Caloptilia alchimiella: Unterschied zwischen den Versionen

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[[File:E-MK-18009a.jpg|thumb|Salzburg, [[Flachgau]], [[Kasern]], 1966.06.03]]
[[File:E-MK-18009a.jpg|thumb|Salzburg, [[Flachgau]], [[Kasern]], 1966.06.03]]
'''Caloptilia alchimiella''' (''Phalaena alchimiella'' Scopoli, 1763: 254) ist eine Art aus der Ordnung [[Lepidoptera]], Familie [[Gracillariidae]].
'''Caloptilia alchimiella''' (''Phalaena alchimiella'' Scopoli, 1763: 254) ist eine [[Glossar Biologie#A|Art]] aus der [[Glossar Biologie#O|Ordnung]] [[Lepidoptera]] (Schmetterlinge), [[Glossar Biologie#F|Familie]] [[Gracillariidae]] (Miniermotten oder Blatt-Tütenmotten).


==Diagnose==
==Diagnose==
Äußerlich ist die Art von anderen ähnlichen ''Caloptilia''-Arten kaum zu unterscheiden. Zur Bestimmung ist daher meist eine Genitaluntersuchung notwendig. Auch die Minen und Blattrollen sind für die faunistische Bestandserfassung nur bei Zucht der Imago sicher verwendbar, da die entsprechenden Fraßspuren der ''Caloptilia robustella'' (in Salzburg noch nicht gefunden, aber zu erwarten) nicht zu unterscheiden sind.
Äußerlich ist die Art von anderen ähnlichen ''Caloptilia''-Arten kaum zu unterscheiden. Zur Bestimmung ist daher meist eine Genitaluntersuchung notwendig. Auch die Minen und Blattrollen sind für die faunistische Bestandserfassung nur bei Zucht der [[Glossar Biologie#I|Imag]]o sicher verwendbar, da die entsprechenden Fraßspuren der ''Caloptilia robustella'' (in [[Salzburg (Bundesland)|Salzburg]] noch nicht gefunden, aber zu erwarten) nicht zu unterscheiden sind.


==Verbreitung, Lebensraum und Phänologie<ref>siehe [[Glossar Biologie#P|Phänologie]]</ref>==
==Verbreitung, Lebensraum und Phänologie<ref>siehe [[Glossar Biologie#P|Phänologie]]</ref>==


''C. alchimiella'' wurde in Salzburg bisher in den Zonen I (Alpenvorland und Flyschzone), Ia ([[Stadt Salzburg]]) und II (nördliche Kalkalpen) nachgewiesen (Zoneneinteilung nach Embacher et al. 2024), wobei sich die meisten Funde auf die Stadt Salzburg und die nähere Umgebung konzentrieren. Die dokumentierte Höhenverbreitung ist mit rund 420 bis 740 m aber sehr gering ([[Michael Kurz (Wissenschafter)|Kurz]] & [[Marion Kurz|Kurz]] 2025). Über den Lebensraum der Art liegen aus Salzburg kaum Angaben vor. Am Heuberg werden Eichen an Waldrändern, sowie eine Allee alter Eichen bei der Schönen Aussicht besiedelt. Die [[Glossar_Biologie#I|Imagines]] wurden von Juni bis August gefunden.
''C. alchimiella'' wurde in Salzburg bisher in den Zonen I ([[Alpenvorland]] und [[Flyschzone]]), Ia ([[Stadt Salzburg]]) und II ([[nördliche Kalkalpen]]) nachgewiesen (Zoneneinteilung nach Embacher et al. 2024), wobei sich die meisten Funde auf die Stadt Salzburg und die nähere Umgebung konzentrieren. Die dokumentierte Höhenverbreitung ist mit rund 420 bis 740 m aber sehr gering ([[Michael Kurz (Wissenschafter)|Kurz]] & [[Marion Kurz|Kurz]] 2025). Über den Lebensraum der Art liegen aus Salzburg kaum Angaben vor. Am [[Heuberg]] werden [[Eiche]]n an [[Wald (Pflanzenformation)|Wald]]<nowiki></nowiki>rändern, sowie eine Allee alter Eichen bei der Schönen Aussicht besiedelt. Die [[Glossar_Biologie#I|Imagines]] wurden von Juni bis August gefunden.
 
==Nachbarfaunen==
Bei Huemer (2013) wird ''C. alchimiella'' für alle österreichischen Bundesländer aufgeführt. Auch in [[Oberösterreich]] ist die Art in allen drei Landesteilen bekannt (Klimesch 1990) und auch in [[Bayern]] wurde sie in allen vier Naturräumen gefunden (Haslberger und Segerer 2016).


==Biologie und Gefährdung==
==Biologie und Gefährdung==


Über die Lebensweise der [[Glossar_Biologie#I|Imagines]] und der Entwicklungsstadien sind aus Salzburg keine Daten bekannt. Die Raupen fressen zunächst in kleinen Platzminen an Eichenblättern (in Salzburg kommt praktisch nur ''[[Quercus robur]], die Stieleiche, dafür in Frage), später erzeugen sie durch Einrollen des Blattes einen Konus, der gewechselt wird. Wegen fehlender Daten zur Biologie kann eine eventuelle Gefährdung der Art in Salzburg zur Zeit nicht beurteilt werden, doch fällt auf, dass sie in den letzten drei Jahrzehnten nicht mehr gefunden wurde.
Über die Lebensweise der [[Glossar_Biologie#I|Imagines]] und der Entwicklungsstadien sind aus Salzburg nur wenige Daten bekannt. Die Raupen fressen zunächst in kleinen Platzminen an Eichenblättern (in Salzburg kommt praktisch nur ''[[Quercus robur]]'', die Stieleiche, dafür in Frage), später erzeugen sie durch Einrollen des Blattes einen Konus, der gewechselt wird. Sie stehen dabei in Konkurrenz durch Ressourcennutzung zu zahlreichen anderen Organismen, von denen für Salzburg folgende Arten dokumentiert sind (neben den Raupen der eigenen Art, nach Kurz & Kurz 2025):<p>
[[Lepidoptera]]:<ul>
<li>''[[Ectoedemia albifasciella]]''
<li>''[[Tischeria ekebladella]]''
<li>''[[Phyllonorycter harrisella]]''
</ul>
[[Hymenoptera]]:<ul>
<li>''[[Neuroterus albipes]]''
</ul>
 
Wegen fehlender Daten zur Biologie kann eine eventuelle Gefährdung der Art in Salzburg zur Zeit nicht zuverlässig beurteilt werden, doch fällt auf, dass sie in den letzten drei Jahrzehnten kaum mehr gefunden wurde. Sie wird daher als potentiell bedroht eingestuft (Einstufung NT nach Embacher et al. 2024).


==Weiterführende Informationen==
==Weiterführende Informationen==
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{{NKIS | taxonid=1196}}{{Fauna und Flora Projekt}}
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== Quellen ==
== Quellen ==
{{Quelle Embacher et al.}}
*{{Quelle Embacher et al. 2024}}
*Kurz, M. A. & M. E. Kurz 2000–2013. Naturkundliches Informationssystem. URL: http://www.nkis.info [online 04 März 2013].
*Haslberger, A. &amp; A.H. Segerer 2016. Systematische, revidierte und kommentierte Checkliste der Schmetterlinge Bayerns (Insecta: Lepidoptera). Mitteilungen der Münchner Entomologischen Gesellschaft 106. Supplement: 336 pp.
*Huemer, P. 2013. Die Schmetterlinge Österreichs (Lepidoptera). Systematische und faunistische Checkliste. Studiohefte 12. Tiroler Landesmuseum Innsbruck: 304 pp.
*Klimesch, J. 1990. Die Schmetterlinge Oberösterreichs, Teil 6. Microlepidoptera I. Entomologische Arbeitsgemeinschaft am O.Ö. Landesmuseum Linz: 1–332.
*Kurz, M. A. & [[Marion Kurz|M. E. Kurz]] 2000–2025. Naturkundliches Informationssystem. URL: http://www.nkis.info [online 2025.04.18].
 
== Einzelnachweis ==
<references/>


[[Kategorie:Wissenschaft]]
[[Kategorie:Wissenschaft]]
[[Kategorie:Naturwissenschaft]]
[[Kategorie:Naturwissenschaft]]
[[Kategorie:Biologie]]
[[Kategorie:Biologie]]
[[Kategorie:Fauna]]
[[Kategorie:Fauna]]
[[Kategorie:Insekt]]
[[Kategorie:Insekt]]
[[Kategorie:Schmetterling]]
[[Kategorie:Schmetterling]]
[[Kategorie:Kleinschmetterling]]
[[Kategorie:Kleinschmetterling]]