Lawinenunglück am Hohen Sonnblick 1928: Unterschied zwischen den Versionen

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[[Datei:Lawinenunglück am Hohen Sonnblick 1928 02.jpg|thumb|Die 13 Todesopfer.]]
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[[Datei:Lawinenunglück am Hohen Sonnblick 1928 03.jpg|thumb|Das Kreuz im oberen Teil des Bildes markiert den Ort des Lawinenunglücks.]]
[[Datei:Lawinenunglück am Hohen Sonnblick 1928 03.jpg|thumb|Das Kreuz im oberen Teil des Bildes markiert den Ort des Lawinenunglücks.]]
[[Datei:Lawinenunglück am Hohen Sonnblick 1928 04.jpg|thumb|[[Gendarmerie|Gendarmen]] des Gasteiner Skikurses unter Leitung des Oberstleutnants [[Georg Bilgeri]] bei den Bergungsarbeiten, die unter äußerst schwierigen Verhältnissen gemeinsam mit der Vevölkerung und den alpinen Vereinen durchgeführt wurden.]]
[[Datei:Lawinenunglück am Hohen Sonnblick 1928 04.jpg|thumb|[[Gendarmerie|Gendarmen]] des Gasteiner Skikurses unter Leitung des Oberstleutnants [[Georg Bilgeri]] bei den Bergungsarbeiten, die unter äußerst schwierigen Verhältnissen gemeinsam mit der Bevölkerung und den alpinen Vereinen durchgeführt wurden.]]
Ein '''Lawinenunglück am Hohen Sonnblick''' ereignete sich am Dienstag, den [[20. März]] [[1928]] und forderte 13 Todesopfer.
Ein '''Lawinenunglück am Hohen Sonnblick''' ereignete sich am Dienstag, den [[20. März]] [[1928]] und forderte 13 Todesopfer.


== Der Hergang des Unglücks ==
== Der Hergang des Unglücks ==
Im Unterkunftshaus der Wiener „Naturfreunde", bekanntlich eines der alten  Gewerkschafthäuser in [[Kolm-Saigurn]], hielt sich am 20. März 1928 eine Gruppe von etwa  40 Mann auf, denen auch die Verunglückten angehörten. Die 17 jungen Leute, durchwegs Leute in den besten Alter, und, wie sich bei ihrer Auffindung herausstellte, gut  ausgerüstet, dürften am Dienstag den Aufstieg auf den [[Hoher Sonnblick|Sonnblick]] unternommen haben, während die übrigen im Unterkunftshaus verblieben. Geplant war eine Fortsetzung über die [[Hohe Riffl]]. Da aber unterdessen stürmisches Wetter eingesetzt hatte und ein schneidender Ostwind enorme Mengen von feinstem Pulverschnee aufwarf, kamen sie von ihrem ursprünglichen Plan ab und wollten sich wie der zu Tal begeben. Es scheint, dass sie vom [[Zittelhaus]] weg in Anbetracht der starken Sichtbeeinträchtigung und des rasenden Sturmes keine Abfahrt gewagt, sondern es vorgezogen hatten, zu Fuß zu gehen. Zummindest waren sie nicht auf den Skiern, als sich das Unglück ereignete,  sondern trugen sie.
Im [[Naturfreundehaus Kolm-Saigurn|Unterkunftshaus der Wiener "Naturfreunde"]], bekanntlich eines der alten  Gewerkschafthäuser in [[Kolm-Saigurn]], hielt sich am 20. März 1928 eine Gruppe von etwa  40 Mann auf, denen auch die Verunglückten angehörten. Die 17 jungen Leute, durchwegs Leute in den besten Alter, und, wie sich bei ihrer Auffindung herausstellte, gut  ausgerüstet, dürften am Dienstag den Aufstieg auf den [[Hoher Sonnblick|Sonnblick]] unternommen haben, während die übrigen im Unterkunftshaus verblieben. Geplant war eine Fortsetzung über die [[Hohe Riffl]]. Da aber unterdessen stürmisches Wetter eingesetzt hatte und ein schneidender Ostwind enorme Mengen von feinstem Pulverschnee aufwarf, kamen sie von ihrem ursprünglichen Plan ab und wollten sich wie der zu Tal begeben. Es scheint, dass sie vom [[Zittelhaus]] weg in Anbetracht der starken Sichtbeeinträchtigung und des rasenden Sturmes keine Abfahrt gewagt, sondern es vorgezogen hatten, zu Fuß zu gehen. Zummindest waren sie nicht auf den Skiern, als sich das Unglück ereignete,  sondern trugen sie.


Die Unglücksstelle selbst befand sich im sogenannten Barbaragraben, oder wie er im Volksmunde genannt wird, Maschingraben, zwischen dem Neubau und dem alten Maschinenbaus, einem Abfluss der der [[Herzog-Ernst-Spitze]] und dem Sonnblick vorgelagerten Gletscher ([[Goldbergkees]]?), der aber zum Zeitpunkt des Unglücks vollkommen vereist war. Das Terrain war nicht einmal ungewöhnlich steil zu nennen.
Die Unglücksstelle selbst befand sich im sogenannten Barbaragraben, oder wie er im Volksmunde genannt wird, Maschingraben, zwischen dem Neubau und dem alten Maschinenbaus, einem Abfluss der der [[Herzog-Ernst-Spitze]] und dem Sonnblick vorgelagerten Gletscher ([[Goldbergkees]]?), der aber zum Zeitpunkt des Unglücks vollkommen vereist war. Das Terrain war nicht einmal ungewöhnlich steil zu nennen.


Das Unglück vollzog sich mit so vehementer Gewalt und Schnelligkeit, das sich die Überlebenden an den Hergang kaum mehr erinnern konnten. Sie wussten nur, dass der Boden unter ihnen plötzlich hinwegschwand und sie sich aus einmal mit ungeheurer Kraft „hinausgeworfen" fühlten. Für den ersten Moment schwanden ihnen die Sinne und als sie wieder zu sich kamen und sich mühsam aus dem Chaos der übereinandergetürmten Schneemassen herausarbeiten konnten, war das Unglück schon geschehen.
Das Unglück vollzog sich mit so vehementer Gewalt und Schnelligkeit, das sich die Überlebenden an den Hergang kaum mehr erinnern konnten. Sie wussten nur, dass der Boden unter ihnen plötzlich hinwegschwand und sie sich aus einmal mit ungeheurer Kraft "hinausgeworfen" fühlten. Für den ersten Moment schwanden ihnen die Sinne und als sie wieder zu sich kamen und sich mühsam aus dem Chaos der übereinandergetürmten Schneemassen herausarbeiten konnten, war das Unglück schon geschehen.


Ihre Rettung verdanken sie einzig dem Umstand, dass sie etwas abseits gestanden waren und daher nicht mehr von der vollen Wucht der abgleitenden Schneemassen mitgerissen wurden.
Ihre Rettung verdanken sie einzig dem Umstand, dass sie etwas abseits gestanden waren und daher nicht mehr von der vollen Wucht der abgleitenden Schneemassen mitgerissen wurden.
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Oberstleutnant [[Georg Bilgeri]] war mit seiner Mannschaft nach einer ungemein mühsamen Sturmfahrt über den [[Bockhartsattel]] am Mittwoch abends 08 Uhr in Kolm eingelangte, musste aber seinen stark mitgenommenen Leuten unbedingt eine Nachtruhe gönnen, sodass er erst am nächsten Vormittag, gleich den Taxenbachern unter Leitung des Herrn Julian Schlaffer an der Unglücksstätte eintraf und nachher sich an den Rettungsarbeiten wacker beteiligte. Die alpine Rettungspatrouille des Bundesheeres konnte zur Mitarbeit nicht herangezogen werden, weil sie sich auf einer Übungsfahrt im [[Glocknergruppe|Glocknergebiet]] befand.
Oberstleutnant [[Georg Bilgeri]] war mit seiner Mannschaft nach einer ungemein mühsamen Sturmfahrt über den [[Bockhartsattel]] am Mittwoch abends 08 Uhr in Kolm eingelangte, musste aber seinen stark mitgenommenen Leuten unbedingt eine Nachtruhe gönnen, sodass er erst am nächsten Vormittag, gleich den Taxenbachern unter Leitung des Herrn Julian Schlaffer an der Unglücksstätte eintraf und nachher sich an den Rettungsarbeiten wacker beteiligte. Die alpine Rettungspatrouille des Bundesheeres konnte zur Mitarbeit nicht herangezogen werden, weil sie sich auf einer Übungsfahrt im [[Glocknergruppe|Glocknergebiet]] befand.


Die Leichen wurden auf Ski- und Bockschlitten zuerst nach Kolm und dann nach Bucheben befördert. Nach einer Wiener Meldung wurden zwischen den „Naturfreunden" und dem Arbeiterturnverein eine Vereinbarung getroffen, wonach sämtliche Leichen gemeinsam nach Wien überführt werden. In den Familien der Betroffenen spielten sich, wie die Wiener Presse meldet, erschütternde Szenen ab, die noch dazu durch die Unbestimmtheit der ersten Meldungen eine entsetzliche Verschärfung erfuhren. Allem Anschein nach war an dem furchtbaren Unglück keinerlei Sorglosigkeit oder Außerachtlassung von Vorsichtsmassregeln schuldtragend, es sei denn, dass man darauf verweisen wollte, dass ausgedehntere Hochgebirgspartien in der gegenwärtigen Jahreszeit an sich schon mit der Möglichkeit von gefährlichen Witterungsumschlägen rechnen müssen.
Die Leichen wurden auf Ski- und Bockschlitten zuerst nach Kolm und dann nach Bucheben befördert. Nach einer Wiener Meldung wurden zwischen den "Naturfreunden" und dem Arbeiterturnverein eine Vereinbarung getroffen, wonach sämtliche Leichen gemeinsam nach Wien überführt werden. In den Familien der Betroffenen spielten sich, wie die Wiener Presse meldet, erschütternde Szenen ab, die noch dazu durch die Unbestimmtheit der ersten Meldungen eine entsetzliche Verschärfung erfuhren. Allem Anschein nach war an dem furchtbaren Unglück keinerlei Sorglosigkeit oder Außerachtlassung von Vorsichtsmassregeln schuldtragend, es sei denn, dass man darauf verweisen wollte, dass ausgedehntere Hochgebirgspartien in der gegenwärtigen Jahreszeit an sich schon mit der Möglichkeit von gefährlichen Witterungsumschlägen rechnen müssen.


Die Suche nach den weiteren Verschütteten wurde durch einheimische Rettungsmannschaft sowie durch von Wien aus ausgerüstete Expeditionen der „Naturfreunde" fortgesetzt.
Die Suche nach den weiteren Verschütteten wurde durch einheimische Rettungsmannschaft sowie durch von Wien aus ausgerüstete Expeditionen der "Naturfreunde" fortgesetzt.


== Quelle ==
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[[Kategorie:Ereignis]]
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[[Kategorie:Katastrophe]]
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[[Kategorie:Lawine]]
[[Kategorie:Pinzgau]]
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[[Kategorie:Rauris]]
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[[Kategorie:Kolm-Saigurn]]
[[Kategorie:Kolm-Saigurn]]