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[[Datei:Salztransport auf der Salzach Benedikt Werkstätter.jpg|thumb|''Saltz Antragen an die schiff''. Zwei Salzschiffe werden für den "Salzausgang" beladen. Rechts, auf der bereits beladenen "Schifferzille" hat bereits die Schiffsbesatzung Platz genommen. Im zweiten Schiff werden von den Magazinen jene Salzfässer "angetragen", die der salzburgische Oberanschaffer am Tag zuvor ausgewählt hatte.]] | [[Datei:Salztransport auf der Salzach Benedikt Werkstätter.jpg|thumb|''Saltz Antragen an die schiff''. Zwei Salzschiffe werden für den "Salzausgang" beladen. Rechts, auf der bereits beladenen "Schifferzille" hat bereits die Schiffsbesatzung Platz genommen. Im zweiten Schiff werden von den Magazinen jene Salzfässer "angetragen", die der salzburgische Oberanschaffer am Tag zuvor ausgewählt hatte.]] | ||
[[Datei:Salzburger Marionettenmuseum Festung Hohensalzburg 02.jpg|thumb|Salzschiffer auf der [[Salzach]], die [[Salz]] in [[Halleiner Kufe]]n transportieren; im Hintergrund die | [[Datei:Salzburger Marionettenmuseum Festung Hohensalzburg 02.jpg|thumb|Salzschiffer auf der [[Salzach]] des 15. Jahrhunderts, die [[Salz]] in [[Halleiner Kufe]]n transportieren; im Hintergrund die [[Stadt Salzburg]] mit dem [[Konradinischer Dom|Konradinischen Dom]] und der [[Festung Hohensalzburg|Festung]]. Aufgenommen im [[Marionettenmuseum]] der [[Festung Hohensalzburg]].]] | ||
[[Datei:Salztransport Salzschifffahrt.jpg|thumb|Ein [[Salztransport]]-[[Salzschifffahrt| | [[Datei:Salztransport Salzschifffahrt.jpg|thumb|Ein [[Salztransport]]-[[Salzschifffahrt|Schiff]], zu sehen in der Talstation der [[Festungsbahn]] ([[Altstadt]] von [[Stadt Salzburg|Salzburg]])]] | ||
[[Datei:Skulptur im Oberndorfer Stadtpark.jpg|thumb|[[Parkbrunnen Oberndorf bei Salzburg]] im [[Albert Kollmann Park]].]] | [[Datei:Skulptur im Oberndorfer Stadtpark.jpg|thumb|[[Parkbrunnen Oberndorf bei Salzburg]] im [[Albert Kollmann Park]].]] | ||
Dieser Artikel berichtet über die '''Salzschifffahrt''' auf [[Salzach]] und [[Inn]]. | Dieser Artikel berichtet über die '''Salzschifffahrt''' auf [[Salzach]] und [[Inn]]. | ||
==Salztransport im Land Salzburg== | ==Salztransport im Land Salzburg== | ||
[[825]] finden sich in der Laufener Chronik erste Hinweise auf eine Salzachschifffahrt. Auf Anordnung von Kaiser Ludwig dem | [[825]] finden sich in der Laufener Chronik erste Hinweise auf eine Salzachschifffahrt. Auf Anordnung von Kaiser Ludwig IV, dem Bayer aus dem Jahr [[1333]] durfte das [[Salz]] aus [[Hallein]] nur auf der Salzach verfrachtet werden. Dagegen musste das Salz aus der [[Saline Reichenhall]] weitgehend auf dem beschwerlichen Landweg befördert werden. Erst seit [[1816]] befuhren nördlich von Salzburg wieder vereinzelt bayerische Salzschiffe die Saalach und [[Salzach]], nachdem die Salzach zum Grenzfluss geworden war. [[1866]] findet der letzte königlich bayerische Salztransport nach Passau auf dem Wasserweg statt. Die Eisenbahn setzte sich damals immer mehr gegen die Beförderung durch Salzachschiffe durch. | ||
Das Salz vom [[Dürrnberg (Hallein)|Dürrnberg]] wurde hauptsächlich auf der Salzach verschifft. Es wurde in kegelförmigen Holzbehälter gepresst, sogenannte [[Salzfass (Transportgefäß)|Kufen]] und flussabwärts zuerst auf kleinere Schiffe, den Zillen (vielfach Hallasch genannt) und unterhalb von [[Laufen]] auf die | Das Salz vom [[Dürrnberg (Hallein)|Dürrnberg]] wurde hauptsächlich auf der Salzach verschifft. Es wurde in kegelförmigen Holzbehälter gepresst, sogenannte [[Salzfass (Transportgefäß)|Kufen]] und flussabwärts zuerst auf kleinere Schiffe, den Zillen (vielfach Hallasch genannt) und unterhalb von [[Laufen]] auf die | ||
größeren [[Plätte]]n verladen. Diese fuhren auf der Salzach und [[Inn]] bis [[Passau]] hinunter, von wo aus das Salz auf der [[Donau]] bis zum Schwarzen Meer gelangte. Wer Salztransporte durchführen durfte war durch das [[Erbausfergenamt]] geregelt. | größeren [[Plätte]]n verladen. Diese fuhren auf der Salzach und [[Inn]] bis [[Passau]] hinunter, von wo aus das Salz auf der [[Donau]] bis zum Schwarzen Meer gelangte. Wer Salztransporte durchführen durfte war durch das [[Erbausfergenamt]] geregelt. | ||
Die Schifffahrt begann in der Regel vor dem Fest des heiligen Georg (24. April) und dauerte bis Dezember. Während der Hochblüte der Salzschifffahrt im 16. Jahrhundert wurde bereits im März und manchmal schon im Februar begonnen. Die größte Frequenz erreichte | Die Schifffahrt begann in der Regel vor dem Fest des heiligen Georg (24. April) und dauerte bis Dezember. Während der Hochblüte der Salzschifffahrt im 16. Jahrhundert wurde bereits im März und manchmal schon im Februar begonnen. Die größte Frequenz erreichte die Salzachschiffahrt in der Zeit der stärksten Wasserführung von Mai bis Juli. Insgesamt standen durchschnittlich 180 Schifffahrtstage pro Jahr zur Verfügung. | ||
Die Tarife für Schiffsmieten betrugen je nach Größe der Schiffe 60 bis 240 Pfennige. Die erzbischöfliche Finanzkammer zog um [[1400]] daraus Einnahmen von ca. 1.000 Pfund Pfennige. Zu diesen Einnahmen kamen noch die Schiffsmieten für die Fracht flussaufwärts und die Einnahmen der Maut in Hallein, Laufen, Salzburg und [[Tittmoning]]. Die Halleiner Maut alleine brachte im Jahr [[1494]] 6.480 Pfund Pfenninge an Einnahmen. | Die Tarife für Schiffsmieten betrugen je nach Größe der Schiffe 60 bis 240 Pfennige. Die erzbischöfliche Finanzkammer zog um [[1400]] daraus Einnahmen von ca. 1.000 Pfund Pfennige. Zu diesen Einnahmen kamen noch die Schiffsmieten für die Fracht flussaufwärts und die Einnahmen der Maut in Hallein, Laufen, Salzburg und [[Tittmoning]]. Die Halleiner Maut alleine brachte im Jahr [[1494]] 6.480 Pfund Pfenninge an Einnahmen. | ||
=== Salztransport auf der Salzach === | === Salztransport auf der Salzach === | ||
Der Salztransport auf der Salzach war traditionell in zwei Teile geteilt. Die Schifffahrt | Der Salztransport auf der Salzach war traditionell in zwei Teile geteilt. Die Schifffahrt "obenher", eine ''[[Hallfahrt]]'' von [[Hallein]] bis [[Laufen]], und die Schifffahrt "untenhin" von Laufen nach [[Burghausen]] und [[Passau]]. | ||
Im direkten Auftrag der | Im direkten Auftrag der | ||
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Durch die Beherrschung des Wasserwegs auf der Salzach, dem einzigen leistungsfähigen Transportweg, konnten die [[Fürsterzbischöfe]] auch den Export der konkurrierenden Salinen [[Saline Reichenhall|Reichenhall]] und [[Saline Berchtesgaden|Berchtesgaden]] kontrollieren. Die Salzschifffahrt von [[Hallein]] über Laufen nach Passau wurde schon im 13. Jahrhundert durch erzbischöfliche Urkunden genau geregelt. Der Salzexport blieb bis zum Ende des [[Fürsterzbistum Salzburg|Fürsterzbistums]] die mit Abstand wichtigste Einnahmequelle der Salzburger Erzbischöfe. | Durch die Beherrschung des Wasserwegs auf der Salzach, dem einzigen leistungsfähigen Transportweg, konnten die [[Fürsterzbischöfe]] auch den Export der konkurrierenden Salinen [[Saline Reichenhall|Reichenhall]] und [[Saline Berchtesgaden|Berchtesgaden]] kontrollieren. Die Salzschifffahrt von [[Hallein]] über Laufen nach Passau wurde schon im 13. Jahrhundert durch erzbischöfliche Urkunden genau geregelt. Der Salzexport blieb bis zum Ende des [[Fürsterzbistum Salzburg|Fürsterzbistums]] die mit Abstand wichtigste Einnahmequelle der Salzburger Erzbischöfe. | ||
Im Salzburgischen Laufen mit seinem damaligen Vorort [[Oberndorf]] musste das Salz von den kleineren Zillen auf die größeren Plätten umgeladen werden. Der Grund dafür war der | Im Salzburgischen Laufen mit seinem damaligen Vorort [[Oberndorf]] musste das Salz von den kleineren Zillen auf die größeren Plätten umgeladen werden. Der Grund dafür war der "Nocken", gefährliche Stromschnellen im Flusslauf bei Laufen. Die großen Salzplätten, die bis Passau fuhren, wurden auf den Schopperplätzen in Laufen gebaut. | ||
Aber auch alle anderen Waren mussten umgeladen werden und so erlangten diese beiden Städte großen Wohlstand. Zum Schutze der Schiffer gegen kriegerische und räuberische Überfälle auf die Salzzillen wurde [[1278]] von Erzbischof [[Friedrich II. von Walchen]] die [[Landesfürstlich privilegiertes Schifferschützen-Corps Oberndorf an der Salzach|Schiffergarde]] gegründet, welche bis zum heutigen Tag besteht. | Aber auch alle anderen Waren mussten umgeladen werden und so erlangten diese beiden Städte großen Wohlstand. Zum Schutze der Schiffer gegen kriegerische und räuberische Überfälle auf die Salzzillen wurde [[1278]] von Erzbischof [[Friedrich II. von Walchen]] die [[Landesfürstlich privilegiertes Schifferschützen-Corps Oberndorf an der Salzach|Schiffergarde]] gegründet, welche bis zum heutigen Tag besteht. | ||
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=== Laufen-Passau === | === Laufen-Passau === | ||
Die Fahrt von Laufen nach Passau und zurück (ca. 200 km) dauerte im [[15. Jahrhundert]] weniger als vierzehn Tagen. Der Gegenzug (Rücktransport der Schiffe), den man seit dem [[12. Jahrhundert]] nachweisen konnte, erfolgte bis ins Spätmittelalter durch Menschenkraft. Noch im Jahr [[1426]] war es auf der Strecke von Laufen nach Hallein verboten, Pferde einzusetzen | Die Fahrt von Laufen nach Passau und zurück (ca. 200 km) dauerte im [[15. Jahrhundert]] weniger als vierzehn Tagen. Der Gegenzug (Rücktransport der Schiffe), den man seit dem [[12. Jahrhundert]] nachweisen konnte, erfolgte bis ins Spätmittelalter durch Menschenkraft. Noch im Jahr [[1426]] war es auf der Strecke von Laufen nach Hallein verboten, Pferde einzusetzen | ||
<blockquote> | <blockquote>"''damit sich die armen Leute zu Laufen ernähren mögen und die Städte gefördert werden''" </blockquote> | ||
Seit dem 15. Jahrhundert wurden jedoch auch an der Salzach Pferde im Gegenzug eingesetzt, nur bei Nauburg am Inn und bei [[Burghausen]] wurden Menschen wegen des schwierigen Geländes eingesetzt. | Seit dem 15. Jahrhundert wurden jedoch auch an der Salzach Pferde im Gegenzug eingesetzt, nur bei Nauburg am Inn und bei [[Burghausen]] wurden Menschen wegen des schwierigen Geländes eingesetzt. | ||
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