Rudolf Frey (Senatsrat): Unterschied zwischen den Versionen
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Rudolf Frey entstammte einer Wiener Familie und wuchs ebendort auf. Er besuchte nach der Realschule eine technische Hochschule für Maschinenbau und legte am [[2. Juli]] [[1926]] die 2. Staatsprüfung ab. Unmittelbar im Anschluss trat er in die Firma Pauker in Wien-Floridsdorf ein und war dort für zwei Jahre mit dem Bau von Wasseraufbereitungsanlagen und der Entwicklung von Prototypen beschäftigt. [[1929]] ging Frey zur Firma Josef Meissner (Sprengstoffindustrie) nach [[Deutschland]], wo er gemeinsam mit Dr. Arnold Schmid dessen patentiertes kontinuierliches Nitroglyzerin-Herstellungsverfahren industriereif gestaltete. Die erste Großanlage wurde in Schweden errichtet, es folgten Anlagen in Belgien, Italien, Deutschland, Österreich und England und schließlich [[1932]] eine Nitroglyzerin-Dynamitfabrik Japan. | Rudolf [[Frey]] entstammte einer Wiener Familie und wuchs ebendort auf. Er besuchte nach der Realschule eine technische Hochschule für Maschinenbau und legte am [[2. Juli]] [[1926]] die 2. Staatsprüfung ab. Unmittelbar im Anschluss trat er in die Firma Pauker in Wien-Floridsdorf ein und war dort für zwei Jahre mit dem Bau von Wasseraufbereitungsanlagen und der Entwicklung von Prototypen beschäftigt. [[1929]] ging Frey zur Firma Josef Meissner (Sprengstoffindustrie) nach [[Deutschland]], wo er gemeinsam mit Dr. Arnold Schmid dessen patentiertes kontinuierliches Nitroglyzerin-Herstellungsverfahren industriereif gestaltete. Die erste Großanlage wurde in Schweden errichtet, es folgten Anlagen in Belgien, Italien, Deutschland, Österreich und England und schließlich [[1932]] eine Nitroglyzerin-Dynamitfabrik Japan. | ||
Die Weltwirtschaftskrise zog Frey im Herbst [[1932]] zurück nach Wien, wo er bei der VIAG eine Anstellung als Konstrukteur fand. Ende [[1934]] übersiedelte er mit seiner Familie nach Mannheim, Deutschland, wo er sich als Zivilingenieur selbständig machte. In dieser Phase zeichnete er unter anderem für den Bau einer Sprengstoffabrik in [[Frankreich]] und den Bau einer kontinuierlichen Nitroglyzerin-Anlage in [[Österreich]] verantwortlich. Die politischen Verhältnisse und das Fehlen weiterer Auslandsaufträge veranlassten Frey [[1936]] beim Phrix Konzern einzutreten. Er wurde beim Bau des Stroh-Zellstoff—Zellwolle-Kombinats Wittenberge an der Elbe, Deutschland, mit der Planung und Errichtung der Zellstofffabrik betraut. Nach der Gründung der Phrix Werke AG wurde Frey Abteilungsleiter, später Direktor-Stellvertreter mit Prokura der Zentralplanungsstelle in Hamburg. Ihm oblag die technische Betreuung sämtlicher Werke. | Die Weltwirtschaftskrise zog Frey im Herbst [[1932]] zurück nach Wien, wo er bei der VIAG eine Anstellung als Konstrukteur fand. Ende [[1934]] übersiedelte er mit seiner Familie nach Mannheim, Deutschland, wo er sich als Zivilingenieur selbständig machte. In dieser Phase zeichnete er unter anderem für den Bau einer Sprengstoffabrik in [[Frankreich]] und den Bau einer kontinuierlichen Nitroglyzerin-Anlage in [[Österreich]] verantwortlich. Die politischen Verhältnisse und das Fehlen weiterer Auslandsaufträge veranlassten Frey [[1936]] beim Phrix Konzern einzutreten. Er wurde beim Bau des Stroh-Zellstoff—Zellwolle-Kombinats Wittenberge an der Elbe, Deutschland, mit der Planung und Errichtung der Zellstofffabrik betraut. Nach der Gründung der Phrix Werke AG wurde Frey Abteilungsleiter, später Direktor-Stellvertreter mit Prokura der Zentralplanungsstelle in Hamburg. Ihm oblag die technische Betreuung sämtlicher Werke. | ||
Von [[1943]] bis [[1945]] war Frey bei der [[Deutsche Wehrmacht|Deutschen Wehrmacht]] und wurde erst bei den Röchlingschen Stahl- und Eisenwerken, Völklingen an der Saar, einem Kohlewertstoffbetrieb und später bei den Sprengstoffwerken Blumau bei Felixdorf, Österreich, als Leiter von 2 500 Mitarbeitern dienstverpflichtet. | Von [[1943]] bis [[1945]] war Frey bei der [[Deutsche Wehrmacht|Deutschen Wehrmacht]] und wurde erst bei den Röchlingschen Stahl- und Eisenwerken, Völklingen an der Saar, einem Kohlewertstoffbetrieb und später bei den Sprengstoffwerken Blumau bei Felixdorf, Österreich, als Leiter von 2 500 Mitarbeitern dienstverpflichtet. | ||
[[1945]] zog es Frey nach Salzburg und er übernahm die Leitung der Gas- und Wasserwerke der [[Stadtgemeinde Salzburg]], die er nicht nur aus den schweren Kriegsschäden herausführte, sondern auch auf den neuesten Stand brachte. Die definitive Ernennung zum Direktor erfolgte [[1949]], [[1955]] die Beförderung zum Senatsrat. Zu den behobenen Kriegsschäden zählten unter anderem das arg mitgenommene Gas- und Wasserleitungsrohrnetz, das [[Städtisches Gaswerk|Gaswerk]] selbst und der für die Stadt wichtige [[Trinkwasser-Hochbehälter Mönchsberg|Wasserbehälter am Mönchsberg]], der zerstört war. Unter Freys Ägide wurde das Gaswerk auf Kohlebasis erweitert, es kamen zu den bestehenden Koppers—Vertikal-Kammeröfen weitere Einheiten zur Aufstellung, ein neuer 10 000 m³-Behälter wurde errichtet, die Mitteldruckanlage ausgebaut. Im Jahre [[1960]] wurde dann das Werk mit Erfolg auf Spaltgas umgestellt. Was die Belange des Wasserwerkes anbetrifft, wurde ein 25 000 m³ Behälter im Mönchsberg errichtet, das [[Grundwasserwerk Glanegg]] durch die Errichtung neuer Brunnen und Pumpwerke erweitert, mit dem Bau eines großen Horizontalbrunnens begonnen, eine dritte Zubringerleitung zur Stadt verlegt und eine Ozonanlage errichtet. Das von Frey propagierte [[Fuschlsee]]-Projekt, die Gewinnung von Trinkwasser für die Stadt Salzburg aus dem 20 km von der Stadt entfernt liegenden See, fand nach seiner Pensionierung [[1966]] keinen positiven Abschluss. | [[1945]] zog es Frey nach Salzburg und er übernahm die Leitung der Gas- und Wasserwerke der [[Stadtgemeinde Salzburg]], die er nicht nur aus den schweren Kriegsschäden herausführte, sondern auch auf den neuesten Stand brachte. Die definitive Ernennung zum Direktor erfolgte [[1949]], [[1955]] die Beförderung zum Senatsrat. Zu den behobenen Kriegsschäden zählten unter anderem das arg mitgenommene Gas- und Wasserleitungsrohrnetz, das [[Städtisches Gaswerk|Gaswerk]] selbst und der für die Stadt wichtige [[Trinkwasser-Hochbehälter Mönchsberg|Wasserbehälter am Mönchsberg]], der zerstört war. Unter Freys Ägide wurde das Gaswerk auf Kohlebasis erweitert, es kamen zu den bestehenden Koppers—Vertikal-Kammeröfen weitere Einheiten zur Aufstellung, ein neuer 10 000 m³-Behälter wurde errichtet, die Mitteldruckanlage ausgebaut. Im Jahre [[1960]] wurde dann das Werk mit Erfolg auf Spaltgas umgestellt. Was die Belange des Wasserwerkes anbetrifft, wurde ein 25 000 m³ Behälter im Mönchsberg errichtet, das [[Grundwasserwerk Glanegg]] durch die Errichtung neuer Brunnen und Pumpwerke erweitert, mit dem Bau eines großen Horizontalbrunnens begonnen, eine dritte Zubringerleitung zur Stadt verlegt und eine Ozonanlage errichtet. Das von Frey propagierte [[Fuschlsee]]-Projekt, die Gewinnung von Trinkwasser für die Stadt Salzburg aus dem 20 km von der Stadt entfernt liegenden See, fand nach seiner Pensionierung [[1966]] keinen positiven Abschluss. | ||
Rudolf Frey war mit seiner Frau Irmgard verheiratet und hatte fünf Kinder. Die Familie lebte von [[1948]] bis zur Pensionierung Freys im Haus [[Strubergasse]] 16. Heute ist das Haus auf den ehemaligen Stadtwerkegründen als [[Frey-Villa]] bekannt. | Rudolf Frey war mit seiner Frau Irmgard (geborene Schmid und Schwester des oben angeführten Dr. Arnold Schmid) verheiratet und hatte fünf Kinder. Die Familie lebte von [[1948]] bis zur Pensionierung Freys im Haus [[Strubergasse]] 16. Heute ist das Haus auf den ehemaligen Stadtwerkegründen als [[Frey-Villa]] bekannt. | ||
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* Lebenslauf Rudolf Frey, 6. Mai 1966 | * Lebenslauf Rudolf Frey, 6. Mai 1966 | ||
* E-Mails Friede Leonardi | * E-Mails Friede Leonardi | ||
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