Karlszepter: Unterschied zwischen den Versionen

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Die in einer Traube angeordneten Blüten besitzen eine ca. drei Zentimenter lange schwefelgelbe Krone mit geschlossenem Schlund und einer blutroten Unterlippenspitze. Die Blütezeit fällt in die Monate Juni bis August.
Die in einer Traube angeordneten Blüten besitzen eine ca. drei Zentimenter lange schwefelgelbe Krone mit geschlossenem Schlund und einer blutroten Unterlippenspitze. Die Blütezeit fällt in die Monate Juni bis August.


Wie alle Läusekräuter ist das Karlszepter ein Halbparasit, wobei es nicht wirtsspezifisch ist. Als Wirtspflanzen wurden u.a. diverse Seggen-Arten (''Carex'' sp.), Echt-Mädesüß (''Filipendula ulmaria''), Heil-Ziest (''Betonica officinalis'') und Blut-Weiderich (''Lythrum salicaria'') festgestellt.
Wie alle Läusekräuter ist das Karlszepter ein Halbparasit, wobei es nicht wirtsspezifisch ist. Als Wirtspflanzen wurden u. a. diverse Seggen-Arten (''Carex'' sp.), Echt-Mädesüß (''Filipendula ulmaria''), Heil-Ziest (''Betonica officinalis'') und Blut-Weiderich (''Lythrum salicaria'') festgestellt.


==Standorte==
==Standorte==
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Die Verbreitung beschränkte sich auf die Wiesen am [[Glanbach]] im Vorfeld des [[Untersberg]]es.  
Die Verbreitung beschränkte sich auf die Wiesen am [[Glanbach]] im Vorfeld des [[Untersberg]]es.  


Das letzte Vorkommen befand sich im Bereich des Nordostfußes des [[Kleingmainberg]]es (nördlich von [[Fürstenbrunn]]), nahe der heutigen [[Tauernautobahn]].
Das letzte Vorkommen befand sich im Bereich des Nordostfußes des [[Kleingmainberg]]es (nördlich von [[Fürstenbrunn]]), nahe der heutigen [[Tauern Autobahn]].


==Gefährdung und Schutz==
==Gefährdung und Schutz==
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*Durch übermäßiges Sammeln war die Population bis 1930 fast erloschen. Die Art wurde quasi weitgehend "wegbotanisiert".
*Durch übermäßiges Sammeln war die Population bis 1930 fast erloschen. Die Art wurde quasi weitgehend "wegbotanisiert".


*Um den geringen Restbestand zu erhalten, wurden in den [[1930er]] Jahren umfangreiche Schutzmaßnahmen beschlossen. Sowohl die Regulierung der Glan als auch der Bau der Tauernautobahn sollten die letzten Standorte nicht gefährden. Die Flächen mit Karlszepter-Vorkommen wurden von der [[Salzburger Landesregierung]] angepachtet; eine Mahd war frühestens ab Oktober gestattet.
*Um den geringen Restbestand zu erhalten, wurden in den [[1930er]] Jahren umfangreiche Schutzmaßnahmen beschlossen. Sowohl die Regulierung der Glan als auch der Bau der Tauern Autobahn sollten die letzten Standorte nicht gefährden. Die Flächen mit Karlszepter-Vorkommen wurden von der [[Salzburger Landesregierung]] angepachtet; eine Mahd war frühestens ab Oktober gestattet.


*1935 waren noch ca. 30 Pflanzen auf einem Haupt- und zwei Nebenstandorten vorhanden.
*1935 waren noch ca. 30 Pflanzen auf einem Haupt- und zwei Nebenstandorten vorhanden.


*Durch mangelnde Beaufsichtigung während des Baues der Tauernautobahn und vor allem durch einen nicht kommissionierten (also illegalen) Wegebau wurden die Nebenstandorte vernichtet. Die Restpopulation umfasste 1944 lediglich 15 Pflanzen.  
*Durch mangelnde Beaufsichtigung während des Baues der Tauern Autobahn und vor allem durch einen nicht kommissionierten (also illegalen) Wegebau wurden die Nebenstandorte vernichtet. Die Restpopulation umfasste 1944 lediglich 15 Pflanzen.  


*1946 und 1947 führte der Grundeigentümer auf dem letzten Standort eine nicht genehmigte Mahd und andere Maßnahmen bereits im August durch. Die neue Regierung war damals nicht bereit gewesen, weiter einen Beitrag für die Pflege der Wiese zu zahlen. Der Bauer kündigte darauf scharfe Protestmaßnahmen an. Nur eine Pflanze überlebte.  
*1946 und 1947 führte der Grundeigentümer auf dem letzten Standort eine nicht genehmigte Mahd und andere Maßnahmen bereits im August durch. Die neue Regierung war damals nicht bereit gewesen, weiter einen Beitrag für die Pflege der Wiese zu zahlen. Der Bauer kündigte darauf scharfe Protestmaßnahmen an. Nur eine Pflanze überlebte.