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Über seine Tochter Johanna Spängler (* [[1882]]; † [[1973]]), verheiratet mit dem Schuldirektor in Krems, Rupert Holzapfel (* [[1868]]; † [[1940]]), kam die Sammlung aus dem Nachlass von dessen Tochter Gertraud Holzapfel (* [[1917]]; † [[2001]]), verheiratet Saska in Krems, an [[Otto Holzapfel]] (* [[1941]]) in [[Freiburg im Breisgau]] in [[Deutschland]].  
 
Über seine Tochter Johanna Spängler (* [[1882]]; † [[1973]]), verheiratet mit dem Schuldirektor in Krems, Rupert Holzapfel (* [[1868]]; † [[1940]]), kam die Sammlung aus dem Nachlass von dessen Tochter Gertraud Holzapfel (* [[1917]]; † [[2001]]), verheiratet Saska in Krems, an [[Otto Holzapfel]] (* [[1941]]) in [[Freiburg im Breisgau]] in [[Deutschland]].  
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Die Briefe sind zum Teil übertragen, zum Teil zusammenfassend registriert; eine genauere Auswertung steht noch aus. Die ältesten Briefe stammen aus der Beziehung zwischen [[Franziska Kobler|Franziska "Fanny" Kobler]] (* [[1796]]; † [[1886]]) und Franz ''Francesco'' Castelli (* 1796; † [[1832]]). Deren Tochter [[Zäzilia Amalia Kobler]] wird [[1821]] geboren und heiratet [[1846]] [[Richard Franz Schlegel]], stirbt aber bei der Geburt des ersten Kindes [[1848]]. Diese Tochter, [[Franziska Schlegel|Franziska "Fanni" Schlegel]] (* [[1848]]; † [[1905]]), heiratet [[1872]] in der [[Stadt Salzburg]] den späteren Oberlandesgerichtsrat in Krems, den oben genannten Dr. Franz Xaver Spängler. Ein großer Teil des Briefwechsels spiegelt die besonders enge Beziehung zwischen Großmutter "Fanny" und Enkelkind "Fanni".<ref>Trotz unterschiedlicher Schreibweise in den Briefen vereinheitliche ich [O. H.] zu Großmutter "Fanny" [Kobler] und Enkelin "Fanni" [Schlegel-Spängler].</ref>
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Die Briefe sind zum Teil übertragen, zum Teil zusammenfassend registriert; eine genauere Auswertung steht noch aus. Die ältesten Briefe stammen aus der Beziehung zwischen [[Franziska Kobler|Franziska "Fanny" Kobler]] (* [[1796]]; † [[1886]]) und Franz ''Francesco'' Castelli (* 1796; † [[1832]]). Deren Tochter [[Zäzilia Amalia Schlegel]] wird [[1821]] geboren und heiratet [[1846]] [[Richard Franz Schlegel]], stirbt aber bei der Geburt des ersten Kindes [[1848]]. Diese Tochter, [[Franziska Schlegel|Franziska "Fanni" Schlegel]] (* [[1848]]; † [[1905]]), heiratet [[1872]] in der [[Stadt Salzburg]] den späteren Oberlandesgerichtsrat in Krems, den oben genannten Dr. Franz Xaver Spängler. Ein großer Teil des Briefwechsels spiegelt die besonders enge Beziehung zwischen Großmutter "Fanny" und Enkelkind "Fanni".<ref>Trotz unterschiedlicher Schreibweise in den Briefen vereinheitliche ich, [[Otto Holzapfel]], zu Großmutter "Fanny" [Kobler] und Enkelin "Fanni" [Schlegel-Spängler].</ref>
    
== 1843 ==
 
== 1843 ==
 
==== Brief vom 10. Jänner 1843 aus Stuttgart an Zäzilia Amalia Kobler ====
 
==== Brief vom 10. Jänner 1843 aus Stuttgart an Zäzilia Amalia Kobler ====
Brief an [[Zäzilia Amalia Kobler]]; Briefe gesammelt in einem steifen, hellblauen Schmuckkuvert; ein Bogen Seidenpapier, gefaltet, "Fräulein Amalie", graue Klebemarke "White Hall":<br /> ''Verehrtes Fräulein! Daß ich nicht mehr in gutem Andenken bey Ihnen stehe, muß ich mir stets zurufen, nachdem ich, gegebenes Versprechen zuwider, ein Jahr verstreichen ließ, ohne von Ihrer gütigen Erlaubniß der schriftlichen Unterhaltung mit Ihnen, Gebrauch zu machen.'' [… flüchtig gelesen] (Sie haben sich "im vorigen Sommer" kennengelernt; er lebt jetzt in besseren Verhältnissen und wünscht als "einziges Glück" ein Leben an ihrer Seite.) ''Wollen Sie mein werden für immer?'' [… flüchtig gelesen] ''Unter aufrichtigen Grüßen verbleibt Ihr gehorsamer Diener Ph Reichmann.'' [mit Adresse in Stuttgart]
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Brief an [[Zäzilia Amalia Schlegel]]; Briefe gesammelt in einem steifen, hellblauen Schmuckkuvert; ein Bogen Seidenpapier, gefaltet, "Fräulein Amalie", graue Klebemarke "White Hall":<br /> ''Verehrtes Fräulein! Daß ich nicht mehr in gutem Andenken bey Ihnen stehe, muß ich mir stets zurufen, nachdem ich, gegebenes Versprechen zuwider, ein Jahr verstreichen ließ, ohne von Ihrer gütigen Erlaubniß der schriftlichen Unterhaltung mit Ihnen, Gebrauch zu machen.'' [… flüchtig gelesen] (Sie haben sich "im vorigen Sommer" kennengelernt; er lebt jetzt in besseren Verhältnissen und wünscht als "einziges Glück" ein Leben an ihrer Seite.) ''Wollen Sie mein werden für immer?'' [… flüchtig gelesen] ''Unter aufrichtigen Grüßen verbleibt Ihr gehorsamer Diener Ph Reichmann.'' [mit Adresse in Stuttgart]
 
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[[Datei:Brief vom 10. Januar 1843, Adresse.JPG|thumb|Brief vom 10. Jänner 1843.]]
 
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==== Brief vom 15. Jänner 1843 an [Nr. 39<ref>"Nr. 39" bezieht sich auf die Kekulé-Sosa-Nummerierung in der Aufstellung des Stammbaums bei 'Geneanet oholzapfel' ([https://de.geneanet.org/profil/oholzapfel de.geneanet.org]).</ref>] Amalie Kobler-Castelli ====
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==== Brief vom 15. Jänner 1843 an Amalie Kobler-Castelli ====
Cäcilia Amalia (Amalie, Mali) Kobler-Castelli [[Zäzilia Amalia Kobler]] (* 1821; † 1848) [flüssige, gute Schrift, etwas verblasst; Bogen, gefaltet, rotes Lacksiegel "K.[?] D"; Stempel "Kufstein 18. Jän." und "Salzburg 19. Jan."; auf der Adressenseite Tinte verlaufen; vgl. folgenden Gegenbrief vom 22. Jänner 1843]:<br />
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Cäcilia Amalia (Amalie, Mali) Kobler-Castelli, [Nr. 39<ref>"Nr. 39" bezieht sich auf die Kekulé-Sosa-Nummerierung in der Aufstellung des Stammbaums bei 'Geneanet oholzapfel' ([https://de.geneanet.org/profil/oholzapfel de.geneanet.org]).</ref>], [[Zäzilia Amalia Schlegel]] (* 1821; † 1848) [flüssige, gute Schrift, etwas verblasst; Bogen, gefaltet, rotes Lacksiegel "K.[?] D"; Stempel "Kufstein 18. Jän." und "Salzburg 19. Jan."; auf der Adressenseite Tinte verlaufen; vgl. folgenden Gegenbrief vom 22. Jänner 1843]:<br />
 
''A Mademoiselle Mademoiselle Amalie de Castelli à Salzburg. abzugeben in Kobler’s Bräuhause. - Kufstein am 15ten Jänner 1843. Liebe Malie! Fanni’s Zigeuner mit seiner Auswahl von unglücklichen Tagen war ein Gaudieb, denn jener Tag an dem ich abreisete [!] wurd zu den glücklichen gezählt und er gehörte wahrlich zu den Bösen, denn ich hatte unangenehmes Wetter, schlechten Weg, wurde in Unken'' [am Steinpass, Anm.] ''erbärmlich geschnürt [!], kam nicht weiter bis Kößen'' [Kössen, 23 km vor Kufstein, Anm.] '', und überdies Alles- mußte ich nicht von Ihnen fort!? Sie sind ein schlechter Kor[r]espondent werden Sie mir sagen und ich gestehe es Ihnen sogar zu, ja ich gestehe Ihnen noch mehr, daß ich in dieser Beziehung schon Schand und Spott zu tragen gewohnt bin, aber diesmal möchten Sie doch zu schnell mich verdammt haben und um Sie zu überzei[u]gen werde ich Ihnen jenen Tag verwehren: wie bekannt reisete ich den 9ten Morgens von Salzburg ab kam jedoch nicht weiter als Kößen, den 10ten nach Kufstein, wo ich um 11 Uhr eintraf- Nachmittags suchte ich eine Wohnung und informirte mich über die hiesigen Verhältniße, die ich in dem Grade ungünstig fand, daß ich allsogleich nach Innsbruck abzureisen beschloß, um durch eine dem Obersten zu schenkende Aufmerksamkeit eine baldige Veränderung zu erwirken, am 11ten Vormittags stattete ich meine Dienstbesuche ab, wobei ich dem Festungs Kommandanten bekanntgab, daß ich am 12ten mit dem Gesellschaftswagen nach Innsbruck abzureisen Willens sei- Nachmittags suchte ich wieder Quartier und konnte noch keines finden, des Abend‘s ward ich bei Weißbarth geladen,- den 12ten fuhr ich nach Innsbruck, den 13ten Vormittags machte ich meine dienstlichen Gänge, des Nachmittags besuchte ich die Waßerheilanstalt zu Mühlau und den Abend brachte ich in der Kama[e]raden Gesellschaft zu,- den 14ten fuhr ich wieder zurück und den 15ten meldete ich wieder meine Rückkunft und daß ich Inspektion auf der Festung bekäme, von wo ich, der vom Schicksale verfolgte, inmitten Unglücklicher Ihnen liebe Marlie dies berichte, und hoffe, durch diesen strengen Ausweis meiner Zeit vollkommen gerech[t]fertigt vor Ihnen zu erscheinen.  
 
''A Mademoiselle Mademoiselle Amalie de Castelli à Salzburg. abzugeben in Kobler’s Bräuhause. - Kufstein am 15ten Jänner 1843. Liebe Malie! Fanni’s Zigeuner mit seiner Auswahl von unglücklichen Tagen war ein Gaudieb, denn jener Tag an dem ich abreisete [!] wurd zu den glücklichen gezählt und er gehörte wahrlich zu den Bösen, denn ich hatte unangenehmes Wetter, schlechten Weg, wurde in Unken'' [am Steinpass, Anm.] ''erbärmlich geschnürt [!], kam nicht weiter bis Kößen'' [Kössen, 23 km vor Kufstein, Anm.] '', und überdies Alles- mußte ich nicht von Ihnen fort!? Sie sind ein schlechter Kor[r]espondent werden Sie mir sagen und ich gestehe es Ihnen sogar zu, ja ich gestehe Ihnen noch mehr, daß ich in dieser Beziehung schon Schand und Spott zu tragen gewohnt bin, aber diesmal möchten Sie doch zu schnell mich verdammt haben und um Sie zu überzei[u]gen werde ich Ihnen jenen Tag verwehren: wie bekannt reisete ich den 9ten Morgens von Salzburg ab kam jedoch nicht weiter als Kößen, den 10ten nach Kufstein, wo ich um 11 Uhr eintraf- Nachmittags suchte ich eine Wohnung und informirte mich über die hiesigen Verhältniße, die ich in dem Grade ungünstig fand, daß ich allsogleich nach Innsbruck abzureisen beschloß, um durch eine dem Obersten zu schenkende Aufmerksamkeit eine baldige Veränderung zu erwirken, am 11ten Vormittags stattete ich meine Dienstbesuche ab, wobei ich dem Festungs Kommandanten bekanntgab, daß ich am 12ten mit dem Gesellschaftswagen nach Innsbruck abzureisen Willens sei- Nachmittags suchte ich wieder Quartier und konnte noch keines finden, des Abend‘s ward ich bei Weißbarth geladen,- den 12ten fuhr ich nach Innsbruck, den 13ten Vormittags machte ich meine dienstlichen Gänge, des Nachmittags besuchte ich die Waßerheilanstalt zu Mühlau und den Abend brachte ich in der Kama[e]raden Gesellschaft zu,- den 14ten fuhr ich wieder zurück und den 15ten meldete ich wieder meine Rückkunft und daß ich Inspektion auf der Festung bekäme, von wo ich, der vom Schicksale verfolgte, inmitten Unglücklicher Ihnen liebe Marlie dies berichte, und hoffe, durch diesen strengen Ausweis meiner Zeit vollkommen gerech[t]fertigt vor Ihnen zu erscheinen.  
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==== Brief vom 22. Jänner 1843 von [Nr. 39] Amalie Kobler-Castelli ====  
 
==== Brief vom 22. Jänner 1843 von [Nr. 39] Amalie Kobler-Castelli ====  
Cäcilia Amalia Kobler-Castelli (* 1821; † 1848) [[Zäzilia Amalia Kobler]] [manche Wörter und Wortanfänge kräftig durchgestrichen XXX und neu geschrieben, z.T. Unstimmigkeiten durch die Korrekturen, markiert durch runde Klammern = (); Ergänzungen und Hinweise in eckigen Klammern []; / = Blattwechsel; manches nachträglich eingefügt, markiert mit "hochgestellt"; manche sehr energischen Endstriche bei den letzten Buchstaben eines Wortes sehen fast auch wie Durchstreichungen aus. Endungen sind zuweilen nur als dicker Strich markiert; die Handschrift ist insgesamt sehr kräftig mit einer Feder]:
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Cäcilia Amalia Kobler-Castelli (* 1821; † 1848) [[Zäzilia Amalia Schlegel]] [manche Wörter und Wortanfänge kräftig durchgestrichen XXX und neu geschrieben, z.T. Unstimmigkeiten durch die Korrekturen, markiert durch runde Klammern = (); Ergänzungen und Hinweise in eckigen Klammern []; / = Blattwechsel; manches nachträglich eingefügt, markiert mit "hochgestellt"; manche sehr energischen Endstriche bei den letzten Buchstaben eines Wortes sehen fast auch wie Durchstreichungen aus. Endungen sind zuweilen nur als dicker Strich markiert; die Handschrift ist insgesamt sehr kräftig mit einer Feder]:
    
''Salzburg den 22 Jänner 1843. Lieber Freund! Von einer recht angenehmen Schlittenfahrt eben zurückgekehrt wo ich mich in Gesellschaft meiner lieben Mutter mit der Familie Abele recht gut in Hellbrun[n] unterhielt, wohin wir auf meinen Lieblingswege u[ü]ber Grödig hynlangten, sitze ich weiser [?] in meinen Zimmer, in'' XXX XXX [durchgestrichen; hochgestellt:] ''in der gemütlichsten Stimung, um Ihr liebes Schreiben zu beantworten. Ich bin eben auch heute wirklich so heiter und fühle mich so unendlich wol, daß ich unmöglich den Wunsch unterdrücken kann, daß Sie sich eben so fühlen mög(t)en wie ich. könnte ich Ihnen doch durch mein Schreiben nur einen'' XXX [durchgestrichen] ''Theil jenes woltuenden Gefühls, einfloißen, des Gefühls'' XXX [durchgestrichen] ''dem einer Zufriedenheit mit sich'' [durchgestrichen]'', und dem Bewußtseyn von einer zu guten Mutter wie die meinige ist: geliebt, und zu was man jetzt gehätschelt zu wissen, welches mir täglich klarer vor den Augen steht. So sehr mich Ihr Brief erfreute, wäre doch bald mein guter Humor bei Lesen deßelben zu Grunde gegangen, dur[ch] die trübe Stimung die sich in jedem Ihrer letzten Zeillen so deutlich ausdrückt, und ich be''XX [durchgestrichen, hochgestellt:] ''mich wirklich etwas verstimte. Tausend Gedanken kreutzen sich in meinem Gehirn, und'' [durchgestrichen] ''denn so gar genau möchte ich si [durchgestrichen] Ihnen de anschaulich machen, wie den die'' [durchgestrichen] ''Ihre Unzufriedenheit, und Ihre selbst hervorgesuchte und mit Vergnügen festgehaltener Unmuth, Sie alles im grellsten und schwärzesten Lichte darstellt, so zwar: daß Sie sogar meine gute unaussprechlich geliebte Mutter bey'' [durchgestrichen] ''im Stande glauben, daß Sie'' [mit "2" und längerem Strich Umstellung angedeutet] ''die nur mein Wohl im Auge hat, mir nur Eure bittere Stunde zu bereiten /  
 
''Salzburg den 22 Jänner 1843. Lieber Freund! Von einer recht angenehmen Schlittenfahrt eben zurückgekehrt wo ich mich in Gesellschaft meiner lieben Mutter mit der Familie Abele recht gut in Hellbrun[n] unterhielt, wohin wir auf meinen Lieblingswege u[ü]ber Grödig hynlangten, sitze ich weiser [?] in meinen Zimmer, in'' XXX XXX [durchgestrichen; hochgestellt:] ''in der gemütlichsten Stimung, um Ihr liebes Schreiben zu beantworten. Ich bin eben auch heute wirklich so heiter und fühle mich so unendlich wol, daß ich unmöglich den Wunsch unterdrücken kann, daß Sie sich eben so fühlen mög(t)en wie ich. könnte ich Ihnen doch durch mein Schreiben nur einen'' XXX [durchgestrichen] ''Theil jenes woltuenden Gefühls, einfloißen, des Gefühls'' XXX [durchgestrichen] ''dem einer Zufriedenheit mit sich'' [durchgestrichen]'', und dem Bewußtseyn von einer zu guten Mutter wie die meinige ist: geliebt, und zu was man jetzt gehätschelt zu wissen, welches mir täglich klarer vor den Augen steht. So sehr mich Ihr Brief erfreute, wäre doch bald mein guter Humor bei Lesen deßelben zu Grunde gegangen, dur[ch] die trübe Stimung die sich in jedem Ihrer letzten Zeillen so deutlich ausdrückt, und ich be''XX [durchgestrichen, hochgestellt:] ''mich wirklich etwas verstimte. Tausend Gedanken kreutzen sich in meinem Gehirn, und'' [durchgestrichen] ''denn so gar genau möchte ich si [durchgestrichen] Ihnen de anschaulich machen, wie den die'' [durchgestrichen] ''Ihre Unzufriedenheit, und Ihre selbst hervorgesuchte und mit Vergnügen festgehaltener Unmuth, Sie alles im grellsten und schwärzesten Lichte darstellt, so zwar: daß Sie sogar meine gute unaussprechlich geliebte Mutter bey'' [durchgestrichen] ''im Stande glauben, daß Sie'' [mit "2" und längerem Strich Umstellung angedeutet] ''die nur mein Wohl im Auge hat, mir nur Eure bittere Stunde zu bereiten /  
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An wen der Brief adressiert ist, wird nicht angegeben [vgl. jedoch vorstehenden Brief von einem Freund "Karl", zu dem dieser Brief die Antwort darstellt]. Zu dem Heiratsantrag 1843 aus Stuttgart vgl. die beiden Briefe vom 10. Jänner 1843 von Ph. Reichmann. Der Brief hier ist offensichtlich nicht an [Nr. 38] Dr.med. [[Richard Franz Schlegel]] (* 1811; † 1881) gerichtet [vgl. vorstehenden Brief mit anderer Unterschrift, "Karl"], welchen Amalia Kobler dann am 21. April 1846 in Salzburg heiratet. Hat der Freund den Brief vielleicht nach Amalia Koblers Tod 1848 zurückgeben? Mehrere längere Striche, hier nicht markiert (belassen als - ).
 
An wen der Brief adressiert ist, wird nicht angegeben [vgl. jedoch vorstehenden Brief von einem Freund "Karl", zu dem dieser Brief die Antwort darstellt]. Zu dem Heiratsantrag 1843 aus Stuttgart vgl. die beiden Briefe vom 10. Jänner 1843 von Ph. Reichmann. Der Brief hier ist offensichtlich nicht an [Nr. 38] Dr.med. [[Richard Franz Schlegel]] (* 1811; † 1881) gerichtet [vgl. vorstehenden Brief mit anderer Unterschrift, "Karl"], welchen Amalia Kobler dann am 21. April 1846 in Salzburg heiratet. Hat der Freund den Brief vielleicht nach Amalia Koblers Tod 1848 zurückgeben? Mehrere längere Striche, hier nicht markiert (belassen als - ).
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==== Brief vom 25. Jänner 1843 an Zäzilia Amalia Kobler ====
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Brief vom 25. Jänner 1843 von einem unbekannten Schreiber an [[Zäzilia Amalia Schlegel]]; Briefumschlag, [unterstrichen:] ''Kufstein'' // ''A // Mademoiselle // Mademoiselle Amalie de // Castelli // à // '' [unterstrichen:] ''Salzburg // '' [unterstrichen:] ''abzugeben in Kobler’s Brauhause''; Poststempel "Kufstein 25. Jän." [ohne Jahr]; rückseitig rotes Lacksiegel "C H" und Poststempel "Salzburg 26. Jan" [halb verwischt]. Ein Bogen, auffallend flüssige und kleine Schrift; / = Seitenwechsel; // = Absatz; [Ergänzung]; [?] = fraglich; XX = unleserlich:<br />
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''Kufstein am 25ten Jänner 1843. // Liebes Malchen! // Wieder ist heute die Stunde der Postankunft trostlos mir hingeschwunden. Nichts bringend, daß mich beglücken sollte, – zum achten Male senkte sich finster die Sonne und Eis bedekten Bergspitzen Helios auf seinem goldenen Viergespann und läßt mich, den Verwaisten, mit stiller Mahnung ihm dem tro[t]zig Schreibenden nachblicken. Malchen! entreißen Sie mich dieses peinvollen Gemüth[s]zustandes, den keine Leiden zu schildern vermag, denn morgen sind es acht Tage daß mein Schreiben in Ihren Händen sich befinden muß und durch diese lange unendlich lange Zeit hatten Sie nicht die geringste Muße finden können, um mit einem Wörtchen meiner zu gedenken? – // Nicht anders vermag ich mir es zu deuten, als daß Sie, liebe theuerste Malin, seit jenem unglücklichen Soupé krank und daß sehr krank sind, denn sonst würden Sie mich nicht diesem qualvollem Schmerze preisgeben können, und wäre dem nicht?! – so verzweifle ich an der Liebe des Allmächtigen und klage Sie der Grausamkeit, einer Grausamkeit an, dem die Welt nicht [ver]zeihen kann. – Malchen! liebes, heiß geliebtes Malchen! laßen Sie mich nicht in dieser Seelenangst – Sie sehen meine / Unruhe, meine Verzweiflung – haben Sie Erbarmen! – Sie haben die Seelenruhe mit der ich Sie anbethete zerstört an dessen Stelle XX Leidenschaft getretten ist, – XX diese Ruhe mit der ich so innig Sie liebte nicht Länger Ghenn? [?] – daß Sie Sich versucht fühlen mußten, mein    aufzurichten? // XX durchkreuzen die bangsten Zeifel meiner Seele – scheidet mit einem Wehe im Herzen, dem nur Labung wird, wenn Malchen nicht vergessen hat // Ihren // XX [Name unleserlich]
 
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==== Brief vom 26. Juli 1843 von Zäzilia Amalia Kobler an N.N. von Barbier ====
 
==== Brief vom 26. Juli 1843 von Zäzilia Amalia Kobler an N.N. von Barbier ====
 
[[Datei:Brief vom 26. Juli 1843, Seite 1.JPG|thumb|Brief vom 26. Juli 1843, Seite 1.]]
 
[[Datei:Brief vom 26. Juli 1843, Seite 1.JPG|thumb|Brief vom 26. Juli 1843, Seite 1.]]
Brief an [[Zäzilia Amalia Kobler]]; ein Bogen, ebenfalls im obigen hellblauen Kuvert [Brief vom 10. Jänner 1843], an "Herrn von Barbier wohlgeboren in Locco" [? {loco; Salzburg?}] / d. g. / gebrochenes rotes Lacksiegel; ./. = Seitenwechsel:
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Brief an [[Zäzilia Amalia Schlegel]]; ein Bogen, ebenfalls im obigen hellblauen Kuvert [Brief vom 10. Jänner 1843], an "Herrn von Barbier wohlgeboren in Locco" [? {loco; Salzburg?}] / d. g. / gebrochenes rotes Lacksiegel; ./. = Seitenwechsel:
    
''Salzburg, am 26. Juli 1843. Mein lieber Freund! Es ist zum Erstenmale, daß ich mich, schriftlich an Sie wende, worüber mündlich mich zu erklären ich mich nicht im Stande fühle, und seyen Sie überzeugt daß es dießmal unendlich schmerzlich mir ist, die Feder zu führen selbes jedoch nach reichlicher Uiberlegung geschieht. und ich es Ihrer und meiner Ruhe schuldig bin, eine Sache in’s Reine zu bringen, welche schon zu lange verzögert wurde, und ich nur mir die Schuld beymesse. Ich fühle mich unendlich gerührt, durch die Neigung, deren Sie mich würdigen, und indem ich dieselbe in ihrer ganzen Größe bewundere, kann ich mich nur mit endlosen Vorwürfen überhäufen, Sie vielleicht durch die Wärme, zu der ich mich hinreissen ließ, zu Vermuthungen bewogen zu haben, welche auszuführen, ich mich nicht stark genug fühle, indem das Gefühl, das für Sie in mir lebt, und nie erlöschen wird, zwar ungeheuchelt und herzlich ist, doch den Gefühlen, die Sie gegen mich aussprechen, auf keine Weise gleich komt; und ich es mit dem Namen Liebe nicht belegen kann; da ich dem Manne den ich einst mein nennen soll, der mir sein Alles ./. mein ganzes künftiges Wohl anvertraut, so gerne aus ganzen, vollen Herzen genügen möchte. O möchten Sie mir nicht grollen darüber, denn ich versichere Sie, es ist das Erste, was ich in meinem Leben zu bereuen habe, indem ich Sie schmerzlichen Gefühlen preisgebe, und daß ich nur bedauern kann, diese Ihre Gefühle nicht zu Ihrer Freude theilen zu können. Wenn mein Gebet, und meine herzlichen Wünsche für Sie, zu Ihrem künftigen Glücke etwas beytragen könnten, gewiß, Sie würden es im vollsten Maße genießen, und es soll einen großen Theil meiner Zufriedenheit ausmachen, und mein jetzt so wunderbar ergriffenes Gemüt besänftigen, wenn ich Sie ruhig und vergnügt weis. Meine Mutter, die natürlich alles weiß, würde zwar das unumgänglich Nothwendige beytragen zu unserer Vereinigung, doch ich bin überzeugt, es geschähe mit wehem Herzen, indem es viel zu wenig wäre, eine Familie, worin das Glück ihres einzigen Kindes begriffen ist, gehörig auszustatten, und dessen künftigen Sorgen aller Art Einhalt zu thun; denn wie schmerzlich für beyde Theile, einander einen Wunsch versagen zu müssen, und es wäre mein ewiger Vorwurf, nicht aufrichtig gegen Sie gewesen zu ./. seyn. Wenn in der Zeit unserer Bekanntschaft wo ich Ihnen viele angenehme Stunden danke, Sie mich genugsam erkannt haben, so können Sie ermessen, wie viel ich bey Niederschreibung dessen leide, und mit der Versicherung, daß ich Ihnen unter allen Verhältnissen gleich herzlich bleibe, füge ich die Erste und einzige Bitte bei, daß auch Sie meiner freundlich gedenken, und mir immer ein guter Freund bleiben möchten. Die Folge wird mich lehren, ob, und wie Sie die Außerungen aufgenommen, von, Ihrer Freundin, Amalie Castelli.''
 
''Salzburg, am 26. Juli 1843. Mein lieber Freund! Es ist zum Erstenmale, daß ich mich, schriftlich an Sie wende, worüber mündlich mich zu erklären ich mich nicht im Stande fühle, und seyen Sie überzeugt daß es dießmal unendlich schmerzlich mir ist, die Feder zu führen selbes jedoch nach reichlicher Uiberlegung geschieht. und ich es Ihrer und meiner Ruhe schuldig bin, eine Sache in’s Reine zu bringen, welche schon zu lange verzögert wurde, und ich nur mir die Schuld beymesse. Ich fühle mich unendlich gerührt, durch die Neigung, deren Sie mich würdigen, und indem ich dieselbe in ihrer ganzen Größe bewundere, kann ich mich nur mit endlosen Vorwürfen überhäufen, Sie vielleicht durch die Wärme, zu der ich mich hinreissen ließ, zu Vermuthungen bewogen zu haben, welche auszuführen, ich mich nicht stark genug fühle, indem das Gefühl, das für Sie in mir lebt, und nie erlöschen wird, zwar ungeheuchelt und herzlich ist, doch den Gefühlen, die Sie gegen mich aussprechen, auf keine Weise gleich komt; und ich es mit dem Namen Liebe nicht belegen kann; da ich dem Manne den ich einst mein nennen soll, der mir sein Alles ./. mein ganzes künftiges Wohl anvertraut, so gerne aus ganzen, vollen Herzen genügen möchte. O möchten Sie mir nicht grollen darüber, denn ich versichere Sie, es ist das Erste, was ich in meinem Leben zu bereuen habe, indem ich Sie schmerzlichen Gefühlen preisgebe, und daß ich nur bedauern kann, diese Ihre Gefühle nicht zu Ihrer Freude theilen zu können. Wenn mein Gebet, und meine herzlichen Wünsche für Sie, zu Ihrem künftigen Glücke etwas beytragen könnten, gewiß, Sie würden es im vollsten Maße genießen, und es soll einen großen Theil meiner Zufriedenheit ausmachen, und mein jetzt so wunderbar ergriffenes Gemüt besänftigen, wenn ich Sie ruhig und vergnügt weis. Meine Mutter, die natürlich alles weiß, würde zwar das unumgänglich Nothwendige beytragen zu unserer Vereinigung, doch ich bin überzeugt, es geschähe mit wehem Herzen, indem es viel zu wenig wäre, eine Familie, worin das Glück ihres einzigen Kindes begriffen ist, gehörig auszustatten, und dessen künftigen Sorgen aller Art Einhalt zu thun; denn wie schmerzlich für beyde Theile, einander einen Wunsch versagen zu müssen, und es wäre mein ewiger Vorwurf, nicht aufrichtig gegen Sie gewesen zu ./. seyn. Wenn in der Zeit unserer Bekanntschaft wo ich Ihnen viele angenehme Stunden danke, Sie mich genugsam erkannt haben, so können Sie ermessen, wie viel ich bey Niederschreibung dessen leide, und mit der Versicherung, daß ich Ihnen unter allen Verhältnissen gleich herzlich bleibe, füge ich die Erste und einzige Bitte bei, daß auch Sie meiner freundlich gedenken, und mir immer ein guter Freund bleiben möchten. Die Folge wird mich lehren, ob, und wie Sie die Außerungen aufgenommen, von, Ihrer Freundin, Amalie Castelli.''
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==== Brief vom 10. Oktober 1843 von unbekannt an Amalie Kobler-Castelli ====
 
==== Brief vom 10. Oktober 1843 von unbekannt an Amalie Kobler-Castelli ====
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Brief an [[Zäzilia Amalia Kobler]] im Bündel mit schwarzem Band; kleiner Bogen, 4 Seiten klein und eng beschrieben; [?] = schwer lesbare Stellen, unsichere Übertragung; XX = [für mich] nicht lesbare Wörter und Satzteile, insgesamt unsichere Lesung; Umlaute sind selten markiert; ./. und / = markierter und nicht markierter Seitenwechsel:<br />
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Brief an [[Zäzilia Amalia Schlegel]] im Bündel mit schwarzem Band; kleiner Bogen, 4 Seiten klein und eng beschrieben; [?] = schwer lesbare Stellen, unsichere Übertragung; XX = [für mich] nicht lesbare Wörter und Satzteile, insgesamt unsichere Lesung; Umlaute sind selten markiert; ./. und / = markierter und nicht markierter Seitenwechsel:<br />
 
''Salzburg am 10t[en] October [1]843. Werthes Fraulein! Ihr Schreiben von 6t[e]n habe ich mit großen Vergnügen beempfangt, auch dazu noch hübsch viel schreiben Sie mir, Sie haben mir recht viel freiden verschaft, daß Sie sich bei solchen Wonnevollen Leben an mich erinnerten. – Vorerst muß ich viellmahls um Entschuldigung bitten, daß ich so unartig Gestern geblieben, und keine Zeile an Sie geschrieben, doch aber den Brief unter Ihrem Namen attressierte, aber bei dem Umstande, daß meine Zeilen bloß als Beischluß in der Theres<ref>Hausangestellte im Gasthaus [[Höllbräu]], die offenbar eine wichtige Rolle spielte und in vielen Briefen genannt wird.</ref> Schreiben hatte gelten sollen, was sich eben erst den letzten Augenblick geändert hatte, so fehlte es mir dann wirklich an Materieller Zeit, und ich entschloßen auf Ihre gütige Nachsicht sündigte. – Also vergeben sie? w[enn] ja [?], und jetzt zur Antwort. Es scheint mit den Briefwechsel doch nicht ganz in der Ordnung zu sein, wenn ich Ihr letztes Schreiben recht verstehe, ./. Sie sagen darin, daß gleich den andern Abend nach Ihrer Ankunft Sie die gütte hatten an mich zu schreiben d: h [das heißt] der erste Brief den Sie zu München<ref>Zäzilia Amalia Kobler ist offenbar auf einer Reise in München, der Brief wurde dorthin geschickt.</ref>schrieben war an mich doch erhielt die Theres einen von 2 t[e]n den Sie mir lesen ließ, und der mich sehr kränkte weil alles gegrüßt wurde, selbst Caro<ref>offenbar ein Hund, vgl. Brief vom 5. Mai 1844</ref> nur ich ward übergangen<ref>Vermutlich ist der Schreiber ein Gast oder Bewohner des Höllbräu. Die folgenden Ausführungen geben einen Einblick in die offenbar wichtige Rolle, die ausdrückliche Grüße in den Briefen spielen. In vielen Briefen sind es lange "Grußreihen".</ref> – Also da würde einer richtig fehlen, den ich schrieb bis heute erst den 2ten und beantwortete den 1t[e]n gleich, und den 2 t[e] jetzt und in Theres Brief machte ich eine kleine Einlage. – und dieß waren die wenigen zufälligen kurzen Zeilen. – Ich glaube aber mein Fraulein dürften sich zwar nicht an datum doch an der Angabe geirt haben, den ich bekam um ganze 24 stunden spather als Theres das Schreiben – und so trug ich selbst in Munchen zum Argen die Schuld, und Ihnen einen verdrißlich Abend verursachte, und doch wünschte kein Mensch mehr und lieber Ihnen nur Vergnügen zu verschaffen im Stande zu sein als ich – gewiß keiner auf der Welt lieber als ich – Vielleicht ändert sich mein Mißlich auf Sie einwirkendes Geschick. Ja ich wolte selbst wünschen daß Sie fliegen könnten ./.
 
''Salzburg am 10t[en] October [1]843. Werthes Fraulein! Ihr Schreiben von 6t[e]n habe ich mit großen Vergnügen beempfangt, auch dazu noch hübsch viel schreiben Sie mir, Sie haben mir recht viel freiden verschaft, daß Sie sich bei solchen Wonnevollen Leben an mich erinnerten. – Vorerst muß ich viellmahls um Entschuldigung bitten, daß ich so unartig Gestern geblieben, und keine Zeile an Sie geschrieben, doch aber den Brief unter Ihrem Namen attressierte, aber bei dem Umstande, daß meine Zeilen bloß als Beischluß in der Theres<ref>Hausangestellte im Gasthaus [[Höllbräu]], die offenbar eine wichtige Rolle spielte und in vielen Briefen genannt wird.</ref> Schreiben hatte gelten sollen, was sich eben erst den letzten Augenblick geändert hatte, so fehlte es mir dann wirklich an Materieller Zeit, und ich entschloßen auf Ihre gütige Nachsicht sündigte. – Also vergeben sie? w[enn] ja [?], und jetzt zur Antwort. Es scheint mit den Briefwechsel doch nicht ganz in der Ordnung zu sein, wenn ich Ihr letztes Schreiben recht verstehe, ./. Sie sagen darin, daß gleich den andern Abend nach Ihrer Ankunft Sie die gütte hatten an mich zu schreiben d: h [das heißt] der erste Brief den Sie zu München<ref>Zäzilia Amalia Kobler ist offenbar auf einer Reise in München, der Brief wurde dorthin geschickt.</ref>schrieben war an mich doch erhielt die Theres einen von 2 t[e]n den Sie mir lesen ließ, und der mich sehr kränkte weil alles gegrüßt wurde, selbst Caro<ref>offenbar ein Hund, vgl. Brief vom 5. Mai 1844</ref> nur ich ward übergangen<ref>Vermutlich ist der Schreiber ein Gast oder Bewohner des Höllbräu. Die folgenden Ausführungen geben einen Einblick in die offenbar wichtige Rolle, die ausdrückliche Grüße in den Briefen spielen. In vielen Briefen sind es lange "Grußreihen".</ref> – Also da würde einer richtig fehlen, den ich schrieb bis heute erst den 2ten und beantwortete den 1t[e]n gleich, und den 2 t[e] jetzt und in Theres Brief machte ich eine kleine Einlage. – und dieß waren die wenigen zufälligen kurzen Zeilen. – Ich glaube aber mein Fraulein dürften sich zwar nicht an datum doch an der Angabe geirt haben, den ich bekam um ganze 24 stunden spather als Theres das Schreiben – und so trug ich selbst in Munchen zum Argen die Schuld, und Ihnen einen verdrißlich Abend verursachte, und doch wünschte kein Mensch mehr und lieber Ihnen nur Vergnügen zu verschaffen im Stande zu sein als ich – gewiß keiner auf der Welt lieber als ich – Vielleicht ändert sich mein Mißlich auf Sie einwirkendes Geschick. Ja ich wolte selbst wünschen daß Sie fliegen könnten ./.
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[[Kategorie:Geschichte]]
 
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