Eisenwerk Sulzau-Werfen: Unterschied zwischen den Versionen
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[[File:Aussee - Sudhäuser - 1912.jpg|thumb|Konkordiahütte 1912]] | [[File:Aussee - Sudhäuser - 1912.jpg|thumb|Konkordiahütte 1912]] | ||
Die '''Eisenwerk Sulzau-Werfen R. & E. Weinberger AG''', früher | Die '''Eisenwerk Sulzau-Werfen R. & E. Weinberger AG''', früher "Eisenwerk Konkordiahütte", ist ein Eisenwerk im Ortsteil [[Sulzau (Werfen)|Sulzau]] der Ortschaft [[Sulzau (Werfen)|Sulzau]] in der Marktgemeinde [[Werfen]] im nördlichen [[Pongau]]. | ||
==Allgemeines== | ==Allgemeines== | ||
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==Geschichte== | ==Geschichte== | ||
Das erste Hüttenwerk, das | Das erste Hüttenwerk, das "Blahhaus", stand bereits [[1770]]. [[Fürsterzbischof]] [[Sigismund III. Christoph Graf Schrattenbach|Schrattenbach]] ließ aus dem Brauneisenerz, die man am Fuße des [[Tennengebirge]]s fand und Holzkohle, die aus den umliegenden Wäldern des [[Blühnbachtal]]es gewonnen wurde, Roheisen erzeugen, das "gefrischt" und in einem mit Wasserkraft betriebenen Hammerwerk zu Schmiedeprodukten verarbeitet. | ||
Nach Erschöpfung dieser Lager am Fuß des [[Tennengebirge]]s wurde das Erz aus dem Höllngraben und [[Imlautal]] herangeschafft, die sich südwestlich von Werfen befinden. | Nach Erschöpfung dieser Lager am Fuß des [[Tennengebirge]]s wurde das Erz aus dem Höllngraben und [[Imlautal]] herangeschafft, die sich südwestlich von Werfen befinden. | ||
Mit der Erzeugung von Hartgusswalzen begann man bereits [[1805]]. [[1899]] erwarb die Familie [[Weinberger]] die Eisenwerkgesellschaft Sulzau-Werfen, in deren Besitz das Unternehmen noch heute ist. Die Produktion umfasste Holzkohlenroheisen, Stahlwerkskokillen, Walzen und Formguss. [[ | Mit der Erzeugung von Hartgusswalzen begann man bereits [[1805]]. [[1899]] erwarb die Familie [[Weinberger]] die Eisenwerkgesellschaft Sulzau-Werfen, in deren Besitz das Unternehmen noch heute ist. Die Produktion umfasste Holzkohlenroheisen, Stahlwerkskokillen, Walzen und Formguss. | ||
[[1958]] wurde durch Abschluss eines Lizenzvertrages zur Herstellung von Walzen mit der [[USA|amerikanischen]] ''United Engineering and Foundry Company'' die Verwandlung von einem Spezialroheisen erzeugenden Betrieb in einen international bedeutenden Walzenhersteller eingeleitet. Diese wegweisende Entscheidung war durch die notwendig werdende Stilllegung des Erzbergbaues und des Hochofens, die im Jahre [[1960]] folgte, ausgelöst worden. Aber man produzierte mit herbei geschafften Rohmaterial weiter. [[1965]] kam es zu einer Konzentration im Angebot, Stahlguss- und Halbstahlwalzen wurden hergestellt. [[1971]] wurde der Betrieb durch eine horizontale Schleudergussanlage für Breitbandwalzen erweitert. | |||
Oberwerkmeister [[Joseph Gainschnigg]] aus [[Gastein]] baute für das Eisenwerk eine hochleistungsfähige Gebläsemaschine. | Oberwerkmeister [[Joseph Gainschnigg]] aus [[Gastein]] baute für das Eisenwerk eine hochleistungsfähige Gebläsemaschine. | ||
[[1988]] wurde [[Rudolf Weinberger (Kommerzialrat)|Rudolf Weinberger]] in die Geschäftsführung der damaligen GmbH berufen, die im selben Jahr in eine Aktiengesellschaft umgewandelt wurde. [[1998]] tat er einen wohlüberlegten und entscheidenden Schritt in seinem unternehmerischen Werdegang und erwarb von seinem Cousin [[Stefan Weinberger]] die restlichen Unternehmensanteile. So verhinderte er eine zur Diskussion stehende Übernahme des Werkes durch einen ausländischen Investor. Zu der nachfolgenden strategischen Neuorientierung des Unternehmens gehörten eine Straffung des breitgefächerten Produktionsprogramms, die Bündelung der technischen Kräfte und die Einstellung der Produktion nicht mehr kostendeckender Produkte. Ein neuer Walzenwerkstoff wurde entwickelt und weltweit zum Patent angemeldet. | |||
== Meilensteine im Unternehmen == | |||
* [[1975]]: Umstellung von Öl befeuerten Herdwagenglühöfen auf elektrisch beheizte Glühöfen | * [[1975]]: Umstellung von Öl befeuerten Herdwagenglühöfen auf elektrisch beheizte Glühöfen | ||
* [[1976]]: Beginn der Maschinenausrüstung mit CNC<ref>'''C'''omputerized '''N'''umerical '''C'''ontrol, siehe [http://de.wikipedia.org/wiki/Computerized_Numerical_Control Wikipedia. CNC]</ref> | * [[1976]]: Beginn der Maschinenausrüstung mit CNC<ref>'''C'''omputerized '''N'''umerical '''C'''ontrol, siehe [http://de.wikipedia.org/wiki/Computerized_Numerical_Control Wikipedia. CNC]</ref> | ||
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* [[2005]]: Auszeichnung als bestes Familienunternehmen Salzburgs | * [[2005]]: Auszeichnung als bestes Familienunternehmen Salzburgs | ||
* [[2006]]: Modernisierung des Maschinenparks: kombiniertes Dreh-, Fräs- und Bohrbearbeitungszentrum, Erweiterung der Schmelz- und Glühkapazität von 21.000 Tonnen pro Jahr auf 25.000 Tonnen pro Jahr (8 to MF-Induktionsofen, zusätzliche Hochtemperatur-Glühöfen), Exportpreis 2006 der Wirtschaftskammer Österreich | * [[2006]]: Modernisierung des Maschinenparks: kombiniertes Dreh-, Fräs- und Bohrbearbeitungszentrum, Erweiterung der Schmelz- und Glühkapazität von 21.000 Tonnen pro Jahr auf 25.000 Tonnen pro Jahr (8 to MF-Induktionsofen, zusätzliche Hochtemperatur-Glühöfen), Exportpreis 2006 der Wirtschaftskammer Österreich | ||
* [[2009]]: | * [[2009]]: Am [[23. Juli]] vernichtete ein [[Hagel]]schlag knapp 10 000 Quadratmeter vom Dach der Fabrik; vom Boden bis zu den Maschinen und Steuerungen entstand großer Sachschaden durch Hagel und Starkregen; | ||
* [[2022]]: [[Corona]] bedingt zwei Jahre verspätet findet ein Galaabend im [[Terminal 2]] auf dem [[Salzburger Flughafen]] anlässlich des Firmenjubliäums "1770–2020" - 250 Jahre Eisenwerk, statt. | |||
==Daten== | ==Daten== | ||
[[2008]] beschäftigte das Unternehmen 283 Mitarbeiter, die einen Umsatz von 83 Millionen Euro erwirtschafteten. | [[2008]] beschäftigte das Unternehmen 283 Mitarbeiter, die einen Umsatz von 83 Millionen Euro erwirtschafteten. [[2021]] waren es 300 Mitarbeiter, die einen Umsatz von rund 85 Millionen Euro erwirtschafteten. Jährlich werden in Werfen rund zehn Millionen Euro investiert. [[2022]] waren neben neuen Maschinen auch rund fünf Millionen Euro für die Errichtung eines eigenen Gebäudes für die Lehrlingsausbildung vorgesehen. 2022 wurden rund 20 Lehrlinge ausgebildet, künftig sollen es bis zu 30 sein.<ref>{{Quelle SN|18. Mai 2022, Kleinteil}}</ref> | ||
Die Produktionskapazität (in Tonnen) betrug | Die Produktionskapazität (in Tonnen) betrug | ||
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Das "Aus" für diese Montanseilbahn kam [[1960]]. | Das "Aus" für diese Montanseilbahn kam [[1960]]. | ||
== Literatur == | |||
* Chronik "Eisenwerk Sulzau-Werfen 1770–2020" | |||
==Quellen== | ==Quellen== | ||
{{homepage|https://www.esw.co.at/}} | |||
* {{Quelle Seefeldner}} | * {{Quelle Seefeldner}} | ||
* Schriftenreihe des [[Verein Freunde der Salzburger Geschichte|Vereins Freunde der Salzburger Geschichte]], Band 20, 1995, Beitrag ''Luft-Seilbahnen im Land Salzburg, von den Anfängen bis 1970'' von Peter Staudacher | * Schriftenreihe des [[Verein Freunde der Salzburger Geschichte|Vereins Freunde der Salzburger Geschichte]], Band 20, 1995, Beitrag ''Luft-Seilbahnen im Land Salzburg, von den Anfängen bis 1970'' von Peter Staudacher | ||
* [[Salzburger Nachrichten]], 31. Juli 2009 | * [[Salzburger Nachrichten]], 31. Juli 2009 | ||
* [https://www.pressreader.com/austria/salzburger-nachrichten/20220518/282230899296126 www.pressreader.com] SN vom 18. Mai 2022 | |||
==Einzelnachweise== | ==Einzelnachweise== | ||
<references/> | <references/> | ||