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| | + | [[Datei:Institut St. Sebastian, Linzer Gasse.JPG|thumb|Das Bruderhaus, das heute als [[Institut St. Sebastian]] Gästehaus und Studentenwohnheim ist.]] |
| | [[Datei:Das Bruderhaus.jpg|thumb|Das Bruderhaus]] | | [[Datei:Das Bruderhaus.jpg|thumb|Das Bruderhaus]] |
| − | Das '''Bruderhaus zu St. Sebastian''' (später ''Bruderhof'' genannt) in der [[Salzburg]]er [[Altstadt (rechtes Salzachufer)|rechtsseitigen Altstadt]] war ein kommunales Krankenhaus. | + | [[Datei:Institut St. Sebastian in der Linzer Gasse, Wandtafel.jpg|thumb|Wandtafel]] |
| | + | Das '''Bruderhaus zu St. Sebastian''' in der Salzburger [[Altstadt (rechtes Salzachufer)|rechtsseitigen Altstadt]] beherbergte ein kommunales Krankenhaus. Das Gebäude zählt zu den [[Denkmalgeschützte Objekte in der Stadt Salzburg|denkmalgeschützten Objekten]] in der Stadt. |
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| | ==Geschichte== | | ==Geschichte== |
| − | Das Bruderhaus in der [[Linzer Gasse]], nächst der [[St.-Sebastian-Kirche]] gelegen, wurde [[1496]] erbaut und war das zweite Krankenhaus der mittelalterlichen Stadt Salzburg. Das andere war das [[Bürgerspital]] in der [[Altstadt]] gewesen. | + | Das Bruderhaus an der [[Linzer Gasse]] befand sich an die [[St.-Sebastian-Kirche]] anschließend. Es wurde [[1496]] erbaut und war das zweite [[Spital]] der [[mittelalter]]lichen Stadt Salzburg. Das andere war das [[Bürgerspital St. Blasius]] in der [[Altstadt]] gewesen. |
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| − | Das Bruderhaus war eine rein bürgerliche Stiftung, wogegen das Bürgerspital eine Gründung der [[Salzburger Erzbischöfe]] war. Die Brüder ''Virgil'' und ''Leonhard [[Fröschlmooser]]'' stifteten [[1496]] das Bruderhaus.<ref>Artikel [[Fröschlmooserstraße]] / Quelle Franz Martin.</ref> Die Fleischhauerwitwe Dorothea Glimpf übergab ihren an der Linzer Gasse gelegenen Besitz an die Stadt und hat ausdrücklich in dieser Urkunde festgelegt, dass der Bruderhof der ''Zeitläufe'' und der Pest wegen errichtet werden sollte. Als Baumeister wird Virgil Fröschlmoser sen. genannt, wahrscheinlich der Vater des gleichnamigen späteren Salzburger Bürgermeisters. Der Verwalter des Bruderhauses, Jörg Saurer, legte dann [[1505]] den Grundstein zur St.-Sebastian-Kirche, die ebenfalls durch Spenden der Salzburger Bürger errichtet werden konnte. | + | Das Bruderhaus war eine rein bürgerliche Stiftung, wogegen das Bürgerspital eine Gründung der [[Salzburger Erzbischöfe]] war. Die Brüder ''Virgil'' und ''Leonhard [[Fröschlmooser]]'' stifteten [[1496]] das Bruderhaus.<ref>Artikel [[Fröschlmooserstraße]], Quelle Franz Martin.</ref> Die Fleischhauerwitwe Dorothea Glimpf übergab ihren an der Linzer Gasse gelegenen Besitz an die Stadt und hat ausdrücklich in dieser Urkunde festgelegt, dass der Bruderhof der ''Zeitläufe'' und der [[Pest]] wegen errichtet werden sollte. Als Baumeister wird Virgil Fröschlmoser sen. genannt, wahrscheinlich der Vater des gleichnamigen späteren Salzburger [[Bürgermeister der Stadt Salzburg|Bürgermeister]]s. Der Verwalter des Bruderhauses, Jörg Saurer, legte dann [[1505]] den Grundstein zur St.-Sebastian-Kirche, die ebenfalls durch Spenden der [[Bürger der Stadt Salzburg|Salzburger Bürger]] errichtet werden konnte. |
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| − | Zunächst war das Bruderhaus als Pilgerhaus und Armenherberge vorgesehen. Dann wurde es aber auch zur Aufnahme erkrankter [[Dienstboten]] von [[Bürger der Stadt Salzburg|Salzburger Bürgern]] verpflichtet. Sie mussten bis zu ihrer völligen Gesundung behalten werden, wobei der jeweilige Bürger seinem Dienstboten das Essen zur Verfügung stellen musste. Durchreisenden, verarmten oder ''bresthaften''<ref>mit einem Gebrechen des Leibes behaftet, Quelle [http://www.zeno.org/Adelung-1793/A/Bresthaft]</ref> Personen wurde eine Aufenthaltsdauer von acht Tagen gewährt. | + | Zunächst war das Bruderhaus als Pilgerhaus und Armenherberge vorgesehen. Dann wurde es aber auch zur Aufnahme erkrankter [[Dienstboten]] von Salzburger Bürgern verpflichtet. Sie mussten bis zu ihrer völligen Gesundung behalten werden, wobei der jeweilige Bürger seinem Dienstboten das Essen zur Verfügung stellen musste. Durchreisenden, verarmten oder ''bresthaften''<ref>mit einem Gebrechen des Leibes behaftet, Quelle [http://www.zeno.org/Adelung-1793/A/Bresthaft]</ref> Personen wurde eine Aufenthaltsdauer von acht Tagen gewährt. |
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| | Schon bald bildeten alte, gebrechliche oder arbeitsunfähige Dienstboten, Gesellen, Knechte usw. den Großteil der Bewohner des Bruderhauses. Wie im modernen Leben konnte man sich auch damals schon seinen "Alterssitz" im Bruderhaus einkaufen mit Anspruch auf Unterkunft, Verpflegung, [[Salzburger Badehäuser|Bad]] und Krankenbetreuung. | | Schon bald bildeten alte, gebrechliche oder arbeitsunfähige Dienstboten, Gesellen, Knechte usw. den Großteil der Bewohner des Bruderhauses. Wie im modernen Leben konnte man sich auch damals schon seinen "Alterssitz" im Bruderhaus einkaufen mit Anspruch auf Unterkunft, Verpflegung, [[Salzburger Badehäuser|Bad]] und Krankenbetreuung. |
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| | Nachdem schon wenige Jahre nach der Eröffnung des Hauses auch ein ''Narrenkäfig'' dort eingerichtet wurde, beschloss [[1562]] der Stadtrat, weitere ''Kötterl'' für Irre und Tobsüchtige im Bruderhaus zu errichten. | | Nachdem schon wenige Jahre nach der Eröffnung des Hauses auch ein ''Narrenkäfig'' dort eingerichtet wurde, beschloss [[1562]] der Stadtrat, weitere ''Kötterl'' für Irre und Tobsüchtige im Bruderhaus zu errichten. |
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| − | Als die [[Vereinigte Versorgungsanstalten|Vereinigten Versorgungsanstalten]] der Stadt Salzburg in der [[Karl-Höller-Straße]] in der heutigen [[Riedenburg]] als zentrales Altersheim in Betrieb gegangen waren, schloss am [[10. November]] [[1898]] das Bruderhaus seine Pforten.
| + | [[1611]] ließ Wolf [[Pauernfeind]], Bürger und [[Stadtrat|Rat]] der Stadt Salzburg, ein ''Stöckl'' auf seine Unkosten errichten. |
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| − | Am [[21. November]] [[1909]] wurde die Rettungsstation im dann ''Bruderhof'' genannten Bruderhaus eröffnet. [[1927]] wurde das [[Rotes Kreuz Salzburg|Rote Kreuz]] von der [[Freiwillige Feuerwehr der Stadt Salzburg - Löschzug Bruderhof|Freiwilligen Feuerwehr der Stadt Salzburg – Löschzug Bruderhof]] getrennt und der Grundstein zum Neubau an der [[Paris-Lodron-Straße]] gelegt. In Teilen des alten Bruderhauses war dann im [[20. Jahrhundert]] die ''Freiwillige Feuerwehr der Stadt Salzburg – Löschzug Bruderhof'' untergebracht und die Salzburger nannten es ''Bruderhof''.
| + | [[1852]] wurde den [[Kongregation der Barmherzigen Schwestern|Barmherzige Schwestern]] die Obsorge in der [[Anstalt zur Erziehung weiblicher Dienstboten]] übertragen, die sich seit [[1844]] im Gebäude befand.<ref>[https://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=sch&datum=18800309&query=%22Anstalt+zur+Erziehung+weiblicher+Dienstboten%22&ref=anno-search&seite=3 ANNO], [[Salzburger Chronik]], Ausgabe vom 9. März 1880, Seite 3</ref> |
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| | + | Als die [[Vereinigte Versorgungsanstalten|Vereinigten Versorgungsanstalten]] (jetzt Seniorenwohnhaus Nonntal) der Stadt Salzburg an der [[Karl-Höller-Straße]] in der heutigen [[Riedenburg]] als zentrales Altersheim in Betrieb gegangen waren, schloss am [[10. November]] [[1898]] das Bruderhaus seine Pforten. |
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| | + | Im [[Zweiten Weltkrieg]], beim 4. Luftangriff auf die Stadt Salzburg am [[22. November]] [[1944]], wurde das Bruderhaus durch [[Bomben auf Salzburg|Fliegerbomben]] schwerst getroffen.<ref>''4. Angriff''; ''Die Luftangriffe aus die Stadt Salzburg''. Nach gleichzeitigen Aufzeichnungen und gef. Mitteilungen des Städtischen Statistischen Amtes. In: ''Mitteilungen der [[Gesellschaft für Salzburger Landeskunde]]'', Nr. 86/87, Jahrgang 1946/47, S. 120.</ref> Nach dem Krieg wurde es [[1951]] wieder aufgebaut, eine [[Untersberger Marmor|Marmortafel]] aus dem Jahre 1951 weist auf die Vollendung aus Ruinen hin: |
| | + | :''DOMINIS PROVIDEBIT.'' "Der Herr wird vorsorgen".<ref>("Der Herr |
| | + | wird vorsorgen." / Buch Genesis 22, 8)</ref> |
| | + | :''HAEC DOMUS'' |
| | + | :''E RUINIS SURREXIT'' |
| | + | :''ANNO SACRO'' |
| | + | :''PATRIÆ ET ORBIS MCMLI'' |
| | + | "Dieses Haus ist aus Ruinen wiederauferstanden im heiligen Jahr des Landes und der Welt 1951". |
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| | + | Das Haus wurde im Jahr [[1994]] von der [[Erzdiözese Salzburg]] generalsaniert und zu einem zeitgemäßen Studentenheim gestaltet. Heute befindet sich darin das [[Institut St. Sebastian]], ein (Jugend) Gästehaus-Studentenheim. |
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| | ==Quellen== | | ==Quellen== |
| | * ''[[Salzburger Miniaturen|Salzburger Miniaturen 2]]'', [[Karl Heinz Ritschel]], 2001, [[Otto Müller Verlag]], ISBN 3-7013-1037-8 | | * ''[[Salzburger Miniaturen|Salzburger Miniaturen 2]]'', [[Karl Heinz Ritschel]], 2001, [[Otto Müller Verlag]], ISBN 3-7013-1037-8 |
| − | * Salzburgwiki-Artikel [[Rotes Kreuz Salzburg]] | + | * SALZBURGWIKI-Artikel [[Rotes Kreuz Salzburg]] |
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| − | ==Fußnoten== | + | ==Einzelnachweise== |
| | <references/> | | <references/> |
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