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| − | '''{{PAGENAME}}''' (* [[7. Mai]] [[1855]] in [[Mattighofen]] im [[Innviertel]]; † [[12. März]] [[1911]] in Salzburg) war ein Privatbankier und einer der wichtigsten Unternehmer im [[19. Jahrhundert]] in Salzburg. | + | '''Karl Leitner''' (* [[7. Mai]] [[1855]] in [[Mattighofen]] im [[Innviertel]]; † [[12. März]] [[1911]] in der Stadt Salzburg) war ein Privatbankier und ein wichtiger Unternehmer im späten [[19. Jahrhundert]] in der [[Stadt Salzburg]]. |
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| | ==Leben== | | ==Leben== |
| − | Verheiratet mit Kreszentia, betrieb er eine Wechselstube im ''Paracelsus-Haus'' am [[Platzl]] in der Salzburger [[Altstadt]]. Der Privatbankier Karl Leitner bot seinen Bankkunden eine Verzinsung von sechs Prozent ihres Kapitals und genoss hohes Ansehen und Vertrauen. Immerhin eine Million Gulden betrugen die Spareinlagen.
| + | Leitner kam [[1866]] nach Salzburg, besuchte hier die Realschule, dann in [[Wien]] die Handelsschule. Nach verschiedenen Anstellungen in Banken gründete er [[1883]] selbst eine Bank mit einem Startkapital von 3.000 [[Gulden]] im ''[[Platzl 3|Paracelsus-Haus]]'' am [[Platzl]] in der Salzburger [[Altstadt]]. Der Privatbankier Karl Leitner bot seinen Bankkunden eine Verzinsung von sechs Prozent ihres Kapitals und genoss hohes Ansehen und Vertrauen. Immerhin eine Million Gulden betrugen die Spareinlagen. |
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| − | Um die Zinsen zu verdienen, kaufte er ein Grundstück zwischen [[Makartplatz]] und [[Mirabellgarten]], etwa dort, wo heute das [[Hotel Bristol]] steht, und errichtete ein kalorisches Kraftwerk zur Stromerzeugung. Das [[Erste Salzburger Elektricitätswerk]], das erste E-Werk der österreichisch-ungarischen Monarchie, nahm am [[13. Oktober]] [[1887]] seinen Betrieb auf.
| + | Er kaufte zudem ein Grundstück zwischen [[Makartplatz]] und [[Mirabellgarten]], etwa dort, wo heute das [[Hotel Bristol (Stadt Salzburg)|Hotel Bristol]] steht, und errichtete ein kalorisches Kraftwerk zur Stromerzeugung. Das [[Erste Salzburger Elektricitätswerk]], das erste E-Werk der österreichisch-ungarischen Monarchie, nahm am [[13. Oktober]] [[1887]] seinen Betrieb auf. |
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| − | Doch das Kraftwerk musste erweitert werden, um den enormen und rasch wachsenden Bedarf an Strom für immer mehr Kunden decken zu können. So errichtete Leitner zusammen mit dem Architekten Demel, dem Fotografen Bertel und dem Rechtsanwalt Franz Huber die [[Salzburger Elektrizitäts-Aktiengesellschaft]] mit einem Kapital von 300.000 [[Gulden]]. Dann kaufte er das [[Steinbräugut]] auf der Ostseite des [[Mönchsberg]]s zwischen [[Müllner Kirche]] und [[Bürgerwehr]], wo er seine [[Leitner-Villa]] nahe dem heutigen [[Schloss Mönchstein]] erbaute. Weiters entstanden dann am Mönchsberg zwischen [[1889]] und [[1891]] der erste [[Mönchsbergaufzug|elektrische Aufzug]], die [[Restauration Elektrischer Aufzug]] und der [[Wasserturm am Mönchsberg|Aussichtsturm]]. Sie sollten als Großabnehmer Geld in die AG bringen, mit der dann das Kraftwerk vergrößert werden sollte. | + | Doch das Kraftwerk musste erweitert werden, um den wachsenden Bedarf an Strom für immer mehr Kunden decken zu können. So errichtete Leitner zusammen mit dem Architekten Carl Demel, dem Fotografen Eduard Bertel und dem Rechtsanwalt Franz Hueber die [[Salzburger Elektrizitäts-Aktiengesellschaft]] mit einem Kapital von 300.000 [[Gulden]]. Dann kaufte er Grund auf der Ostseite des [[Mönchsberg]]s zwischen [[Müllner Kirche]] und [[Bürgerwehr]] und im Norden des Mönchsberges und erbaute dort die [[Leitner-Villa]] nächst dem heutigen [[Schloss Mönchstein]]. Weiters entstanden auf dem Mönchsberg zwischen [[1889]] und [[1891]] der erste [[Mönchsbergaufzug|elektrische Aufzug]], die [[Restauration Elektrischer Aufzug]] und der [[Wasserturm am Mönchsberg|Aussichtsturm]]. Sie sollten als Großabnehmer Geld in die AG bringen, mit der dann das Kraftwerk vergrößert werden sollte. Er wollte seine Mönchsbergliegenschaft mit Herrschaftsvillen verbauen. Um diesen geplanten Villen auch genügend Wasser zur Verfügung stellen zu können, erbaute er den [[Wasserturm am Mönchsberg]]. |
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| − | Doch es war zu wenig. Leitner musste das Aktienkapital verdoppeln, was zu einer Krise des Vertrauens in kleine Privatbanken und schließlich zum Zusammenbruch führte; nicht nur seiner Privatbank, sondern auch der Elektrizitätsgesellschaft, die daraufhin von der Salzburger Stadtgemeinde übernommen wurde. Leitner wurde wegen Betrugs und Veruntreuung angezeigt, aber letzlich - unter dem Beifall der Salzburger Bevölkerung - von diesen Vorwürfen freigesprochen.
| + | [[1895]] errichteten Leitner und [[Basilius von Paschkoff]] die heutige Fahrstraße auf den Mönchsberg, die quer durch die alte [[Müllner Schanze|Schanzanlage]] führte, wodurch die alte Wehranlage der [[Monikapforte]] arg beeinträchtigt wurde. Zwei Fünftel der Kosten für die Errichtung der Straße mit insgesamt 30.000 Gulden hatte Leitner finanziert. |
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| − | [[1895]] errichteten Leitner und [[Basilius von Paschkoff]] die heutige Fahrstraße auf den Mönchsberg, die quer durch die alte [[Müllner Schanze|Schanzanlage]] führte, wodurch die alte Wehranlage der [[Monikapforte]] arg beeinträchtigt wurde. Zwei Fünftel der Kosten für die Errichtung der Straße mit insgesamt 30.000 Gulden hatte Leitner finanziert.
| + | Die Verbauung des Mönchsbergs erwies sich als nicht rasch umsetzbar. Die damalige Krise von 1880 bis 1886 (und den Folgejahren) belastete das Unternehmen. Auch der Plan eines Mönchberg-Festspielhauses zerschlug sich. Leitner musste das Aktienkapital verdoppeln, was zu einer Krise des Vertrauens in kleine Privatbanken und schließlich zum Zusammenbruch führte; nicht nur seiner Privatbank, sondern auch der Elektrizitätsgesellschaft, die daraufhin von der Salzburger Stadtgemeinde übernommen wurde. Leitner wurde 1898 wegen Betrugs und Veruntreuung angezeigt, aber letztlich von diesen Vorwürfen freigesprochen. |
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| − | Er wollte seine Mönchsbergliegenschaft mit Herrschaftsvillen verbauen. Um diesen geplanten Villen auch genügend Wasser zur Verfügung stellen zu können, erbaute er den [[Wasserturm am Mönchsberg]].
| + | == Familie == |
| | + | Verheiratet mit Kreszentia, mit der er sechs Kinder hatte. Seine Tochter [[Elisabeth Leitner|Elisabeth]] war ein aus Salzburg deportiertes [[NS-Opfer|Opfer]] der [[NS-Euthanasie]]. |
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| − | ==Quelle== | + | ==Quellen== |
| | * ''Salzburger Miniaturen'', [[Karl Heinz Ritschel]], [[Otto Müller Verlag]], 1998, ISBN 3-7013-09579-5 | | * ''Salzburger Miniaturen'', [[Karl Heinz Ritschel]], [[Otto Müller Verlag]], 1998, ISBN 3-7013-09579-5 |
| | + | * [[https://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=sch&datum=18980309&query=%22Leitner%22+%22Banquier%22&ref=anno-search&seite=3|''Salzburger Chronik'', 9. März 1898, S. 3]] |
| | + | * [[SALZBURGWIKI]]-Artikel |
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| | + | {{SORTIERUNG: Leitner, Karl}} |
| | + | [[Kategorie:Person]] |
| | + | [[Kategorie:Person (Geschichte)]] |
| | + | [[Kategorie:Geschichte (Person)]] |
| | + | [[Kategorie:Wirtschaftstreibender]] |
| | + | [[Kategorie:Unternehmer]] |
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| − | [[Kategorie:Wirtschaftstreibender|Leitner, Karl]] | + | [[Kategorie:Geldwesen (Geschichte)]] |
| − | [[Kategorie:Unternehmer (Geschichte)|Leitner, Karl]] | + | [[Kategorie:Bankier]] |
| − | [[Kategorie:Geldwesen (Geschichte)|Leitner, Karl]] | + | [[Kategorie:Oberösterreich]] |
| − | [[Kategorie:Bankier|Leitner, Karl]] | + | [[Kategorie:Bezirk Braunau am Inn]] |
| − | [[Kategorie:Person|Leitner, Karl]] | + | [[Kategorie:Innviertel]] |
| − | [[Kategorie:Person (Geschichte)|Leitner, Karl]] | + | [[Kategorie:Zuagroaste]] |
| − | [[Kategorie:Geschichte (Person)|Leitner, Karl]] | + | [[Kategorie:Geboren 1855]] |
| − | [[Kategorie:Zuagroaste|Leitner, Karl]] | + | [[Kategorie:Gestorben 1911]] |