Bittersüßnachtschatten: Unterschied zwischen den Versionen

Dr. Reinhard Medicus (Diskussion | Beiträge)
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[[Datei:Blüten des Bittersüßnachtschatten.jpg|thumb|Blüten des Bittersüßnachtschatten]]
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[[Datei:Blüten und noch unreife Früchte des Bittersüßnachtschatten.jpg|thumb|Blüten und noch unreife Früchte des Bittersüßnachtschatten]]
[[Datei:Blüten und noch unreife Früchte des Bittersüßnachtschatten.jpg|thumb|Blüten und noch unreife Früchte des Bittersüßen Nachtschattens]]
Der '''Bittersüßnachtschatten''' (Solanum dulcamara L.) gehört zu den Nachtschattengewächsen (Solanum), zählt zu den im [[Bundesland Salzburg]] vorkommenden [[Giftpflanzen]] und kommt randlich, also in tiefen Lagen bis in den [[Nationalpark Hohe Tauern]] hinein vor.
Der '''Bittersüße Nachtschatten''' (Solanum dulcamara L.) gehört zu den Nachtschattengewächsen (Solanum), zählt zu den im [[Bundesland Salzburg]] vorkommenden [[Giftpflanzen]] und kommt randlich, also in tiefen Lagen bis in den [[Nationalpark Hohe Tauern]] hinein vor.
==Bezeichnungen==
==Bezeichnungen==
Der Bittersüße Nachtschatten (oder Bittersüßnachtschatten) wird im deutschsprachigen Raum auch als Alpranken, Alpschloss, Eierschalenbeere, Günzkraut, Rote Hundsbeere, Mäuseholz, Pißranken, Seidelbeere, Süßbitterholz und Teufelsklatten bezeichnet und ist eine der [[Pflanzen im Nationalpark Hohe Tauern]].
Der Bittersüße Nachtschatten (oder Bittersüßnachtschatten) wird im deutschsprachigen Raum auch als Alpranken, Alpschloss, Eierschalenbeere, Günzkraut, Rote Hundsbeere, Mäuseholz, Pißranken, Seidelbeere, Süßbitterholz und Teufelsklatten bezeichnet.  


==Botanisches==
==Botanisches==
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==Heilkräftige Pflanzenteile==
==Heilkräftige Pflanzenteile==
Die meist zweijährigen Stängel werden im Frühjahr oder im Herbst gesammelt. Geriebene Blätter riechen mäuseartig, die Stängel schmecken zuerst bitter, später mehr süß. Alle Teile der Pflanze sind hochgiftig! Von Anwendungen dieser hochgiftigen Pflanze ohne ärztliche Kontrolle ist daher mit größtem Nachdruck abzuraten.
Die meist zweijährigen Stängel werden bzw. wurden  - allerdings nur von Fachkräften - im Frühjahr oder im Herbst gesammelt. Geriebene Blätter riechen mäuseartig, die Stängel schmecken zuerst bitter, später mehr süß. Alle Teile der Pflanze sind hochgiftig! Von Anwendungen dieser hochgiftigen Pflanze ist in aller Regel mit größtem Nachdruck abzuraten.


==Heilwirkung==
==Heilwirkung==
Schon seit dem Mittelalter wird diese Giftpflanze in der Volksmedizin innerlich gegen Gicht, Flechten und gegen Furunkeln angewendet. In der Homöopathie kommt die verdünnte Essenz u.a. bei Blasenkrämpfen und Durchfällen mit kolikartigen Schmerzen, sowie bei rheumatischen Beschwerden, die durch nasskalte Einflüsse hervorgerufenen werden, zum Einsatz.  
Schon seit dem Mittelalter wird diese Giftpflanze in der Volksmedizin innerlich gegen Gicht, Flechten und gegen Furunkeln angewendet. Angesichts der Giftigkeit ist heute von einer Verwendung der Heilpflanze aber dringend abzuraten. In der [[Homöopathie in Salzburg|Homöopathie]] kommt die verdünnte Essenz u. a. bei Blasenkrämpfen und Durchfällen mit kolikartigen Schmerzen, sowie bei rheumatischen Beschwerden, die durch nasskalte Einflüsse hervorgerufenen werden, zum Einsatz.


==Vergiftungserscheinungen==
==Vergiftungserscheinungen==
Die im unreifen Zustand grünen, später scharlachroten Beeren erscheinen Kindern oft als anziehend. Ihr Genuss bewirkt heftiges heftiges Erbrechen, oder heftige Durchfälle und Entzündungen im Darm- und Nierenbereich, erzeugt schließlich Krämpfe und Lähmungen und ohne Behandlung letztlich Tod durch Atemlähmung.  
Die im unreifen Zustand grünen, später scharlachroten Beeren erscheinen Kindern nicht selten anziehend. Ihr Genuss bewirkt heftiges heftiges Erbrechen, oder heftige Durchfälle und Entzündungen im Darm- und Nierenbereich, erzeugt schließlich Krämpfe und Lähmungen und ohne Behandlung bzw. bei größeren zerzehrten Mengen letztlich - wenn auch in seltenen Fällen - den Tod durch Atemlähmung.


==Quelle ==
==Quelle ==
* Richard Willfort, „Gesundheit durch Heilkräuter“, Rudolf Trauner Verlag, Linz/D., 6. Auflage 1964
* [[Manfred Fischer (Botaniker)|Fischer, Manfred A.]], Adler, Wolfgang: Oswald, Karl: Exkursionsflora für Österreich, Liechtenstein und Südtirol. 2., verbesserte und erweiterte Auflage. Land Oberösterreich, Biologiezentrum der Oberösterreichischen Landesmuseen, Linz, 2005.
* [[Helmut Wittmann (Biologe)|Wittmann, Helmut]]; Siebenbrunner, Apollonia; [[Peter Pilsl (Botaniker)|Pilsl, Peter]]; [[Paul Heiselmayer|Heiselmayer, Paul]]: Verbreitungsatlas der Salzburger Gefäßpflanzen in: Sauteria Schriftenreihe für Systematische Botanik, Floristik und Geobotanik, Band 2, 1987
* Richard Willfort, "Gesundheit durch Heilkräuter", Rudolf Trauner Verlag, Linz/D., 6. Auflage 1964


[[Kategorie:Wissenschaft]]
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[[Kategorie:Biologie]]
[[Kategorie:Biologie]]
[[Kategorie:Flora]]
[[Kategorie:Flora]]
[[Kategorie:Alpen]]
[[Kategorie:Blütenpflanzen]]
[[Kategorie:Zweikeimblättrige Blütenpflanzen]]
[[Kategorie:Gattung Nachtschatten]]
[[Kategorie:Ostalpen]]
[[Kategorie:Nationalpark Hohe Tauern]]
[[Kategorie:Nationalpark Hohe Tauern]]