Mozarts Begräbnis – Fakten und Spekulationen: Unterschied zwischen den Versionen

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* Laut der Sternwarte in Wien, die Wetteraufzeichnungen durchführte, war das Wetter mild und trocken. Allerdings ist dies kein Hinweis auf die Straßenverhältnisse im Dezember 1791.
* Laut der Sternwarte in Wien, die Wetteraufzeichnungen durchführte, war das Wetter mild und trocken. Allerdings ist dies kein Hinweis auf die Straßenverhältnisse im Dezember 1791.
* Laut dem Wiener Stadt- und Landesarchiv ist nicht bekannt, ob Mozart am 6. Dezember 1791 abends oder am [[7. Dezember]] 1791 frühmorgens zum Sankt Marxer Friedhof gebracht wurde. Es gibt darüber keinerlei Aufzeichnungen. Einer damals gültigen Sanitätsverordnung zufolge wäre eine Beerdigung erst ab dem 7. Dezember erlaubt gewesen.
* Laut dem Wiener Stadt- und Landesarchiv ist nicht bekannt, ob Mozart am 6. Dezember 1791 abends oder am [[7. Dezember]] 1791 frühmorgens zum Sankt Marxer Friedhof gebracht wurde. Es gibt darüber keinerlei Aufzeichnungen. Einer damals gültigen Sanitätsverordnung zufolge wäre eine Beerdigung erst ab dem 7. Dezember erlaubt gewesen.
* Mozart wurde in ein „allgemeines einfaches Grab“ gebettet (→ [[Mozart-Grab auf dem St. Marxer Friedhof in Wien]]). Das Bezeichnen der Gräber war aufgrund der Josephinischen Reformen vom August 1788 zwar nicht verboten, geschah aber im Falle Mozarts nicht.
* Mozart wurde in ein "allgemeines einfaches Grab" gebettet (→ [[Mozart-Grab auf dem St. Marxer Friedhof in Wien]]). Das Bezeichnen der Gräber war aufgrund der Josephinischen Reformen vom August 1788 zwar nicht verboten, geschah aber im Falle Mozarts nicht.


== Die Spekulationen ==
== Die Spekulationen ==
; Mozart sei verarmt gestorben und wäre in einem Armengrab beerdigt worden:
; Mozart sei verarmt gestorben und wäre in einem Armengrab beerdigt worden:
: Falsch ist, dass er völlig mittellos starb. Vielmehr ist richtig, dass er als Musiker standesgemäß in einem „einfachen allgemeinen Grab“ bestattet wurde, nicht in einem „Massengrab“ oder „Armengrab“.  
: Falsch ist, dass er völlig mittellos starb. Vielmehr ist richtig, dass er als Musiker standesgemäß in einem "einfachen allgemeinen Grab" bestattet wurde, nicht in einem "Massengrab" oder "Armengrab".  
: Richtig ist allerdings auch, dass [[Constanze Mozart|Mozarts Witwe]] die verbliebenen Verbindlichkeiten nur begleichen und den Lebensunterhalt der Familie für einige Zeit decken konnte, weil ihr von Kaiser Leopold II. eine Pension und der Gewinn aus einem Benefizkonzert, für das der Kaiser selbst einen großzügigen Betrag gab, zugesprochen wurden.
: Richtig ist allerdings auch, dass [[Constanze Mozart|Mozarts Witwe]] die verbliebenen Verbindlichkeiten nur begleichen und den Lebensunterhalt der Familie für einige Zeit decken konnte, weil ihr von Kaiser Leopold II. eine Pension und der Gewinn aus einem Benefizkonzert, für das der Kaiser selbst einen großzügigen Betrag gab, zugesprochen wurden.


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; Der echte Schädel Mozarts sei bei der [[Internationale Stiftung Mozarteum|Internationalen Stiftung Mozarteum]] (ISM) in der [[Stadt Salzburg]] aufbewahrt:  
; Der echte Schädel Mozarts sei bei der [[Internationale Stiftung Mozarteum|Internationalen Stiftung Mozarteum]] (ISM) in der [[Stadt Salzburg]] aufbewahrt:  
: Experten konnten erstmals eine DNA-Analyse und eine chemische Prüfung an dem Schädel durchführen. Das für die DNA-Analyse erforderliche Vergleichsmaterial stammte von Skeletten, die aus dem Familiengrab der Mozarts auf dem Salzburger [[Friedhof St. Sebastian]] geborgen wurden. [[Leopold Mozart]] (Vater) ist nicht in diesem Grab, sondern in der Kommunalgruft begraben. Das im Jänner [[2006]] veröffentlichte Ergebnis erbrachte somit mangels Vergleichmaterials keinerlei Hinweise auf die Echtheit des Schädels. Im April [[1991]] fand Walther Brauneis, der von der ISM gebeten worden war, den historischen Sachverhalt zu bearbeiten, in der Wienbibliothek im „''Vorgeordneten Nachlaß von Ludwig August Frankl''“ das Manuskript mit dem Titel „''Mozart’s Schädel ist gefunden''“ ([[1868]]). Frankls Beschreibung des sogenannten Mozart-Schädels war bekannt, nicht bekannt war allerdings, dass Hyrtl den Text von Frankl attestiert hatte. Danach unterscheidet sich der Schädel von dem, den die ISM verwahrt, erheblich: Für den „Frankl-/Hyrtlschen Schädel“ werden sieben Zähne genannt, der Schädel in der ISM zählt dagegen elf Zähne. Damit ist bewiesen, dass der in der ISM verwahrte Schädel nicht mit dem „Frankl-/Hyrtlschen Schädel“ identisch sein kann.
: Siehe [[Mozart-Schädel]]


== Medizinische Spekulationen ==
== Medizinische Spekulationen ==


Der dänische Neurologe und Psychiater Rasmus Fog spekulierte [[1985]] über eine mögliche Erkrankung Mozarts am Tourette-Syndrom. [[2005]] untersuchte der irische Professor für Kinder- und Jugendpsychiatrie Michael Fitzgerald in seiner Veröffentlichung ''The Genesis of Artistic Creativity'' die Frage, ob Mozart das Asperger-Syndrom gehabt hätte. Anhand des biographischen Materials hält er es durchaus für möglich. Wegen Mozarts Hyperaktivität und Impulsivität könnte auch eine Diagnose von ADHS zutreffen.
Der dänische Neurologe und Psychiater Rasmus Fog spekulierte [[1985]] über eine mögliche Erkrankung Mozarts am Tourette-Syndrom. [[2005]] untersuchte der irische Professor für Kinder- und Jugendpsychiatrie Michael Fitzgerald in seiner Veröffentlichung ''The Genesis of Artistic Creativity'' die Frage, ob Mozart das Asperger-Syndrom gehabt hätte. Anhand des biographischen Materials hält er es durchaus für möglich. Wegen Mozarts Hyperaktivität und Impulsivität könnte auch eine Diagnose von ADHS zutreffen.
== Weblink ==
* [https://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=nwb&datum=19310725&query=%22st.+Marxer+Friedhof%22&ref=anno-search&seite=10 ANNO],(Neuigkeits) Welt Blatt, Ausgabe vom 25. Juli 1931, Seite 10:''Mozarts Begräbnis,Grabstätte und angeblicher Schädel''


== Quelle ==
== Quelle ==