Jocher zu Höch und Eggersberg: Unterschied zwischen den Versionen
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Die Jocher waren eine Bauernfamilie in Joch am Kochelsee ([[Oberbayern]]), von der eine Linie in den [[Lungau]] kam und durch Bergbau ([[Goldbergbau|Gold]], [[Silberbergwerk Ramingstein|Silber]], [[Eisen]], [[Arsenbergwerk Rotgülden|Arsenik]]) vermögend wurde.<ref name = "NDB">Albrecht, Dieter: | Die Jocher waren eine Bauernfamilie in Joch am Kochelsee ([[Oberbayern]]), von der eine Linie in den [[Lungau]] kam und durch Bergbau ([[Goldbergbau|Gold]], [[Silberbergwerk Ramingstein|Silber]], [[Eisen]], [[Arsenbergwerk Rotgülden|Arsenik]]) vermögend wurde.<ref name = "NDB">Albrecht, Dieter: "Jocher von Egersperg, Wilhelm", in: Neue Deutsche Biographie 10 (1974), S. 447 f. [http://www.deutsche-biographie.de/sfz37313.html (Onlinefassung).]</ref> | ||
Diese wurde auch in die [[ | Diese wurde auch in die [[Adelsstand|Hohe Salzburger Landschaft]] aufgenommen.<ref>Albrecht aaO (nicht bestätigt durch den Artikel [[Adelsstand|Hohe Salzburger Landschaft]]).</ref> | ||
In [[Tamsweg]] wurde das Haus Marktplatz 1 (heute Fleischhauerei Lankmayr) im 16. Jahrhundert von den Gewerken Jocher als Verwaltungsgebäude erbaut.<ref>Artikel "[[Tamsweg]]", Datei:007.jpg.</ref> | In [[Tamsweg]] wurde das Haus Marktplatz 1 (heute Fleischhauerei Lankmayr) im 16. Jahrhundert von den Gewerken Jocher als Verwaltungsgebäude erbaut.<ref>Artikel "[[Tamsweg]]", Datei:007.jpg.</ref> | ||
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=== Karl Jocher=== | === Karl Jocher=== | ||
Karl Jocher († 1645) war Gewerke im Lungau sowie salzburgischer Pfleger in Baierdorf ob Murau ([[Stmk | Karl Jocher († 1645) war Gewerke im Lungau sowie salzburgischer Pfleger in Baierdorf ob Murau ([[Stmk]].).<ref name = "NDB"/> | ||
1608 kaufte Karl Jocher, der zu dieser Zeit reichste und mächtigste [[Gewerke]] im [[Lungau]], von seinem Großonkel Paul Kölderer [[Schloss Höch]] bei [[Reitdorf]] im [[Pongau]].<ref>Artikel "[[Schloss Höch]]"; vgl. auch [http://www.flachau.com/schloss-hoech/geschichte.html www.flachau.com Geschichte von Schloss Höch.]</ref> | 1608 kaufte Karl Jocher, der zu dieser Zeit reichste und mächtigste [[Gewerke]] im [[Lungau]], von seinem Großonkel Paul Kölderer [[Schloss Höch]] bei [[Reitdorf]] im [[Pongau]].<ref>Artikel "[[Schloss Höch]]"; vgl. auch [http://www.flachau.com/schloss-hoech/geschichte.html www.flachau.com Geschichte von Schloss Höch.]</ref> | ||
=== Wilhelm Jocher zu Eggersberg === | === Wilhelm Jocher zu Eggersberg === | ||
Wilhelm Jocher (* [[15. November]] [[1565]] in [[Mauterndorf]]; † [[3. Mai]] [[1636]] in München)<ref name = "NDB"/> war bayrischer Geheimer Rat, | Wilhelm Jocher (* [[15. November]] [[1565]] in [[Mauterndorf]]; † [[3. Mai]] [[1636]] in München)<ref name = "NDB"/> war bayrischer Geheimer Rat, "Kronjurist" und Diplomat. | ||
Wilhelm Jocher studierte in Ingolstadt (Bayern) zur gleichen Zeit wie der spätere bayerische [[Kurfürst Maximilian I. von Bayern|Herzog und Kurfürst Maximilian I.]]<ref name = "eggersberg.eu">[http://www.schloss-eggersberg.eu/index.php/de/geschichte-zu-eggersberg.html schloss-eggersberg.eu: Geschichte.]</ref> die Rechte, erwarb das Doktorat und war von 1592 bis 1604 Assessor des Bayerischen Reichskreises<ref name = "eggersberg.eu"/> am Reichskammergericht in Speyer. 1604 trat er in bayerische Dienste als Pfleger von Dachau (bis 1636) und herzoglicher Rat (seit 1611 Geheimer Rat).<ref name = "NDB"/> So entwickelte er vor und während des [[Dreißigjähriger Krieg|Dreißigjährigen Krieges]] als Jurist und Diplomat eine für die Politik seines Fürsten, des [[Bayern|bayrischen]] Herzogs und Kurfürsten Maximilian I., bedeutsame Tätigkeit<ref>Ausführlich Albrecht aaO.</ref> und erwarb sich dessen und des Kaisers Gunst. | Wilhelm Jocher studierte in Ingolstadt (Bayern) zur gleichen Zeit wie der spätere bayerische [[Kurfürst Maximilian I. von Bayern|Herzog und Kurfürst Maximilian I.]]<ref name = "eggersberg.eu">[http://www.schloss-eggersberg.eu/index.php/de/geschichte-zu-eggersberg.html schloss-eggersberg.eu: Geschichte.]</ref> die Rechte, erwarb das Doktorat und war von 1592 bis 1604 Assessor des Bayerischen Reichskreises<ref name = "eggersberg.eu"/> am Reichskammergericht in Speyer. 1604 trat er in bayerische Dienste als Pfleger von Dachau (bis 1636) und herzoglicher Rat (seit 1611 Geheimer Rat).<ref name = "NDB"/> So entwickelte er vor und während des [[Dreißigjähriger Krieg|Dreißigjährigen Krieges]] als Jurist und Diplomat eine für die Politik seines Fürsten, des [[Bayern|bayrischen]] Herzogs und Kurfürsten Maximilian I., bedeutsame Tätigkeit<ref>Ausführlich Albrecht aaO.</ref> und erwarb sich dessen und des Kaisers Gunst. | ||
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Mit Urkunde vom 15. Februar 1648 nahmen Wilhelbm Carl Jocher zu Hech und Egersperg, Hechenrain, Felden und Schrättenperg, Ursula Jocherin (Frau des Conrad [[Graf von Schernberg]], Pfleger zu [[Goldegg]]) und Eva Jocherin (Frau des Hannß Jacob [[Auer von Winkel (Adelsgeschlecht)|Auer von Wünckhl]], Pfleger zu [[Tetlham|Tetlhaimb]]), beide Töchter des verstorbenen Carl Jocher zu Hech, vom Salzburger [[Domkapitel]] bestimmte Güter im Amt [[Kendlbruck|Khettlprugg]] zu Lehen.<ref>[http://www.mom-ca.uni-koeln.de/mom/AT-SLA/Erzstift/SLA_OU_1648_II_15/charter SLA, OU 1648 II 15.]</ref> Wilhelm Carl Jocher wird dabei nicht selbst als Sohn des verstorbenen Carl Jocher bezeichnet, wohl aber tritt er gemeinsam mit dessen Töchtern auf; auch ist nicht erfindlich, wessen Sohn er sonst sein könnte, sodass wir in ihm wohl tatsächlich einen Sohn Carl Jochers erblicken dürfen<ref name = "K.I.">Anmerkung des [[Benutzer:Karl Irresberger|Artikel(erst)verfassers]].</ref>. | Mit Urkunde vom 15. Februar 1648 nahmen Wilhelbm Carl Jocher zu Hech und Egersperg, Hechenrain, Felden und Schrättenperg, Ursula Jocherin (Frau des Conrad [[Graf von Schernberg]], Pfleger zu [[Goldegg]]) und Eva Jocherin (Frau des Hannß Jacob [[Auer von Winkel (Adelsgeschlecht)|Auer von Wünckhl]], Pfleger zu [[Tetlham|Tetlhaimb]]), beide Töchter des verstorbenen Carl Jocher zu Hech, vom Salzburger [[Domkapitel]] bestimmte Güter im Amt [[Kendlbruck|Khettlprugg]] zu Lehen.<ref>[http://www.mom-ca.uni-koeln.de/mom/AT-SLA/Erzstift/SLA_OU_1648_II_15/charter SLA, OU 1648 II 15.]</ref> Wilhelm Carl Jocher wird dabei nicht selbst als Sohn des verstorbenen Carl Jocher bezeichnet, wohl aber tritt er gemeinsam mit dessen Töchtern auf; auch ist nicht erfindlich, wessen Sohn er sonst sein könnte, sodass wir in ihm wohl tatsächlich einen Sohn Carl Jochers erblicken dürfen<ref name = "K.I.">Anmerkung des [[Benutzer:Karl Irresberger|Artikel(erst)verfassers]].</ref>. | ||
Wilhelm Karl Jocher von Eggersberg, Höch und Hohenrain († 16. Mai 1653<ref>Tafel in St. Gertrauden bei Mauterndorf.</ref>) heiratete am 14. Jänner 1646 in Mauterndorf Maria Anna [[Ritz|Ritz zu Grub]] († 27. August 1684).<ref>[[Franz Martin]]: ''[[Hundert Salzburger Familien|Beiträge zur Salzburger Familiengeschichte]]. 14. [[Ritz|Ritz (Salzburger Linie)]]'', in: [[Mitteilungen der Gesellschaft für Salzburger Landeskunde 1901-1940|Mitteilungen der Gesellschaft für Salzburger Landeskunde (MGSLK)]] [ | Wilhelm Karl Jocher von Eggersberg, Höch und Hohenrain († 16. Mai 1653<ref>Tafel in St. Gertrauden bei Mauterndorf.</ref>) heiratete am 14. Jänner 1646 in Mauterndorf Maria Anna [[Ritz|Ritz zu Grub]] († 27. August 1684).<ref>[[Franz Martin]]: ''[[Hundert Salzburger Familien|Beiträge zur Salzburger Familiengeschichte]]. 14. [[Ritz|Ritz (Salzburger Linie)]]'', in: [[Mitteilungen der Gesellschaft für Salzburger Landeskunde 1901-1940|Mitteilungen der Gesellschaft für Salzburger Landeskunde (MGSLK)]] [https://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno-plus?apm=0&aid=slk&datum=19300003&zoom=2&seite=00000060 70, 1930, S. 60-64][https://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno-plus?apm=0&aid=slk&datum=19300003&zoom=2&seite=00000064 (S. 64).]</ref> | ||
=== Adam Jocher zu Höch und Eggersberg === | === Adam Jocher zu Höch und Eggersberg === | ||
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Karls (des 1645 verstorbenen Gewerken) Sohn Adam vollendete im Jahr [[1648]] den Renaissancebau des Schlosses Höch und war vor allem für die reiche Innenausstattung verantwortlich.<ref name = "flachau">[http://www.flachau.com/schloss-hoech/geschichte.html www.flachau.com Geschichte von Schloss Höch.]</ref> Er hatte eine einzige Tochter Maria Johanna, welche Schloss Höch erbte.<ref name = "höch">[http://www.burgen-austria.com/Archiv.asp?Artikel=H%F6ch www.burgen-austria.com.]</ref> | Karls (des 1645 verstorbenen Gewerken) Sohn Adam vollendete im Jahr [[1648]] den Renaissancebau des Schlosses Höch und war vor allem für die reiche Innenausstattung verantwortlich.<ref name = "flachau">[http://www.flachau.com/schloss-hoech/geschichte.html www.flachau.com Geschichte von Schloss Höch.]</ref> Er hatte eine einzige Tochter Maria Johanna, welche Schloss Höch erbte.<ref name = "höch">[http://www.burgen-austria.com/Archiv.asp?Artikel=H%F6ch www.burgen-austria.com.]</ref> | ||
Zu Adam Jocher (zu Eggersberg) gibt es Informationen aus bayrischen Quellen, die manchmal zweifeln lassen, ob es sich um ein und dieselbe Person handelt.<ref name = "K.I."/> Adam Jocher wird als Sohn des bayrischen Kronjuristen Wilhelm Jocher bezeichnet<ref name = "eggersberg.eu"/> (während gut bezeugt ist<ref name = "NDB"/>, dass dieser kinderlos war). Wie Wilhelm war Adam Jocher bayerischer Rat und lebte im | Zu Adam Jocher (zu Eggersberg) gibt es Informationen aus bayrischen Quellen, die manchmal zweifeln lassen, ob es sich um ein und dieselbe Person handelt.<ref name = "K.I."/> Adam Jocher wird als Sohn des bayrischen Kronjuristen Wilhelm Jocher bezeichnet<ref name = "eggersberg.eu"/> (während gut bezeugt ist<ref name = "NDB"/>, dass dieser kinderlos war). Wie Wilhelm war Adam Jocher bayerischer Rat und lebte im "Neuen Schloss" zu Eggersberg, wie es heute noch besteht.<ref name = "eggersberg.eu"/> [[1684]] ging Adam Jocher, nachdem er sich mit verschiedenen Geschäften übernommen hatte, "in den [[Erklärungen früherer Bezeichnungen und Ausdrücke#G|Gant]]", es erfolgte also die Zwangsversteigerung des Jocherschen Besitzes zu Eggersberg.<ref name = "eggersberg.eu"/> | ||
===Maria Johanna verh. Freiin von Plaz=== | ===Maria Johanna verh. Freiin von Plaz=== | ||
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Karls Tochter Ursula war, wie oben angeführt, Frau des Conrad Graf von Schernberg, Pflegers zu Goldegg. | Karls Tochter Ursula war, wie oben angeführt, Frau des Conrad Graf von Schernberg, Pflegers zu Goldegg. | ||
Eva Jocher Freiin zu Höch und Eggersberg, Tochter des Karl Jocher Freiherrn von Höch, Eggersberg und Hohenrain und der Johanna Müller von Zweiraden, heiratete im Jahr 1637 Hanns Jakob Franz [[Auer von Winkel (Adelsgeschlecht)|Auer von Winkel zu Gessenberg]], hochfürstlich salzburgischer Rat und Pfleger zu [[Mattsee (Ort)|Mattsee]] und [[Tetlham|Tettelheim]].<ref>Artikel "[[Auer von Winkel (Adelsgeschlecht)]]"; Franz Martin: ''Beiträge zur Salzburger Familiengeschichte. 17. Auer zu Winkel, Salzburger Linie, später Freiherrn von Gold zu Lampoting'', in: [ | Eva Jocher Freiin zu Höch und Eggersberg, Tochter des Karl Jocher Freiherrn von Höch, Eggersberg und Hohenrain und der Johanna Müller von Zweiraden, heiratete im Jahr 1637 Hanns Jakob Franz [[Auer von Winkel (Adelsgeschlecht)|Auer von Winkel zu Gessenberg]], hochfürstlich salzburgischer Rat und Pfleger zu [[Mattsee (Ort)|Mattsee]] und [[Tetlham|Tettelheim]].<ref>Artikel "[[Auer von Winkel (Adelsgeschlecht)]]"; Franz Martin: ''Beiträge zur Salzburger Familiengeschichte. 17. Auer zu Winkel, Salzburger Linie, später Freiherrn von Gold zu Lampoting'', in: [https://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno-plus?apm=0&aid=slk&datum=19310003&zoom=2&seite=00000101 MGSLK 71, 1931, S. 101-105][https://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno-plus?apm=0&aid=slk&datum=19310003&zoom=2&seite=00000103 (S. 103).]</ref> | ||
==Bildergalerie== | ==Bildergalerie== | ||
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Datei:007.jpg|Das ehemalige Verwaltungsgebäude der Gewerken Jocher am Marktplatz in [[Mauterndorf]] | Datei:007.jpg|Das ehemalige Verwaltungsgebäude der Gewerken Jocher am Marktplatz in [[Mauterndorf]] | ||
Datei:Hoech_Schloss.jpg|[[Schloss Höch]] | Datei:Hoech_Schloss.jpg|[[Schloss Höch]] | ||
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==Literatur== | ==Literatur== | ||
* Pantz, ''Die Jocher von Eggersberg'', in: Monatsblatt der genealogisch-heraldischen Gesellschaft | * Pantz, ''Die Jocher von Eggersberg'', in: Monatsblatt der genealogisch-heraldischen Gesellschaft "Adler", Wien, 9, 1922, S. 52-55<ref name =zit.Albrecht">Hier zitiert nach Albrecht aaO.</ref>; =?Nr. 502/3.<ref>Hier zitiert nach Franz Martin, ''Versuch einer Zusammenstellung des genealogischen Schrifttums über Salzburger Familien, MGSLK 84/85 (1944/45) S. 71.</ref> | ||
* [[Valentin Hatheyer|V. Hatheyer]], ''Die Gewerkenfamilie Jocher in Mauterndorf'', in: [[Lungauer Kirchenblatt]], Jg. 9-11, 1935 f. − 1937 f.<ref name =zit.Albrecht"/> | * [[Valentin Hatheyer|V. Hatheyer]], ''Die Gewerkenfamilie Jocher in Mauterndorf'', in: [[Lungauer Kirchenblatt]], Jg. 9-11, 1935 f. − 1937 f.<ref name =zit.Albrecht"/> | ||
==Quellen, Anmerkungen== | ==Quellen, Anmerkungen== | ||
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