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Die Pläne des Ausbaus wurden seit zehn Jahren verfolgt. Dass Genehmigungen so lange dauerten, sei für ihn unverständlich. "Ich bin der Meinung, dass die Natur für die Menschen da ist. Es gibt in meiner Weltanschauung eine Prioritätenliste, und die ist sicher anders als jene der [[Grüne]]n. Die erfinden lieber noch ein [[Moose|Moos]] und noch eine Kröte, die wir schützen müssen."<ref name="SN20Jun24"></ref> Für den Ausbau des Hotels ist keine Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP) nötig, hatte das [[Land Salzburg (Verwaltung)|Land Salzburg]] im Juni 2024 per Bescheid entschieden. Die [[Landesumweltanwaltschaft]] (LUA) hatte daraufhin Beschwerde gegen den Bescheid eingelegt. Am Zug war nun das Bundesverwaltungsgericht. Der Betreiber hatte bereits 2011 und 2019 um die Erweiterung des Berghotels angesucht und ab 2020 großteils auch umgesetzt. [[Landesumweltanwalt|Landesumweltanwältin]] [[Gishild Schaufler]] störte sich vor allem am Umstand, dass man beim Ausbau bei einer Verdoppelung der Verbauung nur 30 Zimmer angegeben hatte, für die der Bau überdimensioniert war. Nun sei der Antrag erfolgt, die Zahl der Gäste deutlich auszuweiten. Abgesehen vom bereits erfolgten Ausbau hätten mehr Gäste im hochsensiblen alpinen Bereich jedenfalls Auswirkungen auf die Umwelt, zu mehr Störung der Tierwelt und Vegetation. Zumal Urlauber ja gerade deshalb auf die Rudolfshütte kämen, um Zeit in der Natur zu verbringen. Die vom Betreiber vorgeschlagenen Maßnahmen - die Bitte, abends die Vorhänge zuzuziehen, um Störungen durch Licht zu vermeiden, und Wanderempfehlungen für Gäste - seien nicht ausreichend. Schaufler weist auch darauf hin, dass es die alpine Wegefreiheit gibt und Empfehlungen daher nicht verpflichtend sind.<ref>[https://www.sn.at/salzburg/wirtschaft/umweltanwaeltin-causa-rudolfshuette-beschwerde-161684428 www.sn.at], 13. Juli 2024, ein Beitrag von [[Iris Burtscher]]</ref>
 
Die Pläne des Ausbaus wurden seit zehn Jahren verfolgt. Dass Genehmigungen so lange dauerten, sei für ihn unverständlich. "Ich bin der Meinung, dass die Natur für die Menschen da ist. Es gibt in meiner Weltanschauung eine Prioritätenliste, und die ist sicher anders als jene der [[Grüne]]n. Die erfinden lieber noch ein [[Moose|Moos]] und noch eine Kröte, die wir schützen müssen."<ref name="SN20Jun24"></ref> Für den Ausbau des Hotels ist keine Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP) nötig, hatte das [[Land Salzburg (Verwaltung)|Land Salzburg]] im Juni 2024 per Bescheid entschieden. Die [[Landesumweltanwaltschaft]] (LUA) hatte daraufhin Beschwerde gegen den Bescheid eingelegt. Am Zug war nun das Bundesverwaltungsgericht. Der Betreiber hatte bereits 2011 und 2019 um die Erweiterung des Berghotels angesucht und ab 2020 großteils auch umgesetzt. [[Landesumweltanwalt|Landesumweltanwältin]] [[Gishild Schaufler]] störte sich vor allem am Umstand, dass man beim Ausbau bei einer Verdoppelung der Verbauung nur 30 Zimmer angegeben hatte, für die der Bau überdimensioniert war. Nun sei der Antrag erfolgt, die Zahl der Gäste deutlich auszuweiten. Abgesehen vom bereits erfolgten Ausbau hätten mehr Gäste im hochsensiblen alpinen Bereich jedenfalls Auswirkungen auf die Umwelt, zu mehr Störung der Tierwelt und Vegetation. Zumal Urlauber ja gerade deshalb auf die Rudolfshütte kämen, um Zeit in der Natur zu verbringen. Die vom Betreiber vorgeschlagenen Maßnahmen - die Bitte, abends die Vorhänge zuzuziehen, um Störungen durch Licht zu vermeiden, und Wanderempfehlungen für Gäste - seien nicht ausreichend. Schaufler weist auch darauf hin, dass es die alpine Wegefreiheit gibt und Empfehlungen daher nicht verpflichtend sind.<ref>[https://www.sn.at/salzburg/wirtschaft/umweltanwaeltin-causa-rudolfshuette-beschwerde-161684428 www.sn.at], 13. Juli 2024, ein Beitrag von [[Iris Burtscher]]</ref>
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[[Datei:Rudolfshuette Winter Nacht 250302-2030.jpg|thumb|Eine nächtliche Winteraufnahme von der Webcam. Rechts das Berghotel Rudolfshütte.]]
    
Uttendorfs [[Bürgermeister der Gemeinde Uttendorf|Bürgermeister]] [[Hannes Lerchbaumer]] ([[SPÖ]]) begrüßte die Erweiterung indes. "Ich unterstütze den Ausbau voll. Seitens der Gemeinde sind alle nötigen Beschlüsse da." Wie verträgt sich ein Großhotel mit dem angrenzenden Nationalpark? "Ich sehe das nicht kritisch. Es sind ja ohnehin viele Besucher am Berg. Es gibt den Seilbahnbetrieb und das [[Kraftwerksgruppe Stubachtal|ÖBB-Kraftwerk]]. Die Landschaft ist in dem Bereich ja bereits von der Technik geprägt."<ref name="SN20Jun24"></ref>
 
Uttendorfs [[Bürgermeister der Gemeinde Uttendorf|Bürgermeister]] [[Hannes Lerchbaumer]] ([[SPÖ]]) begrüßte die Erweiterung indes. "Ich unterstütze den Ausbau voll. Seitens der Gemeinde sind alle nötigen Beschlüsse da." Wie verträgt sich ein Großhotel mit dem angrenzenden Nationalpark? "Ich sehe das nicht kritisch. Es sind ja ohnehin viele Besucher am Berg. Es gibt den Seilbahnbetrieb und das [[Kraftwerksgruppe Stubachtal|ÖBB-Kraftwerk]]. Die Landschaft ist in dem Bereich ja bereits von der Technik geprägt."<ref name="SN20Jun24"></ref>
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Die Seilbahn schreibt rote Zahlen: Die Umsatzerlöse im abgelaufenen Geschäftsjahr beliefen sich auf 1,4 Millionen Euro, abzüglich Personalkosten und sonstiger betrieblicher Aufwendungen bleibt ein negatives operatives Ergebnis vor Abschreibung (EBITDA) in Höhe von 1,4 Millionen übrig. Das negative Ergebnis kommt insbesondere zustande, weil für die erfolgreiche Verlängerung der Konzession um weitere 20 Jahre kräftig in Technik und Sicherheit investiert werden musste. Die Seilbahn vom Enzingerboden hat eine Kapazität von 1&nbsp;400 Personen pro Stunde. Holleis sagt, wenn das Berghotel Rudolfshütte voll belegt ist, fahren inklusive Tagesskifahrern bis zu 1&nbsp;000 Menschen im Gebiet um den Weißsee Ski. Das heißt, die Bahn könnte deutlich mehr Menschen befördern, als sich um den Weißsee an solchen Tagen aufhalten. Holleis betont, dass diese Auslastung seiner Seilbahn ohne die beeinspruchte Bettenerweiterung nicht machbar sei. Er verweist auf Gesamtinvestitionen in die Bahnen am Weißsee in den vergangenen 20 Jahren in Höhe von 11,6 Millionen Euro. Zuletzt wurde der sogenannte Hüttenlift, ein Schlepplift, der die Doppelsesselbahnen auf den [[Medelzkopf]] mit dem restlichen Skigebiet verbindet, neu errichtet. Zu den Investitionen in die Seilbahn zählen auch die [[Beschneiungsanlage]] - notwendig aufgrund häufiger Windverfrachtungen im Gebiet - und die Instandhaltung der Pisten.
 
Die Seilbahn schreibt rote Zahlen: Die Umsatzerlöse im abgelaufenen Geschäftsjahr beliefen sich auf 1,4 Millionen Euro, abzüglich Personalkosten und sonstiger betrieblicher Aufwendungen bleibt ein negatives operatives Ergebnis vor Abschreibung (EBITDA) in Höhe von 1,4 Millionen übrig. Das negative Ergebnis kommt insbesondere zustande, weil für die erfolgreiche Verlängerung der Konzession um weitere 20 Jahre kräftig in Technik und Sicherheit investiert werden musste. Die Seilbahn vom Enzingerboden hat eine Kapazität von 1&nbsp;400 Personen pro Stunde. Holleis sagt, wenn das Berghotel Rudolfshütte voll belegt ist, fahren inklusive Tagesskifahrern bis zu 1&nbsp;000 Menschen im Gebiet um den Weißsee Ski. Das heißt, die Bahn könnte deutlich mehr Menschen befördern, als sich um den Weißsee an solchen Tagen aufhalten. Holleis betont, dass diese Auslastung seiner Seilbahn ohne die beeinspruchte Bettenerweiterung nicht machbar sei. Er verweist auf Gesamtinvestitionen in die Bahnen am Weißsee in den vergangenen 20 Jahren in Höhe von 11,6 Millionen Euro. Zuletzt wurde der sogenannte Hüttenlift, ein Schlepplift, der die Doppelsesselbahnen auf den [[Medelzkopf]] mit dem restlichen Skigebiet verbindet, neu errichtet. Zu den Investitionen in die Seilbahn zählen auch die [[Beschneiungsanlage]] - notwendig aufgrund häufiger Windverfrachtungen im Gebiet - und die Instandhaltung der Pisten.
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An Landes-Investitionsförderung hatte Holleis 100.000 Euro pro Jahr zwischen [[2004]] und [[2014]] erhlaten. In seiner Zeit wurde außerdem die Gemeindestraße ins Stubachtal als [[Stubachtal Landesstraße]] (L 264) vom Land Salzburg übernommen.<ref>[https://www.sn.at/salzburg/wirtschaft/aus-rudolfshuette-bergbahn-stubachtal-uttendorf-holleis-unternehmen-165513874 www.sn.at], 23. September 2024</ref>
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An Landes-Investitionsförderung hatte Holleis 100.000 Euro pro Jahr zwischen [[2004]] und [[2014]] erhlaten. In seiner Zeit wurde außerdem die Gemeindestraße ins Stubachtal als [[L&nbsp;264 Stubachtal Landesstraße]] vom Land Salzburg übernommen.<ref>[https://www.sn.at/salzburg/wirtschaft/aus-rudolfshuette-bergbahn-stubachtal-uttendorf-holleis-unternehmen-165513874 www.sn.at], 23. September 2024</ref>
    
Wie die Zukunft der Betriebe am Weißsee aussieht, ist ungewiss. Die Idee einer gemeinnützigen Stiftung unter Führung der Gemeinde Uttendorf und mit Hilfe des Landes wurde von der zuständigen Landespolitik nicht unterstützt.
 
Wie die Zukunft der Betriebe am Weißsee aussieht, ist ungewiss. Die Idee einer gemeinnützigen Stiftung unter Führung der Gemeinde Uttendorf und mit Hilfe des Landes wurde von der zuständigen Landespolitik nicht unterstützt.