Adam Schmidt: Unterschied zwischen den Versionen

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Über seine Zeit als Salinenarzt in Hallein ist nichts näheres bekannt. Siehe auch die 03_Folge des Podcast "[[Briefe an Behörden]]".<ref>[https://cba.media/709500 cba.media]</ref>. Aus seiner Zeit als Physiker und dann Landgerichtsarzt in Braunau haben sich Briefe und Berichte in österreichischen (HHStA) und bayerischen Archiven erhalten.
Über seine Zeit als Salinenarzt in Hallein ist nichts näheres bekannt. Siehe auch die 03_Folge des Podcast "[[Briefe an Behörden]]".<ref>[https://cba.media/709500 cba.media]</ref>. Aus seiner Zeit als Physiker und dann Landgerichtsarzt in Braunau haben sich Briefe und Berichte in österreichischen (HHStA) und bayerischen Archiven erhalten.


Als nach dem Ende der [[Königreich Bayern|bayerischen Herrschaft]] im [[Innviertel]] das Medizinalwesen organisiert und Distriktsärzte aufgestellt wurden, wurde [[1819]] ein Verzeichnis der "ihrer Physikats Verrichtungen enthoben landgerichtl. Ärzte" aufgeschrieben. Darin ist über die Karriere von Adam Schmid zu lesen: "Dtor Adam Schmid Braunau Im Jahre 1776 / Nach dem beygebrachten Zeugniß vom Königlich Bayerischen Generalkommissariat für den [[Salzachkreis]] vom [[23. September|23. Sept]] [[1816]] wurde, da deßen Anstellungsdekrete in Verlust geraten sind, bestätiget, daß derselbe im Jahre [[1776]] als Salinen Physikus zu Hallein angestellt worden, und im Jahre [[1779]] unter [[Kaisertum Österreich|österreichischer Regierung]] als Landschafts Physikus altdort verblieben ist, zufolge k. bay. Verordnung N 8741 vom 6. May 1814 ad N Exped 8230 als Landgerichts Physikus zu Braunau mit jährlich 600 [[Gulden|fl]] angestellt worden, wo er sich auch noch befindet."<ref>Oberösterreichisches Landesarchiv, Landesregierungsarchiv 1787–1849, Allgemeine Reihe, Schachtel 150, 1819.</ref>
Als nach dem Ende der [[Königreich Bayern|bayerischen Herrschaft]] im [[Innviertel]] das Medizinalwesen organisiert und Distriktsärzte aufgestellt wurden, wurde [[1819]] ein Verzeichnis der "ihrer Physikats Verrichtungen enthoben landgerichtl. Ärzte" aufgeschrieben. Darin ist über die Karriere von Adam Schmid zu lesen: "Dtor Adam Schmid Braunau Im Jahre 1776 / Nach dem beygebrachten Zeugniß vom Königlich Bayerischen Generalkommissariat für den [[Salzachkreis]] vom [[23. September|23. Sept]] [[1816]] wurde, da deßen Anstellungsdekrete in Verlust geraten sind, bestätiget, daß derselbe im Jahre [[1776]] als Salinen [[Physiker|Physikus]] zu Hallein angestellt worden, und im Jahre [[1779]] unter [[Kaisertum Österreich|österreichischer Regierung]] als Landschafts [[Physiker|Physikus]] altdort verblieben ist, zufolge k. bay. Verordnung N 8741 vom 6. May 1814 ad N Exped 8230 als Landgerichts [[Physiker|Physikus]] zu Braunau mit jährlich 600 [[Gulden|fl]] angestellt worden, wo er sich auch noch befindet."<ref>Oberösterreichisches Landesarchiv, Landesregierungsarchiv 1787–1849, Allgemeine Reihe, Schachtel 150, 1819.</ref>


Bemerkenswert ist, dass das Jahr [[1779]] angeführt wird, das für den in Hallein im [[Erzbistum Salzburg]] lebenden Adam Schmid natürlich keine Zensur darstellte. Denn es war das Jahr in dem das vormalige "Inn-Bayern" Teil der [[Habsburgermonarchie|österreichischen Monarchie]] wurde. In der selben Tabelle scheinen Sebastian Ampferl (* 1747, Kösching) und Aloys Kikinger
Bemerkenswert ist, dass das Jahr [[1779]] angeführt wird, das für den in Hallein im [[Erzbistum Salzburg]] lebenden Adam Schmid natürlich keine Zensur darstellte. Denn es war das Jahr in dem das vormalige "Inn-Bayern" Teil der [[Habsburgermonarchie|österreichischen Monarchie]] wurde. In der selben Tabelle scheinen Sebastian Ampferl (* 1747, Kösching) und Aloys Kikinger
<ref>[https://oesterreichwiki.org/wiki/Kickinger_(Arztfamilie) oesterreichwiki.org]</ref> (* 1785, Schärding) auf, die ebenfalls quiesziert wurden, da sie unter der österreichischen Regierung keine Anstellung erhielten.  
<ref>[https://oesterreichwiki.org/wiki/Kickinger_(Arztfamilie) oesterreichwiki.org]</ref> (* 1785, Schärding) auf, die ebenfalls quiesziert wurden, da sie unter der österreichischen Regierung keine Anstellung erhielten.  


== Landschaftsphysiker in Braunau ==
== [[Landschaftsphysikus]] in Braunau ==


Aus Schmidts Tätigkeit in Braunau hat sich auf Umwegen ein sogenannter "Doktorbericht" aus dem Jahr [[1803]] erhalten. Anton Maximilian Dominik Freiherr von (seit [[1814]]) Baldacci (* [[1762]]; † [[1841]])<ref>[https://www.deutsche-biographie.de/sfz1921.html#ndbcontent www.deutsche-biographie.de]</ref> stellte den "Topographisch-statistischer Entwurf für Österreich ob der Enns: Stiftungen, Armen- und Krankenhäuser, Beschaffenheit, Population und Kontribution einzelner Viertel" zusammen, der auch den Teil über das Innviertel enthielt.<ref>AT-OeStA/HHStA KA Nl Baldacci 11.</ref> Die drei Landschaftsphysiker des Innviertels Dr. Schmid (Braunau), Dr. Schneider (Schärding) und Dr. Ampferl (Ried) verfassten je einen Bericht für den "Topographisch-statistischer Entwurf". Im Jahr 1804 widmete sich Baldacci einem "Topographisch-statistischen Entwurf für [[Galizien]]".<ref>u.a. AT-OeStA/HHStA KA Nl Baldacci 4.</ref>
Aus Schmidts Tätigkeit in Braunau hat sich auf Umwegen ein sogenannter "Doktorbericht" aus dem Jahr [[1803]] erhalten. Anton Maximilian Dominik Freiherr von (seit [[1814]]) Baldacci (* [[1762]]; † [[1841]])<ref>[https://www.deutsche-biographie.de/sfz1921.html#ndbcontent www.deutsche-biographie.de]</ref> stellte den "Topographisch-statistischer Entwurf für Österreich ob der Enns: Stiftungen, Armen- und Krankenhäuser, Beschaffenheit, Population und Kontribution einzelner Viertel" zusammen, der auch den Teil über das Innviertel enthielt.<ref>AT-OeStA/HHStA KA Nl Baldacci 11.</ref> Die drei [[Landschaftsphysikus]] des Innviertels Dr. Schmid (Braunau), Dr. Schneider (Schärding) und Dr. Ampferl (Ried) verfassten je einen Bericht für den "Topographisch-statistischer Entwurf". Im Jahr 1804 widmete sich Baldacci einem "Topographisch-statistischen Entwurf für [[Galizien]]".<ref>u.a. AT-OeStA/HHStA KA Nl Baldacci 4.</ref>


Die Landschaftsärzte wurden vom Kreisamt aufgefordert zu berichten welche Epidemien im vergangenen Jahr geherrscht haben, über die geschehenen Fortschritte der Kuhpocken Impfung, wie auch die Meinung der Ärzte über "die beste Anstalt und Mittel der Beförderung der Kuhpocken Impfung".
Die Landschaftsärzte wurden vom Kreisamt aufgefordert zu berichten welche Epidemien im vergangenen Jahr geherrscht haben, über die geschehenen Fortschritte der Kuhpocken Impfung, wie auch die Meinung der Ärzte über "die beste Anstalt und Mittel der Beförderung der Kuhpocken Impfung".