Parsch: Unterschied zwischen den Versionen
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[[ | [[Datei:Parsch Altstadt Salzburg Kapuzinerberg.jpg|thumb|Zwischen der [[Salzach]] und dem [[Kapuzinerberg]] (rechts) befindet sich Parsch.]] | ||
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'''Parsch''' ist ein [[Salzburger Stadtteil|Stadtteil]] der [[Stadt Salzburg]]. Er befindet sich im Osten der Stadt am Fuß des [[Gaisberg (Berg)|Gaisberges]] und reicht bis an die [[Salzach]] im Westen. | '''Parsch''' ist ein [[Salzburger Stadtteil|Stadtteil]] der [[Stadt Salzburg]]. Er befindet sich im Osten der Stadt am Fuß des [[Gaisberg (Berg)|Gaisberges]] und reicht bis an die [[Salzach]] im Westen. | ||
== Bevölkerung == | == Bevölkerung == | ||
In Parsch wohnten 2019 rund 9 450 Menschen. | In Parsch wohnten 2019 rund 9 450 Menschen. | ||
[[Bild:Stadtteil_parsch.jpg|thumb|Der Salzburger Stadtteil [[Parsch]].]] | |||
== Geografie == | == Geografie == | ||
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=== Der Stadtteil und seine Teile === | === Der Stadtteil und seine Teile === | ||
==== Parsch-Gersberg ==== | ==== Parsch-Gersberg ==== | ||
Der alte Siedlungskern am Gersbergfuß im näheren Raum des [[Ludwig-Schmederer-Platz]]es ist als Ensemble heute kaum erhalten. | Der alte Siedlungskern am Gersbergfuß im näheren Raum des [[Ludwig-Schmederer-Platz]]es ist als Ensemble heute kaum erhalten. | ||
[[Datei:Villa Schmederer, Südseite.jpg|thumb|Villa Schmederer.]] | |||
==== Parsch Wolfsgartensiedlung ==== | ==== Parsch Wolfsgartensiedlung ==== | ||
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== Geschichte == | == Geschichte == | ||
[[ | [[File:Salzburg Parsch 1900.jpg|thumb|Salzburg Parsch 1900.]] | ||
Zum Namen: Erstmals taucht der Name Parsch als "Porras" [[1122]] und "Porss" auf. Die Bedeutung des Namens ist bis heute umstritten. Vielleicht stammt es vom lateinischen "pars" = Teil ab, vielleicht vom "parzigen" (verkrüppelten, geschneitelten) Buschwerk des einstigen Gehölzsaumes am [[Gersbach]]. Auch eine Herkunft aus dem [[Kelten|Keltischen]] ist nicht auszuschließen. | Zum Namen: Erstmals taucht der Name Parsch als "Porras" [[1122]] und "Porss" auf. Die Bedeutung des Namens ist bis heute umstritten. Vielleicht stammt es vom lateinischen "pars" = Teil ab, vielleicht vom "parzigen" (verkrüppelten, geschneitelten) Buschwerk des einstigen Gehölzsaumes am [[Gersbach]]. Auch eine Herkunft aus dem [[Kelten|Keltischen]] ist nicht auszuschließen. | ||
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Die ursprünglichen Siedlungskerne des heutigen Parsch lagen einerseits im Raum der heutigen [[Kreisverkehr Eder-Kreuzung|Eder-Kreuzung]] und im Raum um den heutigen Schmederer-Platz nächst dem [[Gersbach]] und dem [[Apothekerhof]]. Während der nächste Raum um den Schmederer-Platz schon früh dichter bebaut war, lagen im Umfeld verstreut einzelne Höfe und Bauerngüter: der [[Fondachhof]] (Fondohof), das [[Heffterhof|Hefftergut]] (heute Hotel und landwirtschaftliches Bildungszentrum) und das [[Luegergut]] sowie südlich das [[Esterergut]], der [[Abfalterhof]] und nördlich das Wolfsgartengut. Auch das uralte [[Flederbachschlössl]] ist hier zu nennen. | Die ursprünglichen Siedlungskerne des heutigen Parsch lagen einerseits im Raum der heutigen [[Kreisverkehr Eder-Kreuzung|Eder-Kreuzung]] und im Raum um den heutigen Schmederer-Platz nächst dem [[Gersbach]] und dem [[Apothekerhof]]. Während der nächste Raum um den Schmederer-Platz schon früh dichter bebaut war, lagen im Umfeld verstreut einzelne Höfe und Bauerngüter: der [[Fondachhof]] (Fondohof), das [[Heffterhof|Hefftergut]] (heute Hotel und landwirtschaftliches Bildungszentrum) und das [[Luegergut]] sowie südlich das [[Esterergut]], der [[Abfalterhof]] und nördlich das Wolfsgartengut. Auch das uralte [[Flederbachschlössl]] ist hier zu nennen. | ||
[[Datei:Blick von Parsch auf die Festung Hohensalzburg nach 1913.jpg|thumb|Blick von Parsch auf die [[Festung Hohensalzburg]] nach 1913; Bahnstrecke mit Bahnbeamtenhaus und Kabelturm, dahinter der [[Weichselbaumhof]] (heute [[Pfarrkirche Zum Kostbaren Blut]]) und im Hintergrund die [[Villa Schnehen]], errichtet von Baumeister [[Valentin Ceconi]].]] | |||
Schon in der ersten Hälfte des [[20. Jahrhundert]]s wurde das alte Wolfsgartenfeld (beim [[Wolfsgartengutshaus]] gelegen) zunehmend bebaut. Die Weichselbaumsiedlung entstand um [[1940]]. Ansonsten fand südlich der Gaisbergstraße eine Baulandnutzung wesentlich erst nach dem Zweiten Weltkrieg statt. | Schon in der ersten Hälfte des [[20. Jahrhundert]]s wurde das alte Wolfsgartenfeld (beim [[Wolfsgartengutshaus]] gelegen) zunehmend bebaut. Die Weichselbaumsiedlung entstand um [[1940]]. Ansonsten fand südlich der Gaisbergstraße eine Baulandnutzung wesentlich erst nach dem Zweiten Weltkrieg statt. | ||
Vor [[1811]] gehörte der Raum Parsch bis hinauf auf den unteren Gersberg lange Zeit mit zum [[Salzburger Stadtrecht|Stadtrecht]] der Stadt Salzburg. Dann aber kam der Raum des heutigen Stadtteiles Parsch im Zuge einer Neufestlegung der Gemeindegrenzen zur Gemeinde [[Aigen (Gemeinde)|Aigen]] (damals noch) ''bei'' Salzburg. Der Nordteil von Parsch kam [[1935]] zurück zur Stadtgemeinde, der Südteil wurde [[1939]] eingemeindet. | Vor [[1811]] gehörte der Raum Parsch bis hinauf auf den unteren Gersberg lange Zeit mit zum [[Salzburger Stadtrecht|Stadtrecht]] der Stadt Salzburg. Dann aber kam der Raum des heutigen Stadtteiles Parsch im Zuge einer Neufestlegung der Gemeindegrenzen zur Gemeinde [[Aigen (Gemeinde)|Aigen]] (damals noch) ''bei'' Salzburg. Der Nordteil von Parsch kam [[1935]] zurück zur Stadtgemeinde, der Südteil wurde [[1939]] [[Eingemeindungen|eingemeindet]]. | ||
== Bauten und Gebäude == | == Bauten und Gebäude == | ||
[[Datei:Parsch Gaisberg Sammlung Risch-Lau.jpg|thumb|Parsch mit dem [[Gaisberg (Berg)|Gaisberg]]. Eine Aufnahme in den [[1950er]]- oder [[1960er]]-Jahren.]] | [[Datei:Parsch Gaisberg Sammlung Risch-Lau.jpg|thumb|Parsch mit dem [[Gaisberg (Berg)|Gaisberg]]. Eine Aufnahme in den [[1950er]]- oder [[1960er]]-Jahren.]] | ||
:''Hauptartikel [[Denkmalgeschützte Objekte im Salzburger Stadtteil Parsch]] | :''Hauptartikel [[Denkmalgeschützte Objekte im Salzburger Stadtteil Parsch]] | ||
:''Hauptartikel [[Kapellen und Kirchen im Salzburger Stadtteil Parsch]] | :''Hauptartikel [[Kapellen und Kirchen im Salzburger Stadtteil Parsch]] | ||
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: ''Hauptartikel [[Pfarrkirche Zum Kostbaren Blut]]'' | : ''Hauptartikel [[Pfarrkirche Zum Kostbaren Blut]]'' | ||
Die Pfarrkirche Parsch "Zum Kostbaren Blut" entstand in den Jahren von [[1954]] bis [[1956]] durch einen sehr gelungenen Umbau bzw. eine Erweiterung des Weichselbaumgehöftes, eines alten Bauerngutes. Das Gut war nach [[1866]] dort errichtet worden und war im Eigentum des [[ | Die Pfarrkirche Parsch "Zum Kostbaren Blut" entstand in den Jahren von [[1954]] bis [[1956]] durch einen sehr gelungenen Umbau bzw. eine Erweiterung des Weichselbaumgehöftes, eines alten Bauerngutes. Das Gut war nach [[1866]] dort errichtet worden und war im Eigentum des [[Benediktinererzabtei St. Peter|Benediktinerstifts St. Peter]] gestanden. Das zuerst recht umstrittene junge Gotteshaus in der [[Gaismairstraße]] wurde von der "Arbeitsgruppe 4", einer Arbeitsgemeinschaft der Architekten [[Wilhelm Holzbauer]], [[Friedrich Kurrent]] und [[Johannes Spalt]], geplant - wobei die Nutzung des Vorgängerbaus noch an der Architektur erkennbar ist. Sie gilt heute als erste moderne Kirche im Österreich der Nachkriegszeit. Das Kirchenportal gestaltete [[Richard Kurt Fischer]] nach Entwürfen von [[Oskar Kokoschka]]. Der Innenraum wird von einem schönen Marmoraltar dominiert. | ||
[[Datei:Pfarrkirche Parsch, Ostansicht.JPG|thumb|[[Pfarrkirche Zum Kostbaren Blut]].]] | |||
=== Borromäum === | === Borromäum === | ||
: ''Hauptartikel [[Borromäum]]'' | : ''Hauptartikel [[Borromäum]]'' | ||
Schon seit [[1840]] gab es ein diözesanes Knabenseminar in Salzburg, das [[1846]] in den [[Primogeniturpalast|Lodronschen Primogenitur-Palast]] übersiedelt wurde und seit [[1848]] – nach dem Mailänder Erzbischof Carlo Borromeo – den Namen "Borromäum" führte. Um [[1900]] gingen hier etwa 200 Knaben zur Schule. [[1905]] bot sich die Gelegenheit, von der Herzoglich [[Arenberg]]ische Domänenverwaltung Grund zu kaufen und am heutigen Platz einen Neubau zu planen. [[Matthäus Schlager]] zeichnete gemeinsam mit Weihbischof [[Balthasar Kaltner]] die Baupläne der neuen Schule. Erzbischof [[Johann V. Baptist Katschthaler]] weihte nach einer Bauzeit von [[1910]] bis [[1912]] Schule und Kirche. | Schon seit [[1840]] gab es ein diözesanes Knabenseminar in Salzburg, das [[1846]] in den [[Primogeniturpalast|Lodronschen Primogenitur-Palast]] übersiedelt wurde und seit [[1848]] – nach dem Mailänder Erzbischof Carlo Borromeo – den Namen "Borromäum" führte. Um [[1900]] gingen hier etwa 200 Knaben zur Schule. [[1905]] bot sich die Gelegenheit, von der Herzoglich [[Arenberg]]ische Domänenverwaltung Grund zu kaufen und am heutigen Platz einen Neubau zu planen. [[Matthäus Schlager]] zeichnete gemeinsam mit Weihbischof [[Balthasar Kaltner]] die Baupläne der neuen Schule. Erzbischof [[Johann V. Baptist Katschthaler]] weihte nach einer Bauzeit von [[1910]] bis [[1912]] Schule und Kirche. | ||
[[Datei:Borromäum-neu.jpg|thumb|Der denkmalgeschützte Teil des Borromäums.]] | |||
Heute ist im ''[[Bildungszentrum Borromäum]]'' (BZB) weiterhin das ''EB. Privatgymnasium Borromäum'' mit angeschlossener Tagesbetreuung untergebracht. Schulerhalter ist die [[Erzdiözese Salzburg]]. Seit [[2003]] befinden sich im BZB auch zwei Institute der [[Kirchliche Pädagogische Hochschule - Edith Stein|Kirchlichen Pädagogischen Hochschule - Edith Stein]] und das [[Katechetisches Amt der Erzdiözese Salzburg|Katechetische Amt der Erzdiözese Salzburg]], drei Abteilungen des Seelsorgeamtes, das Referat Berufungspastoral und die AV-Medienstelle der [[Erzdiözese Salzburg]]. | Heute ist im ''[[Bildungszentrum Borromäum]]'' (BZB) weiterhin das ''EB. Privatgymnasium Borromäum'' mit angeschlossener Tagesbetreuung untergebracht. Schulerhalter ist die [[Erzdiözese Salzburg]]. Seit [[2003]] befinden sich im BZB auch zwei Institute der [[Kirchliche Pädagogische Hochschule - Edith Stein|Kirchlichen Pädagogischen Hochschule - Edith Stein]] und das [[Katechetisches Amt der Erzdiözese Salzburg|Katechetische Amt der Erzdiözese Salzburg]], drei Abteilungen des Seelsorgeamtes, das Referat Berufungspastoral und die AV-Medienstelle der [[Erzdiözese Salzburg]]. | ||
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*''[[Eberhard-Fugger-Straße]]'', [[Elsenheimstraße]], | *''[[Eberhard-Fugger-Straße]]'', [[Elsenheimstraße]], | ||
*''[[Fadingerstraße]]'', [[Felix-Dahn-Straße]], [[Ferenc-Fricsay-Straße]], [[Frieda-Richard-Straße]], [[Friedrich-Spaur-Weg]], [[Fürbergstraße]], [[Fürstallergasse]], | *''[[Fadingerstraße]]'', [[Felix-Dahn-Straße]], [[Ferenc-Fricsay-Straße]], [[Frieda-Richard-Straße]], [[Friedrich-Spaur-Weg]], [[Fürbergstraße]], [[Fürstallergasse]], | ||
* ''[[Gaisbergstraße (Stadt Salzburg)|Gaisbergstraße ]]'', [[ | * ''[[Gaisbergstraße (Stadt Salzburg)|Gaisbergstraße]]'', [[Gaismairstraße]], [[Gersbergweg]], [[Gustav-Mahler-Promenade]], | ||
*[[Hans-Seebach-Straße]], [[Heinrich-Damisch-Straße]], [[Heinrich-Puthon-Straße]], [[Heinrich-Wallmann-Weg]], [[Hermann-Bahr-Promenade]], [[Höfelgasse]], [[Hugo-von-Hofmannsthal-Straße]], [[Hundertwasser-Allee]], | *[[Hans-Seebach-Straße]], [[Heinrich-Damisch-Straße]], [[Heinrich-Puthon-Straße]], [[Heinrich-Wallmann-Weg]], [[Hermann-Bahr-Promenade]], [[Höfelgasse]], [[Hugo-von-Hofmannsthal-Straße]], [[Hundertwasser-Allee]], | ||
*[[Ignaz-Rieder-Kai]], | *[[Ignaz-Rieder-Kai]], | ||
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== Unternehmen == | == Unternehmen == | ||
* ehemaliger [[Gasthof Eder]], heute Bierheuriger | * ehemaliger [[Gasthof Eder]], heute "Bierheuriger" | ||
* ehemaliges [[Restaurant Schmederer]], heute | * ehemaliges [[Restaurant Schmederer]], heute "Das Schmederer" | ||
* ehemaliges [[Hotel Steinlechner]], heute | * ehemaliges [[Hotel Steinlechner]], heute "Steinlechner- Das Wirtshaus" | ||
* [[Hotel Heffterhof]] | * [[Hotel Heffterhof]] | ||
* [[Hannelore Salachner-Stengl]], Fachärztin für Orthopädie und orthopädische Chirurgie | * [[Hannelore Salachner-Stengl]], Fachärztin für Orthopädie und orthopädische Chirurgie | ||
=== Ehemalige Unternehmen === | === Ehemalige Unternehmen === | ||
* Das [[Filmstudio Salzburg]] befand sich auf dem Gelände der [[Villa Schmederer]] und des [[Schmedererhof]]es | |||
* [[Andre-Hofer-Feigenkaffeefabrik]], später Firmensitz des [[Residenz Verlag]]es | * [[Andre-Hofer-Feigenkaffeefabrik]], später Firmensitz des [[Residenz Verlag]]es | ||
* Shell-Tankstelle Gaisbergstraße 8 (u. a. war [[Helga Ambrosi Yachtreisen|Ambrosi]] ein Pächter gewesen) | * Shell-Tankstelle Gaisbergstraße 8 (u. a. war [[Helga Ambrosi Yachtreisen|Ambrosi]] ein Pächter gewesen) | ||
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