Kurfürst von Sachsen sandte Paul Hofhaimer mehrere Orgelschüler, da Paul Hofhaimer auch als Orgellehrer arbeitete. Vor [[1504]] wechselte er seinen Wohnsitz nach [[Passau]], [[1507]] dann nach Augsburg (die "heimliche Hauptstadt" des Kaisers, wo er unter dessen Gunst frei tätig war). [[1515]] erfüllte sich sein jahrelange Wunsch, als er in [[Wien]] anlässlich einer Doppelhochzeit zum Ritter geschlagen wurde. | ||
Reich an Ehre und Gut nahm er ein Angebot des Salzburger [[Fürsterzbischof]] Kardinal [[Matthäus Lang]], dem jahrelangen engen Berater Kaiser Maximilians, an und zog nach | Reich an Ehre und Gut nahm er ein Angebot des Salzburger [[Fürsterzbischof]] Kardinal [[Matthäus Lang]], dem jahrelangen engen Berater Kaiser Maximilians, an und zog nach Salzburg. Er erwarb das [[Hofhaimerhaus|Haus]] in der [[Pfeifergasse 18]], das bis heute erhalten blieb. [[1522]] wurde er [[Domorganist]] am [[Salzburger Dom]]. 1537 verstarb hier der große Komponist. | ||
== Ehrungen == | == Ehrungen == | ||
Auf dem [[Friedhof von St. Peter|Friedhof]] von [[ | Auf dem [[Friedhof von St. Peter|Friedhof]] von [[Benediktinererzabtei St. Peter|St. Peter]] in der [[Stadt Salzburg]] ist an der [[Kreuzkapelle]] eine Gedenktafel zu finden. Die Inschrift lautet: "''Paul Hofheimer, Tondichter und Orgelspieler, von seinen Zeitgenossen hoch gepriesen, geboren zu Radstadt 1459, gestorben zu Salzburg 1537. Seinem Andenken gewidmet 1872.''" | ||
[[1978]] wurde auf Initiative von [[Maria Hofmann]] die [[Internationale Paul-Hofhaymer-Gesellschaft Salzburg]] gegründet, die sich die Aufgabe stellt, das Gesamtwerk des Komponisten zu pflegen und breiteren Zuhörerkreisen vorzustellen. Auch der ''Paul-Hofhaimer-Preis der Stadt Innsbruck'' erinnert an den großen Salzburger Künstler. Dieser Preis wurde aus Anlass der 450. Wiederkehr des Todestages von Kaiser Maximilian I. für die Interpretation | [[1978]] wurde auf Initiative von [[Maria Hofmann]] die [[Internationale Paul-Hofhaymer-Gesellschaft Salzburg]] gegründet, die sich die Aufgabe stellt, das Gesamtwerk des Komponisten zu pflegen und breiteren Zuhörerkreisen vorzustellen. Auch der ''Paul-Hofhaimer-Preis der Stadt Innsbruck'' erinnert an den großen Salzburger Künstler. Dieser Preis wurde aus Anlass der 450. Wiederkehr des Todestages von Kaiser Maximilian I. für die Interpretation | ||
| Zeile 30: | Zeile 30: | ||
{{Quelle Kulturlexikon}} | {{Quelle Kulturlexikon}} | ||
* [[Ernst Hintermaier|Hintermaier, Ernst]]: ''Die Organisten am Salzburger Dom von den Anfängen bis zur Gegenwart'', in: derselbe (Red.): ''Festschrift zur Weihe der neuen großen Orgel im Salzburger Dom.'' Salzburg 1988, S. 48. | * [[Ernst Hintermaier|Hintermaier, Ernst]]: ''Die Organisten am Salzburger Dom von den Anfängen bis zur Gegenwart'', in: derselbe (Red.): ''Festschrift zur Weihe der neuen großen Orgel im Salzburger Dom.'' Salzburg 1988, S. 48. | ||
== Einzelnachweis == | |||
<references/> | |||
{{SORTIERUNG:Hofhaimer, Paul}} | {{SORTIERUNG:Hofhaimer, Paul}} | ||