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| | Erst mit dem Gaisbergrennen ab [[1929]] (das bis [[1933]] stattfand und dann erst wieder nach dem [[Zweiter Weltkrieg|Zweiten Weltkrieg]]) und [[1935]] mit dem ersten internationalen Großglockner Bergrennen fanden wieder zwei europaweit bekannte Bergrennen in Österreich statt. Diese hießen damals aber noch nicht „Großer Bergpreis“, sondern „Internationale Bergrennen“. | | Erst mit dem Gaisbergrennen ab [[1929]] (das bis [[1933]] stattfand und dann erst wieder nach dem [[Zweiter Weltkrieg|Zweiten Weltkrieg]]) und [[1935]] mit dem ersten internationalen Großglockner Bergrennen fanden wieder zwei europaweit bekannte Bergrennen in Österreich statt. Diese hießen damals aber noch nicht „Großer Bergpreis“, sondern „Internationale Bergrennen“. |
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| − | Erst nach dem Zweiten Weltkrieg, [[1957]], fand am [[Gaisberg]] bei Salzburg namentlich der erste [[Großer Bergpreis von Österreich|Große Bergpreis von Österreich]] mit internationaler Beteiligung statt. Dieses Gaisbergrennen war sowohl für Automobile (13 Mal) als auch für Motorräder (vier Mal) ausgeschrieben. | + | Erst nach dem Zweiten Weltkrieg, [[1957]], fand am [[Gaisberg]] bei Salzburg namentlich der erste [[Großer Bergpreis von Österreich|Große Bergpreis von Österreich]] mit internationaler Beteiligung statt. Dieses Gaisbergrennen war sowohl für Automobile (dreizehn Mal) als auch für Motorräder (vier Mal) ausgeschrieben. |
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| | Wenn auch die Bezeichnung „Großer Bergpreis von Österreich“ vor dem Zweiten Weltkrieg noch nicht in Verwendung war, so können die Bergrennen in Salzburg am Gaisberg und am [[Großglockner (Berg)|Großglockner]] durchaus schon als solche bezeichnet werden. Alle drei Bergrennen auf der Großglockner Hochalpenstraße waren sowohl für Automobile als auch für Motorräder ausgeschrieben. | | Wenn auch die Bezeichnung „Großer Bergpreis von Österreich“ vor dem Zweiten Weltkrieg noch nicht in Verwendung war, so können die Bergrennen in Salzburg am Gaisberg und am [[Großglockner (Berg)|Großglockner]] durchaus schon als solche bezeichnet werden. Alle drei Bergrennen auf der Großglockner Hochalpenstraße waren sowohl für Automobile als auch für Motorräder ausgeschrieben. |
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| | Von Salzburg waren u.a. der [[Landeshauptmann]] [[Franz Rehrl|Dr. Franz Rehrl]], der Erbauer der Straße, Hofrat [[Franz Wallack]], der Präsident des [[SAMTC|Salzburger Automobil Clubs]], [[Baron Franz Preuschen]], Rennleiter Justizsekretär [[Franz Stengl]] und der Generalsekretär des Salzburger Automobil Clubs, Ing. Graf Botho Coreth dabei. | | Von Salzburg waren u.a. der [[Landeshauptmann]] [[Franz Rehrl|Dr. Franz Rehrl]], der Erbauer der Straße, Hofrat [[Franz Wallack]], der Präsident des [[SAMTC|Salzburger Automobil Clubs]], [[Baron Franz Preuschen]], Rennleiter Justizsekretär [[Franz Stengl]] und der Generalsekretär des Salzburger Automobil Clubs, Ing. Graf Botho Coreth dabei. |
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| − | Trotz politischer Probleme ([[1000-Mark-Sperre]]) nahmen am ersten Rennen [[1935]] viele ausländische Automobilrennfahrer teil: der Schweizer Christian Kautz auf Alfa Romeo, der Franzose Pierre Rey auf Bugatti, Carlo Pintacuda und Mario Tadini von der Scuderia Ferrari auf Alfa Romeo, der Deutsche Bobby Kohlrausch auf 745 cm³ MG, Roy Seaman aus England, London, auf E.R.A, der Zürcher Max Christen auf Maserati. | + | Trotz politischer Probleme ([[1.000-Mark-Sperre]]) nahmen am ersten Rennen [[1935]] viele ausländische Automobilrennfahrer teil: der Schweizer Christian Kautz auf Alfa Romeo, der Franzose Pierre Rey auf Bugatti, Carlo Pintacuda und Mario Tadini von der Scuderia Ferrari auf Alfa Romeo, der Deutsche Bobby Kohlrausch auf 745 cm³ MG, Roy Seaman aus England, London, auf E.R.A, der Zürcher Max Christen auf Maserati. |
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| | Bei den Motorradfahrern war die Situation umgekehrt: hier stellten die Österreicher das Gros mit den bergerfahrenen Martin Schneeweiß, Michael Geyer, Hermann Deimel und Otto Steinfellner an der Spitze, während nur wenige Ausländer teilnahmen. | | Bei den Motorradfahrern war die Situation umgekehrt: hier stellten die Österreicher das Gros mit den bergerfahrenen Martin Schneeweiß, Michael Geyer, Hermann Deimel und Otto Steinfellner an der Spitze, während nur wenige Ausländer teilnahmen. |
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| | ====Damen beim Rennen ==== | | ====Damen beim Rennen ==== |
| − | Auch Damen nahmen an diesem ersten internationalen Bergrennen teil: bei den Automobilen war es Miss Eileen Ellison auf Bugatti. Sie erreichte in der Rennwagenklasse bis 1500 cm³ eine sehr beachtenswerte Zeit, platzierte sich ehrenvoll und erhielt den Damenpreis. | + | Auch Damen nahmen an diesem ersten internationalen Bergrennen teil: bei den Automobilen war es Miss Eileen Ellison auf Bugatti. Sie erreichte in der Rennwagenklasse bis 1 500 cm³ eine sehr beachtenswerte Zeit, platzierte sich ehrenvoll und erhielt den Damenpreis. |
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| − | Bei den Motorrädern war es Frau Maria Wachter aus Bürs, Vorarlberg, Österreich, auf Puch 250, die als erste bei den Motorradklassen startete. Allerdings schied sie im Laufe des Rennens aus. | + | Bei den Motorrädern war es Frau Maria Wachter aus Bürs, Vorarlberg, Österreich, auf Puch 250 cm³, die als erste bei den Motorradklassen startete. Allerdings schied sie im Laufe des Rennens aus. |
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| | ====Der Rennverlauf ==== | | ====Der Rennverlauf ==== |
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| | Das erste Großglockner Bergrennen wurde noch in [[Fusch an der Großglocknerstraße]] gestartet. Die beiden anderen dann erst ab der [[Mautstelle Ferleiten]]. | | Das erste Großglockner Bergrennen wurde noch in [[Fusch an der Großglocknerstraße]] gestartet. Die beiden anderen dann erst ab der [[Mautstelle Ferleiten]]. |
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| | + | ==== Ergebnislisten ==== |
| | + | ===== Motorräder ===== |
| | + | * Klasse bis 250 cm³: |
| | + | : 1. Ludwig Zangerl, Salzburg, auf Rudge (17:18,09 min. - 67,6 km/h - wurde wegen Regelverstoß nachträglich disqualifiziert) |
| | + | : 2. R. Bianchi, Mailand, Italien, auf Miller Balsamo (17:59,17 min.) |
| | + | : 3. Hermann Mäser, Vorarlberg, auf DKW (18:32,71 min.) |
| | + | : 4. Franz Novotny, Wien, auf Puch (18:24,92 min.) |
| | + | * Klasse bis 350 cm³: |
| | + | : 1. Hermann Deimel, Wien, auf Velocette (16:05,71 min. = 72,7 km/h) |
| | + | : 2. Otto Steinfellner, Wien, auf NSU (16:12,23 min.) |
| | + | : 3. Hubert Hubmann, Graz, auf Velocette (16:42,04 min.) |
| | + | * Klasse bis 500 cm³: |
| | + | : 1. Michael Gayer, Wien, auf Husqvarna (15:30,98 min. = 75,4 km/h) |
| | + | : 2. Josef Hofmann, Salzburg, auf Sarolea (16:45,16 min.) |
| | + | : 3. Otto Ceconi, Villach, auf Norton (17:00,63 min.) |
| | + | * Klasse bis 1 000 cm³: |
| | + | : 1. Martin Schneeweiß, Wien, auf Austro Omega (15:17,57 min. = 76,7 km/h) |
| | + | : 2. Hans Kaufmann, Zürich, Schweiz, auf NSU (15:25,66 min.) |
| | + | : 3. Anton Untermarzoner, Innsbruck, auf NSU (16:01,79 min.) |
| | + | : 4. Wilhelm Melichar, Wien, auf BMW (17:04,32 min.) |
| | + | * Klasse Beiwagen bis 600 cm³: |
| | + | : 1. Hans Stärkle, Basel, Schweiz, auf NSU (16:31,82 min. = 70,8 km/h) |
| | + | : 2. Gyula Phato, Budapest, Ungarn, auf NSU (18:59,14 min.) |
| | + | : 3. Georg Müller, Wien, auf Gillet Herstal (35:59,34 min) |
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| | ===Der „Große Bergpreis von Deutschland“=== | | ===Der „Große Bergpreis von Deutschland“=== |
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| | Die wichtigsten Ergebnisse von Rennen am [[28. August]] [[1938]] bei den Motorrädern: Ewald Kluge wurde deutscher Bergmeister in der 250-cm³-Klasse auf DKW mit einem Schnitt von 68,46 km/h (das schlechte Wetter verhinderte neue Rekordzeiten) vor Gablenz (D) und [[Anton Magnus|Toni Magnus]] (A). Er schlug mit seiner Viertellitermaschine die 350er und 500er! Die 350-cm³-Klasse gewann der Deutsche Siegfried Wünsche auf DKW, die 500-cm³-Klasse vor Hofmann aus München auf DKW. | | Die wichtigsten Ergebnisse von Rennen am [[28. August]] [[1938]] bei den Motorrädern: Ewald Kluge wurde deutscher Bergmeister in der 250-cm³-Klasse auf DKW mit einem Schnitt von 68,46 km/h (das schlechte Wetter verhinderte neue Rekordzeiten) vor Gablenz (D) und [[Anton Magnus|Toni Magnus]] (A). Er schlug mit seiner Viertellitermaschine die 350er und 500er! Die 350-cm³-Klasse gewann der Deutsche Siegfried Wünsche auf DKW, die 500-cm³-Klasse vor Hofmann aus München auf DKW. |
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| − | Huschke von Hanstein auf BMW (mit zwei Litern Hubraum) wurde als dritter der Klasse bis 2000 cm³ mit einem Schnitt von 65,77 km/h deutscher Sportwagen-Bergmeister, da die beiden vor ihm platzierten Teilnehmer aus England und Rumänien stammten; Hans Stuck auf Auto Union deutscher Rennwagen-Bergmeister mit einem Schnitt von 74,40 km/h, gefolgt von Hermann Lang auf Mercedes-Benz und Manfred von Brauchitsch, ebenfalls auf Mercedes-Benz. | + | Huschke von Hanstein auf BMW (mit zwei Litern Hubraum) wurde als dritter der Klasse bis 2 000 cm³ mit einem Schnitt von 65,77 km/h deutscher Sportwagen-Bergmeister, da die beiden vor ihm platzierten Teilnehmer aus England und Rumänien stammten; Hans Stuck auf Auto Union deutscher Rennwagen-Bergmeister mit einem Schnitt von 74,40 km/h, gefolgt von Hermann Lang auf Mercedes-Benz und Manfred von Brauchitsch, ebenfalls auf Mercedes-Benz. |
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| | Übrigens wollte man 1938 zunächst das Rennen wieder von [[Fusch an der Großglocknerstraße|Fusch]] bis auf die [[Kaiser-Franz-Josefs-Höhe]] in 2346 [[m ü. A.]] fahren – 33,5 km: Von Fusch bis zum [[Fuscher Törl]] (19,6 km) als ersten Lauf, dann eine neutralisierte Strecke und als zweiter Lauf die Strecke von Guttal zur Franz-Josefs-Höhe (7,4 km). Aber wegen Schlechtwetters gab es ungenügende Trainingsmöglichkeiten, und so entschied die ONS (Oberste Nationale Sportkommission) unter Leitung von Korpsführer Hühnlein, dass das Rennen in zwei Läufen nur von der heutigen Mautstelle [[Ferleiten]] bis zum Fuscher Törl (12,6 km) stattfinden sollte. | | Übrigens wollte man 1938 zunächst das Rennen wieder von [[Fusch an der Großglocknerstraße|Fusch]] bis auf die [[Kaiser-Franz-Josefs-Höhe]] in 2346 [[m ü. A.]] fahren – 33,5 km: Von Fusch bis zum [[Fuscher Törl]] (19,6 km) als ersten Lauf, dann eine neutralisierte Strecke und als zweiter Lauf die Strecke von Guttal zur Franz-Josefs-Höhe (7,4 km). Aber wegen Schlechtwetters gab es ungenügende Trainingsmöglichkeiten, und so entschied die ONS (Oberste Nationale Sportkommission) unter Leitung von Korpsführer Hühnlein, dass das Rennen in zwei Läufen nur von der heutigen Mautstelle [[Ferleiten]] bis zum Fuscher Törl (12,6 km) stattfinden sollte. |
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| | Bei den Motorrädern siegte in der Klasse bis 250 cm³ der Wiener Martin Schneeweiß auf DKW mit einem Schnitt von 63,04 km/h, die 350-cm³-Klasse gewann Leonhard Fassl, ebenfalls aus Österreich, auf NSU. Bei den 500ern behauptete sich der Sieger des ersten Laufes, Georg Mittenwald auf DKW, mit einem Schnitt von 66,85 km/h. | | Bei den Motorrädern siegte in der Klasse bis 250 cm³ der Wiener Martin Schneeweiß auf DKW mit einem Schnitt von 63,04 km/h, die 350-cm³-Klasse gewann Leonhard Fassl, ebenfalls aus Österreich, auf NSU. Bei den 500ern behauptete sich der Sieger des ersten Laufes, Georg Mittenwald auf DKW, mit einem Schnitt von 66,85 km/h. |
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| − | Das wirklich miserable Wetter drückte sich auch in den Zeiten aus. Erster Lauf: In der Rennwagenklasse bis 1500 cm³ fuhr Rocco (I) auf einem der fünf gestarteten Maserati einen Schnitt von 78,13 km/h. Höhepunkt des ersten Laufes waren jedoch die ganz großen Rennfahrer seinerzeit. Müller auf Auto Union erreichte einen Schnitt von 84,86 km/h vor Hans Stuck, Auto Union (84,70 km/h) und Hermann Lang, ebenfalls auf Mercedes-Benz, mit 84,73 km/h. | + | Das wirklich miserable Wetter drückte sich auch in den Zeiten aus. Erster Lauf: In der Rennwagenklasse bis 1 500 cm³ fuhr Rocco (I) auf einem der fünf gestarteten Maserati einen Schnitt von 78,13 km/h. Höhepunkt des ersten Laufes waren jedoch die ganz großen Rennfahrer seinerzeit. Müller auf Auto Union erreichte einen Schnitt von 84,86 km/h vor Hans Stuck, Auto Union (84,70 km/h) und Hermann Lang, ebenfalls auf Mercedes-Benz, mit 84,73 km/h. |
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| | Dann der zweite Lauf: Rocco (I) behielt seinen ersten Platz, aber nur mehr mit einem Schnitt von 69,53 km/h. Müller – 65,19 km/h, Stuck – 65,10 km/h, Lang – 67,45 km/h (er wurde an diesem Tag auch Gesamtsieger und deutscher Bergmeister) , von Brauchitsch – 60,68 km/h. | | Dann der zweite Lauf: Rocco (I) behielt seinen ersten Platz, aber nur mehr mit einem Schnitt von 69,53 km/h. Müller – 65,19 km/h, Stuck – 65,10 km/h, Lang – 67,45 km/h (er wurde an diesem Tag auch Gesamtsieger und deutscher Bergmeister) , von Brauchitsch – 60,68 km/h. |