Volksmedizin im Salzkammergut: Unterschied zwischen den Versionen

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Die Volkssage erzählt von einer  jungen Bauerndirn aus [[St. Wolfgang]] die  einst aufgrund der Verabreichung ihrer dämonischen Zaubermittel für Heil- und Liebesdienste, sowie  ihren magischen Kräften und Zaubersprüchen die nicht nur "unvermögenden Eheleuten bei Kinderlosigkeit weiterhalfen" als [[Hexenprozess|Hexe]] erkannt beim [[Bürglstein]] in den See geworfen wurde. Doch nachts holte der Teufel die verwünschte  Ertrunkene aus dem [[Wolfgangsee|Abersee]] und setzte sie am Ufer ab. Neuerlich wurde die gebrandmarkte Magd in die Fluten verstoßen. Viele Tage und Nächte wiederholte sich dieses gruselige Schauspiel bis endlich eine fromme Jungfrau den Uferplatz mit Weihwasser besprengte, so dass der Teufel keine Macht mehr über die Verstoßene hatte.  
Die Volkssage erzählt von einer  jungen Bauerndirn aus [[St. Wolfgang]] die  einst aufgrund der Verabreichung ihrer dämonischen Zaubermittel für Heil- und Liebesdienste, sowie  ihren magischen Kräften und Zaubersprüchen die nicht nur "unvermögenden Eheleuten bei Kinderlosigkeit weiterhalfen" als [[Hexenprozess|Hexe]] erkannt beim [[Bürglstein]] in den See geworfen wurde. Doch nachts holte der Teufel die verwünschte  Ertrunkene aus dem [[Wolfgangsee|Abersee]] und setzte sie am Ufer ab. Neuerlich wurde die gebrandmarkte Magd in die Fluten verstoßen. Viele Tage und Nächte wiederholte sich dieses gruselige Schauspiel bis endlich eine fromme Jungfrau den Uferplatz mit Weihwasser besprengte, so dass der Teufel keine Macht mehr über die Verstoßene hatte.  


Finsteren Aberglauben widerspiegeln diese Hexenerzählungen dabei handelt es sich bei den Anwendungen meist um weitergegebenes uraltes naturkundliches Erfahrungswissen. "Im Juni [[1614]], so wird berichtet, lag eine aus dem See geborgene weibliche Leiche 12 Tage streng bewacht am Uferrand des [[Dittelbach]]es, weil sich die Obrigkeit von [[Sankt Gilgen]] und St. Wolfgang nicht einigen konnten ob nun der Leichnam dieser Magierin in St. Wolfgang oder Sankt Gilgen zu bestatten sei."
Finsteren Aberglauben widerspiegeln diese Hexenerzählungen dabei handelt es sich bei den Anwendungen meist um weitergegebenes uraltes naturkundliches Erfahrungswissen. "Im Juni [[1614]], so wird berichtet, lag eine aus dem See geborgene weibliche Leiche 12 Tage streng bewacht am Uferrand des [[Dittelbach]]es, weil sich die Obrigkeit von [[St. Gilgen]] und St. Wolfgang nicht einigen konnten ob nun der Leichnam dieser Magierin in St. Wolfgang oder St. Gilgen zu bestatten sei."


Gelübde, versprochene Votivgaben haben sich aus vorgeschichtlichen Zeiten bis in die Gegenwart erhalten, sie sollten vor Krankheit, Fraisen, Kindbettfieber, Altersgebrechen bewahren und bei Kinderlosigkeit helfen. Bitt- oder Dankopfer entsprachen menschlicher Alltagserfahrung.  
Gelübde, versprochene Votivgaben haben sich aus vorgeschichtlichen Zeiten bis in die Gegenwart erhalten, sie sollten vor Krankheit, Fraisen, Kindbettfieber, Altersgebrechen bewahren und bei Kinderlosigkeit helfen. Bitt- oder Dankopfer entsprachen menschlicher Alltagserfahrung.  
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"Das Umhängen  von Amuletten – aus welchen Gründen es auch geschieht – beruht bewusst oder unbewusst auf einer mystischen Verbundenheit des Trägers mit Dingen der Umwelt, die im Guten wie im Bösen auf den Menschen einwirken können."
"Das Umhängen  von Amuletten – aus welchen Gründen es auch geschieht – beruht bewusst oder unbewusst auf einer mystischen Verbundenheit des Trägers mit Dingen der Umwelt, die im Guten wie im Bösen auf den Menschen einwirken können."


Ältere Menschen erinnern sich mit Staunen an die mit übernatürlichen Kräften behafteten Anhängseln der Rosenkränze, Fraisen- und Uhrketten zur Abwehr des Unheils, die man bei den "Betenmachern" (Rosenkranzmachern) und Devotionalienhändlern in Ständen  bei der [[Wallfahrtskirche St. Wolfgang|Wallfahrtskirche]] kaufen konnte. Im [[17. Jahrhundert]] gab es in St. Wolfgang, [[Zinkenbach]] und Sankt Gilgen eine eigene Glaserzeugung für die Wolfgangiflascherl  in welche das "[[Wolfgangiwasser|Heilige Wolfgangiwasser]]" abgefüllt wurde. Vor allem die geschliffenen Glasperlen für "Beten" Rosenkränze in vielerlei Farben waren ein reißendes Absatzprodukt der St. Wolfganger Glaserer bei den zahlreichen Pilgerströmen. Devotionalien und  Umhängefetische sollen gleiche Kräfte wie die Amuletten beinhalten doch erhofft sich der Kranke durch das Tragen auf der bloßen Haut eine direkte Einwirkung des Medikamentes noch zusätzlich zur magischen Wirkung. Umhängemedikamente sind meist Pflanzenteile wie die Wurzeln, Bilsenkraut, Krätzensteine, sowie verschiedene Samen und Kerne in winzigen teils silbernen Dosen wie Metallbehältern.  
Ältere Menschen erinnern sich mit Staunen an die mit übernatürlichen Kräften behafteten Anhängseln der Rosenkränze, Fraisen- und Uhrketten zur Abwehr des Unheils, die man bei den "Betenmachern" (Rosenkranzmachern) und Devotionalienhändlern in Ständen  bei der [[Wallfahrtskirche St. Wolfgang|Wallfahrtskirche]] kaufen konnte. Im [[17. Jahrhundert]] gab es in St. Wolfgang, [[Zinkenbach]] und St. Gilgen eine eigene Glaserzeugung für die Wolfgangiflascherl  in welche das "[[Wolfgangiwasser|Heilige Wolfgangiwasser]]" abgefüllt wurde. Vor allem die geschliffenen Glasperlen für "Beten" Rosenkränze in vielerlei Farben waren ein reißendes Absatzprodukt der St. Wolfganger Glaserer bei den zahlreichen Pilgerströmen. Devotionalien und  Umhängefetische sollen gleiche Kräfte wie die Amuletten beinhalten doch erhofft sich der Kranke durch das Tragen auf der bloßen Haut eine direkte Einwirkung des Medikamentes noch zusätzlich zur magischen Wirkung. Umhängemedikamente sind meist Pflanzenteile wie die Wurzeln, Bilsenkraut, Krätzensteine, sowie verschiedene Samen und Kerne in winzigen teils silbernen Dosen wie Metallbehältern.  


Diese kleinen teils in Silber gefassten Anhänger aus Koralle, Elfenbein, Perlmutter, Tier- und Haifischzähnen welche das Gift in Speisen anzeigten, Wirbelknochen der Kreuzotter, Wehenkreuzen, Neidfeigen, Heiligenmedaillen, Wolfgangihackerl, Caravaka Doppelkreuze, Breverln mit Segenssprüchen und mystischen Zeichen sind heute sehr rare, hochinteressante Kunstgegenstände an uralten Uhr-, Schariwari- und Fraisenketten, die meist zu Fronleichnam  aus den  Pretiosenkasterln hervorgeholt werden.  
Diese kleinen teils in Silber gefassten Anhänger aus Koralle, Elfenbein, Perlmutter, Tier- und Haifischzähnen welche das Gift in Speisen anzeigten, Wirbelknochen der Kreuzotter, Wehenkreuzen, Neidfeigen, Heiligenmedaillen, Wolfgangihackerl, Caravaka Doppelkreuze, Breverln mit Segenssprüchen und mystischen Zeichen sind heute sehr rare, hochinteressante Kunstgegenstände an uralten Uhr-, Schariwari- und Fraisenketten, die meist zu Fronleichnam  aus den  Pretiosenkasterln hervorgeholt werden.  
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== Verfasser ==
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Dieser Artikel wurde von [[Adele Sungler]] verfasst und als Word-Dokument an das Salzburgwiki gesandt.
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