| Zeile 1: |
Zeile 1: |
| − | '''Vinzenz Maria Süß''', eigentlich: ''Maria Vinzenz Süß'' (* [[15. Jänner]] [[1802]] in [[Weißenbach (Strobl)|Weißenbach]] bei [[Strobl]] im [[Flachgau]]; † [[5. Mai]] [[1868]] in [[Salzburg]]) war [[Städtisches Leihhaus|städtischer Leihhausverwalter]], Schriftsteller und Gründer des [[Salzburg Museum]]s. | + | [[Datei:Vinzenz Maria Süß.jpg|thumb|Vinzenz Maria Süß, Bild im Salzburg Museum]] |
| | + | [[Datei:Grab_Vinzenz_Maria_Süß.jpg|miniatur|Grabstein von Vinzenz Maria Süß (* [[1802]]; † [[1886]]); am Sebastiansfriedhof (Arkadenbogen 9-10)]] |
| | + | '''Vinzenz Maria Süß''', eigentlich ''Maria Vinzenz Franz Alois Süß'' (* [[15. Jänner]] [[1802]] in [[Strobl]]-[[Weißenbach (Strobl)|Weißenbach]]; † [[5. Mai]] [[1868]] in der [[Stadt Salzburg]])<ref>[https://data.matricula-online.eu/de/oesterreich/salzburg/salzburg-st-andrae/STB8/?pg=236 Sterbebuch der Pfarre Salzburg-St. Andrä, Band VIII, S. 233.]</ref>, war [[Städtisches Leihhaus|städtischer Leihhausverwalter]], Schriftsteller und Gründer des [[Salzburger Museum Carolino-Augusteum|Salzburger Museums Carolino-Augusteum]]. |
| | | | |
| − | ==Biographie== | + | == Leben == |
| − | Süß besuchte von [[1816]] bis [[1818]] das Schullehrerseminar in der Stadt Salzburg und verdiente sich, nach kurzer Lehrertätigkeit, als Amtsschreiber bei den [[Erklärungen früherer Bezeichnungen und Ausdrücke#R|Rentämtern]] [[Zell am See]], [[Goldegg]] und ab [[1824]] in Salzburg. Dort trat er [[1828]] in den Dienst der Stadtgemeinde ein, wurde [[1829]] Steuerkontrolleur und war von [[1841]] bis [[1863]] Leihhausverwalter. | + | Süß wurde 1802 als Sohn des Rechnungsführers Franz Maria Süss im ehemals fürsterzbischöflichen Hammerwerk in Weißenbach um 04:00 Uhr früh geboren, und in der [[Pfarrkirche zum hl. Sigismund|Vikariatskirche Strobl]] von Vikar Simon Winkler (1800–1806)<ref>Siehe: [https://res.icar-us.eu/index.php?title=Liste_der_Pfarrer_von_Strobl], aufgerufen am 25. März 2017.</ref> um 10:00 Uhr vormittags auf die vier Namen ''Maria'', ''Vincentius Fererius'', ''Franciscus Seraphicus'' und ''Aloysius'' getauft.<ref>[[Archiv der Erzdiözese Salzburg|AES]], Strobl, Taufbuch (TFBI) 1761–1830. Siehe: |
| | + | [http://www.data.matricula.info/php/view.php?ar_id=3670&link=35383038x6#&posX=0.24696356275303644&posY=-0.03188259109311741&zoom=0.175&path=d3c7c76b6e3038f93cf6fc3fc76bf7e0eaecc76efdfc3b3c38c76bf7d06dc5d0d66ec7e6c7e0eaecc76dd3dce1e0c76bf7d06dc5d0d66ec7e6c7e0eaecc76dd3dce1e06be1e6c56d30f633366be1e1e4edc739f13f], Bildnummer 05-Taufe_0084, aufgerufen am 25. März 2017.</ref> |
| | | | |
| − | [[1834]] gründete Süß das ''Salzburger Museum'' und verhinderte damit ein Abwandern der Salzburger Kunstschätze in die damalige Landeshauptstadt Linz, der Salzburg bis [[1850]] als [[Herzogtum Salzburg#1816 bis 1848 (Der Salzachkreis als 5. Kreis von Österreich ob der Enns)|Kreisstadt]] des [[Salzachkreis]]es unterstellt war. Die offizielle Eröffnung des Museums, dem Süß bis zu seinem Ableben als Direktor vorstand, wurde [[1835]] gefeiert. Mit Gemeinderatsbeschluss vom [[5. März]] [[1849]] wurde das Salzburger Museum unter seinem Gründer und Direktor Vinzenz Maria Süß in das Eigentum der Stadt übernommen. Am [[11. November]] des selben Jahres konnte mit [[Karoline Auguste von Bayern]], der Witwe [[Kaiser Franz II./I.]] eine Patronin für diese Institution gewonnen werden, das fortan als [[Salzburger Museum Carolino Augusteum]] (ab 2007: [[Salzburg Museum]]) weit über die Grenzen des Bundeslandes hinaus Bekanntheit erlangte. Nach seinem Ableben am 5. Mai 1868 wurde er am [[Petersfriedhof]] (Gruft 10) zur letzten Ruhe gebettet. | + | Süß besuchte von [[1816]] bis [[1818]] das [[Salzburger Lehrerbildungsanstalt|Schullehrerseminar]] in der Stadt Salzburg und verdingte sich, nach kurzer Lehrertätigkeit, als Amtsschreiber bei den [[Erklärungen früherer Bezeichnungen und Ausdrücke#R|Rentämtern]] [[Zell am See]], [[Goldegg]] und ab [[1824]] in der Stadt Salzburg. Dort trat er [[1828]] in den Dienst der [[Stadtgemeinde Salzburg|Stadtgemeinde]] ein, wurde [[1829]] Steuerkontrolleur und war von [[1841]] bis [[1863]] Leihhausverwalter. |
| | + | |
| | + | [[1834]] gründete Süß das ''Salzburger Museum'', später ''Salzburger Museum Carolino-Augusteum'' genannt, heute ''Salzburg Museum'', und verhinderte damit ein Abwandern der Salzburger Kunstschätze in die damalige Landeshauptstadt [[Linz]], der das Land Salzburg bis [[1850]] als [[Herzogtum Salzburg#1816 bis 1848 (Der Salzachkreis als 5. Kreis von Österreich ob der Enns)|Kreisstadt]] des [[Salzachkreis]]es unterstellt war. Die offizielle Eröffnung des Museums, dem Süß bis zu seinem Ableben als Direktor vorstand, wurde [[1835]] gefeiert. Mit Gemeinderatsbeschluss vom [[5. März]] [[1849]] wurde das Salzburger Museum unter seinem Gründer und Direktor Vinzenz Maria Süß in das Eigentum der Stadt übernommen. |
| | + | |
| | + | Am [[11. November]] desselben Jahres konnte mit [[Karoline Auguste von Bayern]], der Witwe Kaiser [[Franz II./I.|Franz’ I.]], eine Patronin für diese Institution gewonnen werden, das fortan als Salzburger Museum Carolino Augusteum weit über die Grenzen des Landes hinaus Bekanntheit erlangte. |
| | + | |
| | + | Nach seinem Ableben am 5. Mai 1868 wurde er am [[Sebastiansfriedhof]] (Arkadenbogen 9–10) an der Seite seines Töchterleins Rosalia (* 6. August 1846; † 1. August 1847) zur letzten Ruhe gebettet. Ihm folgte seine Gattin Anna († [[11. September]] [[1881]]). Süß hatte mit seiner Familie im [[Flederbachschlössl]] gelebt. |
| | | | |
| | == Literarische Tätigkeit == | | == Literarische Tätigkeit == |
| − | Die literarische Tätigkeit von Süß beschränkte sich auf das Verfassen lokalbezogener Aufsätze und Werke zur Geschichte seiner Salzburger Heimat. Bekannt sind u. a. seine ''"Beiträge zur Geschichte der Typographie im Erzbistum Salzburg"'' ([[1845]]) und ''"Salzburger Volkslieder mit ihren Singweisen"'' ([[1865]]). Große Beachtung fand das [[1848]] herausgegebene Werk: ''"Die Bürgermeister in Salzburg von 1433 bis 1840"''. Süß blendete in der damals üblichen Art die Zeitabläufe in das Leben der einzelnen Stadtoberhäupter ein und hob jene Ereignisse besonders hervor, die ihm damals wichtig und aufzeichnenswert erschienen. | + | Die literarische Tätigkeit von Süß beschränkte sich auf das Verfassen lokalbezogener Aufsätze und Werke zur Geschichte seiner Salzburger Heimat. Bekannt sind u. a. seine "''Beiträge zur Geschichte der Typographie im Erzbistum Salzburg''" ([[1845]]) und "''Salzburger Volkslieder mit ihren Singweisen''" ([[1865]]). Große Beachtung fand das [[1848]] herausgegebene Werk: "''Die Bürgermeister in Salzburg von 1433 bis 1840''". Süß blendete in der damals üblichen Art die Zeitabläufe in das Leben der einzelnen Stadtoberhäupter ein und hob jene Ereignisse besonders hervor, die ihm damals wichtig und aufzeichnenswert erschienen. |
| | | | |
| | == Ehrungen == | | == Ehrungen == |
| − | Am [[2. August]] [[1852]] ernannte der Salzburger Gemeinderat "in dankbarerer Anerkennung seiner Verdienste" um die Gründung des Museums Vinzenz Maria Süß zum [[Ehrenbürger der Stadt Salzburg|Ehrenbürger von Salzburg]]. [[1854]] war er als Landeskonservator tätig und erhielt das ''"Goldene Verdienstkreuz mit der Krone"'' verliehen. | + | Am [[2. August]] [[1852]] ernannte der [[Salzburger Gemeinderat]] "''in dankbarerer Anerkennung seiner Verdienste''" um die Gründung des Museums Vinzenz Maria Süß zum [[Ehrenbürger der Stadt Salzburg|Ehrenbürger von Salzburg]]. [[1854]] war er als Landeskonservator tätig und erhielt das "''Goldene Verdienstkreuz mit der Krone''" verliehen. Er war Ritter des königlich griechischen Erlöser-Ordens und Ehrenmitglied mehrerer gelehrter Gesellschaften. |
| | | | |
| − | In Erinnerung seines Schaffens für die Stadt Salzburg wurde ihm [[1926]] mit der Benennung, der zwischen der [[Bergheimer Straße|Bergheimer]]- und der [[Plainstraße]] verlaufenden [[Vinzenz-Maria-Süß-Straße]] im Stadtteil [[Elisabeth-Vorstadt]] eine weitere Ehre zuteil. | + | In Erinnerung an sein Wirken für die Stadt Salzburg wurde ihm [[1926]] mit der Benennung der zwischen der [[Bergheimer Straße|Bergheimer]]- und der [[Plainstraße]] verlaufenden [[Vinzenz-Maria-Süß-Straße]] im Stadtteil [[Elisabeth-Vorstadt]] eine weitere Ehre zuteil. |
| | | | |
| | == Literatur == | | == Literatur == |
| − | * Dr. Josef Gassner: ''Die Ehrenbürger der Landeshauptstadt Salzburg''. Katalog zur 10. Sonderausstellung. Selbstverlag des Museums Carolino Augusteum, Salzburg 1954 | + | * [[Josef Gassner|Gassner, Josef]]: ''Die Ehrenbürger der Landeshauptstadt Salzburg''. Katalog zur 10. Sonderausstellung. Selbstverlag des Museums Carolino Augusteum, Salzburg 1954 |
| | | | |
| − | ==Quellen== | + | == Quellen == |
| − | * [http://de.wikipedia.org/wiki/Vinzenz_Maria_S%C3%BC%C3%9F Wikipedia Deutschland Vinzenz Maria Süß] | + | * {{wikipedia-de|Vinzenz Maria Süß}} |
| − | * [http://salzburgervolkskultur.at/de/projekte/detail.asp?id=48&bereich=6000&art= Salzburger Volkskultur] | + | * {{Quelle Kulturlexikon}} |
| | + | * Grabtafel auf dem [[Sebastiansfriedhof]], Arkadenbogen 9-10 |
| | + | * [https://data.onb.ac.at/nlv_lex/perslex/S/Suess_Maria_Vinzenz.html data.onb.ac.at] |
| | + | * [https://www.biographien.ac.at/oebl/oebl_S_42/Suess_Maria-Vincenz_1802_1868.xml www.biographien.ac.at] |
| | + | * [https://www.salzburgmuseum.at/besucherinfo/ueber-das-salzburg-museum/geschichte-des-museums/ www.salzburgmuseum.at] |
| | + | * [https://www.deutsche-biographie.de/sfz82021.html www.deutsche-biographie.de] |
| | + | == Einzelnachweise == |
| | + | <references /> |
| | | | |
| | {{Zeitfolge | | {{Zeitfolge |
| | |AMT=Leiter des [[Salzburger Museum Carolino Augusteum|Salzburger Museums Carolino Augusteum]] | | |AMT=Leiter des [[Salzburger Museum Carolino Augusteum|Salzburger Museums Carolino Augusteum]] |
| − | |ZEIT= [[1834]] - [[1868]] | + | |ZEIT= [[1834]]––[[1868]] |
| − | |VORGÄNGER=[[ -|'''-'''<br/>]] | + | |VORGÄNGER= <br/> |
| − | |NACHFOLGER=[[Johann Riedl|'''Johann Riedl'''<br/>]] | + | |NACHFOLGER= [[Johann Riedl|'''Johann Riedl'''<br/>]] |
| | }} | | }} |
| | | | |
| − | [[Kategorie:Ehrenbürger|Süß, Vinzenz Maria]]
| + | {{SORTIERUNG:Süß, Vinzenz Maria}} |
| − | [[Kategorie:Schriftsteller|Süß, Vinzenz Maria]] | + | [[Kategorie:Person]] |
| − | [[Kategorie:Person|Süß, Vinzenz Maria]] | + | [[Kategorie:Person (Geschichte)]] |
| − | [[Kategorie:Person (Geschichte)|Süß, Vinzenz Maria]] | + | [[Kategorie:Person (Bildung)]] |
| − | [[Kategorie:Geschichte (Person)|Süß, Vinzenz Maria]] | + | [[Kategorie:Geschichte (Person)]] |
| − | [[Kategorie:Lehrer|Süß, Vinzenz Maria]] | + | [[Kategorie:Person (Kunst)]] |
| − | [[Kategorie:Salzburgs Töchter und Söhne|Süß, Vinzenz Maria]] | + | [[Kategorie:Kultur und Bildung]] |
| | + | [[Kategorie:Kunst]] |
| | + | [[Kategorie:Schriftsteller]] |
| | + | [[Kategorie:Bildung]] |
| | + | [[Kategorie:Lehrer]] |
| | + | [[Kategorie:Ehrenbürger]] |
| | + | [[Kategorie:Ehrenbürger der Stadt Salzburg]] |
| | + | [[Kategorie:Salzburgs Töchter und Söhne]] |
| | + | [[Kategorie:Flachgau]] |
| | + | [[Kategorie:Strobl]] |
| | + | [[Kategorie:Geboren 1802]] |
| | + | [[Kategorie:Gestorben 1868]] |