Karlszepter: Unterschied zwischen den Versionen
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Die in einer Traube angeordneten Blüten besitzen eine ca. drei Zentimenter lange schwefelgelbe Krone mit geschlossenem Schlund und einer blutroten Unterlippenspitze. Die Blütezeit fällt in die Monate Juni bis August. | Die in einer Traube angeordneten Blüten besitzen eine ca. drei Zentimenter lange schwefelgelbe Krone mit geschlossenem Schlund und einer blutroten Unterlippenspitze. Die Blütezeit fällt in die Monate Juni bis August. | ||
Wie alle Läusekräuter ist das Karlszepter ein Halbparasit, wobei es nicht wirtsspezifisch ist. Als Wirtspflanzen wurden u.a. diverse Seggen-Arten (''Carex'' sp.), Echt-Mädesüß (''Filipendula ulmaria''), Heil-Ziest (''Betonica officinalis'') und Blut-Weiderich (''Lythrum salicaria'') festgestellt. | Wie alle Läusekräuter ist das Karlszepter ein Halbparasit, wobei es nicht wirtsspezifisch ist. Als Wirtspflanzen wurden u. a. diverse Seggen-Arten (''Carex'' sp.), Echt-Mädesüß (''Filipendula ulmaria''), Heil-Ziest (''Betonica officinalis'') und Blut-Weiderich (''Lythrum salicaria'') festgestellt. | ||
==Standorte== | ==Standorte== | ||
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Die Verbreitung beschränkte sich auf die Wiesen am [[Glanbach]] im Vorfeld des [[Untersberg]]es. | Die Verbreitung beschränkte sich auf die Wiesen am [[Glanbach]] im Vorfeld des [[Untersberg]]es. | ||
Das letzte Vorkommen befand sich im Bereich des Nordostfußes des [[Kleingmainberg]]es (nördlich von [[Fürstenbrunn]]), nahe der heutigen [[ | Das letzte Vorkommen befand sich im Bereich des Nordostfußes des [[Kleingmainberg]]es (nördlich von [[Fürstenbrunn]]), nahe der heutigen [[Tauern Autobahn]]. | ||
==Gefährdung und Schutz== | ==Gefährdung und Schutz== | ||
Das Karlszepter ist im [[Bundesland Salzburg]] ausgestorben und österreichweit vom Aussterben bedroht. Die Art kommt nur noch im Paltental in der Obersteiermark vor. | Das Karlszepter ist im [[Bundesland Salzburg]] ausgestorben und österreichweit vom Aussterben bedroht. Die Art kommt österreichweit nur noch im Paltental in der Obersteiermark vor. Allerletzte Reststandorte im Alpenraum bestehen auch im Bayrischen Alpenvorland. | ||
Das Karlszepter verschwand in Salzburg quasi | Das Karlszepter verschwand in Salzburg quasi "vor den Augen der Botaniker", die Chronologie der Ereignisse ist im Detail erfasst: | ||
*Um 1800 kam die Pflanze auf sumpfigen Wiesen an der Glan, zwischen der [[Stadt Salzburg]] und [[Glanegg]], noch | *Um 1800 kam die Pflanze auf sumpfigen Wiesen an der Glan, zwischen der [[Stadt Salzburg]] und [[Glanegg]], noch "in Menge" vor. Das Sammeln war damals sehr beliebt, da die Pflanze gesucht war. Zahlreiche lebende Exemplare wurden beispielsweise an Kaiserin Joséphine (die Gemahlin [[Napoleon]] Bonapartes) nach Paris oder an Botaniker in [[Wien]] gesandt. Es wurden bereits erste Bedenken geäußert, ob diese Sammelwut nicht bald zur Ausrottung der Pflanze führen könnte. | ||
*Durch übermäßiges Sammeln war die Population bis 1930 fast erloschen. Die Art wurde quasi | *Durch übermäßiges Sammeln war die Population bis 1930 fast erloschen. Die Art wurde quasi weitgehend "wegbotanisiert". | ||
*Um den geringen Restbestand zu erhalten, wurden in den [[1930er]] Jahren umfangreiche Schutzmaßnahmen beschlossen. Sowohl die Regulierung der Glan als auch der Bau der | *Um den geringen Restbestand zu erhalten, wurden in den [[1930er]] Jahren umfangreiche Schutzmaßnahmen beschlossen. Sowohl die Regulierung der Glan als auch der Bau der Tauern Autobahn sollten die letzten Standorte nicht gefährden. Die Flächen mit Karlszepter-Vorkommen wurden von der [[Salzburger Landesregierung]] angepachtet; eine Mahd war frühestens ab Oktober gestattet. | ||
*1935 waren noch ca. 30 Pflanzen auf einem Haupt- und zwei Nebenstandorten vorhanden. | *1935 waren noch ca. 30 Pflanzen auf einem Haupt- und zwei Nebenstandorten vorhanden. | ||
*Durch mangelnde Beaufsichtigung während des Baues der | *Durch mangelnde Beaufsichtigung während des Baues der Tauern Autobahn und vor allem durch einen nicht kommissionierten (also illegalen) Wegebau wurden die Nebenstandorte vernichtet. Die Restpopulation umfasste 1944 lediglich 15 Pflanzen. | ||
*1946 und 1947 führte der Grundeigentümer auf dem letzten Standort eine nicht genehmigte Mahd bereits im August durch. Die neue Regierung war damals nicht bereit gewesen weiter einen Beitrag für die Pflege zu zahlen. Der Bauer kündigte darauf | *1946 und 1947 führte der Grundeigentümer auf dem letzten Standort eine nicht genehmigte Mahd und andere Maßnahmen bereits im August durch. Die neue Regierung war damals nicht bereit gewesen, weiter einen Beitrag für die Pflege der Wiese zu zahlen. Der Bauer kündigte darauf scharfe Protestmaßnahmen an. Nur eine Pflanze überlebte. | ||
*Das letzte Salzburger Exemplar blühte bis 1953, zeigte aber keine Selbstvermehrung. Es wurde dann von Oberlehrer [[Franz Fischer]] ausgegraben und unter Glas verwahrt. | *Das letzte Salzburger Exemplar blühte bis 1953, zeigte aber keine Selbstvermehrung. Es wurde dann von Oberlehrer [[Franz Fischer]] ausgegraben und unter Glas verwahrt. | ||
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==Wissenswertes== | ==Wissenswertes== | ||
Der Name Karlszepter geht | Der Name Karlszepter geht vielleicht auf Kaiser [[Karl der Große|Karl den Großen]] (oder Karl V.) zurück, auch die räumliche Nähe des Salzburger Vorkommens zum sagenumwobenen Untersberg ([[Kaiser Karl im Untersberg|Karlssage]]) legt diesen Zusammenhang nahe. Andere Quellen meinen dagegen, das das im nordisch-nordsibirischen Mooren noch etwas häufigere Gewächs von Carl von Linne nach dem Schwedenkönig Karl XII. (1682 - 1718) benannt wäre. Es stellt sich die Frage nach noch älteren Volksnamen des auffälligen Rachenblütlers. | ||
==Literatur und Quellen== | ==Literatur und Quellen== | ||
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[[Kategorie:Zweikeimblättrige Blütenpflanzen]] | [[Kategorie:Zweikeimblättrige Blütenpflanzen]] | ||
[[Kategorie:Rachenblütler]] | [[Kategorie:Rachenblütler]] | ||
[[Kategorie:Gattung Läusekraut]] | |||