Ignaz Niederhuber: Unterschied zwischen den Versionen
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Dr. '''Ignaz Niederhuber''', Namensvariante: Niederhueber (* [[20. Februar]] [[1754]] in Ingolstadt, [[Herzogtum Bayern]]; † nach 1811) war von [[1791]] bis [[1804]] Physikus von [[Radstadt]] und Arzt des Wildbades [[Gastein]]. | Dr. '''Ignaz Niederhuber''', Namensvariante: Niederhueber (* [[20. Februar]] [[1754]] in Ingolstadt, [[Herzogtum Bayern]]; † nach 1811) war von [[1791]] bis [[1804]] [[Physiker|Physikus]] von [[Radstadt]] und Arzt des Wildbades [[Gastein]]. | ||
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Vielmehr war es so, dass Niederhuber weiter in Radstadt arbeitete, denn [[1802]] wird er im Salzburger Schematismus noch als Physiker von Radstadt geführt.<ref>Hochfürstlich-Salzburgischer Hof- und Staats-Schematismus für das Jahr 1802, 44.</ref> | Vielmehr war es so, dass Niederhuber weiter in Radstadt arbeitete, denn [[1802]] wird er im Salzburger Schematismus noch als Physiker von Radstadt geführt.<ref>Hochfürstlich-Salzburgischer Hof- und Staats-Schematismus für das Jahr 1802, 44.</ref> | ||
== | == Badearzt in Gastein == | ||
Ein Jahr nach seinem Amtsantritt als saisonaler Badearzt im Wildbad Gastein publizierte Niederhuber das Büchlein: "Einige nothwendige praktische Erläuterungen über den nützlichen Gebrauch des im Hochgebirge des Erzstiftes Salzburg gelegenen Gasteiner Wildbades". Darin schreibt er, "daß in diesen heilsamen Wassern ein feines unsichtbares Wesen enthalten sey, in welchem der erste wahre Grundstoff der Wirkungen liege." Er nennt diesen Stoff auch ein "ätherisches Gas".<ref>Ignaz Niederhuber, Einige nothwendige praktische Erläuterungen über den nützlichen Gebrauch des im Hochgebirge des Erzstiftes Salzburg gelegenen Gasteiner Wildbades, Salzburg 1792, 11.</ref> In der Rezension seines Büchleins in der [[medicinisch chirurgische Zeitung|medicinisch chirurgischen Zeitung]] schreibt der (anonyme) Rezensent: "Rec. ist ganz anderer Meinung, und wird den Hrn. Verf. überzeugen, daß es sehr viel darauf ankomme, von diesem wirksamen Grundstoffe deutliche Begriffe zu haben, wenn man die bey diesem Bade beobachteten Wirkungen zu erklären sich unterfangen will". Der Rezensent hält die "Schwefelluft" für "heilsame und thätige Princip des Gasteiner Wildbades". | Ein Jahr nach seinem Amtsantritt als saisonaler Badearzt im Wildbad Gastein publizierte Niederhuber das Büchlein: "Einige nothwendige praktische Erläuterungen über den nützlichen Gebrauch des im Hochgebirge des Erzstiftes Salzburg gelegenen Gasteiner Wildbades". Darin schreibt er, "daß in diesen heilsamen Wassern ein feines unsichtbares Wesen enthalten sey, in welchem der erste wahre Grundstoff der Wirkungen liege." Er nennt diesen Stoff auch ein "ätherisches Gas".<ref>Ignaz Niederhuber, Einige nothwendige praktische Erläuterungen über den nützlichen Gebrauch des im Hochgebirge des Erzstiftes Salzburg gelegenen Gasteiner Wildbades, Salzburg 1792, 11.</ref> In der Rezension seines Büchleins in der [[medicinisch chirurgische Zeitung|medicinisch chirurgischen Zeitung]] schreibt der (anonyme) Rezensent: "Rec. ist ganz anderer Meinung, und wird den Hrn. Verf. überzeugen, daß es sehr viel darauf ankomme, von diesem wirksamen Grundstoffe deutliche Begriffe zu haben, wenn man die bey diesem Bade beobachteten Wirkungen zu erklären sich unterfangen will". Der Rezensent hält die "Schwefelluft" für "heilsame und thätige Princip des Gasteiner Wildbades". | ||
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== Wegzug aus Salzburg == | == Wegzug aus Salzburg == | ||
Ab [[1806]] kann wieder das Lexikon von Hirsch herangezogen werden. Niederhuber ging | Niederhuber verließ Radstadt um den Jahreswechsel 1803/04 in der Phase der Organisierung des Sanitätswesens unter der Leitung von Dr. [[Johann Jakob Hartenkeil|Hartenkeil]]. Statt des bereits abwesenden Dr. Niederhuber verfasste Ferdinand [[Pichl (Adelsgeschlecht)|von Pichl]] als Stadtrichter das "Verzeichnis was der abgetretene Landschaftsphysikus verflossenes Jahr 1803 an Gehalt, Bestallungen, Naturalien und ämtlichen Akcidentien bezogen hat". Es waren übrigens (inklusive ein Schaff Weizen und ein Schaff Roggen) 428fl 24Kr.<ref>SLA churf u k.k. österr Reg XI 025.</ref> Ab [[1806]] kann wieder das Lexikon von Hirsch herangezogen werden. Niederhuber ging als Landgerichtsphysicus nach Eggenfelden in Bayern und [[1809]] in gleicher Eigenschaft nach Moosburg. <ref>August Hirsch, Hg., Biographisches Lexikon der hervorragenden Aerzte Aller Zeiten und Völker Bd.4, 1886 Wien und Leipzig, 369-370.</ref> | ||
Hervorzuheben sind noch die zahlreichen zum Thema der "medizinischen Polizei" herausgegebenen Werke (s.u.).[[1811]] wurde Ignaz Niederhuber als Physiker von Moosburg zum korrespondierenden Mitglied der "kameralistisch=ökonnomische Societät" ernannt.<ref>"[[Salzburger Zeitung]]", 24. Juli 1811.</ref> | |||
== Werk == | == Werk == | ||
* "Theorie von den Kräften des Mechanismus des menschlichen Körpers etc. " (München und Leipzig 1786) | * "Theorie von den Kräften des Mechanismus des menschlichen Körpers etc. " (München und Leipzig 1786) | ||
* "Abhandlung über die jetzt epidemisch herschende Viehseuche der gelbe Schelm genannt, für gegenwärtige und zukünftige Zeiten" (München 1790) | * "Abhandlung über die jetzt epidemisch herschende Viehseuche der gelbe Schelm genannt, für gegenwärtige und zukünftige Zeiten" (München 1790) | ||
* "Einige nothwendige praktische Erläuterungen über den nützlichen Gebrauch des im Hochgebirge des Erzstiftes Salzburg gelegenen Gasteiner Wildbades" (Salzburg 1792) | |||
* "Entwurf einer medicinischen Polizeypflege bei herrschenden Viehseuchen" (Salzburg u. Graz 1793) | * "Entwurf einer medicinischen Polizeypflege bei herrschenden Viehseuchen" (Salzburg u. Graz 1793) | ||
* "Ueber die menschlichen Temperamente" (Wien 1798) | * "Ueber die menschlichen Temperamente" (Wien 1798) | ||