Baiernherzöge in Salzburg: Unterschied zwischen den Versionen
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Dieser Artikel gibt eine Übersicht | Dieser Artikel gibt eine Übersicht der '''bairischen, später bayrischen Herzöge in Salzburg'''. | ||
== Einleitung == | == Einleitung == | ||
Die engen Verflechtungen Salzburgs mit dem Raum des heutigen [[Bayern]] reichen in vorrömische und in [[Römer|römische]] Zeit zurück. Der römische Verwaltungsbezirk von [[Iuvavum]] (Salzburg) umfasste als Provinz [[Norikum]] auch das heute bayrische Gebiet östlich des [[Inn]]. Die frühen Salzburger Bischöfe und [[Erzbischöfe]] waren z. T. recht eigenständige Regenten, ihr Herrschaftsgebiet | Die engen Verflechtungen Salzburgs mit dem Raum des heutigen [[Bayern]] reichen in vorrömische und in [[Römer|römische]] Zeit zurück. Der römische Verwaltungsbezirk von [[Iuvavum]] (Salzburg) umfasste als Provinz [[Norikum]] auch das heute bayrische Gebiet östlich des [[Inn]]. Die frühen Salzburger Bischöfe und [[Erzbischöfe]] waren z. T. recht eigenständige Regenten, ihr Herrschaftsgebiet blieb aber Teil des zunächst Stammesherzogtums Baiern, später dann des [[Herzogtum Bayern|Herzogtums Bayern]]. Erst als Erzbischof [[Friedrich III.]] [[1328]] eine eigene [[Salzburger Landesordnung|Landesordnung]] erließ, löste er damit allmählich seine Besitzungen vom Mutterland Bayern. Aus Salzburg wurde schrittweise ein eigenständiges Land innerhalb des "[[Reich#Heiliges Römisches Reich|Heiligen Römischen Reiches]]". In einer [[1342]] ausgestellten Urkunde sprach Erzbischof [[Heinrich von Pirnbrunn]] erstmals von seinem "Land". | ||
== Die frühe | == Die frühe Zeit Baierns == | ||
Ab | Ab dem [[6. Jahrhundert]] gehörte der [[Salzburggau]], der [[Pinzgau]] und der [[Pongau]] zum Stammesherzogtum Baiern. Der Pinzgau und Pongau wurden etwa ab der Mitte des [[7. Jahrhundert]] von [[Bajuwaren]] besiedelt. Der [[Lungau]] war ursprünglich ein Teil [[Kärnten]]s (Karantanien), das vom [[8. Jahrhundert]] bis [[976]] zum Stammesherzogtum Baiern gehörte und in dieser Zeit teilweise baierisch besiedelt wurde. Ab [[955]] besiedelten die Baiern auch das "Ostland" ([[Niederösterreich]]) dauerhaft, das bis [[1156]] ein Teil des Stammesherzogtums Baiern war. | ||
== Theodo II. == | == Das Stammesherzogtum Baiern == | ||
Der Baiernherzog [[Theodo II.]] holte [[696]] [[Rupert von | === Theodo II. === | ||
Der Baiernherzog [[Theodo II.]] holte [[696]] [[Rupert von Salzburg]] nach Salzburg und beauftragte ihn mit der Missionierung seiner Untertanen und der Organisation der baierischen Kirche. Als Grundausstattung seines Klosters [[Benediktinererzabtei St. Peter|St. Peter]] erhielt Rupert vom Herzog etwa ein Drittel der [[Saline Reichenhall]]. | |||
==Theudebert == | ===Theudebert === | ||
Herzog Theudebert von Baiern (auch ''Theodebert'' oder Theodo III.), der Sohn Theodos II., hatte nach 700 angeblich auch einen Sitz | Herzog Theudebert von Baiern (auch ''Theodebert'' oder Theodo III.), der Sohn Theodos II., hatte nach 700 angeblich auch einen Sitz im [[Castrum superius]] auf dem [[Festungsberg]]. | ||
== Odilo == | === Odilo === | ||
Herzog [[Odilo]] schenkte [[748]] Bischof [[Virgil]] den Besitz in [[Laufen an der Salzach]], um 740 einen Hof zu ''Ostermuntingin'' ([[Ostermiething]]) an die Zelle des heiligen Maximilian in [[Bischofshofen]] (Maximilianzelle) und gründete das [[Kloster Mondsee]]. | Herzog [[Odilo]] schenkte [[748]] Bischof [[Virgil]] den Besitz in [[Laufen an der Salzach]], um 740 einen Hof zu ''Ostermuntingin'' ([[Ostermiething]]) an die Zelle des heiligen Maximilian in [[Bischofshofen]] (Maximilianzelle) und gründete das [[Kloster Mondsee]]. | ||
==Tassilo III.== | ===Tassilo III.=== | ||
[[Tassilo III.]], der Sohn Theodos II. gründete das | [[Tassilo III.]], der Sohn Theodos II. gründete das [[Stift Mattsee]]. Zur selben Zeit, 777, entstand unter seiner Herrschaft auch das [[Benediktinerstift Kremsmünster]], die im [[18. Jahrhundert]] dann die [[Sternwarte Kremsmünster|Universitätssternwarte]] der [[Benediktineruniversität Salzburg]] erhalten sollte. Auch das [[Benediktinerinnenabtei Frauenwörth|Kloster Frauenchiemsee]] wurde von ihm gegründet. | ||
== Arnulf == | == Regenten des Herzogtums Baierns, später Bayerns == | ||
Der bairische Herzog Arnulf (seit 907 Herzog von Baiern; † 937) ließ [[916]] in der [[Salzburger Münze]] Münzen nach [[Regensburg]]er Vorbild prägen. Es war die erste Münzprägung auf heute | === Arnulf === | ||
Der bairische Herzog Arnulf (seit [[907]] Herzog von Baiern; † [[937]]) ließ [[916]] in der [[Salzburger Münze]] Münzen nach [[Regensburg]]er Vorbild prägen. Es war die erste Münzprägung auf heute österreichischem Gebiet. | |||
== Heinrich II. == | === Heinrich II. === | ||
Der 1146 heilig gesprochene bairische Herzog Heinrich IV.(973? | Der [[1146]] heilig gesprochene bairische Herzog Heinrich IV.([[973]]?–[[1024]])<ref>mehr siehe [http://de.wikipedia.org/wiki/Heinrich_II._%28HRR%29 Wikipedia Heinrich II.]</ref> wurde als Heinrich II. [[1002]] zum deutschen (bzw. ostfränkischen) König und 1014 zum [[Reich#Heiliges Römisches Reich|römisch-deutschen]] Kaiser gewählt. Er schenkte im Jahr [[1002]] Erzbischof [[Hartwig]] als Dank für seine Unterstützung umfangreichen Besitz im [[Lungau]]. Die zuvor abgebrannte [[Kirche Mariae Himmelfahrt (Abtei Nonnberg)|Kirche Mariae Himmelfahrt]] auf dem [[Nonnberg]] wurde von Heinrich mit erheblichen Mitteln unterstützt. Zu [[Weihnachten]] [[1009]] war er beim [[Erzbischof]] in Salzburg zu Gast und weihte zusammen mit seiner Frau Kunigunde die neue Nonnberger Abteikirche, die Heinrichsbasilika. Im [[Ennstal]] erhielt Hartwig Besitztümer mit Sudpfannen, Sudhäusern und allem Zubehör, die nach dem Wunsch Heinrichs II. nach dem Tod Hartwigs ins Eigentum des [[Benediktinererzabtei St. Peter|Stiftes St. Peter]] übergehen sollten. | ||
== Otto I. der Rotkopf == | === Otto I. der Rotkopf === | ||
Otto, der Bruder des | Otto, der Bruder des Salzburger Erzbischofs [[Konrad III. von Wittelsbach]], wurde [[1180]] als erster [[Wittelsbacher]] Herzog von Bayern. | ||
== Salzburg löst sich aus dem bayrischen Herzogtum == | == Salzburg löst sich aus dem bayrischen Herzogtum == | ||
Mit der weitgehenden Anerkennung der | Mit der weitgehenden Anerkennung der Grenzen der erzbischöflichen Besitzungen durch den Bayernherzog im Jahr [[1275]] wurde eine wichtige Voraussetzung für die spätere Landeswerdung Salzburgs geschaffen. [[1297]] verkauften die Herzöge von Bayern das [[Gasteiner Tal]] an Erzbischof [[Konrad IV. von Fohnsdorf]]. Eine endgültige Loslösung des Landes Salzburgs von Bayern erfolgte allmählich in den Jahrzehnten nach [[1322]], als in der [[Schlacht bei Mühldorf (1322)|Schlacht bei Mühldorf]] 1322 Salzburg an der Seite Österreichs gegen Bayern kämpfte (Damals ging aus Salzburger Sicht diese Schlacht aber verloren.) [[1328]] erlässt Erzbischof [[Friedrich III. von Leibnitz|Friedrich von Leibnitz]] eine erste Salzburger Landesordnung. Der erste Erzbischof, der sich als repräsentativer Fürst darstellte, war [[Pilgrim II. von Puchheim]]. Kirchlich blieben die Salzburger Erzbischöfe bis zum Ende des [[Fürsterzbistum]]s mit den bayrischen Diözesen [[Diözese Passau|Passau]], [[Diözese Regensburg|Regensburg]] und [[Diözese Freising|Freising]] weiterhin die Oberhirten von ganz Altbayern. Auch blieb Salzburg weiter Teil des Bayrischen Verwaltungskreises und wurde auf den Übersichtskarten weiter als Teil Bayerns dargestellt. | ||
== Überblick über die weitere Entwicklung Bayern== | |||
=== Das Kurfürstentum Bayern === | |||
:''Hauptartikel [[Kurfürstentum Bayern]] | |||
Nachdem im Jahr [[1620]] die Truppen der Liga unter Führung des bayerischen Feldherrn Tilly in der Schlacht am weißen Berg bei Prag die Protestantenheere besiegt hatten, ließ der Feldherr die Pfalz besetzen. Als Dank für diese Leistungen erhielt Maximilian im Jahr [[1623]] die Kurfürstenwürde. | |||
=== Das Königreich Bayern === | |||
:''Hauptartikel [[Königreich Bayern]] | |||
In der [[Napoleon Bonaparte|napoleonischen]] Zeit stand Bayern zuerst auf der Seite [[Frankreich]]s. Als Dank dafür wurde im Frieden zu Pressburg im Dezember [[1805]] der Bündnispartner auf Wunsch Napoleons zum Königreich erhoben. Schon zuvor wurden im Religionsedikt von [[1803]] die drei christlichen Kirchen gleichberechtigt anerkannt. | |||
=== Der Freistaat Bayern === | |||
:''Hauptartikel [[Freistaat Bayern]] | |||
Nach dem [[Ersten Weltkrieg]] wurde Anfang November [[1918]] Bayern als Freistaat aus. | |||
== Quellen == | == Quellen == | ||
* | * SALZBURGWIKI-Beitrag [[Bayern]] und die dort angeführten Quellen | ||
* [[Heinz Dopsch]], [[Hans Spatzenegger]] (Hrsg.): | * [[Heinz Dopsch]], [[Hans Spatzenegger]] (Hrsg.): "[[Geschichte Salzburgs, Stadt und Land]]", [[Verlag Anton Pustet]], Salzburg 1988, ISBN 3-7025-0243-2 | ||
== Einzelnachweise == | |||
<references/> | <references/> | ||
[[Kategorie:Geschichte]] | [[Kategorie:Geschichte]] | ||
[[Kategorie:Geschichte (Erzbistum)]] | |||
[[Kategorie:Geschichte (Fürsterzbistum)]] | [[Kategorie:Geschichte (Fürsterzbistum)]] | ||
[[Kategorie:Bayern]] | [[Kategorie:Bayern]] | ||