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Der Fürsterzbischof schenkte den ''[[Atlas Salisburgensis]]'' von [[Joseph Jakob Fürstaller]] seinem Weg- und Baukommissär [[Johann Elias von Geyer]] und den [[Der Fürstaller|Globus]] von Fürstaller der [[Benediktineruniversität]]. Dieser wurde bald mit Staub und Moder bedeckt, der Atlas nach dem Tode Geyers am [[28. April]] [[1791]] öffentlich versteigert, [[Joachim Ferdinand von Schidenhofen|Hofrath von Schidenhofen]] erstand ihn um 7 [[Florin|fl]] 80 kr.
 
Der Fürsterzbischof schenkte den ''[[Atlas Salisburgensis]]'' von [[Joseph Jakob Fürstaller]] seinem Weg- und Baukommissär [[Johann Elias von Geyer]] und den [[Der Fürstaller|Globus]] von Fürstaller der [[Benediktineruniversität]]. Dieser wurde bald mit Staub und Moder bedeckt, der Atlas nach dem Tode Geyers am [[28. April]] [[1791]] öffentlich versteigert, [[Joachim Ferdinand von Schidenhofen|Hofrath von Schidenhofen]] erstand ihn um 7 [[Florin|fl]] 80 kr.
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Sisigmund hatte auch manche Schrullen: So lud er mehrmals am Namenstag des hl. Josef Adelige bei Hofe ein, die diesen Vornamen trugen. Auch verbot er im Jahre [[1756]],  "daß Brautleute im [[Dom]] und in der
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Sigismund hatte auch manche Schrullen: So lud er mehrmals am Namenstag des hl. Josef Adelige bei Hofe ein, die diesen Vornamen trugen. Auch verbot er im Jahre [[1756]],  "daß Brautleute im [[Dom]] und in der
 
[[Dreifaltigkeitskirche]] ohne Musik einziehen, widrigenfalls die Trauung nicht erfolgen dürfe".
 
[[Dreifaltigkeitskirche]] ohne Musik einziehen, widrigenfalls die Trauung nicht erfolgen dürfe".
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Ein vernichtendes Bild hingegen entwirft [[Karl Graf von Zinzendorf]], der im Jahre [[1764]] eine Woche in Salzburg weilte und den Fürsterzbischof in einem Bericht folgendermaßen charakterisierte: "Der jezige Souverain ist Sigmund Christoph Graf von Schrattenbach. Da sonst an diese Gestal des Leibes kein Schluß auf die Gemüths-Eigenschafften noch auf die Kräffte der Seele eines Menschen zu machen ist, so trifft hier beides gar wol zusammen. So unansehnlich die äußere Gestalt dieses Fürsten ist, so schwach sind auch die Kräffte seines Geistes, so wenig erhaben seine Gemüths-Eigenschafften. Er ist klein an Person, hager, ältlich und besonders wegen der wunderbaren Verenderung seiner Augen sehr unangenehm. Nichts edles blickt aus seiner Gesichtsbildung hervor, und so herrschen auch in seiner Seele die kleinsten Vorurtheile des Pöbels. Seine Religion ist nicht vernünftige und geziemende Verehrung des Stiffters der christlichen Kirche, sondern vielmehr eine unverständige Bigoterie, welche wie es gemeiniglich zu geschehen pflegt, mit keinem exemplarischen Wandel verbunden ist. Den Trunk, dem er ergeben, rechnet er für kein Laster, wol aber die Unzucht."
 
Ein vernichtendes Bild hingegen entwirft [[Karl Graf von Zinzendorf]], der im Jahre [[1764]] eine Woche in Salzburg weilte und den Fürsterzbischof in einem Bericht folgendermaßen charakterisierte: "Der jezige Souverain ist Sigmund Christoph Graf von Schrattenbach. Da sonst an diese Gestal des Leibes kein Schluß auf die Gemüths-Eigenschafften noch auf die Kräffte der Seele eines Menschen zu machen ist, so trifft hier beides gar wol zusammen. So unansehnlich die äußere Gestalt dieses Fürsten ist, so schwach sind auch die Kräffte seines Geistes, so wenig erhaben seine Gemüths-Eigenschafften. Er ist klein an Person, hager, ältlich und besonders wegen der wunderbaren Verenderung seiner Augen sehr unangenehm. Nichts edles blickt aus seiner Gesichtsbildung hervor, und so herrschen auch in seiner Seele die kleinsten Vorurtheile des Pöbels. Seine Religion ist nicht vernünftige und geziemende Verehrung des Stiffters der christlichen Kirche, sondern vielmehr eine unverständige Bigoterie, welche wie es gemeiniglich zu geschehen pflegt, mit keinem exemplarischen Wandel verbunden ist. Den Trunk, dem er ergeben, rechnet er für kein Laster, wol aber die Unzucht."
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Daß Fürsterzbischof Schrattenbach in der Tat von der Natur nicht durch ein schönes Gesicht bevorzugt war, zeigt ein Messingrelief des Salzburger Büchsenmachers Martin Gizl, das Sisigmund im Profil darstellt. Mit hartem Realismus ist Siegmund in verblüffender Häßlichkeit darauf abgebildet. Auffallend ist vor allem seine eingefallene Sattelnase - wie sie bei Syphilitikern manchmal vorkommt. Ein ebenso häßliches Profil Schrattenbachs ist auf einem Elfenbeinrelief im [[Salzburg Museum]] zu finden. Die meisten Schrattenbach-Porträts sind allerdings sehr idealisiert dargestellt.
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Daß Fürsterzbischof Schrattenbach in der Tat von der Natur nicht durch ein schönes Gesicht bevorzugt war, zeigt ein Messingrelief des Salzburger Büchsenmachers Martin Gizl, das Sigismund im Profil darstellt. Mit hartem Realismus ist Siegmund in verblüffender Häßlichkeit darauf abgebildet. Auffallend ist vor allem seine eingefallene Sattelnase - wie sie bei Syphilitikern manchmal vorkommt. Ein ebenso häßliches Profil Schrattenbachs ist auf einem Elfenbeinrelief im [[Salzburg Museum]] zu finden. Die meisten Schrattenbach-Porträts sind allerdings sehr idealisiert dargestellt.
    
Noch schärfer in seiner Kritik Schrattenbach gegenüber ist Graf Zin%endorf in seinem Tagebuch, in dem er eine Reihe von Beobachtungen über den Fürsterzbischof anführt. Er vermerkt, daß man sich über ihn lustig
 
Noch schärfer in seiner Kritik Schrattenbach gegenüber ist Graf Zin%endorf in seinem Tagebuch, in dem er eine Reihe von Beobachtungen über den Fürsterzbischof anführt. Er vermerkt, daß man sich über ihn lustig
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