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| | Die [[Salzburger Wacht]] berichtete in ihrer Ausgabe vom [[21. April]] [[1905]] über einen Artikel aus dem ''Salzburger Volksboten'': | | Die [[Salzburger Wacht]] berichtete in ihrer Ausgabe vom [[21. April]] [[1905]] über einen Artikel aus dem ''Salzburger Volksboten'': |
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| − | '' Ramingstein im Lungau. Der „Salzburger Volksbote" veröffentlichte seinerzeit folgenden Artikel: „Der frühere Vorstand, der viel verleumdete Ruppenbauer auf der Tafern ist in Salzburg freigegangen. Ich glaube, daß jetzt alle mehr oder minder pfaffenfeindlichen Blätter, auch das [[Hallein]]er nicht ausgenommen, die blamierten Mitteleuropäer sind. Ich würde diese gar so ehrliche Gesellschaft auf Ehrenbeleidigung klagen. Wenns einen von ihrer Seiten hat, so gelten 20.000, 100.000 [[Krone]]n nichts, aber ein schwarzer Bauer, das ist halt etwas anderes." | + | '' Ramingstein im Lungau. Der "Salzburger Volksbote" veröffentlichte seinerzeit folgenden Artikel: "Der frühere Vorstand, der viel verleumdete Ruppenbauer auf der Tafern ist in Salzburg freigegangen. Ich glaube, daß jetzt alle mehr oder minder pfaffenfeindlichen Blätter, auch das [[Hallein]]er nicht ausgenommen, die blamierten Mitteleuropäer sind. Ich würde diese gar so ehrliche Gesellschaft auf Ehrenbeleidigung klagen. Wenns einen von ihrer Seiten hat, so gelten 20.000, 100.000 [[Krone]]n nichts, aber ein schwarzer Bauer, das ist halt etwas anderes." |
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| | ''Zu obigem Artikel wird Nachstehendes von Seite des Gemeinde-Ausschusses Ramingstein berichtet: Am [[26. Jänner]] [[1904]] erfolgte die Amtsübergabe seitens des gewesenen [[Bürgermeister der Gemeinde Ramingstein|Gemeindevorstandes]] an den neugewählten Gemeindevorstand Herrn [[Moritz Mayer]]. Da derselbe mit dem besten Bestreben für das Wohl der ganzen Gemeinde wirken wollte und auch wirkt, was auch seine bisherige Amtstätigkeit beweist, so beantragte er, unterstützt von den durchaus für das Gemeindewohl bedachten Gemeindeausschuß-Mitgliedern, daß die Amtsübergabe unter Intervention eines Herrn Beamten der k. k. [[Bezirkshauptmannschaft Tamsweg|Bezirkshauptmannschaft]] stattfinden möge. Diese stattgefundene Amtsübergabe im Beisein des Herrn k. k. Bezirks-Sekretärs förderte das Resultat zu Tage, daß der gewesene Gemeindevorstand nicht wie er laut Protokolles vom [[30. Juni]] 1904 vorgab, 1166 Kronen 7 Heller von der Gemeinde zu fordern hatte, sondern 156 Kronen 22 Heller der Letztere ersetzen mußte. Aus Anlaß dieses Anstandes wurde nun zur Ueberprüfung der gesamten Gebahrung während der Periode des gewesenen Gemeindevorstandes 1900 bis 1903 geschritten und hiebei nachstehende Mängel gefunden:<blockquote>In den Jahren [[1900]] bis [[1902]] wurde die direkte Steuer bei dem gewesenen Gemeindevorstand [[Balthasar Pausch|Pausch]] in den Gemeindeumlagen Aufteilungslisten ausradiert und eine niedrigere Steuer, beziehungsweise Umlage angesetzt. Es wurde nun der ehemalige Gemeinde-Sekretär ersucht, hierüber Aufklärung zu geben und derselbe gab nun am [[18. Juni]] 1904 folgendes zu Protokoll: In Betreff der Korrektur in den Umlagenlisten muß ich angeben, daß der gewesene Gemeindevorstand Pausch mir anbefohlen hat, seinen Betrag an Hausklassensteuer per 30 Kronen, welchen Betrag ich als richtig in die Umlagenliste einschrieb, auf 15 Kronen zu rektifizieren, so daß sich seine Umlage auch um diesen Betrag entsprechend verringerte, nachdem Herr Pausch sagte, der Gemeindeausschuß rechne ohnedies die Umlagen nicht so genau nach! Ebenso hat mir Herr Pausch als ehemaliger Gcmeindevorstand befohlen, in der Umlagenliste pro 1900 seine direkte Steuer von 93 Kronen 30 Heller auf 73 Kronen 30 Heller abzuändern, so daß sich derselbe Fall, wie vorhergehend, eintrat und ist auch die Aenderung (Radierung) in der Umlagenliste ersichtlich.</blockquote> | | ''Zu obigem Artikel wird Nachstehendes von Seite des Gemeinde-Ausschusses Ramingstein berichtet: Am [[26. Jänner]] [[1904]] erfolgte die Amtsübergabe seitens des gewesenen [[Bürgermeister der Gemeinde Ramingstein|Gemeindevorstandes]] an den neugewählten Gemeindevorstand Herrn [[Moritz Mayer]]. Da derselbe mit dem besten Bestreben für das Wohl der ganzen Gemeinde wirken wollte und auch wirkt, was auch seine bisherige Amtstätigkeit beweist, so beantragte er, unterstützt von den durchaus für das Gemeindewohl bedachten Gemeindeausschuß-Mitgliedern, daß die Amtsübergabe unter Intervention eines Herrn Beamten der k. k. [[Bezirkshauptmannschaft Tamsweg|Bezirkshauptmannschaft]] stattfinden möge. Diese stattgefundene Amtsübergabe im Beisein des Herrn k. k. Bezirks-Sekretärs förderte das Resultat zu Tage, daß der gewesene Gemeindevorstand nicht wie er laut Protokolles vom [[30. Juni]] 1904 vorgab, 1166 Kronen 7 Heller von der Gemeinde zu fordern hatte, sondern 156 Kronen 22 Heller der Letztere ersetzen mußte. Aus Anlaß dieses Anstandes wurde nun zur Ueberprüfung der gesamten Gebahrung während der Periode des gewesenen Gemeindevorstandes 1900 bis 1903 geschritten und hiebei nachstehende Mängel gefunden:<blockquote>In den Jahren [[1900]] bis [[1902]] wurde die direkte Steuer bei dem gewesenen Gemeindevorstand [[Balthasar Pausch|Pausch]] in den Gemeindeumlagen Aufteilungslisten ausradiert und eine niedrigere Steuer, beziehungsweise Umlage angesetzt. Es wurde nun der ehemalige Gemeinde-Sekretär ersucht, hierüber Aufklärung zu geben und derselbe gab nun am [[18. Juni]] 1904 folgendes zu Protokoll: In Betreff der Korrektur in den Umlagenlisten muß ich angeben, daß der gewesene Gemeindevorstand Pausch mir anbefohlen hat, seinen Betrag an Hausklassensteuer per 30 Kronen, welchen Betrag ich als richtig in die Umlagenliste einschrieb, auf 15 Kronen zu rektifizieren, so daß sich seine Umlage auch um diesen Betrag entsprechend verringerte, nachdem Herr Pausch sagte, der Gemeindeausschuß rechne ohnedies die Umlagen nicht so genau nach! Ebenso hat mir Herr Pausch als ehemaliger Gcmeindevorstand befohlen, in der Umlagenliste pro 1900 seine direkte Steuer von 93 Kronen 30 Heller auf 73 Kronen 30 Heller abzuändern, so daß sich derselbe Fall, wie vorhergehend, eintrat und ist auch die Aenderung (Radierung) in der Umlagenliste ersichtlich.</blockquote> |
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| | Im Mai [[1909]] schreibt die [[Salzburger Chronik]]: | | Im Mai [[1909]] schreibt die [[Salzburger Chronik]]: |
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| − | ''„Salzburger Volksbote". In [[St. Johann im Pongau|St. Johann]] hat der Druckereibesitzer Hölzer sein Geschäft und seinen „[[Salzburger Gebirgsboten|Gebirgsboten]]” an einen Herrn Kutschera verkauft, welcher dieses Lokalblättchen jetzt dadurch im ganzen [[Kronland Salzburg|Kronland]]e verbreiten will, daß er es unter zehn verschiedenen Köpfen erscheinen läßt, und zwar Salzburger Gebirgsbote, Pinzgauer Bote, Saalach-Bote, Radstädter Bote, Werfen-Bischofshofener - Bote, Gasteiner Stimmen, Golling-Abtenauer Bote, St. Gilgen-Talgauer Bote, Neumarkt-Oberndorfer Bote und „Salzburger Volksbote": Wir machen die Mitglieder des Katholischen Bauernbundes aufmerksam, daß dieser Kutschera-„Volksbote" in liberalem Sinne geschrieben ist. Es scheint sich da um ein recht durchsichtiges Manöver, gegen den katholischen „Salzburger Volksbote" zu handeln. | + | ''"Salzburger Volksbote". In [[St. Johann im Pongau|St. Johann]] hat der Druckereibesitzer Hölzer sein Geschäft und seinen "[[Salzburger Gebirgsboten|Gebirgsboten]]" an einen Herrn Kutschera verkauft, welcher dieses Lokalblättchen jetzt dadurch im ganzen [[Kronland Salzburg|Kronland]]e verbreiten will, daß er es unter zehn verschiedenen Köpfen erscheinen läßt, und zwar Salzburger Gebirgsbote, Pinzgauer Bote, Saalach-Bote, Radstädter Bote, Werfen-Bischofshofener - Bote, Gasteiner Stimmen, Golling-Abtenauer Bote, St. Gilgen-Talgauer Bote, Neumarkt-Oberndorfer Bote und "Salzburger Volksbote": Wir machen die Mitglieder des Katholischen Bauernbundes aufmerksam, daß dieser Kutschera-"Volksbote" in liberalem Sinne geschrieben ist. Es scheint sich da um ein recht durchsichtiges Manöver, gegen den katholischen "Salzburger Volksbote" zu handeln. |
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| | == Weblink == | | == Weblink == |
| − | * [http://anno.onb.ac.at/anno-suche#searchMode=simple&query=%22Salzburger+Volksbote%22&from=1 ANNO], weitere Erwähnungen in zeitgenössichen Zeitungsartikeln | + | * [https://anno.onb.ac.at/anno-suche#searchMode=simple&query=%22Salzburger+Volksbote%22&from=1 ANNO], weitere Erwähnungen in zeitgenössichen Zeitungsartikeln |
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| | == Quellen == | | == Quellen == |
| − | * [[Waltraud Jakob]]: [[Salzburger Zeitungsgeschichte]], in der [[Schriftenreihe des Landespressebüros]], Band 39, 1979 | + | * Waltraud Jakob: [[Salzburger Zeitungsgeschichte]], in der [[Schriftenreihe des Landespressebüros]], Band 39, 1979 |
| − | * [http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=sbw&datum=19050421&query=%22Salzburger+Volksbote%22&ref=anno-search&seite=5 ANNO], Salzburger Wacht, Ausgabe vom 21. April 1905, Seite 5 | + | * [https://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=sbw&datum=19050421&query=%22Salzburger+Volksbote%22&ref=anno-search&seite=5 ANNO], Salzburger Wacht, Ausgabe vom 21. April 1905, Seite 5 |
| − | * [http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=sch&datum=19090512&query=%22Salzburger+Volksbote%22&ref=anno-search&seite=3 ANNO], Salzburger Chronik, Ausgabe vom 21. April 1905, Seite 3 | + | * [https://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=sch&datum=19090512&query=%22Salzburger+Volksbote%22&ref=anno-search&seite=3 ANNO], Salzburger Chronik, Ausgabe vom 21. April 1905, Seite 3 |
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