Edmundsburg: Unterschied zwischen den Versionen

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[[Datei:Edmundsburg, südliche Ansicht Edmundsburg.jpg|thumb|Edmundsburg, Ansicht von Osten]]
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[[Datei:Kollegienkirche_Edmundsburg.jpg|thumb|links im Hintergrund die Edmundsburg <br/> rechts die [[Universitätskirche]]]]
 
[[Datei:Edmundsburg beim Festspielbeginn 2011.JPG|thumb|Edmundsburg beim Festspielbeginn 2011]]
Die '''Edmundsburg''' ist ein [[Denkmalgeschützte Objekte in der Stadt Salzburg|denkmalgeschütztes Objekt]] in der [[Stadt Salzburg]] auf dem [[Mönchsberg]], die man über die [[Clemens-Holzmeister-Stiege]] im [[Toscanini-Hof]] neben der [[Felsenreitschule]] erreicht.
[[Datei:Salzburg (Kupferstich) Matthäus Seutter 1740 Detail Nr 09 Felsenreitschule.jpg|thumb| Ausschnitt aus dem Kupferstich [[Salzburg (Kupferstich) Matthäus Seutter|Salzburg]], ca. 1740, von [[Matthäus Seutter]]: Die [[Felsenreitschule]] und darüber die Edmundsburg.]]
Die '''Edmundsburg''' ist ein [[Denkmalgeschützte Objekte in der Stadt Salzburg|denkmalgeschütztes Objekt]] in der [[Stadt Salzburg]] auf dem [[Mönchsberg]], das man über die [[Clemens-Holzmeister-Stiege]] im [[Toscanini-Hof]] neben der [[Felsenreitschule]] erreichen kann.


== Geschichte ==
== Geschichte ==
Die heutige Edmundsburg bestand ursprünglich aus zwei, jedoch stets unter einem Besitzer vereinigten Häusern. [[1631]] wurde sie zur gräflichen [[Paris Graf von Lodron|Lodronischen]] Primogenitur gekauft. [[1673]] erwarb sie Felix Pflanzmann, dessen Tochter Kordula [[1695]] ''in den Schutz und in die Verpflegung'' des [[Benediktiner-Erzabtei St. Peter|Benediktinerstifts St. Peter]] gegeben wurde, wofür der Vater demselben die Häuser schenkte. [[1695]] bis [[1696]] ließ [[Äbte von St. Peter|Abt]] [[Edmund Sinnhuber]] die Edmundsburg mit einem Kostenaufwand von 40.000 [[Gulden]] als Sommersitz umbauen und war bis [[1834]] im Besitz des Benediktinerstifts St. Peter. Kordula starb schon 1697.
[[Datei:Salzburg (Kupferstich) Matthäus Seutter 1740 Detail Nr 09 Felsenreitschule.jpg|thumb|Ausschnitt aus dem Kupferstich [[Salzburg (Kupferstich) Matthäus Seutter|Salzburg]], ca. 1740, von [[Matthäus Seutter]]: die [[Felsenreitschule]] und darüber die Edmundsburg.]]
 
Die heutige Edmundsburg bestand ursprünglich aus zwei, jedoch stets unter einem Besitzer vereinigten Häusern. [[1631]] wurde sie zur gräflichen [[Paris Graf von Lodron|Lodronischen]] Primogenitur gekauft. [[1673]] erwarb sie Felix Pflanzmann, dessen Tochter Kordula [[1695]] ''in den Schutz und in die Verpflegung'' des [[Benediktinererzabtei St. Peter|Benediktinerstifts St. Peter]] gegeben wurde, wofür der Vater dem Stift die Häuser schenkte. [[1695]] bis [[1696]] ließ [[Äbte von St. Peter|Abt]] [[Edmund Sinnhuber]] die Edmundsburg mit einem Kostenaufwand von 40.000 [[Gulden]] als Sommersitz umbauen; sie blieb bis [[1834]] im Besitz des Benediktinerstifts St. Peter. Kordula starb bereits [[1697]].
 
Bis [[1621]] führte ein Fahrweg von der Altstadt zum Vorläufer der heutigen Edmundsburg. Seit [[1654]] war zumindest wieder eine Treppe von der Altstadt vorhanden, die sog. „[[Peterswachtpforte|Peterswacht]]-Stiege“. Sie verband die Edmundsburg auch mit dem [[Getreidekasten]] des Erzstiftes, wie dies in der [[Salzburger Chronik]] beschrieben ist. In geänderter Form ist diese Treppe als Clemens-Holzmeister-Stiege bis heute erhalten.


Bis [[1621]] führte ein Fahrweg von der Altstadt zum Vorläufer der heutigen Edmundsburg, seit [[1654]] war dann zumindest wieder eine Treppe von der Altstadt vorhanden, die sog. "[[Peterswachtpforte|Peterswacht]]-Stiege". Sie verband die Edmundsburg auch mit dem [[Getreidekasten]] des Erzstiftes, wie dies auch in der Quelle [[Salzburger Chronik]] zu lesen ist. In geänderter Form ist diese Treppe als Clemens-Holzmeister-Stiege bis heute erhalten.
Die Edmundsburg ist ein kubisches Gebäude mit drei Geschoßen. Die lateinische Inschrift über dem Eingang lautet: „''Omni tempore benedic Deum, & pete ab eo, ut vias tuas Dirigat. Tob. 4.20'' <ref>[https://www.bibelwissenschaft.de/de/online-bibeln/biblia-sacra-vulgata/lesen-im-bibeltext/bibel/text/lesen/stelle/42/40007//ch/364ac169030c331f5d60ff5f4cf51259/ www.bibelwissenschaft.de]</ref> ''E.A. [[1696]] S.P.''“ – Übersetzung: „''Zu jeder Zeit preise Gott und bitte ihn, dass er deine Wege leiten möge.''“ – gewidmet von Abt Edmund, Stift St. Peter, im Jahre 1696.


Die Edmundsburg ist ein kubisches Gebäude mit drei Geschoßen. Die lateinische Inschrift über dem Eingang lautet: "''Omni tempore benedic Deum, & pete ab eo , ut vias tuas Dirigat. Tob. 4.20'' <ref>[https://www.bibelwissenschaft.de/de/online-bibeln/biblia-sacra-vulgata/lesen-im-bibeltext/bibel/text/lesen/stelle/42/40007//ch/364ac169030c331f5d60ff5f4cf51259/ www.bibelwissenschaft.de]</ref> ''E.A. [[1696]] S.P.''" - Übersetzung: "''Zu jeder Zeit preise Gott, und bitte ihn, dass er deine Wege leiten möge.''" - gewidmet von Abt Edmund, Stift St. Peter im Jahre 1696.
[[Datei:Kollegienkirche_Edmundsburg.jpg|thumb|links im Hintergrund die Edmundsburg <br/> rechts die [[Universitätskirche]]]]


Von [[1853]] war eine Knabenerziehungsanstalt in dem Gebäude untergebracht. Im [[1902]] errichteten Nebengebäude, dem [[Edith-Stein-Haus]], ist das [[Katholisches Hochschulwerk|Katholische Hochschulwerk]] angesiedelt, dem auch die Verwaltung der Edmundsburg obliegt, sowie das [[Österreichisches Institut für Europäische Rechtspolitik|Österreichische Institut für Europäische Rechtspolitik]].  
Von [[1853]] an war eine Knabenerziehungsanstalt in dem Gebäude untergebracht. Im [[1902]] errichteten Nebengebäude, dem [[Edith-Stein-Haus]], ist das [[Katholisches Hochschulwerk|Katholische Hochschulwerk]] angesiedelt, dem auch die Verwaltung der Edmundsburg obliegt, sowie das [[Österreichisches Institut für Europäische Rechtspolitik|Österreichische Institut für Europäische Rechtspolitik]].


Seit [[1987]] ist das [[Österreichische Institut für Menschenrechte]] in der Edmundsburg untergebracht <ref>Quelle [http://www.menschenrechte.ac.at/home.htm www.menschenrechte.ac.at]</ref>. Das Haus ist seit November [[2008]] auch Sitz des [[Stefan Zweig Centre Salzburg|Stefan Zweig Centre]]s und des [[Salzburger Literaturarchiv|Literaturarchivs]].
Seit [[1987]] ist das [[Österreichisches Institut für Menschenrechte|Österreichische Institut für Menschenrechte]] in der Edmundsburg untergebracht <ref>[http://www.menschenrechte.ac.at/home.htm www.menschenrechte.ac.at]</ref>. Das Haus ist seit November [[2008]] auch Sitz des [[Stefan Zweig Centre Salzburg|Stefan Zweig Centre]]s und des [[Salzburger Literaturarchiv|Literaturarchivs]].


==== Generalsanierung 2008 ====
==== Generalsanierung 2008 ====
Die Edmundsburg auf dem Mönchsberg wurde 2008 saniert. Die [[Spiluttini Bau GmbH]] revitalisierte nach den Plänen von Architekt Dipl.-Ing. [[Fritz Genböck]] im Auftrag der [[Salzburg Wohnbau]], die das Gebäude im Baurecht übernommen hat, die Edmundsburg. Eine besondere Herausforderung war die Errichtung eines 27 Meter tiefen Schachts für einen Lift und Nottreppe. Mit dem Lift gelangt man bequem von den [[Mönchsberggaragen]] aus auf die Edmundsburg.
Die Edmundsburg auf dem Mönchsberg wurde 2008 saniert. Die Spiluttini Bau GmbH revitalisierte nach den Plänen von Architekt Dipl.-Ing. Fritz Genböck im Auftrag der [[Salzburg Wohnbau]], die das Gebäude im Baurecht übernommen hat, die Edmundsburg. Eine besondere Herausforderung war die Errichtung eines 27 Meter tiefen Schachts für einen Lift und eine Nottreppe. Mit dem Lift gelangt man bequem von den [[Mönchsberggaragen]] aus auf die Edmundsburg.
 
[[Datei:Edmundsburg beim Festspielbeginn 2011.JPG|thumb|Edmundsburg beim Festspielbeginn 2011]]


Dieser Schacht wurde mit einem Schremmhammer-Bagger ausgebohrt. Dieses Bohrgerät wurde mittels Autokran aus dem Toscanini-Hof hochgehievt, der mit einem Gegengewicht von vier Sattelzügen beladen war. Bei den Bohrarbeiten selbst mussten Erschütterungen soweit wie möglich vermieden werden, damit in der nahe gelegenen Felsenreitschule keine Schäden auftreten. Schließlich mussten die Bauarbeiter mit besonderer Vorsicht alle Eimer und Gegenstände aus dem Toscanini-Hof an Seilen hinaufziehen bzw. herunter lassen − es galt Unfälle mit Passanten auf der Clemens-Holzmeister-Stiege zu vermeiden.  
Dieser Schacht wurde mit einem Schremmhammerbagger ausgebrochen. Das Bohrgerät wurde mittels Autokran aus dem Toscanini-Hof hochgehievt, der mit dem Gegengewicht von vier Sattelzügen beschwert war. Bei den Bohrarbeiten selbst mussten Erschütterungen soweit wie möglich vermieden werden, damit in der nahe gelegenen Felsenreitschule keine Schäden auftreten. Schließlich mussten die Bauarbeiter mit besonderer Vorsicht alle Eimer und anderen Gegenstände aus dem Toscanini-Hof an Seilen hinaufziehen bzw. hinunterlassen – es galt, Unfälle mit Passanten auf der Clemens-Holzmeister-Stiege zu vermeiden.


Die Umbaukosten beliefen sich auf ca. 3,5 Mill. Euro, wobei sich der ausführende Generalunternehmer, die Spiluttini Bau GmbH, entschlossen hatte, den Umbau durch ein sehr kostengünstiges Angebot zu unterstützen. Ein sehr vorbildliches Auftreten dieses renommierten, seit fast einem Jahrhundert bestehenden Bauunternehmens.
Die Umbaukosten beliefen sich auf ca. 3,5 Mio. Euro, wobei sich der ausführende Generalunternehmer, die Spiluttini Bau GmbH, entschlossen hatte, den Umbau durch ein sehr kostengünstiges Angebot zu unterstützen – ein sehr vorbildliches Auftreten dieses renommierten, seit fast einem Jahrhundert bestehenden Bauunternehmens.


Der Umbau wurde am [[27. Oktober]] 2008 offiziell eröffnet.
Der Umbau wurde am [[27. Oktober]] 2008 offiziell eröffnet.


== Weblink ==
== Weblinks ==
* [http://www.christof-reich.com/architektur/1-architekturfotografie/28-edmundsburg Architekt Christof Reich, Architekturfotografie, Edmundsburg, Teil 1]
* [http://www.christof-reich.com/architektur/1-architekturfotografie/28-edmundsburg Architekt Christof Reich, Architekturfotografie, Edmundsburg, Teil 1]
* [http://www.christof-reich.com/architektur/1-architekturfotografie/57-edmundsburg-teil-2-salzburg Architekt Christof Reich, Architekturfotografie, Edmundsburg, Teil 2]
* [http://www.christof-reich.com/architektur/1-architekturfotografie/57-edmundsburg-teil-2-salzburg Architekt Christof Reich, Architekturfotografie, Edmundsburg, Teil 2]
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== Quellen ==
== Quellen ==
* Elisabeth Rath: Knabenerziehung in der Edmundsburg. In: Karl Ehrenfellner, Elisabeth Rath, H. Winkler, Salzburger Museum Carolino Augusteum (Hrsg.): ''Caroline Auguste (1792-1873). Namenspatronin des Salzburger Museums, kaiserliche Wohltäterin in Salzburg''. Salzburger Museum Carolino Augusteum, Salzburg 1993, ISBN 3-901014-31-4.
* Elisabeth Rath: Knabenerziehung in der Edmundsburg. In: [[Karl Ehrenfellner]], Elisabeth Rath, H. Winkler, Salzburger Museum Carolino Augusteum (Hrsg.): ''Caroline Auguste (1792–1873). Namenspatronin des Salzburger Museums, kaiserliche Wohltäterin in Salzburg''. [[Salzburg Museum|Salzburger Museum Carolino Augusteum]], Salzburg 1993, ISBN 3-901014-31-4.
* Alkuin Schachenmayr: Die Knabenrettungsanstalt Edmundsburg in Salzburg. In: ''Studien und Mitteilungen zur Geschichte des Benediktinerordens und seiner Zweige''. Band 135, 2024, S. 281–318.
* Alkuin Schachenmayr: Die Knabenrettungsanstalt Edmundsburg in Salzburg. In: ''Studien und Mitteilungen zur Geschichte des Benediktinerordens und seiner Zweige''. Band 135, 2024, S. 281–318.
* [https://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=sch&datum=19130427&query=%22schartenwall%22+%22stadtmauer%22&seite=4 ANNO], [[Salzburger Chronik]], Ausgabe vom 27. April 1913, Seite 4, Beitrag [[Gesellschaft für Salzburger Landeskunde]], Vortrag Frank: "Altes und Neues vom Mönchsberg".
* [https://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=sch&datum=19130427&query=%22schartenwall%22+%22stadtmauer%22&seite=4 ANNO], [[Salzburger Chronik]], Ausgabe vom 27. April 1913, Seite 4, Beitrag [[Gesellschaft für Salzburger Landeskunde]], Vortrag Frank: "Altes und Neues vom Mönchsberg".
* [https://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno-plus?aid=slk&datum=1930&page=8&size=24 ANNO], [[Mitteilungen der Gesellschaft für Salzburger Landeskunde]], Dr. [[Adolf Frank]]: ''Der Mönchsberg und seine Baulichkeiten'', Seite 5–.
* [https://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno-plus?aid=slk&datum=1930&page=8&size=24 ANNO], [[Mitteilungen der Gesellschaft für Salzburger Landeskunde]], Dr. [[Adolf Frank]]: ''Der Mönchsberg und seine Baulichkeiten'', Seite 5–.
* Artikel in den "[[Salzburger Nachrichten]]" vom 25. Oktober 2008


== Einzelnachweise ==
== Einzelnachweise ==