Sumpf-Siegwurz: Unterschied zwischen den Versionen
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[[Bild:gladiole.jpg|thumb|Sumpf-Siegwurz (''Gladiolus palustris'')]] | [[Bild:gladiole.jpg|thumb|Sumpf-Siegwurz (''Gladiolus palustris''). Foto: Claudia Arming]] | ||
[[File:Gladiolus palustris, Salzburg (state), Austria.jpg|thumb|Gladiolenwiese im Vorfeld des Untersberges | [[File:Gladiolus palustris, Salzburg (state), Austria.jpg|thumb|Gladiolenwiese im Vorfeld des Untersberges. Foto: Kurt Nadler]] | ||
Die '''Sumpf-Siegwurz''' oder '''Sumpf-Gladiole''' (''Gladiolus palustris'' GAUDIN) ist eine Pflanzenart aus der Gattung Gladiolen (''Gladiolus'') innerhalb der Familie der Schwertliliengewächse (Iridaceae). | Die '''Sumpf-Siegwurz''' oder '''Sumpf-Gladiole''' (''Gladiolus palustris'' GAUDIN) ist eine Pflanzenart aus der Gattung Gladiolen (''Gladiolus'') innerhalb der Familie der Schwertliliengewächse (Iridaceae). | ||
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Vorkommen im nördlichen [[Flachgau]] bei [[Holzhausen]] und im [[Pinzgau]]er [[Saalachtal]] bei [[Lofer]] sind seit Langem erloschen. Die Art kommt im [[Bundesland Salzburg]] nur noch in kleinen, isolierten Restpopulationen im Vorfeld des [[Untersberg]]es (in den Gemeinden [[Großgmain]], [[Wals-Siezenheim]], [[Grödig]] sowie im Süden der [[Stadt Salzburg]]) vor. | Vorkommen im nördlichen [[Flachgau]] bei [[Holzhausen]] und im [[Pinzgau]]er [[Saalachtal]] bei [[Lofer]] sind seit Langem erloschen. Die Art kommt im [[Bundesland Salzburg]] nur noch in kleinen, isolierten Restpopulationen im Vorfeld des [[Untersberg]]es (in den Gemeinden [[Großgmain]], [[Wals-Siezenheim]], [[Grödig]] sowie im Süden der [[Stadt Salzburg]]) vor. | ||
[[Bild:Streuwiesenmahd_mit_Handsense.jpg|thumb|Mahd einer Gladiolen-Streuwiese mit der Handsense durch die Biotopschutzgruppe HALM]] | [[Bild:Streuwiesenmahd_mit_Handsense.jpg|thumb|Mahd einer Gladiolen-Streuwiese mit der Handsense durch die Biotopschutzgruppe HALM. Foto: Bernhard Schmall]] | ||
==Gefährdung und Schutz== | ==Gefährdung und Schutz== | ||
Die Sumpf-Siegwurz ist in Salzburg als "vom Aussterben bedroht" (Rote Liste: 1) eingestuft. Im Bundesland Salzburg zählt sie zu den "vollkommen geschützten | Die Sumpf-Siegwurz ist in Salzburg als "vom Aussterben bedroht" (Rote Liste: 1) eingestuft. Im Bundesland Salzburg zählt sie zu den "vollkommen geschützten Pflanzen". | ||
Der Hauptgrund für die starke Dezimierung und Gefährdung liegt im Verlust und in der Veränderung ihrer Lebensräume (insbesondere Umwandlung von extensiv bewirtschafteten [[Streuwiese]]n in Intensivgrünland oder [[Fichte]]<nowiki>nforste</nowiki>, Nutzungsaufgabe und anschließende Verbrachung und Verbuschung der letzten verbliebenen Standorte). Nur durch gezielte, fachlich fundierte Pflegemaßnahmen, wie sie beispielsweise die Biotopschutzgruppe [[Halm]] seit vielen Jahren durchführt, ist eine positive Bestandesentwicklung möglich. | Der Hauptgrund für die starke Dezimierung und Gefährdung liegt im Verlust und in der Veränderung ihrer Lebensräume (insbesondere Umwandlung von extensiv bewirtschafteten [[Streuwiese]]n in Intensivgrünland oder [[Fichte]]<nowiki>nforste</nowiki>, Nutzungsaufgabe und anschließende Verbrachung und Verbuschung der letzten verbliebenen Standorte). Nur durch gezielte, fachlich fundierte Pflegemaßnahmen, wie sie beispielsweise die Biotopschutzgruppe [[Halm]] seit vielen Jahren durchführt, ist eine positive Bestandesentwicklung möglich. | ||
==Wissenswertes== | ==Wissenswertes== | ||
Die Netzstruktur der Knollenhülle wurde im Mittelalter mit einem Kettenhemd oder Harnisch verglichen. Die Knollen wurden daher als Zeichen der Unverwundbarkeit angesehen und als Talisman getragen. Der Name | Die Netzstruktur der Knollenhülle wurde im Mittelalter mit einem Kettenhemd oder Harnisch verglichen. Die Knollen wurden daher als Zeichen der Unverwundbarkeit angesehen und als Talisman getragen. Der Name "Sumpf-Siegwurz" und die ältere Bezeichnung "Runder/Weiblicher Allermannsharnisch" nehmen darauf Bezug. In Salzburg wurde die Sumpf-Siegwurz früher auch als "Johannishäuptl" bezeichnet, eine Anspielung auf die Blütezeit, die (zwar abhängig vom Standort und von der Witterung) oft in der zweiten Junihälfte (um Johanni) ihren Höhepunkt erreicht. | ||
Man verwendete die Knolle früher auch, um in die Haut eingedrungene Splitter herauszuziehen. Die ätherisches Öl und Saponine enthaltende Knolle wurde ferner als Wundmittel in der Veterinärmedizin benutzt. | Man verwendete die Knolle früher auch, um in die Haut eingedrungene Splitter herauszuziehen. Die ätherisches Öl und Saponine enthaltende Knolle wurde ferner als Wundmittel in der Veterinärmedizin benutzt. | ||
==Bildergalerie== | |||
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Datei:Gladiolus palustris Knollenhülle.jpg|Knollenhülle einer zweijährigen Jungpflanze (kultiviert). Foto: Bernhard Schmall | |||
Datei:Gladiolus palustris Fruchtstand.jpg|Fruchtstand der Sumpf-Siegwurz. Foto: Bernhard Schmall | |||
Datei:Gladiolus palustris Samen.jpg|Samen der Sumpf-Siegwurz. Foto: Bernhard Schmall | |||
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==Literatur und Quellen== | ==Literatur und Quellen== | ||
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* Schmitt, B.; Fartmann, T. & Hölzel, N.: ''Vergesellschaftung und Ökologie der Sumpf-Siegwurz (''Gladiolus palustris'') in Südbayern.'' 2010, Tuexenia 30: Seite 105 - 127 | * Schmitt, B.; Fartmann, T. & Hölzel, N.: ''Vergesellschaftung und Ökologie der Sumpf-Siegwurz (''Gladiolus palustris'') in Südbayern.'' 2010, Tuexenia 30: Seite 105 - 127 | ||
* Steingen, S.E.: ''Die Sumpf-Siegwurz (''Gladiolus palustris'' Gaudin) am Moosanger bei Füssen.'' 1988, Ber. Bayer. Bot. Ges. 59: Seite 65 - 74 | * Steingen, S.E.: ''Die Sumpf-Siegwurz (''Gladiolus palustris'' Gaudin) am Moosanger bei Füssen.'' 1988, Ber. Bayer. Bot. Ges. 59: Seite 65 - 74 | ||
*''Verordnung der Salzburger Landesregierung vom 29. Jänner 2001 über den Schutz bestimmter wild wachsender Pflanzen in der freien Natur und den Schutz frei lebender Tierarten (Pflanzen- und Tierarten-Schutzverordnung),'' LGBl. Nr. 18/2001 | *''Verordnung der Salzburger Landesregierung vom 29. Jänner 2001 über den Schutz bestimmter wild wachsender Pflanzen in der freien Natur und den Schutz frei lebender Tierarten (Pflanzen- und Tierarten-Schutzverordnung),'' [[LGBl]]. Nr. 18/2001 | ||
* Vierhapper, F. (1882): ''Das Ibmer- und Waidmoos in Oberösterreich – Salzburg''. Jber. Ver. Naturk. in Öst. ob der Enns 12: Seite 1-27 | * Vierhapper, F. (1882): ''Das Ibmer- und Waidmoos in Oberösterreich – Salzburg''. Jber. Ver. Naturk. in Öst. ob der Enns 12: Seite 1-27 | ||
* Wittmann, H., Pilsl, P. & Nowotny, G.: ''Rote Liste gefährdeter Farn- und Blütenpflanzen des Bundeslandes Salzburg.'' 1966, 5. Aufl., Naturschutzbeiträge (ed.: Amt d. Salzb. Landesreg., Naturschutzreferat) 8/1996: Seite 1 - 83 | * Wittmann, H., Pilsl, P. & Nowotny, G.: ''Rote Liste gefährdeter Farn- und Blütenpflanzen des Bundeslandes Salzburg.'' 1966, 5. Aufl., Naturschutzbeiträge (ed.: Amt d. Salzb. Landesreg., Naturschutzreferat) 8/1996: Seite 1 - 83 | ||
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[[Kategorie:Naturwissenschaft]] | |||
[[Kategorie:Biologie]] | [[Kategorie:Biologie]] | ||
[[Kategorie:Flora]] | [[Kategorie:Flora]] | ||
[[Kategorie:Einkeimblättrige Blütenpflanzen]] | |||
[[Kategorie:Schwertliliengewächse]] | |||