Küstenland: Unterschied zwischen den Versionen
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Das (österreichische) '''Küstenland''' war ein im Jahr [[1849]] gebildetes österreichisches Kronland, das heute zwischen [[Slowenien]], [[Kroatien]] und [[Italien]] aufgeteilt ist. | [[Datei: Österreich-Ungarn bis 1918.gif|thumb|Kartenausschnitt Monarchie 1885]] | ||
[[Datei:Donaumonarchie Länder 1891 Sydow-Wagner Methodischer Schul-Altlas.jpg|thumb|Donaumonarchie Länder 1891 Sydow-Wagner Methodischer Schul-Altlas.]] | |||
Das (österreichische) '''Küstenland''' war ein im Jahr [[1849]] gebildetes österreichisches Kronland, das heute zwischen [[Slowenien]], [[Kroatien]] und [[Italien]] aufgeteilt ist. | |||
==Geschichte== | ==Geschichte== | ||
Das Küstenland hatte eine Größe von etwa 8 | Das Küstenland hatte eine Größe von etwa 8 000 km² mit rund 900 000 Einwohner ([[1910]]). Die Hauptstadt war Triest (italienisch ''Trieste'', slowenisch ''Trst''); sie hatte als größter See- und Handelshafen der [[Habsburgermonarchie|Donaumonarchie]] enorme wirtschaftliche Bedeutung für diese. Von den Einwohnern des Küstenlandes waren fast die Hälfte Italiener, ein Viertel Slowenen, ein Fünftel Kroaten und fünf Prozent Deutsche.<ref>Vgl. den [[Wikipedia]]-Artikel [http://de.wikipedia.org/wiki/%C3%96sterreichisches_K%C3%BCstenland ''"Österreichisches Küstenland"''.]</ref> | ||
===Entstehung=== | ===Entstehung und Gliederung=== | ||
Das Küstenland (lateinisch/italienisch '' | Das Küstenland (lateinisch/italienisch ''litorale'') wurde aus den [[Habsburger|habsburgischen]] Territorien | ||
*''Gefürstete Grafschaft Görz und Gradisca''<ref>Vgl. den Wikipedia-Artikel [http://de.wikipedia.org/wiki/Grafschaft_G%C3%B6rz ''"Grafschaft Görz"''.]</ref>, | |||
*''Markgrafschaft Istrien''<ref>Vgl. den Wikipedia-Artikel [http://de.wikipedia.org/wiki/Istrien ''"Istrien"''.]</ref> und | |||
*(''Freie'') ''Stadt Triest''<ref>Vgl. den Wikipedia-Artikel [http://de.wikipedia.org/wiki/Triest ''"Triest"''.]</ref> | |||
gebildet. | |||
Alle drei Gebiete unterstanden gemeinsam dem kaiserlichen Statthalter in Triest, hatten aber jeweils eine eigene Selbstverwaltung. | |||
Nach der [[1867]] erfolgten Umbildung des [[Österreich#Kaisertum Österreich bis 1867|Kaisertums Österreich]] zur Österreichisch-Ungarischen Monarchie gehörte das Küstenland zur österreichischen Reichshälfte. | |||
====Görz und Gradisca==== | |||
Die Grafschaft Görz und Gradisca bestand hauptsächlich aus dem Einzugsgebiet des Flusses Isonzo – slowenisch ''Soča'' –, die im [[Ersten Weltkrieg]] Schauplatz erbitterter Kämpfe zwischen italienischen und den verbündeten österreichisch-ungarischen und deutschen Truppen war (zwölf Isonzoschlachten mit über einer Million getöteten, verwundeten und vermissten Soldaten). | |||
In ethnischer Hinsicht wurde die nördlich gelegene Grafschaft Görz und Gradisca im Norden und Osten hauptsächlich von Slowenen, im Süden von Italienern bewohnt. | |||
Hauptstadt war Görz (italienisch ''Gorizia'', slowenisch ''Gorica''). | |||
====Triest==== | |||
Triest, hauptsächlich von Italienern bewohnt, war der Haupthafen der Österreichisch-Ungarischen Monarchie. In kultureller Hinsicht ist es insbesondere mit den Namen der Schriftsteller Italo Svevo (* 1861; † 1928) und [[James Joyce]] (* 1882; † 1941) verbunden. | |||
====Istrien==== | |||
In ethnischer Hinsicht wurde die südlich von Triest gelegene Markgrafschaft Istrien an den Küsten und auf den Inseln von Italienern, im Binnenland vor allem von Kroaten (im Norden von Slowenen) bewohnt. | |||
Zur österreichisch-ungarischen Zeit war Pola – kroatisch ''Pula'' – die größte Stadt Istriens und der Hauptkriegshafen der Monarchie. | |||
===Aufteilung=== | ===Aufteilung=== | ||
Nach dem | Nach dem Ersten Weltkrieg, der mit Niederlage und Zerfall der Österreichisch-Ungarischen Monarchie endete, fiel das Küstenland zur Gänze der Siegermacht Italien zu. Nach dem [[Zweiten Weltkrieg]] aber wurden – aufgrund der Kriteriums der überwiegenden Nationalität – die Gebiete östlich und südlich der Städte Triest und Görz abgetrennt. Der bei Italien verbliebene Teil bildet jetzt mit Friaul (Provinz Udine) die autonome Region ''Friuli-Venezia Giulia'' (deutsch [[Friaul-Julisch Venetien]]). | ||
Somit gehören heute | Somit gehören heute | ||
* zu Italien: Julisch Venetien<ref>Zur Namensgeschichte vgl. den Wikipedia-Artikel [http://it.wikipedia.org/wiki/Venezia_Giulia#La_prima_definizione_della_Venezia_Giulia|'' | * zu Italien: Julisch Venetien<ref>Zur Namensgeschichte vgl. den Wikipedia-Artikel [http://it.wikipedia.org/wiki/Venezia_Giulia#La_prima_definizione_della_Venezia_Giulia|''"Venezia Giulia"'' (italienisch)]; der Name "Venezia Giulia" wurde im Jahr 1863 geprägt, um der österreichischen Sichtweise des Gebietes als Küstenland Österreichs eine spezifisch italienische entgegenzusetzen und die Behauptung der "natürlichen" Zusammengehörigkeit mit dem Venetien, das bereits zu Italien gehörte, herauszustellen. Eine analoge Neubenennung war später der Name "Julische Krain" (vgl. nur den Wikipedia-Artikel [http://sl.wikipedia.org/wiki/Furlanija_-_Julijska_krajina ''"Furlanija - Julijska krajina"'' ("Friaul-Julisch-Venetien", slowenisch).]</ref> mit ua. den Städten Triest (Touristenattraktion: Schloss Miramare), Duino, Monfalcone, Görz und Gradisca, | ||
* zu Slowenien als | * zu Slowenien als "Primorska":<ref>Vgl. den Wikipedia-Artikel [http://de.wikipedia.org/wiki/Slowenien#Landschaften''"Slowenien"''.]</ref> | ||
** der Großteil des | ** der Großteil des ''Isonzo''tals (auf der slowenischen Seite: ''Soča''tal) – einer der landschaftlich berühmtesten Teile Sloweniens –, an das sich die liebliche Weinlandschaft ''Brdo'' anschließt (die auf italienischer Seite ''Collio'' heißt), sowie | ||
** | ** die weitere Umgebung Triests bis zur Stadt Piran auf der Halbinsel Istrien, | ||
* zu Kroatien fast die gesamte Halbinsel Istrien mit den bekannten Städten Pula (italienisch: Pola | * zu Kroatien fast die gesamte Halbinsel Istrien mit den bekannten Städten Pula (italienisch: Pola) und Opatja (italienisch: Abbazia). | ||
Im Küstenland begegneten einander die drei bodenständigen Kulturen (italienisch, slowenisch und kroatisch) sowie, etwas flüchtiger, auch die österreichisch-deutsche. Das Zeitalter des Nationalismus überlebten Sprachminderheiten auf der jeweils anderen Seite der Grenze und natürlich auch Ortsnamen mit | Im Küstenland begegneten einander die drei bodenständigen Kulturen (italienisch, slowenisch und kroatisch) sowie, etwas flüchtiger, auch die österreichisch-deutsche. Das Zeitalter des Nationalismus überlebten Sprachminderheiten auf der jeweils anderen Seite der Grenze und natürlich auch Ortsnamen mit "doppelter Nationalität": Die italienischen Städte ''Gorizia'' und ''Gradisca d'Isonzo'' haben z. B. Namen slawischer Wurzel: ''Gorica'' bedeutet "Kleiner Ort", ''Gradisca'' "Befestigung". | ||
==Salzburgbezug== | ==Salzburgbezug== | ||
===Triest=== | ===Triest=== | ||
Allein die Stadt Triest brachte | Allein die Stadt Triest brachte einige von Persönlichkeiten mit Salzburgbezug hervor: | ||
* [[Walter Freiherr von Czoernig-Czernhausen]] (*1883 | * [[Walter Freiherr von Czoernig-Czernhausen]] (* [[1883]]; † [[1945]]), Höhlenforscher | ||
* [[Alexander Moissi]] (*1880 | * [[Alexander Moissi]] (* [[1880]]; † [[1935]]), Schauspieler und erster Darsteller des ''"[[Jedermann]]"'' | ||
* [[Franz Freiherr von Spiegelfeld]] (* [[1802]] | * [[Franz Freiherr von Spiegelfeld]] (* [[1802]]; † [[1885]], von [[1861]] bis [[1863]] [[Landeshauptmann|Landespräsident]] von Salzburg | ||
* [[Stanislaus Joyce]] | * [[Stanislaus Joyce]] (* [[1884]]; † [[1955]]), Sprach- und Literaturlehrer | ||
* [[ | * Ignaz Joachim von Hagenauer (* [[1749]]; † 1824) Begründer der Triester Linie der [[Hagenauer]] | ||
* [[Heinrich Medicus]] (* [[1857]] | * [[Heinrich Medicus]] (* [[1857]]; † [[1943]]), Finanzpräsident | ||
* [[Giorgio Strehler]] (* [[1921]]; † [[1997]]), Regisseur | |||
===Görz=== | ===Görz=== | ||
Auch die Salzburgbezüge der Stadt Görz sind | Auch die Salzburgbezüge der Stadt Görz sind erwähnenswert: | ||
In etwas jüngerer Zeit wirkten in Görz als Lehrer ( | * Im [[Mittelalter]] hatten die Grafen von Görz Besitzungen in [[Osttirol]] und waren verschiedentlich in kriegerische Auseinandersetzungen mit den [[Salzburger Erzbischöfe|Fürsterzbischöfen]] von Salzburg verwickelt. | ||
* In etwas jüngerer Zeit wirkten in Görz als Lehrer (1872–1874) [[Hans Widmann]] und (1907–1917) [[Franz Hörburger]]. | |||
* Wiederum aus Görz gebürtig war [[Giovanni Giacomo della Bona]] (* 1814; † 1885), von 1874 bis 1880 [[Weihbischof]] und [[Dompropst]] zu Salzburg, danach Fürstbischof von [[Trentino|Trient]]. | |||
== | ==Quellen und Anmerkungen== | ||
<references/> | <references/> | ||
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[[Kategorie:Geschichte]] | [[Kategorie:Geschichte]] | ||
[[Kategorie:Geografie]] | [[Kategorie:Geografie]] | ||
[[Kategorie:Italien]] | |||
[[Kategorie:Kroatien]] | |||
[[Kategorie:Slowenien]] | |||
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[[Kategorie:Habsburgermonarchie]] | |||