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| − | '''Hieronymus Nikolaus Anton Cristani von Rall'''<ref>Andere Namensformen: "C'''h'''ristani von Rall" oder "von R'''h'''all", (Gerolamo) "C(h)ristani ''de Rallo''" oder "''di Rallo''"</ref> (* [[1692]] [[1693|/93]], † [[28. Juni]] [[1751]]) war von [[1731]] bis [[1751]] [[Salzburger Hofkanzler]]. | + | '''Hieronymus Nikolaus Anton Cristani von Rall'''<ref>Andere Namensformen: "C'''h'''ristani von Rall" oder "von R'''h'''all", (Gerolamo) "C(h)ristani ''de Rallo''" oder "''di Rallo''"</ref> (* [[1692]] [[1693|/93]]; † [[28. Juni]] [[1751]]) war von [[1731]] bis [[1751]] [[Salzburger Hofkanzler]]. |
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| | ==Leben und Wirken== | | ==Leben und Wirken== |
| − | Hieronymus Cristani von Rall stammte aus dem niederen [[Trentino|Trientiner]]<ref>Rallo ist ein Ort in der Gemeinde Tassullo im Trientiner Nonstal; der Hauptplatz Rallos heißt „Piazza die Cristani“.</ref> Adel und war, bevor Fürsterzbischof [[Leopold Anton Freiherr von Firmian]] ihn im März 1731 in seine Regierung berief, Ortsrichter in Firmians [[Trentino|welschtiroler]] Heimat gewesen. | + | Hieronymus Cristani von Rall stammte aus dem niederen [[Trentino|Trientiner]]<ref>Rallo ist ein Ort in der Gemeinde Tassullo im Trientiner Nonstal; der Hauptplatz Rallos heißt "Piazza die Cristani".</ref> Adel und war, bevor Fürsterzbischof [[Leopold Anton Freiherr von Firmian]] ihn im März 1731 in seine Regierung berief, Ortsrichter in Firmians [[Trentino|welschtiroler]] Heimat gewesen. |
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| | Cristani war in den Jahren seiner Amtsführung der maßgebende Staatsmann des Fürsterzbistums. Er genoss das volle Vertrauen der Fürsterzbischöfe Leopold Anton Freiherr von Firmian und [[Jakob Ernst Graf Liechtenstein]]. Nach dem Tod Fürsterzbischof Jakob Ernsts wurde er zwar vom (bis zum Amtsantritt des nächsten Erzbischofs) die Zwischenherrschaft ausübenden [[Salzburger Domkapitel|Domkapitel]] durch Einschränkungen seiner Zuständigkeiten entmachtet, aber auch der nachfolgende Erzbischof [[Andreas I. Jakob Graf Dietrichstein]] schätzte ihn. | | Cristani war in den Jahren seiner Amtsführung der maßgebende Staatsmann des Fürsterzbistums. Er genoss das volle Vertrauen der Fürsterzbischöfe Leopold Anton Freiherr von Firmian und [[Jakob Ernst Graf Liechtenstein]]. Nach dem Tod Fürsterzbischof Jakob Ernsts wurde er zwar vom (bis zum Amtsantritt des nächsten Erzbischofs) die Zwischenherrschaft ausübenden [[Salzburger Domkapitel|Domkapitel]] durch Einschränkungen seiner Zuständigkeiten entmachtet, aber auch der nachfolgende Erzbischof [[Andreas I. Jakob Graf Dietrichstein]] schätzte ihn. |
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| | ===Die Protestantenvertreibung=== | | ===Die Protestantenvertreibung=== |
| | Cristanis Name ist vor allem mit der großen [[Protestantenvertreibung]] von [[1731]] [[1732|/32]] verbunden, für deren listige Vorbereitung und rücksichtslose Durchführung er verantwortlich war. Cristani verfügte: | | Cristanis Name ist vor allem mit der großen [[Protestantenvertreibung]] von [[1731]] [[1732|/32]] verbunden, für deren listige Vorbereitung und rücksichtslose Durchführung er verantwortlich war. Cristani verfügte: |
| − | : ''„Die Emigrationspatenten müssen vollzogen werden, es gehe, wie es wolle. Leide daran, wer leiden kann, keine Gnade, kein Mittel, ein anderes ist nicht zu hoffen, es koste Leben, Blut, Geld, und was es immer seyn wolle; und wird man alsobald mit den Ungehorsamen andern zum Abscheu ein Exempel machen, und auch wider die Widerspenstigen Gewalt brauchen. Dahero sind auf alle Weise und ohne aller Widerröd die ''patentes rigorosissime'' und mit höchstem Fleiß zu vollziehen.“''<ref>[http://books.google.at/books?id=XeU8AAAAcAAJ&pg=PA49&lpg=PA49&dq=%22salzburgische+hofkanzler%22&source=bl&ots=rv8xjnh5ma&sig=YTOfF-2mKdknO6DRdDzLofI5iC8&hl=de&ei=4gQ4S90ngrDhBoeusKoI&sa=X&oi=book_result&ct=result&resnum=1&ved=0CAgQ6AEwAA#v=onepage&q=%22salzburgische%20hofkanzler%22&f=false Joseph Mitterdorfer: Gastunia. Ein Taschenbuch für Gasteins Kurgäste ... (Verlag Franz Xaver Duyle, Salzburg 1820) S. 49.]</ref> | + | : ''"Die Emigrationspatenten müssen vollzogen werden, es gehe, wie es wolle. Leide daran, wer leiden kann, keine Gnade, kein Mittel, ein anderes ist nicht zu hoffen, es koste Leben, Blut, Geld, und was es immer seyn wolle; und wird man alsobald mit den Ungehorsamen andern zum Abscheu ein Exempel machen, und auch wider die Widerspenstigen Gewalt brauchen. Dahero sind auf alle Weise und ohne aller Widerröd die ''patentes rigorosissime'' und mit höchstem Fleiß zu vollziehen."''<ref>[http://books.google.at/books?id=XeU8AAAAcAAJ&pg=PA49&lpg=PA49&dq=%22salzburgische+hofkanzler%22&source=bl&ots=rv8xjnh5ma&sig=YTOfF-2mKdknO6DRdDzLofI5iC8&hl=de&ei=4gQ4S90ngrDhBoeusKoI&sa=X&oi=book_result&ct=result&resnum=1&ved=0CAgQ6AEwAA#v=onepage&q=%22salzburgische%20hofkanzler%22&f=false Joseph Mitterdorfer: Gastunia. Ein Taschenbuch für Gasteins Kurgäste ... (Verlag Franz Xaver Duyle, Salzburg 1820) S. 49.]</ref> |
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| | Die rasche Austreibung der Protestanten widersprach dem Reichsrecht und rief nicht nur die evangelischen Reichsstände, sondern auch den Kaiser als Wahrer des Reichsrechtes auf den Plan. Es gelang Cristani aber, die kaiserliche Regierung mit List, Ausflüchten und kleinen Zugeständnissen so lange hinzuhalten, bis das Ziel erreicht war. | | Die rasche Austreibung der Protestanten widersprach dem Reichsrecht und rief nicht nur die evangelischen Reichsstände, sondern auch den Kaiser als Wahrer des Reichsrechtes auf den Plan. Es gelang Cristani aber, die kaiserliche Regierung mit List, Ausflüchten und kleinen Zugeständnissen so lange hinzuhalten, bis das Ziel erreicht war. |
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| | ===Sonstiges=== | | ===Sonstiges=== |
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| − | Cristani wurde im Jahr [[1732]] in die [[Salzburger Landstände]] aufgenommen. | + | Cristani wurde im Jahr [[1732]] in die [[Hohe Salzburger Landschaft]] aufgenommen. |
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| | Er erwarb 1741 das Gut bzw. [[Schloss Herrnau]] und ließ es in den Jahren [[1741]] bis [[1744]] in seine heutige Gestalt bringen. | | Er erwarb 1741 das Gut bzw. [[Schloss Herrnau]] und ließ es in den Jahren [[1741]] bis [[1744]] in seine heutige Gestalt bringen. |
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| | Hieronymus hatte die Brüder Gotthard Anton, Jakob Philipp, Georg Jacob Anton Christian und Johann Nicolaus Christian (Doktor der Rechte zu Trient).<ref>Ernst Heinrich Kneschke, Neues allgemeines Deutsches Adels-Lexicon Bd. VII (Oss–Rj) S. 330, unter Hinweis auf Adelsbestätigungsdiplome von 1725 und 1727, sowie auf Megerle v. Mühlfeld, Erg.-Bd. 8. 415. — Suppl. ra Siebm. W.-B. II. 16.</ref> | | Hieronymus hatte die Brüder Gotthard Anton, Jakob Philipp, Georg Jacob Anton Christian und Johann Nicolaus Christian (Doktor der Rechte zu Trient).<ref>Ernst Heinrich Kneschke, Neues allgemeines Deutsches Adels-Lexicon Bd. VII (Oss–Rj) S. 330, unter Hinweis auf Adelsbestätigungsdiplome von 1725 und 1727, sowie auf Megerle v. Mühlfeld, Erg.-Bd. 8. 415. — Suppl. ra Siebm. W.-B. II. 16.</ref> |
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| − | Mit seiner Gemahlin Klara Theresia Pach von Ridegg und Hocheppan hatte er zumindest die Tochter Leopoldine verh. Freifrau [[Moll|von Moll]] (Mutter des Naturforschers [[Carl Ehrenbert Freiherr von Moll|Carl Ehrenbert Freiherrn von Moll]]; † 17. August 1800 [[Schloss Neudegg]], Salzburg-[[Nonntal]]).<ref>Franz Martin, Folge 95 „Moll” der ''Beiträge zur Salzburger Familiengeschichte''. In Mitteilungen der [[Gesellschaft für Salzburger Landeskunde]], Band 84/85 (1944/45) S. 59.</ref> | + | Mit seiner Gemahlin Klara Theresia Pach von Ridegg und Hocheppan hatte er zumindest die Tochter Leopoldine verh. Freifrau [[Moll|von Moll]] (Mutter des Naturforschers [[Carl Ehrenbert Freiherr von Moll|Carl Ehrenbert Freiherrn von Moll]]; † 17. August 1800 [[Schloss Neudegg]], Salzburg-[[Nonntal]]).<ref>Franz Martin, Folge 95 "Moll" der ''Beiträge zur Salzburger Familiengeschichte''. In Mitteilungen der [[Gesellschaft für Salzburger Landeskunde]], Band 84/85 (1944/45) S. 59.</ref> |
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| | Zu seinen Kindern zählt ebenfalls | | Zu seinen Kindern zählt ebenfalls |
| | * Johann Nepomuk Claudius Torquatus Cristani von Rall (1729–1796), österreichischer Feldmarschall,<ref>[http://ro.wikipedia.org/wiki/Johann_Cristani_von_Rall Artikel "Johann Cristani von Rall" auf der rumänischen Wikipedia], die dortige Angabe, auf Hieronymus' Initiative seien die "Landler" in [[Siebenbürgen]] angesiedelt worden, dürfte nicht belegbar sein,.</ref> | | * Johann Nepomuk Claudius Torquatus Cristani von Rall (1729–1796), österreichischer Feldmarschall,<ref>[http://ro.wikipedia.org/wiki/Johann_Cristani_von_Rall Artikel "Johann Cristani von Rall" auf der rumänischen Wikipedia], die dortige Angabe, auf Hieronymus' Initiative seien die "Landler" in [[Siebenbürgen]] angesiedelt worden, dürfte nicht belegbar sein,.</ref> |
| | : vielleicht auch | | : vielleicht auch |
| − | * Nicolò Cristani di Rallo (1731-1776), k.k. Kreishauptmann von Rovereto, [[Wolfgang Amadè Mozart|Mozart]]-Schüler. | + | * Nicolò Cristani di Rallo (1731-1776), k.k. Kreishauptmann von Rovereto, [[Wolfgang Amadé Mozart|Mozart]]-Schüler. |
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| − | Vielleicht eine Enkelin war Katharina Gräfin Quabeck geb. Christani von Rall, die Schloss Herrnau 1805 verkaufte. | + | Vielleicht eine Enkelin war Katharina Gräfin Quabeck geborene Christani von Rall, die Schloss Herrnau 1805 verkaufte. |
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| | ==Literatur== | | ==Literatur== |
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| | * [[Hans Wagner (Historiker)|Hans Wagner]], Die Neutralität Salzburgs im österreichischen Erbfolgekrieg 1741-1745, in: [[Mitteilungen der Gesellschaft für Salzburger Landeskunde]] 100, 1960, S. . 209-272. | | * [[Hans Wagner (Historiker)|Hans Wagner]], Die Neutralität Salzburgs im österreichischen Erbfolgekrieg 1741-1745, in: [[Mitteilungen der Gesellschaft für Salzburger Landeskunde]] 100, 1960, S. . 209-272. |
| | {{wikipedia-de}} | | {{wikipedia-de}} |
| − | ==Fußnoten== | + | ==Einzelnachweise== |
| | <references/> | | <references/> |
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| | [[Kategorie:Geschichte (Person)]] | | [[Kategorie:Geschichte (Person)]] |
| | [[Kategorie:Zuagroaste]] | | [[Kategorie:Zuagroaste]] |
| − | [[Kategorie:Staatsmann]] | + | [[Kategorie:Staatsperson]] |