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[[Bild:Mirabellgarten_Altstadt.jpg|thumb|Blick über den Mirabellgarten, im Hintergrund die Salzburger [[Altstadt]] mit der [[Festung Hohensalzburg]].]]
[[Bild:Mirabellgarten_Altstadt.jpg|thumb|Blick über den Mirabellgarten, im Hintergrund die Salzburger [[Altstadt]] mit der [[Festung Hohensalzburg]].]]
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[[File:Salzburg Mirabellgarten Plan 1775.jpg|thumb|Der Mirabellgarten, Plan 1775.]]
[[File:Salzburg Sattler-Panorama Mirabell.jpg|thumb|Der Mirabellgarten auf dem [[Sattler-Panorama]] 1829.]]
[[File:Salzburg Sattler-Panorama Mirabell.jpg|thumb|Der Mirabellgarten auf dem [[Sattler-Panorama]] 1829.]]
[[File:Salzburg Mirabellgarten Plan 1775.jpg|thumb|Der Mirabellgarten, Plan 1775.]]
[[Datei:Stadtansicht von Kulstrunk 1916 Altstadt linksufrig rechtsufrig.jpg|thumb|Auf der [[Stadtansicht von Kulstrunk]] [[1916]] im linken unmteren Bildteil der Mirabellgarten.]]
[[Datei:Ausblick von Rosenhügel zur Festung.jpg|thumb|Ausblick vom [[Rosenhügel]] über das Kleine Gartenparterre zur [[Festung Hohensalzburg]].]]
[[Datei:Mirabellgarten_Salzburg_Grenzen.jpg|thumb|Die Grenzen des Mirabellgartens.]]
[[Datei:Mirabellgarten Dachsteinkalk Salzburg 2021.jpg|thumb|Der Mirabellgarten vom [[Rosenhügel]]: Von Anfang Mai bis Mitte Juli 2021 wurden die Wege generalsaniert. Dieser Teil strahlt gerade mit neuem Sand aus [[Dachsteinkalk]].]]
[[Datei:Ausblick von Rosenhügel zur Festung.jpg|thumb|Ausblick vom [[Rosenhügel]] über das Kleine Gartenparterre zur [[Festung Hohensalzburg]] (2010).]]
[[Datei:Statue_im_Mirabellgarten.jpg|thumb|[[Susannabrunnen]] von [[Hans Waldburger]], 1610.]]
[[Datei:Statue_im_Mirabellgarten.jpg|thumb|[[Susannabrunnen]] von [[Hans Waldburger]], 1610.]]
Der '''Mirabellgarten''' ist einer der berühmtesten Sehenswürdigkeiten der [[Stadt Salzburg]].
Der '''Mirabellgarten''' ist einer der berühmtesten Sehenswürdigkeiten der [[Stadt Salzburg]] und zählt zu den [[denkmalgeschützte Objekte in der Stadt Salzburg|denkmalgeschützten Objekten]] in der Stadt.


== Beschreibung ==
== Beschreibung ==
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[[1892]]–[[1893]] entstand durch den Neubau des [[Salzburger Landestheater|Stadttheaters]] und durch die Entfernung der dortigen Arkadenmauer die Öffnung zum Makartplatz. Der südliche Teil des Gartens wurde durch den Bau des Stadttheaters und des Hotels um etwa 30 Meter in der Länge verkürzt. Zuvor war der Mirabellgarten vom Hannibalplatz (heute Makartplatz) durch eine hohe Mauer mit zwei Portalen getrennt.
[[1892]]–[[1893]] entstand durch den Neubau des [[Salzburger Landestheater|Stadttheaters]] und durch die Entfernung der dortigen Arkadenmauer die Öffnung zum Makartplatz. Der südliche Teil des Gartens wurde durch den Bau des Stadttheaters und des Hotels um etwa 30 Meter in der Länge verkürzt. Zuvor war der Mirabellgarten vom Hannibalplatz (heute Makartplatz) durch eine hohe Mauer mit zwei Portalen getrennt.


1893–[[1894]] wurde die große Marmortreppe vom Mirabellgarten zum [[Kurgarten]] errichtet und der vorhandene Springbrunnen saniert<ref>[http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=svb&datum=19230602&query=%22Pegasus%22+%22Mirabellgarten%22&ref=anno-search&seite=5 Salzburger Volksblatt, 2. Juni 1923, Seite 3]</ref>. Das große Brunnenbecken wurde in Beton ausgeführt und es entstand damals die 'Große Fontäne'. Um diese Zeit gab es nahe dem ''Bosquet'' einen Musen-Hügel mit einem [[Mozart-Denkmal|Denkmal]] für [[Wolfgang Amadé Mozart|Mozart]].  
1893–[[1894]] wurde die große Marmortreppe vom Mirabellgarten zum [[Kurgarten]] errichtet und der vorhandene Springbrunnen saniert<ref>[https://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=svb&datum=19230602&query=%22Pegasus%22+%22Mirabellgarten%22&ref=anno-search&seite=5 Salzburger Volksblatt, 2. Juni 1923, Seite 3]</ref>. Das große Brunnenbecken ist in Kunststein ausgeführt, bis heute besitzt es die typische 'Große Fontäne'. Um diese Zeit gab es nahe dem ''Bosquet'' einen Musen-Hügel mit einem [[Mozart-Denkmal|Denkmal]] für [[Wolfgang Amadé Mozart|Mozart]].  


[[1955]] wurden die Zierbeete im Garten nach den Kriegswirren wiederhergestellt.<ref>Quelle [[Stadt Nachrichten]], 11. Februar 2011, Artikel mit Aussagen [[Fremdenführer|Salzburger Stadtführer]]in Renate Bauer</ref>. [[2008]] sanierte man den großen Springbrunnen um 15.000 Euro.
[[1955]] wurden die Zierbeete im Garten nach den Kriegswirren wiederhergestellt.<ref>Quelle [[Stadt Nachrichten]], 11. Februar 2011, Artikel mit Aussagen [[Fremdenführer|Salzburger Stadtführer]]in Renate Bauer</ref>. [[2008]] sanierte man den großen Springbrunnen um 15.000 Euro. Von Anfang Mai bis Mitte Juli [[2021]] wurden die Wege generalsaniert. Dabei wurden die alten Wege entfernt und an selber Stelle neue Wege aus [[Dachsteinkalk]] errichtet. Die Breite der Wege wurde dabei nicht verändert werden, die Höhe musste jedoch angepasst werden, um ein Abfließen von Regenwasser in die Wiesen zu gewährleisten. Bis Mitte Juli dauerte die Sanierung, die in Abschnitten vorgenommen wurde. So waren jeweils nur Teilbereiche des Gartens gesperrt, die restlichen Bereiche blieben zugänglich. Insgesamt kostete die Sanierung die Stadt etwa 200.000 Euro.<ref>[[SALZBURG24]] vom [https://www.salzburg24.at/news/salzburg/stadt/mirabellgarten-wird-saniert-103159417 30. April 2021]</ref>
 
Am Mittwoch, den [[18. Mai]] [[2022]], befand sich ein [[Steinbock]] aus der Kolonie auf dem [[Kapuzinerberg]] im Mirabellgarten. Die [[Berufsfeuerwehr Salzburg]] rückte aus. Mit der Hilfe eines Jägers konnte das Wildtier schließlich arretiert und in sein Revier zurücküberstellt werden.<ref>[[Salzburger Nachrichten]] vom [https://www.sn.at/salzburg/chronik/die-gams-im-blumenbeet-salzburger-berufsfeuerwehr-auf-pirsch-im-mirabellgarten-121505371 18. Mai 2022]</ref>


== Großes Gartenparterre und Lindenhain ==
== Großes Gartenparterre und Lindenhain ==
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* Element Erde: 'Hades entführt Persephone in die Unterwelt.'
* Element Erde: 'Hades entführt Persephone in die Unterwelt.'


Die Figurenpaare werden z. T. auch als ''Raptusgruppen''<ref>Raptusgruppe, von ''raptus'', lateinisch "Raub", "Entführung" – in der Bildenden Kunst die Darstellung einer Entführung. Bekannte Beispiele sind der Raub der Amymone, der Raub der Europa, der Raub der Sabinerinnen und „Nessus raubt Dejanira” ([http://www.beyars.com/kunstlexikon/lexikon_7410.html ''Das große Kunstlexikon'' von P.W. Hartmann]</ref> bezeichnet.
Die Figurenpaare werden z. T. auch als ''Raptusgruppen''<ref>Raptusgruppe, von ''raptus'', lateinisch "Raub", "Entführung" – in der Bildenden Kunst die Darstellung einer Entführung. Bekannte Beispiele sind der Raub der Amymone, der Raub der Europa, der Raub der Sabinerinnen und "Nessus raubt Dejanira" ([http://www.beyars.com/kunstlexikon/lexikon_7410.html ''Das große Kunstlexikon'' von P.W. Hartmann]</ref> bezeichnet.


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File:Hades entführt Persephone.jpg|Hades entführt Persephone (Erde)
File:Hades entführt Persephone.jpg|Hades entführt Persephone (Erde)
File:Aeneas rettet Anchises.jpg|Aeneas rettet Anchises (Feuer)
File:Aeneas rettet Anchises.jpg|Aeneas rettet Anchises (Feuer)
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** 5. Herkules (Herakles; Halbgott) mit Keule und Fell des Nemeischen Löwen; 6. Vulcanus (Hephaistos) mit Amboss; 7. Merkur (Hermes) mit Flügelhelm und 8. Apollo mit Lorbeer;  
** 5. Herkules (Herakles; Halbgott) mit Keule und Fell des Nemeischen Löwen; 6. Vulcanus (Hephaistos) mit Amboss; 7. Merkur (Hermes) mit Flügelhelm und 8. Apollo mit Lorbeer;  


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File:1 Apoll.jpg|Apollo (Apollon), Sonne
File:1 Apoll.jpg|Apollo (Apollon), Sonne
File:2 Merkur1.jpg|Merkur (Hermes), Sommer
File:2 Merkur1.jpg|Merkur (Hermes), Sommer
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** 5. Pomona mit Weintraube und Früchten; 6. Venus (Aphrodite) nackt mit Amorknabe; 7. Vesta (Hestia) mit Fell und einem Topf mit Feuer und 8. Juno (Hera) mit Traube und einem Pfau.
** 5. Pomona mit Weintraube und Früchten; 6. Venus (Aphrodite) nackt mit Amorknabe; 7. Vesta (Hestia) mit Fell und einem Topf mit Feuer und 8. Juno (Hera) mit Traube und einem Pfau.


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File:1 Diana.jpg|Diana (Artemis), Jagd (Mond)  
File:1 Diana.jpg|Diana (Artemis), Jagd (Mond)  
File:2 Flora.jpg|Flora (Frühling)  
File:2 Flora.jpg|Flora (Frühling)  
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=== Balustraden ===
=== Balustraden ===
Das ''Große Gartenparterre'' ist praktisch allseitig von einer barocken marmornen Balustrade mit marmornen Postamenten und darauf stehenden Vasen eingefasst, die [[1689]] nach Plänen von [[Johann Bernhard Fischer von Erlach]] errichtet worden sind. Die Vasen bieten eine künstlerisch hochwertige und vielfältige Gestalt und zeigen verschiedene verschiedene Symbole der in der Renaissance und Barockzeit wiederbelebte Symbole der Antike.  Der größere Teil der Vasen und der einstigen Balustraden ist heute nicht mehr erhalten.
Das ''Große Gartenparterre'' ist praktisch allseitig von einer barocken marmornen Balustrade mit marmornen Postamenten und darauf stehenden Vasen eingefasst, die [[1689]] nach Plänen von [[Johann Bernhard Fischer von Erlach]] errichtet worden sind. Die Vasen bieten eine künstlerisch hochwertige und vielfältige Gestalt und zeigen verschiedene verschiedene in der Renaissance und Barockzeit wiederbelebte alte Symbole.  Der größere Teil der Vasen und die ursprüngliche Balustradenanordnung ist heute nicht mehr erhalten.


== Kleines Gartenparterre und Bosquet==
== Kleines Gartenparterre und Bosquet==
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Das Einhorn ist ein mythisches Fabelwesen, zumeist ein weißes Pferd, aus dessen Stirne mittig ein einziges, starkes Horn senkrecht hervorragt. Dieses Horn wird als heilkräftig beschrieben. Das Einhorn gilt als das edelste aller Fabeltiere und steht als ein Symbol für das Gute. Das Einhorn lebt im tiefen Walde. Einfangen kann es der Legende nach nur eine Jungfrau.   
Das Einhorn ist ein mythisches Fabelwesen, zumeist ein weißes Pferd, aus dessen Stirne mittig ein einziges, starkes Horn senkrecht hervorragt. Dieses Horn wird als heilkräftig beschrieben. Das Einhorn gilt als das edelste aller Fabeltiere und steht als ein Symbol für das Gute. Das Einhorn lebt im tiefen Walde. Einfangen kann es der Legende nach nur eine Jungfrau.   


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File:Salzburg Mirabellgarten Einhorn 1.jpg|Einhorn links der Prunkstiege.
File:Salzburg Mirabellgarten Einhorn 1.jpg|Einhorn links der Prunkstiege.
File:Salzburg Mirabellgarten Einhorn 2.jpg|Einhorn rechts der Prunkstiege.
File:Salzburg Mirabellgarten Einhorn 2.jpg|Einhorn rechts der Prunkstiege.
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Die um [[1670]]/[[1680]] für den Mirabellgarten geschaffenen und hier aufgestellten beiden [[Wappen der Grafen Lodron|Löwen mit dem Brezelschweif]] aus Stein wurden schließlich [[1840]] von Konstantin Graf [[Lodron]] von Salzburg nach [[Kärnten]] die das Neue Schloss nach  [[Gmünd]] gebracht und befinden sich seither dort. <ref>[http://www.kleindenkmaeler.at/detail/steinerne_loewen kleindenkmaeler.at]</ref>
Die um [[1670]]/[[1680]] für den Mirabellgarten geschaffenen und hier aufgestellten beiden [[Wappen der Grafen Lodron|Löwen mit dem Brezelschweif]] aus Stein wurden schließlich [[1840]] von Konstantin Graf [[Lodron]] von Salzburg nach [[Kärnten]] die das Neue Schloss nach  [[Gmünd]] gebracht und befinden sich seither dort. <ref>[http://www.kleindenkmaeler.at/detail/steinerne_loewen kleindenkmaeler.at]</ref>


Bei der Neugestaltung der Mirabellschwemme fügte Danreiter die beiden Steinböcke und die beiden Löwen hinzu (die Thunschen Wappentiere), die vermutlich von [[Schloss Klessheim]] stammten und heute in der Nähe des Pegasusbrunnens bei der Stiege auf den [[Rosenhügel]] zu sehen sind (die heutige Aufstellung stammt aus dem Jahr 1913). <ref name="TUGraz">[[Hans Tietze]] in [[Österreichische Kunsttopographie]]: [[Die profanen Denkmale der Stadt Salzburg]], im Internet als pdf [http://diglib.tugraz.at/download.php?id=53f1c278b2ec6&location=browse diglib.tugraz.at]</ref>
Bei der Neugestaltung der Mirabellschwemme fügte Danreiter die beiden Steinböcke und die beiden Löwen hinzu (die Thunschen Wappentiere), die vermutlich von [[Schloss Kleßheim]] stammten und heute in der Nähe des Pegasusbrunnens bei der Stiege auf den [[Rosenhügel]] zu sehen sind (die heutige Aufstellung stammt aus dem Jahr 1913). <ref name="TUGraz">[[Hans Tietze]] in [[Österreichische Kunsttopographie]]: [[Die profanen Denkmale der Stadt Salzburg]], im Internet als pdf [http://diglib.tugraz.at/download.php?id=53f1c278b2ec6&location=browse diglib.tugraz.at]</ref>


Die beiden Löwen sind ein aus der Antike stammendes allegorisches Sinnbild für die Tugenden ''Geduld'' (patientia) und ''Stärke'' (fortitudo). Vorrangig stehen sie aber für das Salzburger Wappentier.
Die beiden Löwen sind ein aus der Antike stammendes allegorisches Sinnbild für die Tugenden ''Geduld'' (patientia) und ''Stärke'' (fortitudo). Vorrangig stehen sie aber für das Salzburger Wappentier.
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=== Das ''Boskett'', heute Lindenallee und Laubengang ===   
=== Das ''Boskett'', heute Lindenallee und Laubengang ===   
Das typische barocke ''Bosquet'' (von französisch le bosquet = Wäldchen, oder Gehölz) war ein kunstvoll geschnittenes "Wäldchen“ im barocken Mirabellgarten des Fischer von Erlachs. Das Boskett folgte auch hier dem für barocke Schlossgärten typischen Anordnung seitlich neben dem Gartenparterre. Der Baum- und Heckenbestand war von einer geradlinigen Achse mit saalartigen Aufweitungen durchzogen und wurde von hohen kunstvoll geschnittenen Hecken gesäumt. Das Boskett bildet so ein Gegenstück zum Schlossgebäude mit seinen Gängen, Treppen und Sälen und wurde auch ähnlich wie die Innenräume des Schlosses genutzt: Es diente für Aufführungen von kleinen Kammerkonzerten oder für andere kleine Vergnügungen. Ursprünglich besaß das (westliche) Boskett von Schloss Mirabell fünf kleine Säle sowie einen Durchgangssaal zum Heckentheater. Die Heckensäle besaßen mittig jeweils einen kleinen Brunnen, der südlichste Brunnen war als Springbrunnen ausgebildet.   
Das typische barocke ''Bosquet'' (von französisch le bosquet = Wäldchen, oder Gehölz) war ein kunstvoll geschnittenes "Wäldchen" im barocken Mirabellgarten des Fischer von Erlachs. Das Boskett folgte auch hier dem für barocke Schlossgärten typischen Anordnung seitlich neben dem Gartenparterre. Der Baum- und Heckenbestand war von einer geradlinigen Achse mit saalartigen Aufweitungen durchzogen und wurde von hohen kunstvoll geschnittenen Hecken gesäumt. Das Boskett bildet so ein Gegenstück zum Schlossgebäude mit seinen Gängen, Treppen und Sälen und wurde auch ähnlich wie die Innenräume des Schlosses genutzt: Es diente für Aufführungen von kleinen Kammerkonzerten oder für andere kleine Vergnügungen. Ursprünglich besaß das (westliche) Boskett von Schloss Mirabell fünf kleine Säle sowie einen Durchgangssaal zum Heckentheater. Die Heckensäle besaßen mittig jeweils einen kleinen Brunnen, der südlichste Brunnen war als Springbrunnen ausgebildet.   
Heute besteht das westliche Boskett aus einer dreireihigen "Allee" aus Winterlinden, die durch regelmäßigen Schnitt in geometrisch würfelige Form gebracht wurden sowie aus einem Laubengang mit einem Rundbogen-Spalier. Das mirabellplatzseitige östliche Boskett neben der kleinen Orangerie besteht heute nicht mehr.
Heute besteht das westliche Boskett aus einer dreireihigen "Allee" aus Winterlinden, die durch regelmäßigen Schnitt in geometrisch würfelige Form gebracht wurden sowie aus einem Laubengang mit einem Rundbogen-Spalier. Das mirabellplatzseitige östliche Boskett neben der kleinen Orangerie besteht heute nicht mehr.


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== Auf der Lodronschen Wehrmauer: Heckentheater und Vogelhaus==
== Auf der Lodronschen Wehrmauer: Heckentheater und Vogelhaus==
[[Datei:Heckentheater.jpg|thumb|[[Heckentheater]]]]
[[Datei:Heckentheater.jpg|thumb|[[Heckentheater]]]]
: ''Hauptartikel: [[Heckentheater]]''
: ''Hauptartikel [[Heckentheater]]  
Das kleine lang gestreckte Heckentheater mit seinen von geschnittenem Gehölz eingefassten symmetrischen Wegen und seinen zentralen Freiflächen wurde vermutlich nach [[1691]] auf der [[Lodron]]schen Wehrmauer errichtet und wird bis heute gelegentlich für kleine Theateraufführungen oder für Konzerte verwendet. Das Heckentheater ist das österreichweit einzige erhaltene barocke Heckentheater und eine der ältesten erhaltenen barocken Freiluftbühnen Europas. Es schließt westlich an das Boskett an, und entwickelt diesen Gartenraum architektonisch weiter.
Das kleine lang gestreckte Heckentheater mit seinen von geschnittenem Gehölz eingefassten symmetrischen Wegen und seinen zentralen Freiflächen wurde vermutlich nach [[1691]] auf der [[Lodron]]schen Wehrmauer errichtet und wird bis heute gelegentlich für kleine Theateraufführungen oder für Konzerte verwendet. Das Heckentheater ist das österreichweit einzige erhaltene barocke Heckentheater und eine der ältesten erhaltenen barocken Freiluftbühnen Europas. Es schließt westlich an das Boskett an, und entwickelt diesen Gartenraum architektonisch weiter.


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== Orangeriegarten und Rosengarten==
== Orangeriegarten und Rosengarten==
[[Datei:Orangerie b. Schloss Mirabell.jpg|thumb|[[Orangerie Schloss Mirabell|Orangerie]] beim [[Schloss Mirabell]]]]
[[File:Statue samt Brunnen, Orangerie, Mirabellgarten.jpg|thumb|[[Papagenabrunnen]] in der Orangerie]]
: ''Hauptartikel: [[Orangerie Schloss Mirabell]]''
: ''Hauptartikel [[Orangerie Schloss Mirabell]]  
Die Orangerie (historische kleine Orangerie) mit dem angrenzenden Palmenhaus entstand um [[1725]]. Im Garten der Orangerie befindet sich heute der [[Papagenabrunnen]] mit seiner Pagagena-Figur, die 1984 von [[Josef Magnus]] geschaffen wurde.
Die Orangerie (historische kleine Orangerie) mit dem angrenzenden Palmenhaus entstand um [[1725]]. Im Garten der Orangerie befindet sich heute der [[Papagenabrunnen]] mit seiner Pagagena-Figur, die 1984 von [[Josef Magnus]] geschaffen wurde.


Der Rosengarten (lat. ''rosarium'') schließt sich unmittlebar südlich des Schlosses Mirabell an. Historisch befand sich hier der große Garten der Orangerie.
Der Rosengarten (lat. ''rosarium'') schließt sich unmittlebar südlich des Schlosses Mirabell an. Historisch befand sich hier der große Garten der Orangerie.
[[Datei:Papagenabrunnen Mirabellgarten 03.jpg|thumb|Papagenabrunnen in der [[Orangerie Schloss Mirabell]] ]]
 
== Wasserbastei ==
== Wasserbastei ==
: ''Hauptartikel: [[Wasserbastei]]''
: ''Hauptartikel [[Wasserbastei]]  
Die Wasserbastei ist eine kleine Vorbastei und der letzte Rest des einst mächtigen Lodronschen [[Stadtbefestigungen|Gürtels von Bollwerken]]. Fischer von Erlach hat diesen Bereich zu einem Garten ausgestaltet: einen [[Kleiner Bastionsgarten|kleinen]] und einen [[Großer Bastionsgarten|großen Bastionsgarten]]. Die Basis der erhaltenen Wehranlage ist nach [[1860]] stark eingeschüttet worden, sodass nach Norden hin nur mehr die obere Hälfte sichtbar ist. Auf dieser Bastei sind derzeit die bekannten Marmorzwerge (siehe [[Zwergelgarten]]) aufgestellt.
Die Wasserbastei ist eine kleine Vorbastei und der letzte Rest des einst mächtigen Lodronschen [[Stadtbefestigungen|Gürtels von Bollwerken]]. Fischer von Erlach hat diesen Bereich zu einem Garten ausgestaltet: einen [[Kleiner Bastionsgarten|kleinen]] und einen [[Großer Bastionsgarten|großen Bastionsgarten]]. Die Basis der erhaltenen Wehranlage ist nach [[1860]] stark eingeschüttet worden, sodass nach Norden hin nur mehr die obere Hälfte sichtbar ist. Auf dieser Bastei sind derzeit die bekannten Marmorzwerge (siehe [[Zwergelgarten]]) aufgestellt.


== Historischer Zwergelgarten, derzeit noch Zauberflötenspielplatz ==
== Historischer Zwergelgarten, derzeit noch Raum um Zauberflötenspielplatz ==
[[Datei:Zwergelgarten Mirabellgarten 01.jpg|thumb|[[Zwergelgarten]] in der früheren Aufstellung]]
[[File:Salzburg Schloss Mirabell Zwergerlgarten Zwerg 04.jpg|thumb|Zwerg mit dem Spaten]]
: ''Hauptartikel: [[Historischer Zwergelgarten]]''
: ''Hauptartikel [[Historischer Zwergelgarten]]  
Der Garten ist der älteste Zwergelgarten Europas und hat eine besonders hohe kulturelle Bedeutung. Die vielfältige Symbolsprache des Mirabellgartens wird maßgeblich auch vom Zwergelgarten mitbestimmt. An der Stelle des historischen Zwergelgartens befindet sich derzeit noch der [[Zauberflötenspielplatz]] und die Ausstellungshalle (einst für Joseph Thorak erbaut), sowie der Parkplatz für verschiedene Politiker im Mirabellschloss.
Der Garten ist der älteste Zwergelgarten Europas und hat eine besonders hohe kulturelle Bedeutung. Die vielfältige Symbolsprache des Mirabellgartens wird maßgeblich auch vom Zwergelgarten mitbestimmt. An der Stelle des historischen Zwergelgartens befindet sich derzeit noch der [[Zauberflötenspielplatz]] und die Ausstellungshalle (einst für Joseph Thorak erbaut), sowie der Parkplatz für verschiedene Politiker im Mirabellschloss.


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* [[Salzburger Marionettentheater]] und die [[Salzburger Kammerspiele]] im Gebäude des ehemaligen [[Hotel Mirabell|Hotels Mirabell]] (ebenfalls im Eigentum der Stiftung Mozarteum)
* [[Salzburger Marionettentheater]] und die [[Salzburger Kammerspiele]] im Gebäude des ehemaligen [[Hotel Mirabell|Hotels Mirabell]] (ebenfalls im Eigentum der Stiftung Mozarteum)
* die Gebäude der Stiftung [[Mozarteum (Gebäude)|Mozarteums]]  
* die Gebäude der Stiftung [[Mozarteum (Gebäude)|Mozarteums]]  
* Die gründerzeitlichen Häuser Schwarzstr. 30 und 32
* Die gründerzeitlichen Häuser Schwarzstraße 30 - [[Villa Vicina]] und 32 - [[Villa Eleonore]]


== Bilder ==
== Bilder ==
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* {{Commonscat|Mirabellgarten}}
* {{Commonscat|Mirabellgarten}}
== Weblink ==
* [https://webtv.feratel.com/webtv/?cam=5281&design=v3&c0=0&c2=1&c27=1&c3=0&c5=0&c8=0&c12=0&c13=0&lg=de&pg=121E2E32-862A-4791-8936-B41853615FB6&s=0 Webcam vom Schloss Mirabell]
== Quellen ==
== Quellen ==
* Salzburgwiki-Beiträge, u. a. Artikel über die im Text erwähnten Künstler: [[Fischer von Erlach|Johann Bernhard Fischer von Erlach]], [[Ottavio Mosto]], [[Bartholomäus von Opstal]], [[Andreas Götzinger|Andreas]] und [[Götzinger|Gregor Götzinger]], [[Hanns Schwäbl]], [[Johann Frölich]]
* [[Franz Martin|Martin, Franz]]: ''[[Salzburg, ein Führer durch seine Geschichte und Kunst#Die Ausgaben im Überblick|Salzburg, Geschichte und Kunst dieser Stadt]]'', [[Verlag "Das Bergland-Buch"]], Salzburg, [[1952]]  
* [[Franz Martin]]: ''Salzburg, ein Führer durch seine Geschichte und Kunst'', [[Verlag "Das Bergland-Buch"]], Salzburg, [[1952]]  
* [[Reinhard Medicus|Medicus, Reinhard]]: ''[[Salzburgs Stadtberge und Stadtgärten im Wandel der Zeit]]'', [[Verlag Anton Pustet]], Salzburg, 2021
* [[Reinhard Medicus]]: ''Der Zwergelgarten und seine Geschichte''. In [[Bastei]], Zeitschrift des [[Salzburger Stadtverein|Stadtvereines Salzburg für die Erhaltung und Pflege von Bauten, Kultur und Gesellschaft]], Jahrgang 2010 Folge 2, Salzburg 2010.
* Medicus, Reinhard: ''Der Zwergelgarten und seine Geschichte''. In [[Bastei]], Zeitschrift des [[Salzburger Stadtverein|Stadtvereines Salzburg für die Erhaltung und Pflege von Bauten, Kultur und Gesellschaft]], Jahrgang 2010 Folge 2, Salzburg 2010.
* [[Hans Tietze]] in [[Österreichische Kunsttopographie]]: [[Die profanen Denkmale der Stadt Salzburg]], im Internet als pdf [http://diglib.tugraz.at/download.php?id=53f1c278b2ec6&location=browse diglib.tugraz.at]
* [[Hans Tietze|Tietze, Hans]], in [[Österreichische Kunsttopographie]]: [[Die profanen Denkmale der Stadt Salzburg]], im Internet als pdf [http://diglib.tugraz.at/download.php?id=53f1c278b2ec6&location=browse diglib.tugraz.at]
==== Einzelnachweise ====
* SALZBURGWIKI-Beiträge, u. a. Artikel über die im Text erwähnten Künstler: [[Fischer von Erlach|Johann Bernhard Fischer von Erlach]], [[Ottavio Mosto]], [[Bartholomäus von Opstal]], [[Andreas Götzinger|Andreas]] und [[Götzinger|Gregor Götzinger]], [[Hanns Schwäbl]], [[Johann Frölich]]
 
== Einzelnachweise ==
<references/>
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[[Kategorie:Altstadt]]
[[Kategorie:Altstadt]]
[[Kategorie:Altstadt (rechtes Salzachufer)]]
[[Kategorie:Altstadt (rechtes Salzachufer)]]
[[Kategorie:Park]]
[[Kategorie:Gartenanlage]]
[[Kategorie:Architektur]]
[[Kategorie:Architektur]]
[[Kategorie:Denkmalschutz]]
[[Kategorie:Denkmalschutz]]
[[Kategorie:Denkmalschutz (Stadt Salzburg)]]
[[Kategorie:Denkmalschutz (Stadt Salzburg)]]
[[Kategorie:Salzburgs Schätze]]
[[Kategorie:Salzburgs Schätze]]
[[Kategorie:Mirabellgarten|!]]
[[Kategorie:Mirabellgarten|!|]]