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| − | [[Datei:Rostfarbener Dickkopffalter.jpg|thumb|Rostfarbener Dickkopffalter, wahrscheinlich Männchen, aufgen. am 27. Juni 2011 um 14:47 im [[Naturbadegebiet Vorderkaser]], [[Weißbach bei Lofer]]]] | + | [[Datei:Rostfarbener Dickkopffalter.jpg|thumb|Rostfarbener Dickkopffalter, wahrscheinlich Männchen, aufgenommen am 27. Juni 2011 um 14:47 im [[Naturbadegebiet Vorderkaser]], [[Weißbach bei Lofer]]]] |
| | Volkstümliche(r) Name(n): Rostfarbiger Dickkopffalter | | Volkstümliche(r) Name(n): Rostfarbiger Dickkopffalter |
| − | ''Ochlodes sylvanus'' (''Papilio sylvanus'' Esper, [1777]: Taf. XXXVI, Fig. 1) ist eine Art aus der Familie [[Hesperiidae]]. | + | |
| | + | ''Ochlodes sylvanus'' (''Papilio sylvanus'' Esper, [1777]: Taf. XXXVI, Fig. 1) ist eine [[Glossar Biologie#A|Art]] aus der [[Glossar Biologie#F|Familie]] [[Hesperiidae]] (Dickkopffalter). |
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| | ==Beschreibung== | | ==Beschreibung== |
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| | Von den ''Thymelicus''-Arten unterscheidet sich ''O. sylvanus'' durch die bedeutendere Größe. ''[[Hesperia comma]]'' dagegen ist am leichtesten durch die Unterseite der Hinterflügel zu unterscheiden: Bei ''H. comma'' ist die Unterseite der Hinterflügel braun bis grünlich mit weißen Würfelflecken, die auch in der basalen Flügelhälfte zu finden sind. Bei ''O. sylvanus'' dagegen ist die Unterseite der Hinterflügel orangebraun mit undeutlichen, gelblichen Würfelflecken. Wenn diese gelegentlich weißlich und deutlich sind, dann treten sie nur in einer postdiskalen Fleckenreihe, aber nicht in der basalen Flügelhälfte auf. | | Von den ''Thymelicus''-Arten unterscheidet sich ''O. sylvanus'' durch die bedeutendere Größe. ''[[Hesperia comma]]'' dagegen ist am leichtesten durch die Unterseite der Hinterflügel zu unterscheiden: Bei ''H. comma'' ist die Unterseite der Hinterflügel braun bis grünlich mit weißen Würfelflecken, die auch in der basalen Flügelhälfte zu finden sind. Bei ''O. sylvanus'' dagegen ist die Unterseite der Hinterflügel orangebraun mit undeutlichen, gelblichen Würfelflecken. Wenn diese gelegentlich weißlich und deutlich sind, dann treten sie nur in einer postdiskalen Fleckenreihe, aber nicht in der basalen Flügelhälfte auf. |
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| − | ==Verbreitung, Lebensraum und Phänologie== | + | ==Verbreitung, Lebensraum und Phänologie<ref>siehe [[Glossar Biologie#P|Phänologie]]</ref>== |
| − | ''O. sylvanus'' ist in Salzburg verbreitet und kommt in allen Landesteilen von rund 400 bis 2100 m Höhe vor (Embacher et al. 2024). Die Art bewohnt die verschiedensten offenen Lebensräume, bevorzugt aber extensiv genutzte Wiesen. Das können sowohl Feuchtwiesen, wie trockene Magerwiesen sein, aber auch nicht zu intensiv genutzte Wirtschaftswiesen, Almwiesen, Magerweiden höherer Lagen, Straßen- und Wegränder, verschiedenste Hochstaudenfluren und sonnige Waldränder. Daneben ist ''O. sylvanus'' regelmäßig auch im Siedlungsgebiet bei der Nektaraufnahme in Gärten und Parks anzutreffen. Die Art fehlt aber geschlossenen Wäldern oder landwirtschaftlich intensiv genutzten Flächen und auch in Felsbiotopen ist sie höchstens zufällig anzutreffen. Die Imagines fliegen in einer langgedehnten Generation von Ende April bis September, mit dem Maximum im Juni und Juli (Kurz & Kurz 2025). | + | ''O. sylvanus'' ist in [[Salzburg (Bundesland)|Salzburg]] verbreitet und kommt in allen Landesteilen von rund 400 bis 2100 m, in Einzelexemplaren sogar bis 2500 m Höhe vor (Embacher et al. 2024). Die Art bewohnt die verschiedensten offenen Lebensräume, bevorzugt aber extensiv genutzte Wiesen. Das können sowohl Feuchtwiesen, wie trockene Magerwiesen sein, aber auch nicht zu intensiv genutzte Wirtschaftswiesen, Almwiesen, Magerweiden höherer Lagen, Straßen- und Wegränder, verschiedenste Hochstaudenfluren und sonnige [[Wald (Pflanzenformation)|Wald]]<nowiki></nowiki>ränder. Daneben ist ''O. sylvanus'' regelmäßig auch im Siedlungsgebiet bei der Nektaraufnahme in Gärten und Parks anzutreffen. Die Art fehlt aber geschlossenen Wäldern oder landwirtschaftlich intensiv genutzten Flächen und auch in Felsbiotopen ist sie höchstens zufällig anzutreffen. Die [[Glossar Biologie#I|Imag]]ines fliegen in einer langgedehnten Generation von Ende April bis September, mit dem Maximum im Juni und Juli (Kurz & Kurz 2025). |
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| | ==Nachbarfaunen== | | ==Nachbarfaunen== |
| − | Huemer (2013) gibt ''O. sylvanus'' aus allen österreichischen Bundesländern an. Die Art ist auch in allen Landesteilen von Oberösterreich (Kusdas & Reichl 1973), als auch von Bayern (Haslberger & Segerer 2021) verbreitet. | + | Huemer (2013) gibt ''O. sylvanus'' aus allen österreichischen Bundesländern an. Die Art ist auch in allen Landesteilen von [[Oberösterreich]] (Kusdas & Reichl 1973), als auch von [[Bayern]] (Haslberger & Segerer 2021) verbreitet. |
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| | ==Biologie und Gefährdung== | | ==Biologie und Gefährdung== |
| − | Die Flugaktivität der Falter und die Nektaraufnahme beginnen vereinzelt schon ab 7 Uhr MEZ morgens und erstrecken sich am Abend bis 18 Uhr MEZ (mit einem Maximum zwischen 10 und 17 Uhr MEZ). Die Copula wurde vormittags zwischen 10 und 11 Uhr MEZ beobachtet (Kurz & Kurz 2025). Die Tiere fliegen in vollem Sonnenschein (0/8 bis 2/8 Bewölkung) zwischen zumindest 25 und 30°C (n=11). Als Nektarpflanzen werden rosafarbene, violette und blaue Blüten mit eher kurzer Kronröhre bevorzugt. Im Einzelnen liegen entsprechende Beobachtungen zu folgenden Pflanzen vor (auch außerhalb von Salzburg): ''[[Acinos alpinus]]'', ''[[Anchusa officinalis]]'', ''[[Betonica officinalis]]'', ''[[Centaurea jacea]]'', ''[[Cichorium intybus]]'', ''[[Cirsium arvense]]'', ''[[Cirsium oleraceum]]'', ''Consolida regalis'', ''Dianthus pontederae'', ''Knautia'' sp., ''[[Lythrum salicaria]]'', ''[[Prunella vulgaris]]'', ''Rubus'' sp., ''[[Salvia pratensis]]'', ''[[Symphytum officinale]]'', ''[[Trifolium pratense]]'', ''[[Vicia cracca]]'', ''[[Vicia sepium]]''. Dabei treten die Falter in Konkurrenz durch Ressourcennutzung zu zahlreichen anderen tagaktiven Schmetterlingen, besonders Tagfaltern, sowie Honigbienen. | + | Die Flugaktivität der Falter und die Nektaraufnahme beginnen vereinzelt schon ab 7 Uhr MEZ morgens und erstrecken sich am Abend bis 18 Uhr MEZ (mit einem Maximum zwischen 10 und 17 Uhr MEZ). Die Copula wurde vormittags zwischen 10 und 11 Uhr MEZ beobachtet (Kurz & Kurz 2025). Die Tiere fliegen in vollem Sonnenschein (0/8 bis 2/8 Bewölkung) zwischen zumindest 25 und 30°C (n=11). Als Nektarpflanzen werden rosafarbene, violette und blaue Blüten mit eher kurzer Kronröhre bevorzugt. Im Einzelnen liegen entsprechende Beobachtungen zu folgenden Pflanzen vor (auch außerhalb von Salzburg): ''[[Acinos alpinus]]'' (Alpen-Steinquendel), ''[[Anchusa officinalis]]'' (Gemeine Ochsenzunge), ''[[Betonica officinalis]]'' (Echte Betonie), ''[[Centaurea jacea]]'' (Wiesen-Flockenblume), ''[[Cichorium intybus]]'' (Gemeine Wegwarte), ''[[Cirsium arvense]]'' (Acker-Kratzdistel), ''[[Kohl-Kratzdistel|Cirsium oleraceum]]'' (Kohl-Kratzdistel), ''Consolida regalis'' (Gewöhnlicher Feldrittersporn), ''Dianthus pontederae'' (Pannonische Karthäuser-Nelke), ''Knautia'' sp. (Witwenblumen), ''[[Lythrum salicaria]]'' (Gewöhnlicher Blutweiderich), ''[[Prunella vulgaris]]'' (Kleine Braunelle), ''Rubus'' sp. (Brombeeren, [[Himbeere]]n u. a.), ''[[Salvia pratensis]]'' (Wiesensalbei), ''[[Symphytum officinale]]'' (Echter Beinwell), ''[[Trifolium pratense]]'' (Wiesenklee), ''[[Vicia cracca]]'' (Vogel-Wicke), ''[[Vicia sepium]]'' (Zaun-Wicke). Dabei treten die Falter in Konkurrenz durch Ressourcennutzung zu zahlreichen anderen tagaktiven Schmetterlingen, besonders Tagfaltern, sowie [[Honigbiene]]n. |
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| | Zu den Entwicklungsstadien liegen aus Salzburg keine dokumentierten Beobachtungen vor. Nach Lepiforum (2025) leben die Raupen an verschiedensten Süßgräsern, wobei die Tiere zwischen zusammengesponnenen Grasblättern fressen. Hier findet auch die Verpuppung statt. | | Zu den Entwicklungsstadien liegen aus Salzburg keine dokumentierten Beobachtungen vor. Nach Lepiforum (2025) leben die Raupen an verschiedensten Süßgräsern, wobei die Tiere zwischen zusammengesponnenen Grasblättern fressen. Hier findet auch die Verpuppung statt. |
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| − | Auf Grund der weiten Verbreitung im Land wird ''O. sylvanus'' in Salzburg als ungefährdet angesehen (Einstufung LC nach Embacher et al. 2024). Diese Einstufung gilt auch für das Alpenvorland und das Salzburger Becken (Gros 2023). | + | Auf Grund der weiten Verbreitung im Land wird ''O. sylvanus'' in Salzburg als ungefährdet angesehen (Einstufung LC nach Embacher et al. 2024). Diese Einstufung gilt auch für das [[Alpenvorland]] und das Salzburger Becken (Gros 2023). |
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| | ==Weiterführende Informationen== | | ==Weiterführende Informationen== |
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| | *Lepiforum e.V. [Hrsg.] 2008-2025: ''Ochlodes sylvanus'' (Esper, [1777]). URL: https://lepiforum.org/wiki/ [online 2025.07.08]. | | *Lepiforum e.V. [Hrsg.] 2008-2025: ''Ochlodes sylvanus'' (Esper, [1777]). URL: https://lepiforum.org/wiki/ [online 2025.07.08]. |
| | *Reichholf, J. H.: Schmetterlinge, blv-Naturführer | | *Reichholf, J. H.: Schmetterlinge, blv-Naturführer |
| | + | == Einzelnachweis == |
| | + | <references /> |
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| | [[Kategorie:Wissenschaft]] | | [[Kategorie:Wissenschaft]] |