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[[Datei:Viel beisammen.jpg|thumb|Guggenthal im Mai 2017.]]
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[[Datei:Guggenthal Kastanienblüte Weickl-Villa.jpg|thumb|Kastanienblüte vor der ehemaligen Weickl-Villa.]]
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[[Datei:Schloss Guggenthal, Aufn. 2015.JPG|thumb|Schloss Guggenthal, Aufn. 2015]]
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[[Datei:Seit 1990 nicht mehr in Betrieb.JPG|thumb|[[Braugasthof Guggenthal]]]]
[[Datei:Seit 1990 nicht mehr in Betrieb.JPG|thumb|[[Braugasthof Guggenthal]]]]
[[Datei:Guggenthalkirche, nordöstl. Ansicht.jpg|thumb|[[Kirche zum hl. Kreuz und zur hl. Elisabeth]].]]
[[Datei:Guggenthalkirche, nordöstl. Ansicht.jpg|thumb|[[Kirche zum hl. Kreuz und zur hl. Elisabeth]].]]
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=== Gebäude und Siedlungen ===
=== Gebäude und Siedlungen ===
Der historische Ortskern, das [[Gut Guggenthal]], ist heute unbewohnt. Daneben steht die [[Kirche zum hl. Kreuz und zur hl. Elisabeth]]. In Koppl gibt es ein Zeughaus des [[Freiwillige Feuerwehr Koppl Löschzug Guggenthal|Löschzugs Guggenthal]] der [[Freiwillige Feuerwehr Koppl|Freiwilligen Feuerwehr Koppl]] sowie den [[Kindergarten Guggenthal]] und die [[Volksschule Guggenthal]].
Der historische Ortskern, das [[Gut Guggenthal]], ist heute unbewohnt. Daneben steht die [[Kirche zum hl. Kreuz und zur hl. Elisabeth]]. In Koppl gibt es ein Zeughaus des Löschzugs Guggenthal der [[Freiwillige Feuerwehr Koppl|Freiwilligen Feuerwehr Koppl]] sowie den [[Kindergarten Guggenthal]] und die [[Volksschule Guggenthal]].


Von der Stadt Salzburg kommend befindet sich ''am Professorenfeld'' die Wohnsiedlung [[The View2‎]]. Ihr gegenüber, am [[Anton-Schopf-Weg (Koppl)|Anton-Schopf-Weg]], sowie im Bereich der Abzweigung der Gaisberg Landesstraße, weiter östlich, am [[Gniglerbauerweg (Koppl)|Gniglerbauernweg]] und im Bereich der [[Flurname|Flurbezeichnung]] Ziegelstadel befinden sich weitere kleinere Wohnsiedlungen.  
Von der Stadt Salzburg kommend befindet sich ''am Professorenfeld'' die Wohnsiedlung [[The View2]]. Ihr gegenüber, am [[Anton-Schöpf-Weg (Koppl)|Anton-Schopf-Weg]], sowie im Bereich der Abzweigung der Gaisberg Landesstraße, weiter östlich, am [[Gniglerbauerweg (Koppl)|Gniglerbauernweg]] und im Bereich der [[Flurname|Flurbezeichnung]] Ziegelstadel befinden sich weitere kleinere Wohnsiedlungen.


== Geschichte ==
== Geschichte ==
Der Ortsname "''Gukkenthal''" ist seit dem [[13. Jahrhundert]] belegt.  
Der Ortsname "Gukkenthal" ist seit dem [[13. Jahrhundert]] belegt.  


Bis Juli [[1933]] gehörte es zur selbständigen [[Gemeinde Gnigl]]. Die überwiegend bäuerliche Bevölkerung Guggenthals und des [[Heuberg (Koppl)|Heuberg]]s befürchtete in der [[Zwischenkriegszeit]] vom hochverschuldeten Gnigl höhere Abgaben aufgebürdet zu bekommen. Die Heuberger Bauern wollten daher zunächst eine eigene Ortsgemeinde gründen, was aber scheiterte. Dann kam es zu einer Abstimmung über den Verbleib bei Gnigl oder den Anschluss an Koppl. Bei 405 Bewohnern ging die Abstimmung im Jahr [[1932]] mit 125 zu 83 Stimmen zugunsten von Koppl aus. Tatsache ist, dass die Bevölkerung Guggenthals dann an Koppl eine Zeit lang höhere Abgaben entrichten musste, als die alteingesessene Bevölkerung. Gnigl wurde dagegen mit der Eingemeindung in die Stadt Salzburg alle finanziellen Sorgen los, weil die Stadt die Schulden übernahm.
Bis Juli [[1933]] gehörte es zur selbständigen Gemeinde [[Gnigl (Gemeinde)|Gnigl]]. Die überwiegend bäuerliche Bevölkerung Guggenthals und des [[Heuberg (Koppl)|Heuberg]]s befürchtete in der [[Zwischenkriegszeit]] vom hochverschuldeten Gnigl höhere Abgaben aufgebürdet zu bekommen. Die Heuberger Bauern wollten daher zunächst eine eigene Ortsgemeinde gründen, was aber scheiterte. Dann kam es zu einer Abstimmung über den Verbleib bei Gnigl oder den Anschluss an [[Koppl]]. Bei 405 Bewohnern ging die Abstimmung im Jahr [[1932]] mit 125 zu 83 Stimmen zugunsten von Koppl aus. Tatsache ist, dass die Bevölkerung Guggenthals dann an Koppl eine Zeit lang höhere Abgaben entrichten musste, als die alteingesessene Bevölkerung. Gnigl wurde dagegen mit der Eingemeindung in die Stadt Salzburg alle finanziellen Sorgen los, weil die Stadt die Schulden übernahm.


Guggenthal brachte in die neue Gemeinde Koppl eine eigene [[Volksschule Guggenthal|Volksschule]], eine [[Kirche zum hl. Kreuz und zur hl. Elisabeth|Kirche]] (seit [[1864]]), einen Löschzug der Feuerwehr ([[1919]] Betriebsfeuerwehr des Gutes, [[1925]] Löschzug der [[Freiwillige Feuerwehr der Stadt Salzburg - Löschzug Gnigl|FF Gnigl]], eigener Löschzug auch nach Eingliederung in die Gemeinde Koppl) und ein guten eingeführten [[Braugasthof Guggenthal|Gasthof]] (seit [[1642]]) ein, den einstigen [[Meierhof]] des Guts Guggenthal, dessen Geschichte bis ins Jahr [[1272]] zurückzuverfolgen ist. Das Gut war damals im Besitz der Salzburger [[Erzbischöfe]], die Bauernhöfe am Heuberg waren Zehenthöfe.
Guggenthal brachte in die neue Gemeinde Koppl eine eigene [[Volksschule Guggenthal|Volksschule]], eine [[Kirche zum hl. Kreuz und zur hl. Elisabeth|Kirche]] (seit [[1864]]), einen Löschzug der Feuerwehr ([[1919]] Betriebsfeuerwehr des Gutes, [[1925]] Löschzug der [[Freiwillige Feuerwehr der Stadt Salzburg - Löschzug Gnigl|Freiwilligen Feuerwehr Gnigl]], eigener Löschzug auch nach Eingliederung in die Gemeinde Koppl) und ein guten eingeführten [[Braugasthof Guggenthal|Gasthof]] (seit [[1642]]) ein, den einstigen [[Meierhof]] des Guts Guggenthal, dessen Geschichte bis ins Jahr [[1272]] zurückzuverfolgen ist. Das Gut war damals im Besitz der Salzburger [[Erzbischöfe]], die Bauernhöfe am Heuberg waren Zehenthöfe.


Für den Bau der Kirche zum hl. Kreuz und zur hl. Elisabeth war das Jahr [[1860]] von Bedeutung. Damals erwarb das Ehepaar [[Georg Weickl|Georg]] und Elise Weickl (Weingroßhändler und Realitätenbesitzer in der [[Stadt Salzburg]]) aus einer Konkursmasse Guggenthal. Georg Weickl (* [[1803]]; † [[1869]]) war einer jener [[gründerzeit]]lichen Unternehmer, der es durch Geschäftstüchtigkeit, Sparsamkeit und Umsicht zum bedeutendsten Realitätenbesitzer in Salzburg seiner Zeit brachte.  
Für den Bau der Kirche zum hl. Kreuz und zur hl. Elisabeth war das Jahr [[1860]] von Bedeutung. Damals erwarb das Ehepaar [[Georg Weickl|Georg]] und Elise Weickl (Weingroßhändler und Realitätenbesitzer in der [[Stadt Salzburg]]) aus einer Konkursmasse Guggenthal. Georg Weickl (* [[1803]]; † [[1869]]) war einer jener [[gründerzeit]]lichen Unternehmer, der es durch Geschäftstüchtigkeit, Sparsamkeit und Umsicht zum bedeutendsten Realitätenbesitzer in Salzburg seiner Zeit brachte.  
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In der zweiten Hälfte des [[20. Jahrhundert]]s bis in die [[2000er]]-Jahre hatte sich die Bevölkerungsstruktur in Guggenthal total gewandelt. Übrig geblieben sind noch einige wenige (Nebenerwerbs-)Bauern, der überwiegende Teil der Bevölkerung ist städtisch geprägt, im Gegensatz zur bäuerlichen Bevölkerung Koppls. Mit Stichtag [[1. Jänner]] [[2012]] hatte die Gemeinde 3 278 Einwohner, wovon ein gutes Drittel auf dem Heuberg und Guggenthal-Zentrum entfällt.  
In der zweiten Hälfte des [[20. Jahrhundert]]s bis in die [[2000er]]-Jahre hatte sich die Bevölkerungsstruktur in Guggenthal total gewandelt. Übrig geblieben sind noch einige wenige (Nebenerwerbs-)Bauern, der überwiegende Teil der Bevölkerung ist städtisch geprägt, im Gegensatz zur bäuerlichen Bevölkerung Koppls. Mit Stichtag [[1. Jänner]] [[2012]] hatte die Gemeinde 3 278 Einwohner, wovon ein gutes Drittel auf dem Heuberg und Guggenthal-Zentrum entfällt.  


Guggenthal ist generell in Richtung der näher gelegenen Stadt Salzburg hin orientiert, die zudem für viele Guggenthaler Arbeitsstätte ist, Einkaufsplatz, Kulturzentrum, Gesundheitsversorgung, Ausbildungsstätte (Gymnasien und Universität). Die Postleitzahl ist jene von Gnigl, die Telefonvorwahl jene der Stadt. Der [[ÖPNV]] bindet Guggenthal an die Stadt an.
Guggenthal ist generell in Richtung der näher gelegenen Stadt Salzburg hin orientiert, die zudem für viele Guggenthaler Arbeitsstätte ist, Einkaufsplatz, Kulturzentrum, Gesundheitsversorgung, Ausbildungsstätte (Gymnasien und Universität). Die Postleitzahl ist jene von Gnigl, die Telefonvorwahl jene der Stadt. Der öffentliche Personennahverkehr bindet Guggenthal an die Stadt an.
 
In Koppl-Guggenthal gab es Anfang November 2015 Aufregung um eine Fliegerbombe. Damals fanden Arbeiter einen 50-Kilogramm-Sprengkörper auf der Baustelle für die Luxuswohnsiedlung [[The View2]]. Die alliierten Piloten mussten jene Bomben, die nicht über den vorgesehenen Zielen abgeworfen wurden, trotzdem loswerden, da sonst der Treibstoff nicht mehr für den Rückflug gereicht hätte. Dafür wurde diese Gegend auf dem [[Gaisberg (Berg)|Gaisberg]] genutzt.<ref>[https://www.sn.at/salzburg/chronik/guggenthal-baustelle-der-380-kv-leitung-nach-bombenfund-gesperrt-112931920 www.sn.at], 23. November 2021</ref>


[[2016]] wurde mit dem Bau des [[Kunstdepot des Museums der Moderne in Guggenthal|Kunstdepots des Museums der Moderne]] in Guggenthal begonnen.
[[2016]] wurde mit dem Bau des [[Kunstdepot des Museums der Moderne in Guggenthal|Kunstdepots des Museums der Moderne]] in Guggenthal begonnen.


== Die Gaisbergrennen und Guggenthal ==
== Die Gaisbergrennen und Guggenthal ==
Die Fläche zwischen der Kirche und dem alten Brauhaus diente den legendären [[Gaisbergrennen (historisch)|Gaisbergrennen]] in der [[Nachkriegszeit]] bis [[1969]] als Fahrerlager. Auch heute reihen sich dort noch anlässlich des modernen, sogenannten [[Gaisbergrennen (modern)|Gaisbergrennens]] alljährlich Oldtimer auf zum Start auf der Gaisberg Landesstraße. Befand sich der Start des legendären Rennens nur wenige Meter nach der Abzweigung von der Wolfgangsee-Straße, so befindet sich der Start zum modernen Oldtimer-Rennen unmittelbar oberhalb des alten Brauereigebäudes.
Die Fläche zwischen der Kirche und dem alten Brauhaus diente den legendären [[Gaisbergrennen (historisch)|Gaisbergrennen]] in der [[Nachkriegszeit]] bis [[1969]] als Fahrerlager.<ref>Programmhefte der Veranstaltung, u. a. gespeichert in der digitalen Sammlung des Technischen Museums Wien</ref> Auch heute reihen sich dort noch anlässlich des modernen, sogenannten [[Gaisbergrennen (modern)|Gaisbergrennens]] alljährlich Oldtimer auf zum Start auf der Gaisberg Landesstraße. Befand sich der Start des legendären Rennens nur wenige Meter nach der Abzweigung von der Wolfgangsee-Straße, so befindet sich der Start zum modernen Oldtimer-Rennen unmittelbar oberhalb des alten Brauereigebäudes.


==Guggenthaler Adventmarkt==
==Guggenthaler Adventmarkt==
Im Jahr [[1985]] wurde der Adventmarkt Guggenthal erstmals abgehalten. Unter der Organisation des St. Lazarus Hilfswerkes und großem Engagement der Guggenthaler Bevölkerung entstand beim Guggenthaler Kircherl ein jährlich stattfindender traditioneller Weihnachtsmarkt. Es wird dabei bei der Standauswahl und beim Veranstaltungsprogramm auf Bodenständigkeit wert gelegt. Seit 2015 wird der Weihnachtsmarkt von der Pfarre Koppl (zu der das Guggenthaler Kircherl seit 2008 gehört) organisiert. Die Pfarre möchte mit dem Adventmarkt auf die stillste Zeit im Jahr einstimmen. Die Pfarre betreibt auch selber einige Stände, deren Erlös einerseits für die Erhaltung der Guggenthaler Kirche verwendet wird aber auch für caritative Zwecke gespendet wird.
Im Jahr [[1985]] wurde der Adventmarkt Guggenthal erstmals abgehalten. Unter der Organisation des St. Lazarus Hilfswerkes und großem Engagement der Guggenthaler Bevölkerung entstand beim Guggenthaler Kircherl ein jährlich stattfindender traditioneller Weihnachtsmarkt. Es wird dabei bei der Standauswahl und beim Veranstaltungsprogramm auf Bodenständigkeit wert gelegt. Seit 2015 wird der Weihnachtsmarkt von der Pfarre Koppl (zu der das Guggenthaler Kircherl seit 2008 gehört) organisiert. Die Pfarre möchte mit dem Adventmarkt auf die stillste Zeit im Jahr einstimmen. Die Pfarre betreibt auch selber einige Stände, deren Erlös einerseits für die Erhaltung der Guggenthaler Kirche verwendet wird aber auch für caritative Zwecke gespendet wird.


==Bilder==
== Bilder ==
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==Quellen==
== Quellen ==
* Beitrag in den [[Salzburger Nachrichten]] am 11. September 2004 von  Burgi Schobersberger
* Beitrag in den [[Salzburger Nachrichten]] am 11. September 2004 von  Walburg Schobersberger
* ''Salzburger Nachrichten'' am 23. Oktober 2008 und 23. September 2010
* "Salzburger Nachrichten" am 23. Oktober 2008 und 23. September 2010
* E-Mail von [[Hans Kutil]] an Admin. [[Benutzer:Peter Krackowizer]] im November 2017 (geschichtliche Ergänzungen)
* E-Mail von [[Hans Kutil]] an Admin. [[Benutzer:Peter Krackowizer]] im November 2017 (geschichtliche Ergänzungen)


== Einzelnachweise ==
<references/>


[[Kategorie:Wissenschaft]]
[[Kategorie:Wissenschaft]]