Leopoldskroner Weiher: Unterschied zwischen den Versionen

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[[File:Leopoldskroner weiher salzburg.jpg|thumb|Leopoldskroner Weiher mit Blick nach Süden, von links: [[Tennengebirge|Tennen]]-, [[Hagengebirge]], [[Göllstock|Göll]]- und [[Untersbergstock]].]]
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[[Datei:Leopoldskroner Weiher Schloss Leopoldskron.jpg|thumb|Schloss und Weiher Leopoldskron im Sommer 2022.]]
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[[Datei:Leopoldskron Schloss Weiher Meierei Almkanal Dauerkleingartensiedlung.jpg|thumb|Bildmitte der Leopoldskroner Weiher mit Umgebung.]]
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[[Datei:Leopoldskroner Weiher Schloss Leopoldskron Luftbild Juni 2023 01.jpg|thumb|Der Leopoldskroner Weiher mit dem Schloss Leopoldskron.]]
 
[[Datei:Leopoldskron v. Lambert Gierlinger.jpg|thumb|Schloss Leopoldskron samt Weiher, Ansicht vom Untersberg.]]
 
[[Datei:Leopoldskron v. Lambert Gierlinger.jpg|thumb|Schloss Leopoldskron samt Weiher, Ansicht vom Untersberg.]]
 
[[Datei:Schloss Leopoldskron Leopoldskroner Weiher 1930.jpg|thumb|Hier ist der von [[Max Reinhardt]] angelegte Gartenteil (rechts am Ufer), heute großteils verwildert zu sehen. Aufnahme um 1930.]]
 
[[Datei:Schloss Leopoldskron Leopoldskroner Weiher 1930.jpg|thumb|Hier ist der von [[Max Reinhardt]] angelegte Gartenteil (rechts am Ufer), heute großteils verwildert zu sehen. Aufnahme um 1930.]]
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[[File:Sattler_panorama_sued_gross.jpg|thumb|[[Sattler-Panorama]]: Blick nach Süden]]
 
[[File:Sattler_panorama_sued_gross.jpg|thumb|[[Sattler-Panorama]]: Blick nach Süden]]
Der '''Leopoldskroner Weiher''' ist ein dreizehn Hektar großes stehendes Gewässer im Stadtteil [[Riedenburg]] südlich des [[Mönchsberg]]es im Stadtgebiet von der [[Stadt Salzburg]].
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Der '''Leopoldskroner Weiher''' ist ein dreizehn Hektar großes stehendes Gewässer im Stadtteil [[Riedenburg]] südlich des [[Mönchsberg]]es im Stadtgebiet von der [[Stadt Salzburg]]. Es ist Teil des erweiterten Parkes von Schloss Leopoldskron
  
 
== Geografie ==
 
== Geografie ==
Der Weiher liegt auf 431 [[m ü. A.]], er ist rund 650 m lang und an seiner breitesten Stelle beim [[Schloss Leopoldskron]] rund 220 m breit.
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Das Gewässer  liegt auf 431 [[m ü. A.]], er ist rund 650 m lang und an seiner breitesten Stelle beim [[Schloss Leopoldskron]] rund 220 m breit. [[Leopoldskroner Weiher Zu- und Ablauf|Zu- und Abläufe]] versorgen den Weiher mit Wasser.
  
 
=== Inseln ===
 
=== Inseln ===
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=== Landschaftsschutzgebiet ===
 
=== Landschaftsschutzgebiet ===
Der Weiher befindet sich im [[Leopoldskroner-Weiher-Landschaftsschutzgebiet]]. Um den Weiher mit seinen drei Inseln befindet sich eine naturnahe Erholungslandschaft mit kulturell stark geprägten Bereichen und auch das [[Schloss Leopoldskron]] mit seinem [[Schlosspark Leopoldskron]]. Diese Landschaft zwischen dem Leopoldskroner Weiherwäldchen (historisch ''Leopoldskroner Hölzel'', neuer Kunstname ohne historische Bezüge: ''Königswäldchen'') und dem Mönchsberg wurde [[1980]] zur Sicherung ihres Charakters zu einem [[Landschaftsschutzgebiet]] erklärt.  
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Das Gewässer befindet sich im [[Leopoldskroner-Weiher-Landschaftsschutzgebiet]]. Um das Gewässer mit seinen drei Inseln befindet sich eine naturnahe Erholungslandschaft mit kulturell stark geprägten Bereichen und auch das [[Schloss Leopoldskron]] mit seinem [[Schlosspark Leopoldskron]]. Diese Landschaft zwischen dem Leopoldskroner Weiherwäldchen (historisch ''Leopoldskroner Hölzel'', neuer Kunstname ohne historische Bezüge: ''Königswäldchen'') und dem Mönchsberg wurde [[1980]] zur Sicherung ihres Charakters zu einem [[Landschaftsschutzgebiet]] erklärt.  
  
Der See wird von [[Stockente]]n, von [[Graugans|Graugänsen]] und von verschiedenen anderen Wasservögeln (Stockenten, Schwäne, Haubentaucher, Teichhühner etc.) bewohnt. Auch die ostasiatische [[Mandarinente]] ist regelmäßig zu beobachten. Im Sommer ist der Weiher bei Fischern beliebt, im Winter, wenn das Eis trägt, bei Eisläufern. Aus der Biber ist hier gelegentlich zu beobachten.  
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Der See wird von [[Stockente]]n, von [[Graugans|Graugänsen]] und von verschiedenen anderen Wasservögeln (Stockenten, Schwäne, Haubentaucher, Teichhühner etc.) bewohnt. Auch die ostasiatische [[Mandarinente]] ist regelmäßig zu beobachten. Im Sommer ist das Gewässer bei Fischern beliebt, im Winter, wenn das Eis trägt, bei Eisläufern. Aus der Biber ist hier gelegentlich zu beobachten.  
  
 
Das Füttern von Wasservögeln ist nicht gestattet, weil größere Vogelansammlungen in Verbindung mit nicht gefressenem Futter in dem sehr seichten Gewässer zur Nährstoffanreicherung führt und im Sommer damit zu Tierseuchen führt. 2015 starben hier im Hochsommer in kurzer Zeit über 30 Stockenten sowie verschiedene andere Wasservögel.
 
Das Füttern von Wasservögeln ist nicht gestattet, weil größere Vogelansammlungen in Verbindung mit nicht gefressenem Futter in dem sehr seichten Gewässer zur Nährstoffanreicherung führt und im Sommer damit zu Tierseuchen führt. 2015 starben hier im Hochsommer in kurzer Zeit über 30 Stockenten sowie verschiedene andere Wasservögel.
  
Von 2013 bis 2015 wurde das stark verlandete Ufer im Südosten des Weihers als Lebensraum für seltene [[Amphibien]] aber auch als attraktiver Naherholungsraum  neu gestaltet. Im Herbst 2016 wurde dort ein neuer Spazierweg und zur Fahrbahn hin ein Grünstreifen mit gepflanzten Stieleichen angelegt. Damit führt seit 2016 wieder ein attraktiver Rundweg um den gesamten Weiher herum, der nur im Bereich des [[Schlosspark Leopoldskron|Schlossparks Leopoldskron]] (Privatbesitz) nicht entlang des Seeufers verläuft.
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Von 2013 bis 2015 wurde das stark verlandete Ufer im Südosten des Weihers als Lebensraum für seltene [[Amphibien]] aber auch als attraktiver Naherholungsraum  neu gestaltet. Im Herbst 2016 wurde dort ein neuer Spazierweg und zur Fahrbahn hin ein Grünstreifen mit gepflanzten Stieleichen angelegt. Damit führt seit 2016 wieder ein attraktiver Rundweg um das gesamte Gewässer herum, der nur im Bereich des [[Schlosspark Leopoldskron|Schlossparks Leopoldskron]] (Privatbesitz) nicht entlang des Seeufers verläuft.
  
 
=== Verkehr ===
 
=== Verkehr ===
Die westlich des Weihers entlang führende [[König-Ludwig-Straße]] ist von der [[Firmianstraße]] bis zur Einmündung des [[Zwieselweg]]s ein Erholugnsweg und daher für den Kraftfahrzeugverkehr gesperrt.
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Die westlich des Weihers entlang führende [[König-Ludwig-Straße]] ist von der [[Firmianstraße]] bis zur Einmündung des [[Zwieselweg]]s ein Erholungsweg und daher für den Kraftfahrzeugverkehr gesperrt.
  
=== Um den Weiher herum stehen ===
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=== Am Schlossweiher stehen ===
 
* Das Schloss Leopoldskron mit seinem großen Garten
 
* Das Schloss Leopoldskron mit seinem großen Garten
 
* Der [[Meierhof von Schloss Leopoldskron |Meierhof]] des Schlosses
 
* Der [[Meierhof von Schloss Leopoldskron |Meierhof]] des Schlosses
* der ehemalige [[Seegasthof]], nun Weiherwirt genannt
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* der ehemalige Schlossgasthof, nunmehr wesentlich richtiger [[Weiherwirt Salzburg|Weiherwirt]] genannt
* Die [[Nepomuk-Statue am Leopoldskroner Weiher]] als Teil des historischen Schlossgartens  
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* Die [[Nepomuk-Statue am Leopoldskroner Weiher]] als Teil des historischen Schlossgartens
  
 
== Geschichte ==
 
== Geschichte ==
Dieses Stillgewässer wurde in seiner Geschichte stets "Weiher" genannt. Vereinzelt wird der Weiher auch als "Teich" bezeichnet. In den [[Mitteilungen der Gesellschaft für Salzburger Landeskunde]] aus dem Jahr [[1891]] ist dokumentiert, dass Teiche stets künstlich angelegt wurden.<ref name="Fugger"> Allerdings sind mitteleuropaweit auch alle (flachgründigen) Weiher ebenfalls künstlich angelegt. Derartige Gewässer verlanden so rasch, dass einstige natürliche flachgründige Kleinseen außerhalb der Gebirgslage seit der Eiszeit alle verlandeten und daher seit Jahrtausenden nicht mehr bestehen. 
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Über den Leopoldskroner Weiher war 1891 nur sehr wenig bekannt. Schon als Fürsterzbischof Leopold Anton Graf Firmian 1736 das Schloss Leopoldskron errichten ließ, hat das Gewässer bereits lange Zeit bestanden. Das Schloss wurde an jener Stelle errichtet, auf der schon [[1622]] genanntes Weiherhäuschen stand. Das große Gewässer lässt sich in seiner Geschichte bis ins späte [[Mittelalter]], d. h. in die Jahrzehnte vor 1500 zurückverfolgen. Die Meinung,<ref>[[Josef Hübl]]: [[Heimatkunde Stadt Salzburg]], [[Salzburger Druckerei]], Ausgabe Mai 1974</ref> das Gewässer wäre ein Rest eines riesigen Sees, der sich nach der [[Eiszeit]] durch das Abschmelzen des [[Salzachgletscher]]s im [[Salzburger Becken]] gebildet hätte, lässt sich seit etlichen Jahrzehnten nicht mehr aufrecht halten. Zur Zeit der [[Salzburger Erzbischöfe]] vor Firmian diente er lange auch als Fischweiher.
 
 
In den [http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno-plus?aid=slk&datum=1891&page=317&size=26 Mitteilungen der Gesellschaft für Salzburger Landeskunde] beschreibt [[Eberhard Fugger]] den Unterschied zwischen Teich und Weiher aus seiner - aber z. T. bis heute umstrittenen  - Sicht, er glaubt die Weiher . Die [http://www.pfenninger.at/gewaesser/  Peter-Pfenninger-Schenkung Liefering] schreibt ''Teiche''.</ref>
 
 
 
Über den Leopoldskroner Weiher war 1891 nur sehr wenig bekannt. Schon als Fürsterzbischof Leopold Anton Graf Firmian 1736 das Schloss Leopoldskron errichten ließ, hat der Weiher bereits lange Zeit bestanden. Das Schloss wurde an jener Stelle errichtet, auf der schon [[1622]] genanntes Weiherhäuschen stand. Der große Weiher lässt sich in seiner Geschichte bis ins späte [[Mittelalter]], d. h. in die Jahrzehnte vor 1500 zurückverfolgen. Die Meinung,<ref>[[Josef Hübl]]: [[Heimatkunde Stadt Salzburg]], [[Salzburger Druckerei]], Ausgabe Mai 1974</ref> der Weiher wäre ein Rest eines riesigen Sees, der sich nach der [[Eiszeit]] durch das Abschmelzen des [[Salzachgletscher]]s im [[Salzburger Becken]] gebildet hätte, lässt sich seit etlichen Jahrzehnten nicht mehr aufrecht halten. Zur Zeit der [[Salzburger Erzbischöfe]] vor Firmian diente er lange auch als Fischweiher.
 
  
 
Schloss Leopoldskron mit dem Leopoldskroner Weiher wurde in seiner langen Geschichte oftmals abgebildet, unter anderem auch [[1825]] vom Landschaftsmaler [[Johann Michael Sattler]] auf seinem [[Salzburg-Panorama]]<ref name="SP">Bild siehe [[media:Sattler Panorama, Leopoldskron-Moos, Untersberg.jpg]]</ref>
 
Schloss Leopoldskron mit dem Leopoldskroner Weiher wurde in seiner langen Geschichte oftmals abgebildet, unter anderem auch [[1825]] vom Landschaftsmaler [[Johann Michael Sattler]] auf seinem [[Salzburg-Panorama]]<ref name="SP">Bild siehe [[media:Sattler Panorama, Leopoldskron-Moos, Untersberg.jpg]]</ref>
  
 
=== Von der Militärschwimmschule  zum Schwimmbad ===
 
=== Von der Militärschwimmschule  zum Schwimmbad ===
[[1818]] fasste Regimentskommandant Oberst [[Franz Schmidt von Ehrenberg]] den Entschluss, im Leopoldskroner Weiher eine Schwimmschule für den Unterricht der Soldaten (aber auch für Bewohner der Stadt) zu erbauen. Nach Gesprächen mit dem Eigentümer des Weihers, [[Leopold Graf von Firmian]], konnte im Herbst [[1829]] der erste Pachtvertrag unterzeichnet werden. Es entstand eine Herrenschwimmschule mit zehn Umkleidekabinen. Im Herbst [[1842]] begann man mit dem Bau einer (nichtmilitärische) Damenschwimmschule und vergrößerte die Herrenschwimmschule <ref>[http://www.salzburg.gv.at/sagisonline/init.aspx?hotspot=landsbg|default|1:1550|427773.7|294464.3|mp2.png|k%2bk%20Schwimmschule&redliningid=glgaw0kbyhr51gbvogn3xp0r im Menü links, ganz unten "Basisdaten" anklicken →  "Franziszeischer Kataster" anklicken]</ref>.  
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[[1818]] fasste Regimentskommandant Oberst [[Franz Schmidt von Ehrenberg]] den Entschluss, im Leopoldskroner Weiher eine Schwimmschule für den Unterricht der Soldaten (aber auch für Bewohner der Stadt) zu erbauen. Nach Gesprächen mit dem Eigentümer des Gewässers, [[Leopold Graf von Firmian]], konnte im Herbst [[1829]] der erste Pachtvertrag unterzeichnet werden. Es entstand eine Herrenschwimmschule mit zehn Umkleidekabinen. Im Herbst [[1842]] begann man mit dem Bau einer (nichtmilitärischen) Damenschwimmschule und vergrößerte die Herrenschwimmschule <ref>[http://www.salzburg.gv.at/sagisonline/init.aspx?hotspot=landsbg|default|1:1550|427773.7|294464.3|mp2.png|k%2bk%20Schwimmschule&redliningid=glgaw0kbyhr51gbvogn3xp0r im Menü links, ganz unten "Basisdaten" anklicken →  "Franziszeischer Kataster" anklicken]</ref>.  
  
 
Diese k. k. Schwimmschule wurden vom Offizierskorps des [[Salzburger Hausregiment Erzherzog Rainer Nr. 59|Salzburger Hausregiments Erzherzog Rainer Nr. 59]] betrieben. Die Anlage war im Sommer eine Schwimmschule. Im Winter wurde der Leopoldskroner Weiher als Eislaufbahn genutzt. Auch wurde das Eis zur [[Bier#Bierkühlung|Bierkühlung]] an Wirte verkauft.  
 
Diese k. k. Schwimmschule wurden vom Offizierskorps des [[Salzburger Hausregiment Erzherzog Rainer Nr. 59|Salzburger Hausregiments Erzherzog Rainer Nr. 59]] betrieben. Die Anlage war im Sommer eine Schwimmschule. Im Winter wurde der Leopoldskroner Weiher als Eislaufbahn genutzt. Auch wurde das Eis zur [[Bier#Bierkühlung|Bierkühlung]] an Wirte verkauft.  
Immer wieder kam es mit der Familie [[Firmian]], in deren Eigentum der Weiher stets geblieben war, zu Streitereien bezüglich der Pachtsumme. Am [[1. November]] [[1900]] schließlich gab das Regiment die Schwimmschulen<ref>siehe auch [https://www.stadt-salzburg.at/jpg/leopoldskron_schwimmschule_1890_00395295.jpg Stadtarchiv: Carl von Frey, Leopoldskron, Schwimmschule, 1890]</ref> auf, weil ihm die jährliche Pacht von 5.000 [[Gulden]] zu teuer wurde.
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Immer wieder kam es mit der Familie [[Firmian]], in deren Eigentum das Gewässer stets geblieben war, zu Streitereien bezüglich der Pachtsumme. Am [[1. November]] [[1900]] schließlich gab das Regiment die Schwimmschulen<ref>[https://www.sn.at/image/wide_xl/124367749/wie-im-leopoldskroner-weiher-einst-salzburger-badeten-41-100778565.jpg Bild von der Schwimmschule, 1890]</ref> auf, weil ihm die jährliche Pacht von 5.000 [[Gulden]] zu teuer wurde.
  
 
==== Freibad Leopoldskron ====
 
==== Freibad Leopoldskron ====
 
: ''Hauptartikel [[Freibad Leopoldskron]]  
 
: ''Hauptartikel [[Freibad Leopoldskron]]  
Ab [[1912]] wurde das Bad von der Stadt Salzburg gepachtet und stand bis in den [[Zweiter Weltkrieg|Zweiten Weltkrieg]] hinein den Salzburgern als öffentliche Schwimmanlage zur Verfügung. [[1944]] wurde diese durch [[Bomben auf Salzburg|amerikanische Fliegerbomben]] zerstört. Zum Gedenken an die ehemals traditionsreiche Einrichtung erhielt die nahegelegene [[Schwimmschulstraße]] ihren Namen.
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Ab [[1912]] wurde das Bad von der Stadt Salzburg gepachtet und stand bis in den [[Zweiten Weltkrieg]] hinein den Salzburgern als öffentliche Schwimmanlage zur Verfügung. [[1944]] wurde diese durch [[Bomben auf Salzburg|amerikanische Fliegerbomben]] zerstört. Zum Gedenken an die ehemals traditionsreiche Einrichtung erhielt die nahegelegene [[Schwimmschulstraße]] ihren Namen.
  
 
=== Ruderboote und Kielschiffe ===
 
=== Ruderboote und Kielschiffe ===
Der Salzburger Bevölkerung diente der Weiher nicht nur als Schwimmmöglichkeit. Besucher konnten auch Ruderboote und Kielschiffe mit Segeln für eine ein- (oder mehr-)stündige Benutzung mieten. Hier fuhren zeitweise fast einhundert Schiffe.<ref> siehe auch Buch [[Salzburg 1888 - 1896 in Fotografien des Carl von Frey|Salzburg 1888 - 1896 in Fotografien des]] [[Carl von Frey]]</ref>.
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Der Salzburger Bevölkerung diente das Gewässer nicht nur als Schwimmmöglichkeit. Besucher konnten auch Ruderboote und Kielschiffe mit Segeln für eine ein- (oder mehr-)stündige Benutzung mieten. Hier fuhren zeitweise fast einhundert Schiffe.<ref>Buch von [[Carl von Frey]]: "Salzburg 1888–1896 in Fotografien des Carl von Frey"</ref>.
  
 
=== Historische Feste und ein Kaisertreffen ===
 
=== Historische Feste und ein Kaisertreffen ===
Es gab zu jener Zeit mehrfach auch rauschende Feste auf Booten im Weiher und am Ufer des Weihers. So etwa am [[24. August]] [[1855]] zur Vorfeier des Namenstags von König [[Ludwig I. von Bayern]], dem damals das Schloss Leopoldskron gehörte. 36 Schiffe mit Lampions verziert beförderten die Ehrengäste, die von einem Floß aus von der [[Salzburger Liedertafel]] unterhalten wurden. Zwei Musikkapellen spielten auf und ein Feuerwerk begeisterte die 6&nbsp;000 Besucher, die sich am Ufer des Weihers eingefunden hatten.
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Es gab zu jener Zeit mehrfach auch rauschende Feste auf Booten im Gewässer und am Ufer des Weihers. So etwa am [[24. August]] [[1855]] zur Vorfeier des Namenstags von König [[Ludwig I. von Bayern]], dem damals das Schloss Leopoldskron gehörte. 36 Schiffe mit Lampions verziert beförderten die Ehrengäste, die von einem Floß aus von der [[Salzburger Liedertafel]] unterhalten wurden. Zwei Musikkapellen spielten auf und ein Feuerwerk begeisterte die 6&nbsp;000 Besucher, die sich am Ufer des Weihers eingefunden hatten.
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Anlässlich seines Besuches in Salzburg vom [[21. August|21.]] bis [[23. August]] [[1867]], bei dem er mit dem [[Frankreich|französischen]] Kaiser Napoleon III. zusammentraf, schwamm der [[Franz Joseph I.|Kaiser]] täglich hier. Er übergab dem Schwimmmeister damals eine Spende von 50 Gulden.
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=== Der Weiher als Eislauffläche im Winter ===
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Zum Eislaufen frei gegebene Eisflächen auf dem Leopoldskroner Weiher oder dem [[Salzachsee]] gibt es auch bei Dauerfrost nicht mehr (Stand Jänner [[2024]]). Anders als in früheren Jahren werden Dicke und Stabilität der Eisdecke dort vom [[Magistrat Salzburg]] gar nicht mehr geprüft. Der Grund ist die natürliche Verlandung dieser beiden Gewässer. Zunehmende Untiefen und Substrat, das Wärme erzeugt, würden an der Eisdecke knabbern. Eine Freigabe der Eisfläche unter diesen Bedingungen sei nicht zu verantworten, erklärt [[Christian Stadler]], der Leiter des [[Städtisches Gartenamt Salzburg|Städtischen Gartenamts]].
  
Anlässlich seines Besuches in Salzburg vom [[21. August|21.]] bis [[23. August]] [[1867]], bei dem er mit dem französischen Kaiser Napoleon III. zusammentraf, schwamm der [[Franz Joseph I.|Kaiser]] täglich hier. Er übergab dem Schwimmmeister damals eine Spende von 50 Gulden.
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Das hält allerdings nicht alle Menschen davon ab, die Eisfläche zu betreten. Nach tagelangem Dauerfrost wagen sich immer wieder Spaziergänger oder Schlittschuhläufer auf das Eis auf dem Leopoldskroner Weiher oder am Salzachsee. Und das obwohl die Stadt Salzburg mit aufgestellten Hinweisschildern darauf hinweist, dass die Eisflächen gesperrt sind und Einbruchsgefahr herrscht. Denn es gebe jede Menge dünne Eisstellen.<ref>[https://www.sn.at/salzburg/chronik/verlandung-leopoldskroner-weihers-salzburg-eisdecke-151671565 www.sn.at], 15. Jänner 2024</ref>
  
 
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* [[Reinhard Medicus]]: ''[[Salzburgs Stadtberge und Stadtgärten im Wandel der Zeit]]'', [[Verlag Anton Pustet]], Salzburg, 2021
 
* {{Quelle Heimatkunde Hübl}}
 
* {{Quelle Heimatkunde Hübl}}
 
* ''Salzburger Miniaturen 3'', [[Karl Heinz Ritschel]], [[Otto Müller Verlag]], 2004, ISBN 3-7013-1086-6
 
* ''Salzburger Miniaturen 3'', [[Karl Heinz Ritschel]], [[Otto Müller Verlag]], 2004, ISBN 3-7013-1086-6
 
* Ergänzungen von [[Benutzer:Dr. Reinhard Medicus|Dr. Reinhard Medicus]]
 
* Ergänzungen von [[Benutzer:Dr. Reinhard Medicus|Dr. Reinhard Medicus]]
  
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== Einzelnachweise ==
 
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[[Kategorie:Naturschutz]]

Aktuelle Version vom 15. Januar 2024, 09:06 Uhr

Leopoldskroner Weiher mit Blick nach Süden, von links: Tennen-, Hagengebirge, Göll- und Untersbergstock.
Schloss und Weiher Leopoldskron im Sommer 2022.
Bildmitte der Leopoldskroner Weiher mit Umgebung.
Der Leopoldskroner Weiher mit dem Schloss Leopoldskron.
Schloss Leopoldskron samt Weiher, Ansicht vom Untersberg.
Hier ist der von Max Reinhardt angelegte Gartenteil (rechts am Ufer), heute großteils verwildert zu sehen. Aufnahme um 1930.
Leopoldskroner Weiher, Ansicht von Süden
Johann-Nepomuk-Statue von Josef Anton Pfaffinger am Südufer des Weihers
Sattler-Panorama: Blick nach Süden

Der Leopoldskroner Weiher ist ein dreizehn Hektar großes stehendes Gewässer im Stadtteil Riedenburg südlich des Mönchsberges im Stadtgebiet von der Stadt Salzburg. Es ist Teil des erweiterten Parkes von Schloss Leopoldskron

Geografie

Das Gewässer liegt auf 431 m ü. A., er ist rund 650 m lang und an seiner breitesten Stelle beim Schloss Leopoldskron rund 220 m breit. Zu- und Abläufe versorgen den Weiher mit Wasser.

Inseln

Im Leopoldskroner Weiher liegen drei Inseln. Die "Blumeninsel" und die "Anneninsel" waren in der Rokokozeit mit Wegen (bzw. Pfaden), Blumenbeeten und einem runden Pavillon[1] aus gestaltet. Nach 1910 verwildernd diese immer mehr.

Landschaftsschutzgebiet

Das Gewässer befindet sich im Leopoldskroner-Weiher-Landschaftsschutzgebiet. Um das Gewässer mit seinen drei Inseln befindet sich eine naturnahe Erholungslandschaft mit kulturell stark geprägten Bereichen und auch das Schloss Leopoldskron mit seinem Schlosspark Leopoldskron. Diese Landschaft zwischen dem Leopoldskroner Weiherwäldchen (historisch Leopoldskroner Hölzel, neuer Kunstname ohne historische Bezüge: Königswäldchen) und dem Mönchsberg wurde 1980 zur Sicherung ihres Charakters zu einem Landschaftsschutzgebiet erklärt.

Der See wird von Stockenten, von Graugänsen und von verschiedenen anderen Wasservögeln (Stockenten, Schwäne, Haubentaucher, Teichhühner etc.) bewohnt. Auch die ostasiatische Mandarinente ist regelmäßig zu beobachten. Im Sommer ist das Gewässer bei Fischern beliebt, im Winter, wenn das Eis trägt, bei Eisläufern. Aus der Biber ist hier gelegentlich zu beobachten.

Das Füttern von Wasservögeln ist nicht gestattet, weil größere Vogelansammlungen in Verbindung mit nicht gefressenem Futter in dem sehr seichten Gewässer zur Nährstoffanreicherung führt und im Sommer damit zu Tierseuchen führt. 2015 starben hier im Hochsommer in kurzer Zeit über 30 Stockenten sowie verschiedene andere Wasservögel.

Von 2013 bis 2015 wurde das stark verlandete Ufer im Südosten des Weihers als Lebensraum für seltene Amphibien aber auch als attraktiver Naherholungsraum neu gestaltet. Im Herbst 2016 wurde dort ein neuer Spazierweg und zur Fahrbahn hin ein Grünstreifen mit gepflanzten Stieleichen angelegt. Damit führt seit 2016 wieder ein attraktiver Rundweg um das gesamte Gewässer herum, der nur im Bereich des Schlossparks Leopoldskron (Privatbesitz) nicht entlang des Seeufers verläuft.

Verkehr

Die westlich des Weihers entlang führende König-Ludwig-Straße ist von der Firmianstraße bis zur Einmündung des Zwieselwegs ein Erholungsweg und daher für den Kraftfahrzeugverkehr gesperrt.

Am Schlossweiher stehen

Geschichte

Über den Leopoldskroner Weiher war 1891 nur sehr wenig bekannt. Schon als Fürsterzbischof Leopold Anton Graf Firmian 1736 das Schloss Leopoldskron errichten ließ, hat das Gewässer bereits lange Zeit bestanden. Das Schloss wurde an jener Stelle errichtet, auf der schon 1622 genanntes Weiherhäuschen stand. Das große Gewässer lässt sich in seiner Geschichte bis ins späte Mittelalter, d. h. in die Jahrzehnte vor 1500 zurückverfolgen. Die Meinung,[2] das Gewässer wäre ein Rest eines riesigen Sees, der sich nach der Eiszeit durch das Abschmelzen des Salzachgletschers im Salzburger Becken gebildet hätte, lässt sich seit etlichen Jahrzehnten nicht mehr aufrecht halten. Zur Zeit der Salzburger Erzbischöfe vor Firmian diente er lange auch als Fischweiher.

Schloss Leopoldskron mit dem Leopoldskroner Weiher wurde in seiner langen Geschichte oftmals abgebildet, unter anderem auch 1825 vom Landschaftsmaler Johann Michael Sattler auf seinem Salzburg-Panorama[1]

Von der Militärschwimmschule zum Schwimmbad

1818 fasste Regimentskommandant Oberst Franz Schmidt von Ehrenberg den Entschluss, im Leopoldskroner Weiher eine Schwimmschule für den Unterricht der Soldaten (aber auch für Bewohner der Stadt) zu erbauen. Nach Gesprächen mit dem Eigentümer des Gewässers, Leopold Graf von Firmian, konnte im Herbst 1829 der erste Pachtvertrag unterzeichnet werden. Es entstand eine Herrenschwimmschule mit zehn Umkleidekabinen. Im Herbst 1842 begann man mit dem Bau einer (nichtmilitärischen) Damenschwimmschule und vergrößerte die Herrenschwimmschule [3].

Diese k. k. Schwimmschule wurden vom Offizierskorps des Salzburger Hausregiments Erzherzog Rainer Nr. 59 betrieben. Die Anlage war im Sommer eine Schwimmschule. Im Winter wurde der Leopoldskroner Weiher als Eislaufbahn genutzt. Auch wurde das Eis zur Bierkühlung an Wirte verkauft.

Immer wieder kam es mit der Familie Firmian, in deren Eigentum das Gewässer stets geblieben war, zu Streitereien bezüglich der Pachtsumme. Am 1. November 1900 schließlich gab das Regiment die Schwimmschulen[4] auf, weil ihm die jährliche Pacht von 5.000 Gulden zu teuer wurde.

Freibad Leopoldskron

Hauptartikel Freibad Leopoldskron

Ab 1912 wurde das Bad von der Stadt Salzburg gepachtet und stand bis in den Zweiten Weltkrieg hinein den Salzburgern als öffentliche Schwimmanlage zur Verfügung. 1944 wurde diese durch amerikanische Fliegerbomben zerstört. Zum Gedenken an die ehemals traditionsreiche Einrichtung erhielt die nahegelegene Schwimmschulstraße ihren Namen.

Ruderboote und Kielschiffe

Der Salzburger Bevölkerung diente das Gewässer nicht nur als Schwimmmöglichkeit. Besucher konnten auch Ruderboote und Kielschiffe mit Segeln für eine ein- (oder mehr-)stündige Benutzung mieten. Hier fuhren zeitweise fast einhundert Schiffe.[5].

Historische Feste und ein Kaisertreffen

Es gab zu jener Zeit mehrfach auch rauschende Feste auf Booten im Gewässer und am Ufer des Weihers. So etwa am 24. August 1855 zur Vorfeier des Namenstags von König Ludwig I. von Bayern, dem damals das Schloss Leopoldskron gehörte. 36 Schiffe mit Lampions verziert beförderten die Ehrengäste, die von einem Floß aus von der Salzburger Liedertafel unterhalten wurden. Zwei Musikkapellen spielten auf und ein Feuerwerk begeisterte die 6 000 Besucher, die sich am Ufer des Weihers eingefunden hatten.

Anlässlich seines Besuches in Salzburg vom 21. bis 23. August 1867, bei dem er mit dem französischen Kaiser Napoleon III. zusammentraf, schwamm der Kaiser täglich hier. Er übergab dem Schwimmmeister damals eine Spende von 50 Gulden.

Der Weiher als Eislauffläche im Winter

Zum Eislaufen frei gegebene Eisflächen auf dem Leopoldskroner Weiher oder dem Salzachsee gibt es auch bei Dauerfrost nicht mehr (Stand Jänner 2024). Anders als in früheren Jahren werden Dicke und Stabilität der Eisdecke dort vom Magistrat Salzburg gar nicht mehr geprüft. Der Grund ist die natürliche Verlandung dieser beiden Gewässer. Zunehmende Untiefen und Substrat, das Wärme erzeugt, würden an der Eisdecke knabbern. Eine Freigabe der Eisfläche unter diesen Bedingungen sei nicht zu verantworten, erklärt Christian Stadler, der Leiter des Städtischen Gartenamts.

Das hält allerdings nicht alle Menschen davon ab, die Eisfläche zu betreten. Nach tagelangem Dauerfrost wagen sich immer wieder Spaziergänger oder Schlittschuhläufer auf das Eis auf dem Leopoldskroner Weiher oder am Salzachsee. Und das obwohl die Stadt Salzburg mit aufgestellten Hinweisschildern darauf hinweist, dass die Eisflächen gesperrt sind und Einbruchsgefahr herrscht. Denn es gebe jede Menge dünne Eisstellen.[6]

Bilder

 Leopoldskroner Weiher – Sammlung von weiteren Bildern, Videos und Audiodateien im SALZBURGWIKI

Weblink

Quellen

Einzelnachweise