Kaiviertel: Unterschied zwischen den Versionen
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Der Name "[[Kai]]" | Der uralte Name "[[Kai]]" bedeutet "Uferschutzdamm". Das Kaiviertel ist das Viertel am Uferschutzdamm der Salzach. Dieser Damm kann gemauert oder mit Flechtwerk gesichert worden sein. Das Wort ist ursprünglich keltischen Ursprungs und bedeutete auch "Zaun" oder Hecke, es ist mit dem alten Wort "Hag" verwandt. Damit die Salzach nicht die Ufer auswaschen konnte, hatte man diese wischen eingeschlagenen Holzpfosten mit einem starken Weidenruten-Flechtwerk versehen, das man "Gehag" oder "Gehai" nannte. Das Wort Kai kam in der frühen Neuzeit aus dem norddeutsch-niederländischen Raum zu uns, als zunehmend wohl Uferschutzbauten nach dem dortigen Vorbild errichtet wurden. | ||
== Geschichte == | == Geschichte == | ||
Bereits zur [[Römer]]zeit, als Salzburg noch [[Iuvavum]] hieß, war das Kaiviertel von Bedeutung, da sich an der heutigen Kaigasse ein imposanter Tempelbau zu Ehren des Gottes der Heilkunst, Asklepios (etwa im Gebiet des [[Hotel Kasererbräu|Hotels Kasererbräu]]) befunden hatte. Unter [[Erzbischof]] [[Konrad I. von Abenberg|Konrad I.]] ([[1106]]–[[1147]]) entstanden im Kaiviertel Flächen für Landwirtschaft, die zur Deckung des Eigenbedarfs für das [[ | Bereits zur [[Römer]]zeit, als Salzburg noch [[Iuvavum]] hieß, war das Kaiviertel von Bedeutung, da sich an der heutigen Kaigasse ein imposanter Tempelbau zu Ehren des Gottes der Heilkunst, Asklepios (etwa im Gebiet des [[Hotel Kasererbräu|Hotels Kasererbräu]]) befunden hatte. Unter [[Erzbischof]] [[Konrad I. von Abenberg|Konrad I.]] ([[1106]]–[[1147]]) entstanden im Kaiviertel Flächen für Landwirtschaft, die zur Deckung des Eigenbedarfs für das [[Benediktinererzabtei St. Peter|Stift St. Peter]] dienten. | ||
Unter Erzbischof [[Eberhard II. von Regensberg]] ([[1200]]–[[1246]]) entwickelte sich dieses Viertel zu einer Art geistlichen Gesandtschaftsviertel am Kai. Die [[Salzburger Kirchenprovinz|Eigenbistümer]] [[Eigenbistum Gurk|Gurk]] ([[Gurkerhof]]), [[Bistum Chiemsee|Chiemsee]], [[Seckau |Seckau]] ([[Seckauer Hof]]) und [[Bistum Lavant |Lavant]] erwarben oder bekamen vom Erzbischof Hausbesitz. Die [[Bischöfe von Chiemsee]] residierten im [[Chiemseehof]], der heute Sitz der [[Salzburger Landesregierung]] ist. | Unter Erzbischof [[Eberhard II. von Regensberg]] ([[1200]]–[[1246]]) entwickelte sich dieses Viertel zu einer Art geistlichen Gesandtschaftsviertel am Kai. Die [[Salzburger Kirchenprovinz|Eigenbistümer]] [[Eigenbistum Gurk|Gurk]] ([[Gurkerhof]]), [[Bistum Chiemsee|Chiemsee]], [[Seckau |Seckau]] ([[Seckauer Hof]]) und [[Bistum Lavant |Lavant]] erwarben oder bekamen vom Erzbischof Hausbesitz. Die [[Bischöfe von Chiemsee]] residierten im [[Chiemseehof]], der heute Sitz der [[Salzburger Landesregierung]] ist. | ||
Das Kaiviertel entwickelte sich entlang der einstigen Hauptstraße, die vom [[Domplatz]] durch die Kaigasse über den Kajetanerplatz, das Erentrudistor (später [[Kajetanertor]]) führte. Auf direktem Wege konnte man vom heutigen Mozartplatz durch die enge [[Pfeifergasse]] dorthin gelangen. Vom Kajetanerplatz führte diese alte Hauptstraße durch die heutige Nonntaler Hauptstraße weiter nach [[Hallein]] sowie nach [[Berchtesgaden]]. | Das Kaiviertel entwickelte sich entlang der einstigen Hauptstraße, die vom [[Domplatz]] durch die Kaigasse über den Kajetanerplatz, das Erentrudistor (später [[Kajetanertor]]) führte. Auf direktem Wege konnte man vom heutigen Mozartplatz durch die enge [[Pfeifergasse]] dorthin gelangen. Vom Kajetanerplatz führte diese alte Hauptstraße durch die heutige Nonntaler Hauptstraße weiter nach [[Hallein]] sowie nach [[Berchtesgaden]]. In Richtung Hallein verliefen bis zum Lustschloss Hellbrunn auch sogenannte [[Fürstenweg]]e. | ||
In der [[Gründerzeit]], nachdem der Rudolfskai durch die [[Salzachregulierung]] errichtet worden war, entwickelte sich der bisher außerhalb der alten Stadtmauern gelegene, neuere Teil mit [[Sebastian-Stief-Gasse]], [[Basteigasse]] und [[Landhausgasse]]. | In der [[Gründerzeit]], nachdem der Rudolfskai durch die [[Salzachregulierung]] errichtet worden war, entwickelte sich der bisher außerhalb der alten Stadtmauern gelegene, neuere Teil mit [[Sebastian-Stief-Gasse]], [[Basteigasse]] und [[Landhausgasse]]. | ||
[[1905]] zeigte das | [[1905]] zeigte das Kino in Räumen im Kasererbräuhaus des heutigen [[Hotel Kasererbräu|Hotels Kasererbräu]] erstmals "laufende Bilder". [[1910]] war darin das [[Lifkas Grand Théâtre électrique Salzburg]], aus dem nach dem [[Ersten Weltkrieg]] das [[Mozartkino]] wurde. Bei der vorübergehenden Schließung im Jahr [[2013]] war es darauf das älteste noch bestehende Kino in der Stadt Salzburg. | ||
Gegen Ende des [[Zweiter Weltkrieg|Zweiten Weltkriegs]] wurde das Viertel bei [[Bomben auf Salzburg|Bombenangriffen]] schwer getroffen. | Gegen Ende des [[Zweiter Weltkrieg|Zweiten Weltkriegs]] wurde das Viertel bei [[Bomben auf Salzburg|Bombenangriffen]] schwer getroffen. | ||
Mit der Errichtung von [[ | Mit der Errichtung von Fahrverbotsschildern und danach im Jahr [[2010]] zur besseren Überwachung derselben von [[Poller]]n wurde der Verkehr immer weiter zurückgedrängt, die Kaigasse in nunmehr nahezu verkehrsfrei. | ||
Seit vielen Jahren zieht das alljährlich stattfindende [[Kaiviertelfest]] Tausende Besucher an. | Seit vielen Jahren zieht das alljährlich stattfindende [[Kaiviertelfest]] Tausende Besucher an. | ||
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Eine kurze Gasse außerhalb der alten Stadtmauer, eine von der Sebastian-Stief-Gasse abzweigende Gasse zum Rudolfskai führend. | Eine kurze Gasse außerhalb der alten Stadtmauer, eine von der Sebastian-Stief-Gasse abzweigende Gasse zum Rudolfskai führend. | ||
=== Herrengasse === | === Herrengasse (gehört im Westteil zum Kaiviertel) === | ||
:'' Hauptartikel [[Herrengasse]] | :'' Hauptartikel [[Herrengasse]] | ||
Diese kleine Gasse führt von der Kaigasse abzweigend etwas erhöht am Fuße vom [[Festungsberg]] geradewegs zur [[Bierjodlgasse]] und hinab zum [[Kapitelplatz]]. Früher wohnten dort vorwiegend [[Domherr]]en; daher auch der Name. | Diese kleine Gasse führt von der Kaigasse abzweigend etwas erhöht am Fuße vom [[Festungsberg]] geradewegs zur [[Bierjodlgasse]] und hinab zum [[Kapitelplatz]]. Früher wohnten dort vorwiegend [[Domherr]]en; daher auch der Name. | ||
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Im Landesgerichtsgebäude hat das [[Landesgericht Salzburg]] seinen Sitz und Gerichtsstand. Das wuchtige, vieleckige Gebäude liegt an einem stark frequentierten Verkehrsknotenpunkt mit mehreren Verkehrsachsen. Seine repräsentative Seite mit den Allegorien von "Gerechtigkeit", "Wahrheit" und "Weisheit" befindet sich am Kajetanerplatz. | Im Landesgerichtsgebäude hat das [[Landesgericht Salzburg]] seinen Sitz und Gerichtsstand. Das wuchtige, vieleckige Gebäude liegt an einem stark frequentierten Verkehrsknotenpunkt mit mehreren Verkehrsachsen. Seine repräsentative Seite mit den Allegorien von "Gerechtigkeit", "Wahrheit" und "Weisheit" befindet sich am Kajetanerplatz. | ||
=== Universität Salzburg === | === Universität Salzburg (ehem. Gewerbeschule) === | ||
: ''Hauptartikel: [[Gewerbeschule Salzburg]] | : ''Hauptartikel: [[Gewerbeschule Salzburg]] | ||
Heute ist die [[Kultur- und Gesellschaftswissenschaftliche Fakultät an der Universität Salzburg]] in der ehemaligen Gewerbeschule untergebracht. | Heute ist die [[Kultur- und Gesellschaftswissenschaftliche Fakultät an der Universität Salzburg]] in der ehemaligen Gewerbeschule untergebracht. | ||
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[[Kategorie:Stadt Salzburg]] | [[Kategorie:Stadt Salzburg]] | ||
[[Kategorie:Altstadt]] | [[Kategorie:Altstadt]] | ||
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