Sigmund-Haffner-Gasse: Unterschied zwischen den Versionen
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[[Bild:Sigmund_Haffner_Gasse.jpg|thumb|Blick von Süden nach Norden in der Sigmund-Haffner-Gasse in der Salzburger [[Altstadt]] gegen das [[Salzburger Rathaus]], im Bild auch einer der das Altstadtbild prägenden [[Fiaker]] | [[Bild:Sigmund_Haffner_Gasse.jpg|thumb|Blick von Süden nach Norden in der Sigmund-Haffner-Gasse in der Salzburger [[Altstadt]] gegen das [[Salzburger Rathaus]], im Bild auch einer der das Altstadtbild prägenden [[Fiaker]].]] | ||
[[Datei:Sigmund-Haffner-Gasse 1950.jpg|thumb|Die Sigmund-Haffner-Gasse 1950.]] | |||
[[ | [[Datei:Sigmund_Haffner_Gasse_Salzburg_2020.jpg|thumb|Blick von Norden nach Süden.]] | ||
[[Datei: | [[Datei:Gedenktafel_Adolf_Kolping_Gesellenverein.jpg|thumb|Gedenktafel für [[Adolph Kolping]] am [[Hotel Elefant]].]] | ||
Die '''Sigmund-Haffner-Gasse''' befindet sich zwischen dem [[Salzburger Rathaus]] und dem [[Franziskanerkloster]] in der [[Altstadt]] der [[Stadt Salzburg]]. | |||
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Die | == Geschichte == | ||
Die Sigmund-Haffner-Gasse ist eine der ältesten Gassen in der Altstadt. Sie ist nach dem gleichnamigen [[Bürgermeister der Stadt Salzburg|Bürgermeister]] von Salzburg, [[Sigmund Haffner]] (* [[1699]], † [[1772]]), benannt, der im Haus Nr. 6 wohnte. | |||
Der obere, der südliche Teil dieser Gasse (erste urkundliche Erwähnung [[1285]]), bisweilen die ganze Gasse, hieß seinerzeit "Abtsgasse" (nach dem [[Abt der Benediktiner-Erzabtei St. Peter|Abt von St. Peter]]), im [[18. Jahrhundert|18.]] und [[19. Jahrhundert]] "Kirch"- oder "Pfarrgasse", da die [[Franziskanerkirche]] lange Zeit die Stadtpfarrkirche war. | |||
Der untere, der nördliche Teil hatte in älterer Zeit den Namen "Habermarkt" − vom [[Ritzerbogen]] und der [[Churfürststraße]] abwärts − bzw. "Milchmarkt" oder "Milchgasse" − in der Hälfte zwischen Ritzerbogen und [[Rathaus der Stadt Salzburg|Rathaus]]. | |||
Der | Der heutige Name wurde im Jahr [[1873]] festgelegt. | ||
Im [[20. Jahrhundert]] wurde der Straßenbelag erneut, zuletzt [[1999]]. Bei dieser Pflasterung handelte es sich um Beton, auf den eine schmale Schicht aus [[Granit]] geklebt wurde ("Topstone"). Diese Verbindung löste sich im Laufe von 25 Jahren langsam auf und daher wurde von [[25. September]] bis [[29. November]] [[2024]] die Sigmund-Haffner-Gasse neu gepflastert. Es wurden Granitpflasterplatten und ein Rigol (Mittelrinne für die Entwässerung) aus Herschenberger Granit verlegt. Die Kosten dafür betrugen 270.000 Euro.<ref>{{Quelle SN|21. September 2024, Lokalteil Seite 11}}</ref> | |||
== Gebäude == | == Gebäude == | ||
Die ältesten Gebäude stammen aus dem [[11. Jahrhundert]]. | Die ältesten Gebäude stammen aus dem [[11. Jahrhundert]]. | ||
=== | === Gebäude im unteren, nördlichen Teil === | ||
'''Nr. 1.''' "[[Hauptmautamt|Mauthaus]]", früher ''Landschadenhaus'', ''Grafendorferhaus'', dann eben ''fürstliches Mauthaus'' ([[1613]]), ''Hauptmaut'' ([[1775]]) und seit [[1802]] ''Hauptmautamt'', später Kaufhaus mit dem [[Sgraffito am Thalhammer-Haus von Karl Reisenbichler|Sgraffito von Karl Reisenbichler]]. | |||
'''Nr. | '''Nr. 4.''' Im [[Hotel Elefant]] gründete [[Adolph Kolping]] am [[12. Mai]] [[1852]] den ersten Salzburger katholischen Gesellenverein. | ||
'''Nr. | '''Nr. 6.''' "[[Haffnerhaus]]". Das Gebäude, heute Durchgang zum [[Schatz-Durchhaus]], war der Sitz verschiedener Handelshäuser, so | ||
* der [[Ludwig Alt|Alt]] ([[Wilhelm Alt]], Vater der [[Salome Alt]], die in diesem Haus geboren wurde<ref>Franz Martin: ''99. Altenau'', MGSLK 84/85 (1944/45) S. 63 = derselbe, ''[[Hundert Salzburger Familien]]'' S. 315.</ref>), | |||
* der [[Laimprucher]] und [[Kaltenhauser]] sowie | |||
* der [[Sigmund Haffner|Haffner]] und [[Triendl]]. | |||
'''Nr. | '''Nr. 7-9.''' "[[Elsenheimersche Haus]]", auch "Gusettihaus": In den Häusern Nr.n 7 und 9, Ecke Churfürststraße, schräg gegenüber dem Ritzerbogen, waren der [[Gasthof zu den drei Kronen]] und später die [[Christlmayr'sche Handlung]] | ||
'''Nr. | '''Nr. 8.''' "Lamberghaus", früher "Schloßganglhaus". Zu den Besitzern zählte [[Ludwig Alt|Ludwig (II.) Alt "der Älteste"]] (* ca. 1484, † 1554); später war der Besitz geschossweise aufgeteilt, zu den Besitzer gehörten zB 1813 die [[Triendl]]s, [[Schloßgangl von Edlenbach]], [[Schallhammer]]s und die [[Koflern|Koflerischen]] Schwestern.<ref> [[Franz Xaver Weilmeyr|Franz X. Weilmeyr]]: Salzburg, die Hauptstadt des Salzach-Kreises. Ein Hand- und Addreß-Buch für Jedermann. Salzburg 1813. In der Mayer’schen Buchhandlung [http://books.google.at/books?id=ZIwAAAAAcAAJ&pg=PA265&lpg=PA265&dq=Schlo%C3%9Fganglhaus&source=bl&ots=B9xGVpMlG9&sig=mBDbZ-HtRvjiWBXr_BJFFN4ZCPI&hl=de&ei=IM4xTaibI8j5sgbV6bCvCg&sa=X&oi=book_result&ct=result&resnum=3&ved=0CCMQ6AEwAg#v=onepage&q=Schlo%C3%9Fganglhaus&f=false S. 265;] Franz Martin aaO MGSLK 78 (1938) S. 158 (Koflern) und 162 (Schallhammer) = ''[[Hundert Salzburger Familien]]'' S. 201 u.206.</ref> | ||
'''Nr. | Nach Osten führt die [[Churfürststraße]] zum [[Alter Markt|Alten Markt]]. | ||
=== Gebäude im oberen, südlichen Teil=== | |||
'''Nr. 10.''' Das [[Ritzerbogenhaus]] mit dem [[Ritzerbogen]]. | |||
'''Nr. 12.''' | '''Nr. 12.''' Das [[Steinhauserhaus]], mit dem [[Zipfer Bierhaus]] | ||
'''Nr. | '''Nr. 14.''' "Baron [[Pranckh|Prankh]]-Haus", [[1775]] auch ''Robinighaus'' genannt, 1813 Sigmund von Robinig, 1816 Eisenhändler von Robening, 1858 Karl Buchsbaum | ||
'''Nr. 16.''' Es folgt der [[Langenhof]], so benannt da er der Familie von Fürsterzbischof [[Matthäus Lang]] gehörte. [[1670]] wurde er von der Familie der [[Kuenburger]] in die heutige Form umgebaut. | |||
'''Nr. 18.''' Universitätsgebäude, ehemaliges "[[Verlag_Anton_Pustet#.C3.84ra_Pustet|Pustet-Haus]]"; bekannte Bewohner war [[Joseph Freiherr von Weiß]], Politiker, Jurist und erster [[Landeshauptleute in Salzburg|Landeshauptmann]] von [[Salzburg (Bundesland)|Salzburg]]. | |||
'''Nr. 20.''' [[Kapellhaus]], ehemalige Unterkunft und Schule der Kapellknaben (= Sängerknaben) des [[Dom]]s. An der Ostfassade das Wappen des Fürsterzbischofs [[Maximilian Gandolf Graf von Kuenburg]]. Seit 1964 ein Studentenheim mit Mensa im westlichen Parterre. | |||
'''Nr. | |||
'''Nr. | '''Nr. 22.''' An der Ecke Sigmund-Haffner-Gasse - [[Franziskanergasse]] befindet sich das [[Rupertinum (Gebäude)|Gebäude]] des ehemaligen [[Collegium Rupertinum]], in dem heute das [[Museum Rupertinum]] untergebracht ist, ein Gebäude, das in der Länge bis zum [[Max-Reinhardt-Platz]] reicht. Es wurde von [[Fürsterzbischof]] [[Paris Graf Lodron]] erbaut und war ein Heim für Studenten der von ihm gegründeten [[Benediktineruniversität]] und des [[Geschichte des Benediktiner-, Staats- und Akademischen Gymnasiums|Salzburger Gymnasium]]s. | ||
Parallel, an der linken Gassenseite, stehen der [[Toskanatrakt]] mit der [[Dietrichsruh]], gefolgt von der [[Franziskanerkirche]]. | |||
== Prominente Bewohner == | == Prominente Bewohner == | ||
Prominente Bewohner der Sigmund-Haffner-Gasse waren etwa [[Wolf Dietrich von Raitenau]] (* [[1559]] | Prominente Bewohner der Sigmund-Haffner-Gasse waren etwa [[Wolf Dietrich von Raitenau]] (* [[1559]], † [[1617]] ), der von [[1587]] bis [[1612]] [[Salzburger Erzbischöfe|Fürsterzbischof]] von Salzburg war, seine Geliebte [[Salome Alt]] (* [[1568]], † [[1663]]); (im Haus Sigmund-Haffner-Gasse 6) oder [[Heinrich Ignaz Franz Biber]] (* [[1644]], † [[1704]]). | ||
== Geschäfte == | == Geschäfte == | ||
'''Nr. | '''Nr. 1.''' Am Beginn der Sigmund-Haffner-Gasse befand sich früher das bekannten Salzburger [[Textilhaus Thalhammer]] mit Eingang vom [[Rathausplatz (Stadt Salzburg)|Rathausplatz]]. | ||
'''Nr. | '''Nr. 3.''' Das Geschäft [[J. Schiessendoppler Inh. B. Spitz]], Besitzer Dipl. Kfm. Dr. [[Burkhard Spitz]], existiert heute nicht mehr. | ||
'''Nr. 10.''' Die traditionsreiche [[Buchhandlung Höllrigl]]. | '''Nr. 10.''' Die traditionsreiche [[Buchhandlung Höllrigl]]. | ||
'''Nr. | '''Nr. 12.''' Restaurant [[Zipfer Bierhaus]] | ||
'''Nr. 16.''' In [[Scio's Specereyen]] wurden die original Venusbrüstchen nach altem Rezept angeboten. Die Praline galt bereits zu Mozarts Zeiten als Delikatesse. Die Familie [[Rigaud]] führte diese Tradition in Salzburg bis zur Schließung des Lokals im Herbst 2010 fort. | |||
== Bilder == | == Bilder == | ||
{{Bildkat}} | {{Bildkat}} | ||
==Quellen== | == Quellen == | ||
* [ | * [https://maps.stadt-salzburg.at/#zoom=5&lat=47.79903&lon=13.04414&layers=0-661&feature=661-gisdb.25454 maps.stadt-salzburg.at] Information im [[Digitaler Stadtplan von Salzburg|digitalen Stadtplan von Salzburg]] | ||
{{Quelle Franz Martin}} | {{Quelle Franz Martin}} | ||
* [[Franz Martin|Martin, Franz]]: ''Salzburg, ein Führer durch seine Geschichte und Kunst'', | * [[Franz Martin|Martin, Franz]]: ''[[Salzburg, ein Führer durch seine Geschichte und Kunst#Die Ausgaben im Überblick|Salzburg, Geschichte und Kunst dieser Stadt]]'', [[Verlag "Das Bergland-Buch"]], 1952 | ||
{{Quelle Heimatkunde Hübl}} | * {{Quelle Heimatkunde Hübl}} | ||
* Martin | * Franz Martin: ''Beiträge zur Salzburger Familiengeschichte'', in: [[Mitteilungen der Gesellschaft für Salzburger Landeskunde]] (MGSLK) [[Mitteilungen_der_Gesellschaft_für_Salzburger_Landeskunde_1901-1940#MGSLK_78.2C_1938|Band 78]] (1938), [[Mitteilungen der Gesellschaft für Salzburger Landeskunde 1941-1979#MGSLK 84/85, 1944/45|Band 84/85 (1944/45)]] | ||
* | * Franz Martin: ''[[Hundert Salzburger Familien]]'' (Verlag der Gesellschaft für Salzburger Landeskunde, Salzburg [[1946]]) S. 201, 206, 315. | ||
* [ | * {{wikipedia-de}} | ||
* [[Franz Valentin Zillner]]: ''Geschichte der Stadt Salzburg'', [https://archive.org/details/bub_gb_M5MJAAAAIAAJ/page/n351 Seiten 337ff] | |||
== | == Einzelnachweise == | ||
<references/> | <references/> | ||