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== Die Geschichte ==
 
== Die Geschichte ==
Die Geschichte der Burgruine Lichtentann hängt untrennbar mit den [[Herren von Tann]] zusammen. Die erste urkundliche Erwähnung der Burg Lichtentann stammt aus dem Jahr [[1282]].  Zwischen 1985 und 1987 kam es zu umfangreichen Sicherungsarbeiten, bei denen auch teilweise Mauern rekonstruiert wurden. Nachdem das Geschlecht der Tann [[1398]] ausstarb, wurde Lichtentann von [[Pfleger]]n verwaltet. Um die Mitte des [[15. Jahrhundert]]s renovierte die Familie [[Überacker|Uiberacker]] die Anlage, nachdem ihr zugesichert wurde, dass [[Ernst Uiberacker]] die lebenslange Pflegschaft der Herrschaft bekommen werde. Burg und [[Pflegegericht|Pflegschaft]] blieben auch nach dessen Tod in der Familie Uiberackers. Die Burg selbst verfiel jedoch schon bald neuerlich zur Ruine.  
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Die Geschichte der Burgruine Lichtentann hängt untrennbar mit den [[Herren von Tann]] zusammen. Die erste urkundliche Erwähnung der Burg Lichtentann stammt aus dem Jahr [[1282]].  Zwischen 1985 und 1987 kam es zu umfangreichen Sicherungsarbeiten, bei denen auch teilweise Mauern rekonstruiert wurden.  
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Erzbischof [[Pilgrim II. von Puchheim]] konnte im Friedensabkommen mit dem [[Herzogtum Bayern]] am [[19. Juli]] [[1370]] in [[Raitenhaslach]] zusammen mit der Burg [[Burgruine Obertettelham|Tettelham]] die von Bayern geforderte Zerstörung gegen eine Zahlung von 12.000 Gulden verhindern.
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Nachdem das Geschlecht der Tann [[1398]] ausstarb, wurde Lichtentann von [[Pfleger]]n verwaltet. Um die Mitte des [[15. Jahrhundert]]s renovierte die Familie [[Überacker|Ueberacker]] die Anlage, nachdem ihr zugesichert wurde, dass [[Wolf Ernst von Ueberacker]] die lebenslange Pflegschaft der Herrschaft bekommen werde. Burg und [[Pfleggericht Alt- und Lichtenthann|Pflegschaft]] blieben auch nach dessen Tod in der Familie Ueberackers. Die Burg selbst verfiel jedoch schon bald neuerlich zur Ruine.  
    
Der [[1596]] unterhalb der Burg errichtete Meierhof blieb weiterhin bewohnt und wurde [[1719]] zum Jägerhaus umgebaut. [[1809]] erwarb der Henndorfer Brauereibesitzer [[Caspar Moser]] beide Burgen bzw. Ruinen (Lichtentann und [[Burgruine Altentann|Altentann]]), die im [[18. Jahrhundert|18.]] und [[19. Jahrhundert]] nur mehr als Steinbruch gedient hatten. [[1916]] erwarb [[Friedrich Mayr-Melnhof|Friedrich Freiherr von Mayr-Melnhof]] den gesamten [[Henndorfer Wald]] mit der sich darin befindlichen Ruine Lichtentann, die noch heute im Besitz der Familie Mayr-Melnhof ist.
 
Der [[1596]] unterhalb der Burg errichtete Meierhof blieb weiterhin bewohnt und wurde [[1719]] zum Jägerhaus umgebaut. [[1809]] erwarb der Henndorfer Brauereibesitzer [[Caspar Moser]] beide Burgen bzw. Ruinen (Lichtentann und [[Burgruine Altentann|Altentann]]), die im [[18. Jahrhundert|18.]] und [[19. Jahrhundert]] nur mehr als Steinbruch gedient hatten. [[1916]] erwarb [[Friedrich Mayr-Melnhof|Friedrich Freiherr von Mayr-Melnhof]] den gesamten [[Henndorfer Wald]] mit der sich darin befindlichen Ruine Lichtentann, die noch heute im Besitz der Familie Mayr-Melnhof ist.
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== Sage ==
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<blockquote>''Vor Jahrhunderten, als noch die Ritterburgen standen im Lande und wildes Getier ihr Unwesen trieb in den riesigen, urwaldähnlichen Forsten, herrschte auf den Burgen Lichtentann und Wildeneck ein gar üppiges Leben. Ihre Herren, aus dem Geschlecht der Tanner, gehörten zu den reichsten Rittern ihrer Zeit. Hatten sie doch außer den Besitzungen um ihre Stammburgen auch noch solche in [[Steiermark]] und [[Oberbayern]], ja sogar in [[Tirol]] besaßen die Tanner große Lehen.''</blockquote>
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<blockquote>''Einmal nun, es mochte gegen Abend sein, fuhr die Burgherrin von Lichtentann über den Hennerwald und [[Sommerholz (Neumarkt am Wallersee)|Sommerholz]] in einer goldenen Kutsche nach [[Burg Wildeneck]], die sich schon auf mondseeischem Gebiete befand. Als sie den Höhenrücken der großen Plaicke erreicht hatten, von wo dann die Straße eine Strecke auf der Höhe weiterführend sich gegen Wildeneck hinunterneigte, erklang von Sommerholz her die Abendglocke.''</blockquote>
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<blockquote>''Andächtig zog der Kutscher den Hut. Da fragte ihn die vornehme Herrin: "Warum nimmt Er den Hut ab?" Der Kutscher erwiderte, in Sommerholz werde zum Gebete geläutet. Darauf entgegnete spöttisch lachend die Vornehme: "Ah, wenn Er darum den Hut abnimmt, dann mag Er zum Teufel fahren!"''</blockquote>
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<blockquote>''Kaum waren die Worte gesprochen, hub die goldene Kutsche an zu sinken. Der Kutscher hatte noch Zeit, vom Bocke zu springen und den Pferden die Stränge zu durchschneiden, dann verschwand die geschlossene Kutsche samt der gottlosen Burgherrin im Boden und die Erde deckte sich wieder darüber. Nur eine kleine Einsenkung zeigte heute noch an, wo dieses Geschehnis sich ereignete.''</blockquote>
    
== Quellen ==
 
== Quellen ==
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* [[Heinz Dopsch|Dopsch, Heinz]]; [[Hans Spatzenegger|Spatzenegger, Hans]] (Hrsg.): "[[Geschichte Salzburgs, Stadt und Land]]", Band I/1, Seite 480, [[Verlag Anton Pustet]], Salzburg 1988; ISBN 3-7025-0243-2
 
* [http://www.burgen-austria.com/archive.php?id=1573 www.burgen-austria.com]
 
* [http://www.burgen-austria.com/archive.php?id=1573 www.burgen-austria.com]
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* [https://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=sch&datum=19300524&query=%22burg+lichtentann%22~20&ref=anno-search&seite=2 ANNO], [[Salzburger Chronik]], Ausgabe vom [[24. Mai]] [[1930]], Seite 2; Drei vergessene Salzburger Sagen von Franz Braumann
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