Landhaus: Unterschied zwischen den Versionen
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Unter '''Landhaus''' ist in der [[Stadt Salzburg]] der [[Chiemseehof]] zu verstehen. | Unter '''Landhaus''' ist in der [[Stadt Salzburg]] der [[Chiemseehof]] zu verstehen. | ||
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Das Landhaus war der Sitz der [[Hohe Salzburger Landschaft|drei Landstände]] - der Geistlichen (Prälaten), der Adeligen (Ritter) und der Vertreter der Bürgerschaft aus Städten und Märkten. Das ursprüngliche Landhaus war in der Zeit der [[Fürsterzbischöfe]] nur ein Gebäudeteil des Residenz-Neugebäudes am [[Mozartplatz (Stadt Salzburg)|Mozartplatz]]<ref>[http://www.ubs.sbg.ac.at/sosa/graphiken/G1152III.jpg www.ubs.sbg.ac.at], siehe "Landhaus" → "V" auf Vergrößerung von ''Ware und eigentliche Abbildung der ertzbischoflichen Residenz Statt Saltzburg''"; Kupferstich von Lucas Schnitzer (Vorlage) und Paulus Fürst (Stecher); Salzburg, um 1669/70; [[Universitätsbibliothek Salzburg]], Grafiksammlung, Sign. G 1152 III</ref>, das wir heute unter der Bezeichnung [[Neue Residenz]] oder [[Salzburg Museum]] kennen. Dort tagten ab [[1620]] die drei Hohen Salzburger Landschaften im [[Neue Residenz#Ständesaal|großen Saal]] im zweiten Obergeschoß, der bis heute den Namen ''Ständesaal'' trägt. Der autoritäre Regierungsstil der Salzburger Erzbischöfe ließ jedoch kaum Mitbestimmung seitens der Landstände zu. Die Vertreter der Gerichtsgemeinden durften zwischen 1473 und 1565 als "stehende Zuhörer" – ohne Sitz und Stimme – an den Landtagen teilnehmen. Sie mussten nicht nur die Kriegssteuern mittragen, sondern stellten mit jedem zehnten Mann auch die Soldaten für die Landesverteidigung, die sogenannte Landfahne. Die Bauern hatte weder Sitz noch Stimme und konnten sich im [[Erzbischof als Landesherr oder Grundherr#Erzstift|Erzstift]] den Status eines ''vierten'' Standes auch durch den [[Salzburger Bauernaufstände|Bauernkrieg]] von [[1525]]/[[1526|26]] nicht erkämpfen.<ref>[http://www.historisches-lexikon-bayerns.de/artikel/artikel_45092 Historisches Lexikon Bayerns; Landstände des Erzstifts Salzburg; Dr. [[Friederike Zaisberger]]]</ref> | |||
Das Landhaus war der Sitz der [[Hohe Salzburger Landschaft|drei Landstände]] - der Geistlichen (Prälaten), der Adeligen (Ritter) und der Vertreter der Bürgerschaft aus Städten und Märkten. Das ursprüngliche Landhaus war in der Zeit der [[Fürsterzbischöfe]] nur ein Gebäudeteil des Residenz-Neugebäudes am [[Mozartplatz]]<ref>[http://www.ubs.sbg.ac.at/sosa/graphiken/G1152III.jpg www.ubs.sbg.ac.at], siehe "Landhaus" → "V" auf Vergrößerung von ''Ware und eigentliche Abbildung der ertzbischoflichen Residenz Statt Saltzburg''"; Kupferstich von Lucas Schnitzer (Vorlage) und Paulus Fürst (Stecher); Salzburg, um 1669/70; [[Universitätsbibliothek Salzburg]], Grafiksammlung, Sign. G 1152 III</ref>, das wir heute unter der Bezeichnung [[Neue Residenz]] oder [[Salzburg Museum]] kennen. Dort tagten ab [[1620]] die drei Hohen Salzburger Landschaften im [[Neue Residenz#Ständesaal|großen Saal]] im zweiten Obergeschoß, der bis heute den Namen ''Ständesaal'' trägt. Der autoritäre Regierungsstil der Salzburger Erzbischöfe ließ jedoch kaum Mitbestimmung seitens der Landstände zu. Die Vertreter der Gerichtsgemeinden durften zwischen 1473 und 1565 als "stehende Zuhörer" – ohne Sitz und Stimme – an den Landtagen teilnehmen. Sie mussten nicht nur die Kriegssteuern mittragen, sondern stellten mit jedem zehnten Mann auch die Soldaten für die Landesverteidigung, die sogenannte Landfahne. Die Bauern hatte weder Sitz noch Stimme und konnten sich im [[Erzbischof als Landesherr oder Grundherr#Erzstift|Erzstift]] den Status eines ''vierten'' Standes auch durch den [[Salzburger Bauernaufstände | |||
Ein eigenes Landhaus existierte genau genommen auch damals noch nicht. | Ein eigenes Landhaus existierte genau genommen auch damals noch nicht. | ||
[[1861]] wurden die Hohe Salzburger Landschaft durch den ersten frei gewählten [[Salzburger Landtag]] abgelöst. Dieser tagte aus rein praktischen Gründen vorerst noch im alten Landhaus. Erst [[1866]] erwarb das [[Salzburg (Bundesland)|Land Salzburg]] den Chiemseehof und baute den vis-a-vis an der [[Pfeifergasse]] gelegenen Getreideschüttkasten für die Zwecke des Landtages um. So entstand der [[Landtagssaal|große Sitzungssaal des Salzburger Landtages]], der sich im Chiemseehof - von der [[Chiemseegasse]] aus gesehen - links im ersten Stock befindet.<ref>[http://landversand.salzburg.gv.at/WebRoot/Store/Shops/Landversand/5252/A3EA/9B39/2664/DDA1/4DEB/AE3E/24B6/FolderChiemseehof2013.pdf Land Salzburg_Fyler_Der_Salzburger_Landtag.pdf | August 2013]</ref> <ref>[ | [[1861]] wurden die Hohe Salzburger Landschaft durch den ersten frei gewählten [[Salzburger Landtag]] abgelöst. Dieser tagte aus rein praktischen Gründen vorerst noch im alten Landhaus. Erst [[1866]] erwarb das [[Salzburg (Bundesland)|Land Salzburg]] den Chiemseehof und baute den vis-a-vis an der [[Pfeifergasse]] gelegenen Getreideschüttkasten für die Zwecke des Landtages um. So entstand der [[Landtagssaal|große Sitzungssaal des Salzburger Landtages]], der sich im Chiemseehof - von der [[Chiemseegasse]] aus gesehen - links im ersten Stock befindet.<ref>[http://landversand.salzburg.gv.at/WebRoot/Store/Shops/Landversand/5252/A3EA/9B39/2664/DDA1/4DEB/AE3E/24B6/FolderChiemseehof2013.pdf Land Salzburg_Fyler_Der_Salzburger_Landtag.pdf | August 2013]</ref> <ref>[https://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=sza&datum=18660622&query=%22chiemseehof%22&seite=5 ANNO] [[Salzburger Zeitung]], 22. Juni 1866, Seite 5</ref> | ||
Ob im [[19. Jahrhundert]] der neu errichtete Teil im Chiemseehof als neuer Sitz des Landtages im Sprachgebrauch der Bevölkerung wiederum als Landhaus bezeichnet oder ob zwischen dem alten und neuen Landhaus unterschieden wurde, ist heute schwer zu fassen. | Ob im [[19. Jahrhundert]] der neu errichtete Teil im Chiemseehof als neuer Sitz des Landtages im Sprachgebrauch der Bevölkerung wiederum als Landhaus bezeichnet oder ob zwischen dem alten und neuen Landhaus unterschieden wurde, ist heute schwer zu fassen. | ||
== Quellen == | == Quellen == | ||
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