Karl Steinocher (Politiker): Unterschied zwischen den Versionen
Klee96 (Diskussion | Beiträge) K →Quellen |
K Peter Krackowizer verschob die Seite Karl Steinocher nach Karl Steinocher (Politiker): zur einfacheren Unterscheidung zu seinem Vater, denr (Widerstandskämpfer) |
||
| (12 dazwischenliegende Versionen von 3 Benutzern werden nicht angezeigt) | |||
| Zeile 1: | Zeile 1: | ||
[[Bild:Karl Steinocher.jpg|thumb|Karl Steinocher]] | [[Bild:Karl Steinocher.jpg|thumb|Karl Steinocher]] | ||
'''Karl Steinocher''' (* [[19. Jänner]] [[1920]] in [[Bischofshofen]]; † [[30. Mai]] [[2013]]<ref>[http://www.salzburg.com/nachrichten/salzburg/politik/sn/artikel/spoe-urgestein-karl-steinocher-mit-93-jahren-gestorben-61058/ SPÖ-Urgestein Karl Steinocher mit 93 Jahren gestorben]</ref> in [[Stadt | '''Karl Steinocher''' (* [[19. Jänner]] [[1920]] in [[Bischofshofen]]; † [[30. Mai]] [[2013]]<ref>[http://www.salzburg.com/nachrichten/salzburg/politik/sn/artikel/spoe-urgestein-karl-steinocher-mit-93-jahren-gestorben-61058/ SPÖ-Urgestein Karl Steinocher mit 93 Jahren gestorben]</ref> in der [[Stadt Salzburg]]) war Salzburger [[Landeshauptmann]]-Stellvertreter und ein führender [[SPÖ]]-Landespolitiker. | ||
== Leben == | == Leben == | ||
Karl Steinocher war der jüngste von drei Söhnen des Eisenbahners und Widerstandskämpfers [[Karl Steinocher (Widerstandskämpfer)|Karl Steinocher]] (* 1894; † 1945).<ref>[http://www.stolpersteine-salzburg.at/?p=627&lang=de Karl Steinocher] auf der Seite [[Stolpersteine]] Salzburg</ref> | Karl Steinocher war der jüngste von drei Söhnen des Eisenbahners und Widerstandskämpfers [[Karl Steinocher (Widerstandskämpfer)|Karl Steinocher]] (* 1894; † 1945).<ref>[http://www.stolpersteine-salzburg.at/?p=627&lang=de Karl Steinocher] auf der Seite [[Stolpersteine]] Salzburg</ref> | ||
Steinocher | Nach dem Besuch der [[Volksschule Bischofshofen Markt|Volks-]] und [[Franz-Moßhammer-Hauptschule|Hauptschule]] in Bischofshofen übersiedelte Steinocher im Alter von 12 Jahren mit seiner Familie nach Salzburg und war bis [[1934]] bei den ''Roten Falken'' in [[Itzling]], danach bei der (illegalen) [[Sozialistische Jugend Österreichs|Sozialistischen Jugend]] aktiv. Zwischen [[1935]] und [[1938]] absolvierte er eine kaufmännische Lehre. Ab [[1938]] war er Fahrdienstleiter und Schulungsbeamter der Deutschen Reichsbahn am [[Salzburger Hauptbahnhof]]. Am [[1. Oktober]] [[1940]] wurde er zur Luftwaffe eingezogen, da er nicht bereit war, der [[NSDAP]] beizutreten, um seinen Status als bei der Bahn "unabkömmlich" zu erhalten. | ||
Am [[28. April]] [[1945]] kehrte Steinocher nach Salzburg zurück und hielt sich bis zur Befreiung durch die [[USA|Amerikaner]] am [[4. Mai]] versteckt, da er desertiert war. Er kümmerte sich rasch wieder um "seinen" Salzburger Hauptbahnhof und wirkte führend am Aufbau der Salzburger Gewerkschaftsbewegung mit. Als [[Österreichische Bundesbahnen|ÖBB]]-Schulungsbeamter war er von [[1945]] bis [[1957]] auch für die Entnazifizierung von 4.500 Eisenbahnern zuständig. | Am [[28. April]] [[1945]] kehrte Steinocher nach Salzburg zurück und hielt sich bis zur Befreiung durch die [[USA|Amerikaner]] am [[4. Mai]] versteckt, da er desertiert war. Er kümmerte sich rasch wieder um "seinen" Salzburger Hauptbahnhof und wirkte führend am Aufbau der Salzburger Gewerkschaftsbewegung mit. Als [[Österreichische Bundesbahnen|ÖBB]]-Schulungsbeamter war er von [[1945]] bis [[1957]] auch für die Entnazifizierung von 4.500 Eisenbahnern zuständig. | ||
Seit [[1945]] engagierte er sich in der [[SPÖ|Sozialistischen Partei]], deren Landesparteivorstand er seit [[1946]] angehörte. Von [[1945]] bis [[1950]] war er Landesobmann der Sozialistischen Jugend Salzburg. | |||
[[1949]] wurde Steinocher Mitglied der Vollversammlung der [[Arbeiterkammer|Arbeiterkammer Salzburg]] und diente sich [[1956]] zum Vizepräsidenten hinauf. In den Jahren [[1965]] und [[1966]] hatte er kurzzeitig das Amt des AK-Präsidenten inne. Während seiner Amtszeit wurde das [[Berufsförderungsinstitut Salzburg]] von der Arbeiterkammer übernommen. | [[1949]] wurde Steinocher Mitglied der Vollversammlung der [[Arbeiterkammer|Arbeiterkammer Salzburg]] und diente sich [[1956]] zum Vizepräsidenten hinauf. In den Jahren [[1965]] und [[1966]] hatte er kurzzeitig das Amt des AK-Präsidenten inne. Während seiner Amtszeit wurde das [[Berufsförderungsinstitut Salzburg]] von der Arbeiterkammer übernommen. Von 1965 bis 1966 war er zudem Salzburger Landesvorsitzender des [[Österreichischer Gewerkschaftsbund, Landesorganisation Salzburg|Österreichischen Gewerkschaftsbundes]]. | ||
[[Datei:1971_Zell_am_See_Steinocher_Schubert_01.jpg|thumb|1971 im Segelflugzeug in [[Zell am See]] sitzend [[Hans Wolf]], vor ihm Karl Steinocher, neben dem Segelflieger stehend [[Hans Heinrich Welser]], vor ihm Dr. [[Alf Schubert]].]] | |||
Von [[ | Als Bezirksparteivorsitzender der SPÖ Stadt Salzburg war Steinocher von 1949 bis 1966 stellvertretender SPÖ-Landesparteivorsitzender. | ||
[[1953]] wurde er in den [[Salzburger Gemeinderat]] gewählt, dem er bis [[1957]] angehörte. Von [[31. Mai]] [[1957]] bis [[2. Juli]] [[1959]] saß er für die SPÖ im [[Bundesrat]], um dann vom 2. Juli 1959 bis zum [[28. Mai]] [[1974]] als [[Landtagsabgeordneter|Abgeordneter]] in den [[Salzburger Landtag]] zu wechseln. | |||
Vom [[3. November]] [[1966]] bis zum [[31. Oktober]] [[1976]] wirkte Steinocher als [[Landeshauptmann-Stellvertreter]] von Salzburg und von [[22. April]] 1966 bis [[4. Juni]] [[1978]] auch als Landesparteiobmann der SPÖ Salzburg. | |||
Gemeinsam mit [[Bürgermeister der Stadt Salzburg|Bürgermeister]] [[Alfred Bäck]] gilt Karl Steinocher als einer der politischen Wegbereiter des [[Stadion Lehen|Lehener Stadions]]. | Gemeinsam mit [[Bürgermeister der Stadt Salzburg|Bürgermeister]] [[Alfred Bäck]] gilt Karl Steinocher als einer der politischen Wegbereiter des [[Stadion Lehen|Lehener Stadions]]. | ||
Von [[1967]] bis 1977 war er Stellvertretender Aufsichtsratsvorsitzender der [[Salzburger Stadtwerke|Salzburger Stadtwerke AG]], außerdem Aufsichtsratsvorsitzender der [[Gemeinnützige Wohn- und Siedlungsgenossenschaft "Die Salzburg"|Wohn- und Siedlungsgenossenschaft "Die Salzburg"]] und Obmann der [[Konsum Union|Konsumgenossenschaft West]] | |||
Karl Steinocher ist der Vater der früheren Landtagsabgeordneten und Bundesrätin [[Ricky Veichtlbauer]].<ref>[https://www.sn.at/salzburg/politik/spoe-urgestein-karl-steinocher-mit-93-jahren-gestorben-4856815 SN vom 31. Mai 2013]</ref> | Karl Steinocher ist der Vater der früheren Landtagsabgeordneten und Bundesrätin [[Ricky Veichtlbauer]].<ref>[https://www.sn.at/salzburg/politik/spoe-urgestein-karl-steinocher-mit-93-jahren-gestorben-4856815 SN vom 31. Mai 2013]</ref> | ||
== Karl-Steinocher-Fonds == | == Karl-Steinocher-Fonds == | ||
Der [[Karl-Steinocher-Fonds]] zur Erforschung der Geschichte der Arbeiterbewegung im [[Land Salzburg]] ist eine Servicestelle für Geschichtskultur und anwendungsorientierte Wissenschaft. | Der [[Karl-Steinocher-Fonds]] zur Erforschung der Geschichte der Arbeiterbewegung im [[Salzburg (Bundesland)|Land Salzburg]] ist eine Servicestelle für Geschichtskultur und anwendungsorientierte Wissenschaft. | ||
== Ehrungen == | == Ehrungen == | ||
* Vorsitzender und Gründer des Karl-Steinocher-Fonds | * Vorsitzender und Gründer des Karl-Steinocher-Fonds | ||
* Träger der ''Viktor-Adler-Plakette'' | * Träger der ''[[Viktor-Adler-Plakette]]'' | ||
* Träger der ''Otto-Bauer-Plakette'' | * Träger der ''Otto-Bauer-Plakette'' | ||
* Ehrenmitglied der [[Salzburger Volkshilfe]] | * Ehrenmitglied der [[Salzburger Volkshilfe]] | ||
==Quellen== | == Quellen == | ||
* [[Richard Voithofer|Voithofer, Richard]]: ''Politische Eliten in Salzburg. Ein biografisches Handbuch. 1918 bis zur Gegenwart.'' Wien (Verlag Böhlau) 2007. Schriftenreihe des Forschungsinstitutes für politisch-historische Studien der [[Dr.-Wilfried-Haslauer-Bibliothek]], Band 32. ISBN 978-3-205-77680-2. S. 225 | |||
*Salzburger Nachrichten u.a. 1. Juni 2013 (Parte) | *Salzburger Nachrichten u. a. 1. Juni 2013 (Parte) | ||
*AK Salzburg, [http://www.ak-salzburg.at/www-597-IP-23458.html ''AK-Präsidenten der 2. Republik''] | *AK Salzburg, [http://www.ak-salzburg.at/www-597-IP-23458.html ''AK-Präsidenten der 2. Republik''] | ||
*SPÖ Salzburg, | *SPÖ Salzburg, | ||
| Zeile 59: | Zeile 44: | ||
*Österreichisches Parlament, Biographien der Parlamentarier ab 1918, [https://www.parlament.gv.at/WWER/PAD_01849/index.shtml Karl Steinocher] | *Österreichisches Parlament, Biographien der Parlamentarier ab 1918, [https://www.parlament.gv.at/WWER/PAD_01849/index.shtml Karl Steinocher] | ||
* Karl-Steinocher-Fonds [http://www.steinocher-fonds.org/index/index.php Steinocher] | * Karl-Steinocher-Fonds [http://www.steinocher-fonds.org/index/index.php Steinocher] | ||
== Einzelverweise == | |||
<references/> | |||
{{Zeitfolge | {{Zeitfolge | ||
|AMT=Landesparteivorsitzender<br/>der [[SPÖ|SPÖ Salzburg]] | |AMT=Landesparteivorsitzender<br/>der [[SPÖ|SPÖ Salzburg]] | ||
| Zeile 69: | Zeile 57: | ||
|ZEIT=[[1965]]–[[1966]] | |ZEIT=[[1965]]–[[1966]] | ||
|VORGÄNGER=[[Josef Horak]] | |VORGÄNGER=[[Josef Horak]] | ||
|NACHFOLGER=[[Josef Brunauer | |NACHFOLGER=[[Josef Brunauer junior]] | ||
}} | }} | ||
{{SORTIERUNG:Steinocher, Karl}} | {{SORTIERUNG:Steinocher, Karl}} | ||
[[Kategorie:Person]] | [[Kategorie:Person]] | ||
| Zeile 79: | Zeile 68: | ||
[[Kategorie:Salzburgs Töchter und Söhne]] | [[Kategorie:Salzburgs Töchter und Söhne]] | ||
[[Kategorie:Bischofshofen]] | [[Kategorie:Bischofshofen]] | ||
[[Kategorie:Geboren 1920]] | |||
[[Kategorie:Gestorben 2013]] | |||