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==Lage==
==Lage==
Der Weyerhof befindet sich am Westrand der Ortschaft [[Weyer]] westlich des Gemeindezentrums von Bramberg am Wildkogel, deren Aussehen vom [[Weyerturm]], vom Weyerhof und von der [[Filiakirche zum hl. Sebastian in Weyer|Kirche]] geprägt wird, und liegt an der orografisch linken Talseite des [[Salzachtal]]es. Etwa 25 m oberhalb des Gebäudeensembles überragen die noch bestehenden Mauern des Weyerturms, der im [[12. Jahrhundert]] als kleine Burganlage auf einem Felsen errichtet wurde, die Ortschaft Weyer.
Der Weyerhof befindet sich am Westrand der Ortschaft [[Weyer]] westlich des Gemeindezentrums von Bramberg am Wildkogel, deren Aussehen vom [[Weyerturm]], vom Weyerhof und von der [[Filialkirche zum hl. Sebastian in Weyer|Kirche]] geprägt wird, und liegt an der orografisch linken Talseite des [[Salzachtal]]es. Etwa 25 m oberhalb des Gebäudeensembles überragen die noch bestehenden Mauern des Weyerturms, der im [[12. Jahrhundert]] als kleine Burganlage auf einem Felsen errichtet wurde, die Ortschaft Weyer.


==Geschichte ==
==Geschichte ==
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*[[1637]]–[[1651]] die sechs Kinder und die Mutter Grätlin. Sie heiratete [[1640]] den Gastwirtssohn Severin Senninger aus [[Zell am See]].
*[[1637]]–[[1651]] die sechs Kinder und die Mutter Grätlin. Sie heiratete [[1640]] den Gastwirtssohn Severin Senninger aus [[Zell am See]].
*[[1651]]–[[1671]] Maria Grätlin († 1671), die Kinder und Severin Senninger.
*[[1651]]–[[1671]] Maria Grätlin († 1671), die Kinder und Severin Senninger.
*1671–[[1691]] Severin Senninger allein. Er heiratete am 10. Jänner [[Anna Maria Rottmayr]], Tochter des Christoph Ignatius Rottmayr, Gastgeb zu [[Mittersill]], und der Gastwirtin Eva Grundtner. Schon mit Ambros Liebenberger kam der Weyerhof zum reichen >Senningerbesitz<. Und es war auch Severin Senninger, der den Hof fürstlich ausstattete und den einstigen Bauernhof in einen Herrensitz verwandelte.  
*1671–[[1691]] Severin Senninger allein. Er heiratete am [[10. Jänner]] [[1673]] [[Anna Maria Rottmayr]], Tochter des Christoph Ignatius Rottmayr, Gastgeb zu [[Mittersill]], und der Gastwirtin Eva Grundtner. Schon mit Ambros Liebenberger kam der Weyerhof zum reichen >Senningerbesitz<. Und es war auch Severin Senninger, der den Hof fürstlich ausstattete und den einstigen Bauernhof in einen Herrensitz verwandelte.  
*1691 – [[1732]] führte die selbst sehr vermögende Anna Maria Rottmayr nach dem Tod ihres Ehemannes Severin Senninger die Wirtschaft weiter. Sie war umsichtig und tüchtig und vergrößerte den Besitz. Sowohl im Weyerhof als auch im [[Senningerbräu]] - in beiden Häusern wohnte die Besitzerin abwechselnd - befindet sich je ein Gemälde mit dem Portrait der Anna Maria Rottmayrin, die aufgrund ihres Reichtums und ihrer Tüchtigkeit als Oberpinzgauer >Bauernkönigin< in die Geschichte eingegangen ist. Jahre vor ihrem Tod regelt sie die Besitznachfolge zu Gunsten ihres Neffen Mathias (2) Schmerold.
*1691 – [[1732]] führte die selbst sehr vermögende Anna Maria Rottmayr nach dem Tod ihres Ehemannes Severin Senninger die Wirtschaft weiter. Sie war umsichtig und tüchtig und vergrößerte den Besitz. Sowohl im Weyerhof als auch im [[Senningerbräu]] - in beiden Häusern wohnte die Besitzerin abwechselnd - befindet sich je ein Gemälde mit dem Portrait der Anna Maria Rottmayrin, die aufgrund ihres Reichtums und ihrer Tüchtigkeit als Oberpinzgauer >Bauernkönigin< in die Geschichte eingegangen ist. Jahre vor ihrem Tod regelt sie die Besitznachfolge zu Gunsten ihres Neffen Mathias (2) Schmerold.
*1732 Mathias (2) Schmerold, Sohn des Mathias (1) Schmerold und der Eva Regina Rottmayrin, und Maria Magdalena Schachnerin, Tochter des Christian Schachner und der Susanna Regina Rottmayrin.
*1732 Mathias (2) Schmerold, Sohn des Mathias (1) Schmerold und der Eva Regina Rottmayrin, und Maria Magdalena Schachnerin, Tochter des Christian Schachner und der Susanna Regina Rottmayrin.
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==Brandkatastrophe==
==Brandkatastrophe==
Im ersten Stock pflegten in den beiden Fürstenzimmern die [[Bischöfe von Chiemsee]] zu übernachten, wenn sie zur Jagd den [[Oberpinzgau]] aufsuchten. Eines der beiden Zimmer war zur Gänze mit Holz getäfelt. Im geschwungenen Giebel mit den Wappen von „Severin Senninger Gastgeb“ und Anna Maria Rottmayrin stand die Jahreszahl [[1669]]. Leider wurden die Fürstenzimmer im Jahr 1940 zusammen mit vielen anderen Kostbarkeiten durch einen Brand vernichtet. Die Brandursache war ein Glimmbrand, der durch einen Baukonstruktionsfehler im Bereich des Kamins entstanden ist und zu spät wahr genommen wurde. Durch eine Kette unglücklicher Umstände bei der Brandbekämpfung verwandelte sich der gesamte Bauernhof in eine Brandruine. Lediglich das Portraitbild von Anna Maria Rottmayrin, eine schöne alte Truhe und der Kachelofen in der Gaststube konnten gerettet werden. Das Gut wurde in der alten Form wieder aufgebaut. Auf der Südfront schuf der Salzburger Maler Prof. [[Wilhelm Kaufmann]] in Freskomalerei eine [[Sonnenuhr]].
Im ersten Stock pflegten in den beiden Fürstenzimmern die [[Bischöfe von Chiemsee]] zu übernachten, wenn sie zur Jagd den [[Oberpinzgau]] aufsuchten. Eines der beiden Zimmer war zur Gänze mit Holz getäfelt. Im geschwungenen Giebel mit den Wappen von "Severin Senninger Gastgeb" und Anna Maria Rottmayrin stand die Jahreszahl [[1669]]. Leider wurden die Fürstenzimmer im Jahr 1940 zusammen mit vielen anderen Kostbarkeiten durch einen Brand vernichtet. Die Brandursache war ein Glimmbrand, der durch einen Baukonstruktionsfehler im Bereich des Kamins entstanden ist und zu spät wahrgenommen wurde. Durch eine Kette unglücklicher Umstände bei der Brandbekämpfung verwandelte sich der gesamte Bauernhof in eine Brandruine. Lediglich das Portraitbild von Anna Maria Rottmayrin, eine schöne alte Truhe und der Kachelofen in der Gaststube konnten gerettet werden. Das Gut wurde in der alten Form wieder aufgebaut. Auf der Südfront schuf der Salzburger Maler Prof. [[Wilhelm Kaufmann]] in Freskomalerei eine [[Sonnenuhr]].


==Kriegsende==
==Kriegsende==
Im Jahr [[1944]] wurde gegen den Besitzer Peter Meilinger wegen angeblicher unerlaubter Lagerhaltung beim Reichsnährstand ein Enteignungsverfahren eingeleitet, dessen Abschluss durch das Kriegsende hinfällig wurde.
Im Jahr [[1944]] wurde gegen den Besitzer Peter Meilinger wegen angeblicher unerlaubter Lagerhaltung beim Reichsnährstand ein Enteignungsverfahren eingeleitet, dessen Abschluss durch das Kriegsende hinfällig wurde.
   
   
Vom 4. bis zum [[7. Mai]] 1945 wurde ein Teil der wertvollsten Bestände der Wiener Kunstsammlungen im Weyerhof  deponiert. Die im Salzbergwerk [[Bad Ischl]] gelagerten Kunstschätze sollten Anfang Mai noch einmal weiter in den Westen verlagert werden. Am [[4. Mai]] fuhren mehrere Lastkraftwagen mit 184 Gemälden, 40 Säcken mit Gobelins und zwei Kisten mit Plastiken, begleitet von zwei Museumsfachleuten und bewacht von Angehörigen des SS-Kommandos „Fabian“, einem geheimen Ziel entgegen. Die Fahrtroute führte letztlich von [[Bad Ischl]]-[[Lauffen]] durch das [[Wiestal]] nach [[Hallein]], von dort weiter über [[Bischofshofen]] und [[Zell am See]] nach Bramberg. Es ist bis heute ungeklärt, warum gerade dieser Ort ausgewählt worden war. Die folgenden Ereignisse rundum das temporäre [[NS-Kunstdopot Weyerhof]] sind eine eigene Geschichte wert.  
Vom 4. bis zum [[7. Mai]] 1945 wurde ein Teil der wertvollsten Bestände der Wiener Kunstsammlungen im Weyerhof  deponiert. Die im Salzbergwerk [[Bad Ischl]] gelagerten Kunstschätze sollten Anfang Mai noch einmal weiter in den Westen verlagert werden. Am [[4. Mai]] fuhren mehrere Lastkraftwagen mit 184 Gemälden, 40 Säcken mit Gobelins und zwei Kisten mit Plastiken, begleitet von zwei Museumsfachleuten und bewacht von Angehörigen des SS-Kommandos "Fabian", einem geheimen Ziel entgegen. Die Fahrtroute führte letztlich von [[Bad Ischl]]-[[Lauffen]] durch das [[Wiestal]] nach [[Hallein]], von dort weiter über [[Bischofshofen]] und [[Zell am See]] nach Bramberg. Es ist bis heute ungeklärt, warum gerade dieser Ort ausgewählt worden war. Die folgenden Ereignisse rundum das temporäre [[NS-Kunstdopot Weyerhof]] sind eine eigene Geschichte wert.  
   
   
Im Juni 1945 musste die Familie das Anwesen für die Amerikaner räumen. Es handelte sich um eine Gruppe amerikanischer Experten, die mehrere Wagenladungen  Geheimpapiere aus NS-Archiven übersetzten und auswerteten. Im Oktober 1945 waren diese Arbeiten abgeschlossen und die Familie Meilinger konnte wieder in den Weyerhof einziehen.
Im Juni 1945 musste die Familie das Anwesen für die Amerikaner räumen. Es handelte sich um eine Gruppe amerikanischer Experten, die mehrere Wagenladungen  Geheimpapiere aus NS-Archiven übersetzten und auswerteten. Im Oktober 1945 waren diese Arbeiten abgeschlossen und die Familie Meilinger konnte wieder in den Weyerhof einziehen.