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'''Christoph Ebran von Wildenberg''' war ein [[Salzburger Dompropst]] im [[15. Jahrhundert]] und letzter Salzburger [[Erzbischof|Gegenerzbischof]].
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'''Christoph Ebran von Wildenberg''' († [[16. Jänner]] [[1491]] in [[Mühldorf am Inn]]<ref>siehe [[Loslösung Salzburgs vom bayerischen Mutterland]]</ref>) war ein Salzburger [[Dompropst]] im [[15. Jahrhundert]]. Der Versuch, anstelle des [[Administrator (Katholische Kirche)|erzbischöflichen Administrators]] [[Johann III. Beckenschlager|Johann Beckenschlager]] Ebran von Wildenberg zum neuen Erzbischof zu ernennen, scheiterte.  
    
==Leben==
 
==Leben==
Der Bayer Christoph Ebran war von [[1478]] bis [[1491]] Dompropst von [[Salzburg]] und als solcher eine Schlüsselfigur der Salzburger Diplomatie. So schloss er zum Beispiel [[1487]] mit dem [[Äbte von St. Peter|Abt]] des [[Erzstift St. Peter|Stiftes St. Peter]] - [[Rupert V. Keutzl]] - einen Vergleich, der die seit 40 Jahren umstrittene freie Wahl des Begräbnisplatzes in Salzburg sicherte.  
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Der geborene Salzburger Christoph Ebran wuchs wahrscheinlich am Landshuter Hof auf und wurde unter Fürsterzbischof [[Burkhard II. von Weißpriach]] zum Salzburger [[Domherr]]n geweiht. Als solcher wird er im Juni [[1465]] erstmals urkundlich erwähnt. Bei der Wahl [[Bernhard von Rohr]]s zum neuen Erzbischof ([[1466]]) war Ebran bereits Priester und Domkapitular.
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Nach der Wahl [[Johann III. Beckenschlager]]s zum neuen [[Erzbischof]] stellte sich das [[Salzburger Domkapitel]] auf Wunsch bayrischer Parteigänger gegen die Entscheidung des Papstes und ernannte den in Salzburg verhassten Ebran zum Gegenerzbischof.  
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===Die Wahl zum Dompropst===
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Nach dem Tod des Dompropstes [[Kaspar von Stubenberg]], dessen feindliche Haltung dem Erzbischof gegenüber unter anderem zur Amtsmüdigkeit Bernhard von Rohrs geführt hatte, wählten die Domherren in Abwesenheit des Erzbischofs Christoph Ebran am [[10. November]] [[1478]] zum neuen Dompropst. Die Domherren hatten sich bewusst einen Bayern ausgesucht, um sich damit der Unterstützung des [[Bayerische Herzöge in Salzburg|Bayernherzogs]] im Kampf gegen den [[Habsburger]] [[Friedrich III.]] zu versichern.
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Christoph Ebran von Wildenberg konnte sich aber nicht gegen Beckenschlager durchsetzen und wurde in weiterer Folge vom Papst exkommuniziert.
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Nach der Rückkehr Bernhard von Rohrs - der Erzbischof hatte während seiner Abwesenheit mit dem Habsburger-Kaiser seinen Rücktritt abgesprochen - bemühte sich Ebran um Rohrs Verbleib im Amt. Es gelang ihm, die Salzburger Bürgerschaft zu mobilisieren und den Erzbischof davon zu überzeugen, dass sein Abdanken nicht im Sinne Salzburgs sein könne.
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Friedrich III. antwortete mit einer Handelssperre und versuchte seinerseits, die Salzburger Bürgerschaft und den [[Äbte von St. Peter|Abt]] von [[Erzabtei St. Peter|St. Peter]] zu überreden, ihm in seinem Ansinnen beizustehen.
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Ungeachtet dessen ging Ebran seiner Arbeit als Dompropst nach. [[1479]] wurde er Mitglied der Bruderschaft von [[Wallfahrtskirche St. Leonhard ob Tamsweg|St. Leonhard ob Tamsweg]], im [[Mittelalter]] eines der bedeutendsten Wallfahrtsorte des heutigen Österreich. Am [[20. September]] des selben Jahres konnte er den Ungarnkönig Matthias Corvinus dafür gewinnen, einen Schutzvertrag zu unterzeichnen. Die [[Ungarn]] wollten [[Salzburg (Bundesland)|Salzburg]] gegen alle Angreifer verteidigen, bekamen dafür erzbischöfliche Burgen in der [[Steiermark]] und in [[Kärnten]]. Im folgenden [[Ungarischer Krieg|Ungarnkrieg]] Kaiser Friedrichs verlor Ebran am [[2. Februar]] [[1480]] eine Schlacht im [[Lungau]], woraufhin er [[Burg Mauterndorf]], den größten Besitz des [[Domkapitel]]s im Lungau, den Ungarn überließ.
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===Die Bürgerschaft lehnt sich auf===
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Bedingt durch die anhaltende Handelssperre und den Krieg wandte sich die Salzburger Bürgerschaft immer mehr gegen den Erzbischof und seinen Dompropst. Seiner misslichen Lage bewusst, verzichtete Christoph von Ebran auf seinen Besitz auf dem [[Festungsberg]] und wurde dafür zum Pfleger der [[Burg Halmberg]] bei [[Waging am See|Waging]]. Rohr hingegen versuchte nun, die Verantwortung für alles Geschehene dem Dompropst zuzuschieben, was - wenn man den Chroniken dieser Zeit Glauben schenken mag - auch durchaus gelang.
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Am [[29. November]] [[1481]] dankte Bernhard von Rohr endgültig ab. Christoph von Ebran und die Mehrheit des Domkapitels verließen daraufhin die Stadt in Richtung [[Mühldorf am Inn]], wo sie sich in Sicherheit wähnten. Dort beeideten alle anwesenden Domherren, keine Zugeständnisse zur Wahl [[Johann III. Beckenschlager|Johann Beckenschlager]]s zu machen, solange kein Ausgleich zwischen den Habsburgern und dem Ungarnkönig Corvinus gefunden sei.
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Am [[7. Juni]] [[1485]] stellte Papst Innozenz VIII. Christoph von Ebran, seine Mitstreiter und Diener unter den Schutz des heiligen Stuhls und untersagte Johann Beckenschlager jede Jurisdiktion gegenüber dem Dompropst. In Salzburg schloss Ebran [[1487]] mit dem [[Äbte von St. Peter|Abt]] des [[Benediktinerstift St. Peter|Stiftes St. Peter]] - [[Rupert V. Keutzl]] - einen Vergleich, der die seit 40 Jahren umstrittene freie Wahl des Begräbnisplatzes in Salzburg sicherte.
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===Erfolglose Wahl zum Erzbischof===
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Als Bernhard von Rohr am [[21. März]] [[1487]] starb und der Aufstieg Johanns vom Administrator zum Erzbischof vorgezeichnet war, traf sich die Mehrheit der Domkapitulare heimlich in Mühldorf am Inn und wählte weit abseits der Stadt Salzburg in der dortigen bayrischen Enklave am [[8. Juni]] [[1487]] Christoph von Ebran zum Erzbischof. Die beiden ältesten Domherren, [[Domdechant|Domdekan]] [[Andreas Mautner von Katzenberg]] und Stadtpfarrer [[Friedrich V. Graf von Schaunberg|Friedrich von Schaunberg]], später selbst Erzbischof, versagten ihm aber die Gefolgschaft und wählten den bisherigen Administrator Johann Beckenschlager zum neuen Erzbischof. Ebran konnte ohne Unterstützung von Papst und Kaiser nach diesen Ereignissen nicht  nach Salzburg zurückkehren, er war alleine gelassen gegen diesen Schritt machtlos. Zwar gab er seine Wahl öffentlich bekannt und forderte die Salzburger auf, sich beim Papst für ihn einzusetzen. Eine Unterstützung blieb ihm aber versagt, am [[1. November]] [[1487]] wurden Ebran und seine Wähler sogar exkommuniziert.
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Am [[12. Dezember]] [[1488]] verkündete der Papst auch noch die formelle Absetzung Ebrans als Dompropst. Allerdings fehlten die Salzburger Domherren geschlossen bei der Wahl seines Nachfolgers. Auch nach dem Tod Johann Beckenschlagers am [[15. Dezember]] [[1489]] konnte der aus der Kirche ausgeschlossene Christoph von Ebran keine Unterstützung für eine "Rückkehr" auf den Sitz des Erzbischofs gewinnen. Die Wahl Friedrich von Schaunbergs wurde allerdings zur Farce: nur ein Domherr war wahlberechtigt, da Ebran und seine Gefolgsleute noch immer gebannt waren. Am [[19. Oktober]] [[1490]] wurde [[Leonhard von Keutschach]] zum neuen Dompropst ernannt, sein offizieller Amtsantritt erfolgte allerdings erst nach dem Tode Christoph von Ebrans am [[16. Jänner]] [[1491]]. Trotz seiner Bannung wurde Ebran im [[Salzburger Dom]] beerdigt, eine späte Würdigung des äußerst umstrittenen Domprobstes. Andere Zeitgenossen bezeichnen Ebran dagegen schlicht als "Narren".
    
==Quellen==
 
==Quellen==
*Salzburgwiki
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*SALZBURGWIKI
* [http://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Bernhard_von_Rohr&oldid=48389290 Wikipedia Artikel zu Bernhard Rohr]
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* [http://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Bernhard_von_Rohr&oldid=48389290 Wikipedia-Artikel zu Bernhard Rohr]
 
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* [[Peter Franz Kramml]]: ''Christoph Ebran von Wildenberg''. In: ''[[Salzfass (Zeitschrift)|Salzfass]]. Heimatkundliche Zeitschrift des Historischen Vereins Rupertiwinkel e.V.'' 21. Jahrgang Heft 2/1987
{{Zeitfolge
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* Alois Schmid und Katharina Weigand: ''Schauplätze der Geschichte in Bayern'', Verlag C.H. Beck, München, 2003 (S. 125)
|AMT=[[Salzburger Erzbischöfe|Gegenerzbischof]]
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|ZEIT=[[1487]]-[[1491]]
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== Einzelnachweis ==
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[[Kategorie:Kirche|Wildenberg, Christoph Ebran von]]
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[[Kategorie:Propst]]
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[[Kategorie:Dompropst]]
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