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Der Turm bzw. die zugehörige Meierei wurde später vom [[Domkapitel]] und der [[Dompropstei]] genutzt. Daher heißt der Turm [[1389]] ''Tumherrenturm'' und [[1417]] ''Tumprobsteiturm''. Das Domkapitel verpachtet [[1612]] den Turm bzw. die Meierei dem [[Domherr]]n [[Konstantin Graf Liechtenstein]], von dem der Turm den Namen ''Konstantinturm'' bekam. Am [[10. Dezember]] [[1642]] wird das Wehrgebäude mit Meierei und umliegenden Liegenschaften an die  "[[Hohe Salzburger Landschaft]]" zur besseren [[Stadtbefestigung der Stadt Salzburg|Verteidigung der Stadt]] verkauft.
 
Der Turm bzw. die zugehörige Meierei wurde später vom [[Domkapitel]] und der [[Dompropstei]] genutzt. Daher heißt der Turm [[1389]] ''Tumherrenturm'' und [[1417]] ''Tumprobsteiturm''. Das Domkapitel verpachtet [[1612]] den Turm bzw. die Meierei dem [[Domherr]]n [[Konstantin Graf Liechtenstein]], von dem der Turm den Namen ''Konstantinturm'' bekam. Am [[10. Dezember]] [[1642]] wird das Wehrgebäude mit Meierei und umliegenden Liegenschaften an die  "[[Hohe Salzburger Landschaft]]" zur besseren [[Stadtbefestigung der Stadt Salzburg|Verteidigung der Stadt]] verkauft.
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Am [[29. August]] [[1674]] erhält das [[Benediktinerstift St. Peter]] im Tausch gegen den ''Riedenburger Berg'' den Besitz um den Turm und das dazugehörige Stöckl (also die Meierei), ohne den Turm selbst, und baute diese <nowiki>Konstantin</nowiki>[[Meierhof|meierei]] aus. Sie bestand nun aus einem zwei Stock hohen, an den Turm angelehnten gemauerten Haus, einem gesonderten Backofen und weiteren landwirtschaftlichen Gebäuden (Laub- und Holzhütte, Scheune mit Dreschtenne, Keller und Wagenschuppen) und etwa 7&nbsp;000 m² Grund. Im Jahre [[1822]] wird auch diese Meierei von St. Peter wegen zu geringer Einkünfte versteigert.
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Am [[29. August]] [[1674]] erhielt das [[Benediktinerstift St. Peter]] im Tausch gegen den ''Riedenburger Berg'' den Besitz um den Turm und das dazugehörige Stöckl (also die Meierei), ohne den Turm selbst, und baute diese <nowiki>Konstantin</nowiki>[[Meierhof|meierei]] aus. Sie bestand nun aus einem zwei Stock hohen, an den Turm angelehnten gemauerten Haus, einem gesonderten Backofen und weiteren landwirtschaftlichen Gebäuden (Laub- und Holzhütte, Scheune mit Dreschtenne, Keller und Wagenschuppen) und etwa 7&nbsp;000 m² Grund. Im Jahre [[1822]] wird auch diese Meierei von St. Peter wegen zu geringer Einkünfte versteigert.
    
==Das Kupelwieserschlössl==
 
==Das Kupelwieserschlössl==
Der seit vielen Jahren einsturzgefährdete Turm brach [[1831]] in sich zusammen. Der damalige Meiereibesitzer Vogl kaufte von der Fortifikationsdirektion den Grund, auf dem der eingestürzte Turm stand (ca. 77 m²). An seiner Stelle und angrenzend erbaute [[Josef Achleitner (Musiker)|Josef Achleitner]] [[1863]] das von ihm so genannte ''Marienschlössl''.
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Der viele Jahre lang extrem einsturzgefährdete Turm brach [[1831]] endlich völlig in sich zusammen. Der damalige Meiereibesitzer Vogl kaufte von der Fortifikationsdirektion den Grund, auf dem der eingestürzte Turm stand (ca. 77 m²). An seiner Stelle und angrenzend erbaute [[Josef Achleitner (Musiker)|Josef Achleitner]] [[1863]] das von ihm so genannte ''Marienschlössl''.
    
Josef Achleitner war ein damals bekannter Zitherspieler und zugleich [[Königreich Bayern|königlich-bayerischer]] Kammervirtuose und Kammermusikus des Königs [[Otto von Griechenland]]. Er ließ die bisherigen Gebäude abtragen und erbaute einen neuen Turm mit einer Aussichtswarte und einer dem Geschmack der damaligen Zeit entsprechender neogotischer und historisierender Innenausstattung; die Holzverkleidungen und Butzenscheiben sind teilweise heute noch erhalten. Es wird gesagt, dass er Besucher mit dem Flügelhorn empfangen und dann auf den Söller geführt hat. Nach dem Tode des Erbauers am [[5. März]] [[1891]] kam der Besitz zuerst an die Witwe und dann ([[1892]]) an den Sohn, der ihn an Marie Geisberg verkauften. Das Inventar wurde versteigert und aus dem Haus wurde unter dem Namen "Marienschlösschen" eine Fremdenpension. 1902 erwarb Marie Fischer das Gebäude.
 
Josef Achleitner war ein damals bekannter Zitherspieler und zugleich [[Königreich Bayern|königlich-bayerischer]] Kammervirtuose und Kammermusikus des Königs [[Otto von Griechenland]]. Er ließ die bisherigen Gebäude abtragen und erbaute einen neuen Turm mit einer Aussichtswarte und einer dem Geschmack der damaligen Zeit entsprechender neogotischer und historisierender Innenausstattung; die Holzverkleidungen und Butzenscheiben sind teilweise heute noch erhalten. Es wird gesagt, dass er Besucher mit dem Flügelhorn empfangen und dann auf den Söller geführt hat. Nach dem Tode des Erbauers am [[5. März]] [[1891]] kam der Besitz zuerst an die Witwe und dann ([[1892]]) an den Sohn, der ihn an Marie Geisberg verkauften. Das Inventar wurde versteigert und aus dem Haus wurde unter dem Namen "Marienschlösschen" eine Fremdenpension. 1902 erwarb Marie Fischer das Gebäude.
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Gerheid und Hans Widrich führten durch ihr Schlössl und ließen in die Geschichte des Hauses und ihrer Familie blicken. Sie kannten die Salzburger als ehemalige Ärztin und [[Landesrätin]] – übrigens die erste Frau in der [[Salzburger Landesregierung]] –, er war über Jahrzehnte Pressechef der [[Salzburger Festspiele]]. Der Journalist stand auch dem [[Salzburger Kunstverein]] als Präsident vor.
 
Gerheid und Hans Widrich führten durch ihr Schlössl und ließen in die Geschichte des Hauses und ihrer Familie blicken. Sie kannten die Salzburger als ehemalige Ärztin und [[Landesrätin]] – übrigens die erste Frau in der [[Salzburger Landesregierung]] –, er war über Jahrzehnte Pressechef der [[Salzburger Festspiele]]. Der Journalist stand auch dem [[Salzburger Kunstverein]] als Präsident vor.
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Als Erstes fallen Ritterrüstungen, Gewehre und Nachtwächterspieße ins Auge. Ein wahrlich wehrhafter Empfang, der zum Äußeren des Kupelwieserschlössls passt. Herzstück des Gebäudes sind Reste eine alten Stadtturm aus dem [[Mittelalter]] (also der Falkentumr), der im Lauf der Zeit zuerst als Ruine gesichert und nachfolgend aus- udn aufgebaut worden ist. Die Waffensammlung stammt aus dem Besitz von [[Franz Kupelwieser]], dem Großvater Gerheid Widrichs und Käufer des Hauses auf dem Mönchsberg.
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Als Erstes fallen Ritterrüstungen, Gewehre und Nachtwächterspieße ins Auge. Ein wahrlich wehrhafter Empfang, der zum Äußeren des Kupelwieserschlössls passt. Herzstück des Gebäudes sind jan an der Basis des mittigen Bauwerkes erhaltene Reste eines alten Stadtturms aus dem [[Mittelalter]] (also der Falkenturm), der zuvor im Lauf der Zeit zuerst als Ruine gesichert und nachfolgend aus- und aufgebaut worden war. Die Waffensammlung stammt aus dem Besitz von [[Franz Kupelwieser]], dem Großvater Gerheid Widrichs und Käufer des Hauses auf dem Mönchsberg.
    
Kupelwieser war Leiter und Teilhaber von Eisenwerken in [[Böhmen]] und wurde damit reich. Der Industrielle erwarb das Schlössl in Salzburg mit Kaufvertrag vom [[2. Dezember]] [[1912]], also vor 100 Jahren. Er investierte kräftig in sein neues Anwesen, das er ''Schloss Stauffenegg'' nannte, ließ es um- und ausbauen.
 
Kupelwieser war Leiter und Teilhaber von Eisenwerken in [[Böhmen]] und wurde damit reich. Der Industrielle erwarb das Schlössl in Salzburg mit Kaufvertrag vom [[2. Dezember]] [[1912]], also vor 100 Jahren. Er investierte kräftig in sein neues Anwesen, das er ''Schloss Stauffenegg'' nannte, ließ es um- und ausbauen.
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