Ehemalige Heilquellen von Saalfelden: Unterschied zwischen den Versionen
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== Hinweis == | |||
Dabei handelt es um nicht mehr bestehende [[Heilquelle]]n im Sinne der heute gültigen rechtlichen Grundlage für die Anerkennung als Heilquelle im [[Salzburg (Bundesland)|Bundesland Salzburg]], dem ''Salzburger Heilvorkommen- und Kurortegesetz 1997'', StF: [[LGBl]] Nr 101/1997 (WV) i.d.g.F. <ref>[https://www.ris.bka.gv.at/GeltendeFassung.wxe?Abfrage=LrSbg&Gesetzesnummer=10001039 vgl. S.HVK (Geltende Fassung; Rechtsinformationssystem)]</ref> | |||
Alle Angaben entsprechend der Quelle aus dem Jahr [[1862]]. | Alle Angaben entsprechend der Quelle aus dem Jahr [[1862]]. | ||
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# Die '''Quelle in Gasteig''' | # Die '''Quelle in Gasteig''' | ||
# Die '''Quellen in Ramseiden''' in [[Ramseiden (Saalfelden am Steinernen Meer)|Ramseiden]]; sie war ''seit alten Zeiten'' in Gebrauch; | # Die '''Quellen in Ramseiden''' in [[Ramseiden (Saalfelden am Steinernen Meer)|Ramseiden]]; sie war ''seit alten Zeiten'' in Gebrauch; | ||
# Der '''Rauchbrunnen''' in den [[Hohlwegen]] | # Der '''Rauchbrunnen''' in den [[Hohlwegen (Tal)|Hohlwegen]] | ||
# Die '''Quelle in Stocking''', ebenfalls in Saalfelden, sie wurde im 19. Jahrhundert häufig benutzt; | # Die '''Quelle in [[Stocking (Saalfelden am Steinernen Meer)|Stocking]]''', ebenfalls in Saalfelden, sie wurde im 19. Jahrhundert häufig benutzt; | ||
== Gasteig-Quelle == | == Gasteig-Quelle == | ||
In Richtung [[Maria Alm am Steinernen Meer]] befand sich eine Badeanstalt im Gast- und Badehaus Nr. 21 des Joseph Lederer. Im Badehaus gab es drei Badewannen mit einem Wärmekessel. Das Wasser wurde von der etwa 100 Schritte vom Badehaus entfernten Quelle in Röhren ins Badehaus geleitet. | In Richtung [[Maria Alm am Steinernen Meer]] befand sich eine Badeanstalt im Gast- und Badehaus Nr. 21 des Joseph Lederer. Im Badehaus gab es drei Badewannen mit einem Wärmekessel. Das Wasser wurde von der etwa 100 Schritte vom Badehaus entfernten Quelle in Röhren ins Badehaus geleitet. | ||
Die Quelle entsprang oberhalb des Badehauses bei einer Votivkapelle aus Muschelkalk und buntem Sandstein. Die Quelltemperatur betrug sommers und winters 14° Réaumur (17, | Die Quelle entsprang oberhalb des Badehauses bei einer Votivkapelle aus Muschelkalk und buntem Sandstein. Die Quelltemperatur betrug sommers und winters 14° Réaumur (17,50 °Celsius). | ||
Im Wasser waren mehr kohlesaurer als schwefelsaurer Kalk, wenig Chlorsalze und etwas Eisenoxyd enthalten. | Im Wasser waren mehr kohlesaurer als schwefelsaurer Kalk, wenig Chlorsalze und etwas Eisenoxyd enthalten. | ||
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Bei Grabungen Mitte des [[19. Jahrhundert]]s fand man sehr alte Röhren, die auf einen lang bekannten Badebetrieb schließen ließen. 1862 gab es eine Bade- und eine Trinkquelle, etwa 200 Schritte voneinander entfernt. Sie quollen aus Lehm- und Tonschiefergrund. | Bei Grabungen Mitte des [[19. Jahrhundert]]s fand man sehr alte Röhren, die auf einen lang bekannten Badebetrieb schließen ließen. 1862 gab es eine Bade- und eine Trinkquelle, etwa 200 Schritte voneinander entfernt. Sie quollen aus Lehm- und Tonschiefergrund. | ||
Die Trinkquelle war hell und klar und hatte 7° Réaumur (8, | Die Trinkquelle war hell und klar und hatte 7° Réaumur (8,75 °Celsius) Quelltemperatur. | ||
Die Badequelle sprundelte aus drei Quelllöchern. Die linke und mittlere Ursprungsquelle wies 7° Réaumur (8, | Die Badequelle sprundelte aus drei Quelllöchern. Die linke und mittlere Ursprungsquelle wies 7° Réaumur (8,75 °Celsius) Quelltemperatur auf, die rechte 9° Réaumur (11,25 °Celsius). Die Umgebungstemperatur betrug durchschnittlich 16° Réaumur (20 °Celsius). | ||
Zu dem hölzernen Badehaus wurde das Wasser über eine relativ weite Strecke in Röhren geleitet. Das Badehaus bot Platz für zwölf Wannen in vier Badezimmern. | Zu dem hölzernen Badehaus wurde das Wasser über eine relativ weite Strecke in Röhren geleitet. Das Badehaus bot Platz für zwölf Wannen in vier Badezimmern. | ||
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== Rauchbrunnen == | == Rauchbrunnen == | ||
Die Quelle befand sich in den [[Hohlwegen]] beim Stoisserbauern, wenige Schritte von der Talsohle der [[Saalach]]. Sie quoll, umgeben von einem dichten Moosteppich armdick aus dem Kalkgestein. Die Außentemperatur betrug durchschnittlich 17° Réaumur (21, | Die Quelle befand sich in den [[Hohlwegen (Tal)|Hohlwegen]] beim Stoisserbauern, wenige Schritte von der Talsohle der [[Saalach]]. Sie quoll, umgeben von einem dichten Moosteppich armdick aus dem Kalkgestein. Die Außentemperatur betrug durchschnittlich 17° Réaumur (21,25 °Celsius), die Quelltemperatur betrug 12° Réaumur (15 °Celsius) und diese 12° Réaumur hielt der Rauchbrunnen sowohl im Sommer als auch im Winter. | ||
=== Name === | === Name === | ||
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Das geschmackvoll gebaute Badehaus aus Holz hatte im Erdgeschoss fünf Badezimmer mit je einer Wanne, im ersten Stock einen Salon mit netter Aussicht. | Das geschmackvoll gebaute Badehaus aus Holz hatte im Erdgeschoss fünf Badezimmer mit je einer Wanne, im ersten Stock einen Salon mit netter Aussicht. | ||
Die Quelle war 50 Schritte vom Badehaus auf einer sumpfigen Wiese entfernt. Das Wasser wurde in Röhren ins Badehaus geleitet. Die Quelltemperatur betrug 8° Réaumur ( | Die Quelle war 50 Schritte vom Badehaus auf einer sumpfigen Wiese entfernt. Das Wasser wurde in Röhren ins Badehaus geleitet. Die Quelltemperatur betrug 8° Réaumur (10 °Celsius). Es enthielt mehr kohlensauren als schwefelsauren Kalk, Chlorsalze, etwas Eisenoxydul und Kieselerde. | ||
== Quellen == | == Quellen == | ||
* [https://books.google.at/books?id=zxekmiGw4DcC&pg=PA47&dq=wildbad+aigen&hl=de&sa=X&ved=0ahUKEwj6o8K_qsHZAhWIL1AKHQtGAPsQ6AEINjAD#v=onepage&q=wildbad%20aigen&f=false | * [https://books.google.at/books?id=zxekmiGw4DcC&pg=PA47&dq=wildbad+aigen&hl=de&sa=X&ved=0ahUKEwj6o8K_qsHZAhWIL1AKHQtGAPsQ6AEINjAD#v=onepage&q=wildbad%20aigen&f=false books.google.at] "Abriß der Landeskunde des Herzogthumes Salzburg: mit einer geschichtlichen ...", 1877, Seite 47ff, von [[Johannes Emmer]] | ||
* [https://books.google.at/books?id=KGSxjja4qFEC&pg=PA72&dq=RAuchbrunnen&hl=de&sa=X&ved=0ahUKEwikyOL2x8PZAhUIaVAKHaqpAeMQ6AEIKDAA#v=onepage&q=RAuchbrunnen&f=false books.google.at], " | * [https://books.google.at/books?id=KGSxjja4qFEC&pg=PA72&dq=RAuchbrunnen&hl=de&sa=X&ved=0ahUKEwikyOL2x8PZAhUIaVAKHaqpAeMQ6AEIKDAA#v=onepage&q=RAuchbrunnen&f=false books.google.at], ""Die Heilquellen und Torfbäder des Herzogthumes Salzburg", [[Heinrich Wallmann]], [[1862]], Seite 72ff | ||
== | == Einzelnachweise == | ||
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[[Kategorie:Tourismus]] | [[Kategorie:Tourismus]] | ||
[[Kategorie:Tourismus (Geschichte)]] | [[Kategorie:Tourismus (Geschichte)]] | ||
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[[Kategorie:Heilquelle]] | [[Kategorie:Heilquelle]] | ||