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[[File:Sylvester-julius-foto-carl-seebald-gest-1941-in-1911-08-04-schwaebisches-bilderblatt-jg04-nr32-s02.jpg|thumb|Dr. Julius Sylvester, 1941.]]Dr. iur. '''Julius Sylvester''' (* [[30. Juni]] [[1854]] in [[Wien]]; † [[13. Juli]] [[1944]] in [[Seekirchen]]) war Rechtsanwalt, Reichsratsabgeordneter, Präsident des Abgeordnetenhauses und Vize[[Bürgermeister der Stadt Salzburg|bürgermeister]] der [[Stadt Salzburg]].  
[[File:Sylvester-julius-foto-carl-seebald-gest-1941-in-1911-08-04-schwaebisches-bilderblatt-jg04-nr32-s02.jpg|thumb|Dr. Julius Sylvester, 1941.]]Dr. iur. '''Julius Sylvester''' (* [[30. Juni]] [[1854]] in [[Wien]]; † [[13. Juli]] [[1944]] in [[Seekirchen]]) war Rechtsanwalt, deutschnationaler und antisemitischer Politiker und Vize[[Bürgermeister der Stadt Salzburg|bürgermeister]] der [[Stadt Salzburg]].  


== Leben ==
== Leben ==
Julius Sylvester besuchte bis [[1967]] das [[Stiftsgymnasium Kremsmünster]] und maturierte [[1873]] am Piaristengymnasium in Krems ([[Niederösterreich]]). Nach seinem Militärdienst studierte er Rechtswissenschaften an der Universität Wien, wo er, nach seiner Gerichtspraxis in Wien und Salzburg, [[1880]] zum Doktor der Rechtswissenschaften promovierte.
Julius Sylvester besuchte bis [[1967]] das [[Stiftsgymnasium Kremsmünster]] und maturierte [[1873]] am Piaristengymnasium in Krems ([[Niederösterreich]]). Nach seinem Militärdienst studierte er Rechtswissenschaften an der Universität Wien, wo er, nach seiner Gerichtspraxis in Wien und Salzburg, [[1880]] zum Doktor der Rechtswissenschaften promovierte.


Von 1880 bis 1882 war er Rechtsanwaltsanwärter in Wien, dann in [[Linz]], und wurde [[1885]] Hof- und Gerichtsadvokat (Rechtsanwalt) in Salzburg. Von 1899 bis 191x war er Präsident-Stellvertreter der [[Salzburger Rechtsanwaltskammer|Salzburger Advokatenkammer]].
Von 1880 bis 1882 war er Rechtsanwaltsanwärter in Wien, dann in [[Linz]], und wurde [[1885]] Hof- und Gerichtsadvokat (Rechtsanwalt) in Salzburg. Ab 1899 war er Präsident-Stellvertreter der [[Salzburger Rechtsanwaltskammer|Salzburger Advokatenkammer]].


Von [[1894]] bis [[1898]] war er Mitglied des [[Salzburger Gemeinderat]]es, von [[1896]] bis [[1898]] unter [[Gustav Zeller]] [[Vizebürgermeister|Bürgermeister-Stellvertreter]] der [[Stadt Salzburg]].
Von [[1894]] bis [[1898]] war er Mitglied des [[Salzburger Gemeinderat]]es, von [[1896]] bis [[1898]] unter [[Gustav Zeller]] [[Vizebürgermeister|Bürgermeister-Stellvertreter]] der [[Stadt Salzburg]].
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Vom [[21. Juli]] [[1911]] bis zum [[30. Mai]] [[1917]] fungierte er als Präsident des Abgeordnetenhauses. Vom [[30. Oktober]] [[1918]] bis zum [[16. Februar]] [[1919]] war er als  Staatsnotar und von 1919 bis [[1930]] als Mitglied des Verfassungsgerichtshofes tätig.
Vom [[21. Juli]] [[1911]] bis zum [[30. Mai]] [[1917]] fungierte er als Präsident des Abgeordnetenhauses. Vom [[30. Oktober]] [[1918]] bis zum [[16. Februar]] [[1919]] war er als  Staatsnotar und von 1919 bis [[1930]] als Mitglied des Verfassungsgerichtshofes tätig.


Sylvester trat bereits [[1874]] der Burschenschaft Teutonia Wien bei und [[1881]] wurde er Mitglied der Burschenschaft Libertas Wien. Nach seinem Zuzug nach Salzburg im Jahr [[1886]] gelang es ihm, die Stadt zum gesamtösterreichischen Zentrum der Bewegung im Geiste Georg von Schönerer, der die [[Juden]] für die negativen Begleiterscheinungen des Liberalismus verantwortlich machte, zu entwickeln. Der deutschnational gesinnte Politiker Sylvester war selbst ein glühender Antisemit und es ist ihm gelungen, den Antisemitismus auch in Salzburg zu verstärken. Dr. Sylvester war nicht nur Vizebürgermeister sondern auch Mitglied des Antisemitenbundes, Obmann des >Germanenbundes< und des >Kyffhäuers-Bundes<.
Sylvester trat bereits [[1874]] der Burschenschaft Teutonia Wien bei und etablierte sie später als antisemitische Verbindung. [[1881]] wurde er Mitglied der Burschenschaft Libertas Wien. Nach seinem Umzug nach Salzburg im Jahr [[1886]] machte er die Stadt zum gesamtösterreichischen Zentrum der antisemitischen Ideologie im Geiste Georg von Schönerers, der die [[Juden]] für die negativen Begleiterscheinungen des Liberalismus verantwortlich machte. Der deutschnational gesinnte Politiker Sylvester war selbst ein bekennender Antisemit, der den Antisemitismus in Salzburg zu verstärken wusste. Dr. Sylvester war nicht nur Vizebürgermeister sondern auch Mitglied des Antisemitenbundes, Obmann des "Germanenbundes" und des "Kyffhäuers-Bundes".
   
   
Nach dem Erwerb des [[Villa Sylvester|Zeller Schlössls]] in [[Zell am Wallersee|Zell]] am [[Wallersee]] in Seekirchen, baute er dieses zu einer Villa mit Strandbad aus. Er besaß in Seekirchen-[[Bayerham (Seekirchen am Wallersee)|Bayerham]] auch eine Gastwirtschaft. Als Strandbadbetreiber und Gastwirt war er von der Frage der >judenreinen [[Sommerfrische]]< direkt betroffen. Die Verfolgung der jüdischen Sommergäste war in den Gemeinden rund um den Wallersee besonders ausgeprägt.<ref>Siehe dazu auch [[Sommerfrische in Mattsee]]</ref>
Nach dem Erwerb des [[Villa Sylvester|Zeller Schlössls]] in [[Zell am Wallersee|Zell]] am [[Wallersee]] in Seekirchen, baute er dieses zu einer Villa mit Strandbad aus. Er besaß in Seekirchen-[[Bayerham (Seekirchen am Wallersee)|Bayerham]] auch eine Gastwirtschaft. Als Strandbadbetreiber und Gastwirt war er von der Frage der "judenreinen [[Sommerfrische]]" direkt betroffen. Die Verfolgung der jüdischen Sommergäste war in den Gemeinden rund um den Wallersee besonders ausgeprägt.<ref>Siehe dazu auch [[Sommerfrische in Mattsee]]</ref>
 
Sylvester verstarb 1944 in seiner Villa in Zell am Wallersee und liegt auch dort begraben. 


== Ehrungen ==
== Ehrungen ==
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In Anerkennung seiner Verdienste verliehen ihm die [[Pongau]]er Gemeinden [[Ehrenbürger der Gemeinde Bad Gastein|Wildbad Gastein]] und [[Ehrenbürger der Marktgemeinde Schwarzach im Pongau|Schwarzach]] ihre [[Ehrenbürger]]schaft.  
In Anerkennung seiner Verdienste verliehen ihm die [[Pongau]]er Gemeinden [[Ehrenbürger der Gemeinde Bad Gastein|Wildbad Gastein]] und [[Ehrenbürger der Marktgemeinde Schwarzach im Pongau|Schwarzach]] ihre [[Ehrenbürger]]schaft.  
Sylvester verstarb 1944 in seiner Villa in Zell am Wallersee und liegt auch dort begraben. 


== Literatur- und Quellenangaben ==
== Literatur- und Quellenangaben ==