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==== Wald und Grünraum ====
 
==== Wald und Grünraum ====
Der Kapuzinerberg ist abgesehen von den kleinen Gärten, den Häusern - vor allem am Hangfuß - und den Felsen heute bereits fast durchwegs mit Wald bewachsen. Die gesamte Waldfläche auf dem Kapuzinerberg ist etwa 80 ha groß, 60 ha davon befinden sich im Eigentum der Stadt.<ref>[https://sbg.lko.at/baumbergungen-per-hubschrauber-am-kapuzinerberg+2500+2714864 Salzburger Landwirtschaftskammer, 19.03.2018]</ref> Der Wald ist als Schutzwald ausgewiesen. Vorherrschend sind [[Rotbuche]]nwälder, im Norden besteht ein höherer [[Fichte]]nanteil, im Süden sind kleinräumig wärmeliebende Edelholzbestände vorhanden. Vereinzelt kommen auf dem Berg auch die Rotkiefer, Winter[[linde]], [[Eiche]], Hain[[buche]], Bergulme und Eibe vor. Im Bereich der Aussichten führen sichtbehindernde Gehölze lokal zu einem Verlust an Erlebniswert.
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Der Kapuzinerberg ist abgesehen von den kleinen Gärten, den Häusern - vor allem am Hangfuß - und den Felsen heute bereits fast durchwegs mit Wald bewachsen. Die gesamte Waldfläche auf dem Kapuzinerberg ist etwa 80 ha groß, 60 ha davon befinden sich im Eigentum der Stadt.<ref>[https://sbg.lko.at/baumbergungen-per-hubschrauber-am-kapuzinerberg+2500+2714864 Salzburger Landwirtschaftskammer, 19.03.2018]</ref> Der Wald ist als Schutzwald ausgewiesen. Vorherrschend sind auf dem Plauteau [[Rotbuche]]nwälder, in den kühlen Nordabhängen besitzt der Bergwald einen höherer [[Fichte]]nanteil, im Süden sind wärmeliebende Edelholzbestände prägend. Vereinzelt kommen auf dem Berg auch die Rotkiefer, Winter[[linde]], [[Eiche]], Hain[[buche]], Bergulme und Eibe vor. Im Bereich der historischen Aussichten und der alten Stadtmauer führen sichtbehindernde Gehölze zu einem Verlust an Erlebniswert.
 
[[Datei:Kapuzinerbergteiche.jpg|thumb|Kapuzinerteiche]]
 
[[Datei:Kapuzinerbergteiche.jpg|thumb|Kapuzinerteiche]]
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== Geschichte ==
 
== Geschichte ==
Funde aus der [[Jungsteinzeit]] und der [[Bronzezeit]] am Ostabhang des Kapuzinerberges oberhalb des sogenannten [[Schweizerhäusl]]s lassen auf frühzeitliche Siedlungsstellen schließen. Es gibt noch weitere Fundstellen von Siedlungen aus der Bronzezeit im Bereich der [[Kapuzinerteiche]] sowie auf den höher gelegenen Felsterrassen oberhalb des Weges zum Franziski-Schlössl. Der Raum des Kapuzinerberges samt dem Raum um das Kapuzinerkloster war einst Teil einer [[Kelten|keltische]] Siedlung.  
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Funde aus der [[Jungsteinzeit]] und der [[Bronzezeit]] am Ostabhang des Kapuzinerberges oberhalb des sogenannten [[Schweizerhäusl]]s lassen auf frühzeitliche Siedlungsstellen schließen. Es gibt noch weitere Fundstellen von Siedlungsresten aus der Bronzezeit im Bereich der [[Kapuzinerteiche]] sowie auf den höher gelegenen Felsterrassen oberhalb des Weges zum Franziski-Schlössl. Der Berg war damals wohl zur Gänze sehr locker bebaut, der Kapuzinerberg war Teil einer [[Kelten|keltischen]] Siedlung.  
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Die Anwesenheit der [[Römer]] auf dem Kapuzinerberg ist durch den Fund von zwei römische Münzen belegt, ein Domitian vom Kapuzinerbergweg (oder von der [[Imbergstiege]]) und ein Sesterz des Maximinus Thrax vom Eingang in das Franziski-Schlössl.<ref>{{Quelle 900 Jahre Festung Hohensalzburg}}, Seite 85</ref>
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Die Anwesenheit der [[Römer]] auf dem Kapuzinerberg ist durch den Fund von zwei römische Münzen belegt, ein Domitian vom Kapuzinerbergweg (oder von der [[Imbergstiege]]) und ein Sesterz des Maximinus Thrax vom Eingang in das Franziski-Schlössl.<ref>{{Quelle 900 Jahre Festung Hohensalzburg}}, Seite 85</ref> Allerdings war der Berg damals nicht mehr Siedlungsraum.
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Unter [[Erzbischof]] [[Gebhard]] ([[1060]]&ndash;[[1088]]) entstand dort eine erste [[Stadtbefestigung der Stadt Salzburg|Stadtbefestigung]]. Das später als [[Trompeterschlössl]] bezeichnete Verteidigungsanlage, dürfte am Ende des [[13. Jahrhundert]]s angelegt worden sein. Unter Erzbischof [[Eberhard III. von Neuhaus]] erfolgte [[1406]] ein Ausbau. Das Trompeterschlössl oder der Trompeter-Turm bestand nach der [[Schedelsche Weltchronik|älteste Ansicht der Stadt Salzburg]] um 1460 aus zwei mächtigen viereckige Türme mit einem Burgtor dazwischen und war durch Mauern mit dem [[Inneres Ostertor|Ostertor]] und dem [[Inneres Steintor|inneren Steintor]] verbunden.<ref>[https://www.stadt-salzburg.at/historischeratlas/mittelalter.htm www.stadt-salzburg.at/historischeratlas]</ref>  
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Unter [[Erzbischof]] [[Gebhard]] ([[1060]]&ndash;[[1088]]) entstand dort möglicherweise bereits eine erste [[Stadtbefestigung der Stadt Salzburg|Stadtbefestigung]]. Das später als [[Trompeterschlössl]] bezeichnete Verteidigungsanlage, dürfte am Ende des [[13. Jahrhundert]]s angelegt worden sein. Unter Erzbischof [[Eberhard III. von Neuhaus]] erfolgte [[1406]] ein Ausbau. Das Trompeterschlössl oder der Trompeter-Turm bestand nach der [[Schedelsche Weltchronik|älteste Ansicht der Stadt Salzburg]] um 1460 aus zwei mächtigen viereckige Türme mit einem Burgtor dazwischen und war durch Mauern mit dem [[Inneres Ostertor|Ostertor]] und dem [[Inneres Steintor|inneren Steintor]] verbunden.<ref>[https://www.stadt-salzburg.at/historischeratlas/mittelalter.htm www.stadt-salzburg.at/historischeratlas]</ref>  
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Der Kapuzinerberg wurde in der Zeit des [[Dreißigjähriger Krieg|Dreißigjährigen Krieges]] zu einem strategisch wichtigen Ort für die militärische Verteidigung der Stadt. Die [[Kapuzinerberg#Wehrmauern und Basteien|Wehrmauern]] entlang der gesamten Südseite des Kapuzinerberges, sie sind etwa zwei Kilometer lang, wurden in der Zeit der 3. [[Befestigung der Stadt Salzburg|Stadtbefestigung]] ([[1621]]&ndash;[[1646]]) unter Fürsterzbischof [[Paris Graf Lodron]] errichtet. Auch die Nordseite des Berges mit den dortigen zwei Linzertor-Kavalieren war Teil der Stadtmauer auf dem Berg.  
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Der Kapuzinerberg wurde in der Zeit des [[Dreißigjähriger Krieg|Dreißigjährigen Krieges]] zu einem strategisch wichtigen Ort für die militärische Verteidigung der Stadt. Die [[Kapuzinerberg#Wehrmauern und Basteien|Wehrmauern]] entlang der gesamten Südseite des Kapuzinerberges, sie sind etwa zwei Kilometer lang, wurden in der Zeit der 3. [[Befestigung der Stadt Salzburg|Stadtbefestigung]] ([[1621]]&ndash;[[1646]]) unter Fürsterzbischof [[Paris Graf Lodron]] errichtet. Auch die Nordseite des Berges mit den dortigen zwei Linzertor-Kavalieren war Teil der Stadtmauer auf dem Berg. Die einstige Wehrmauer auf dem Fürberg ist heute nicht mehr erhaltenm nur zwei Kavaliere erinnern dort an die alten Wehranlagen. 
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Im [[17. Jahrhundert|17.]] und [[18. Jahrhundert]] war der ''Imberg'' (so sein alter Name) ein landesfürstliches Jagdgebiet, in dem auch Schwarzwild (Wildschweine) bis etwa 1700 gehegt wurde.
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Im späteren [[17. Jahrhundert|17.]] und im [[18. Jahrhundert]] war der ''Imberg'' (so sein alter Name) ein landesfürstliches Jagdgebiet, in dem auch Schwarzwild (Wildschweine) bis etwa 1700 gehegt wurde.
    
[[1816]] gelangte der Kapuzinerberg durch den Anschluss des Landes Salzburg an das [[Kaisertum Österreich]] mit Verwaltung von [[Oberösterreich]] und damit in den Besitz des Ärars der k.k. [[Habsburgermonarchie]]. Als militärisches Sperrgebiet war der Kapuzinerberg für Zivilisten etwa seit [[1630]] bis in die erste Hälfte des [[19. Jahrhundert]]s hinein gesperrt oder durfte nur von wenigen Personen betreten werden. Im Jahr [[1860]] wurden das Statut der Gesamtstadt als Festung aufgehoben.  
 
[[1816]] gelangte der Kapuzinerberg durch den Anschluss des Landes Salzburg an das [[Kaisertum Österreich]] mit Verwaltung von [[Oberösterreich]] und damit in den Besitz des Ärars der k.k. [[Habsburgermonarchie]]. Als militärisches Sperrgebiet war der Kapuzinerberg für Zivilisten etwa seit [[1630]] bis in die erste Hälfte des [[19. Jahrhundert]]s hinein gesperrt oder durfte nur von wenigen Personen betreten werden. Im Jahr [[1860]] wurden das Statut der Gesamtstadt als Festung aufgehoben.  
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Nach dem Kauf der Liegenschaft durch die Stadt durften die Bewohner nur mit Bezahlung einer Eintrittsgebühr den Berg und sein Waldgebiet betreten. Die Gebührenpflicht galt bis [[1938]].  
 
Nach dem Kauf der Liegenschaft durch die Stadt durften die Bewohner nur mit Bezahlung einer Eintrittsgebühr den Berg und sein Waldgebiet betreten. Die Gebührenpflicht galt bis [[1938]].  
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Von [[1877]] bis nach dem [[Zweiter Weltkrieg]] stand das [[Zauberflöten-Häuschen]] kurz nach dem [[Wachestöckl|Mauthaus]] (nahe des Kapuzinerklosters). Heute erinnert an diesem Standort noch ein [[Mozart-Denkmal am Kapuzinerberg|Mozart-Denkmal]] daran.
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Von [[1877]] bis nach dem [[Zweiter Weltkrieg]] stand das [[Zauberflöten-Häuschen]] kurz nach dem [[Wachestöckl|Mauthaus]] (nahe des Kapuzinerklosters). Heute erinnert an diesem Standort noch ein [[Mozart-Denkmal am Kapuzinerberg|Mozart-Denkmal]] an die einstige Mozartgedenkstätte.  
    
=== Name ===
 
=== Name ===
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In der Geschichte gab es verschiedene bauliche Projekte auf dem Kapuzinerberg. Nach 1800 war hier der Bau eines kurfürstlichen Palais geplant, nach 1810 der Bau einer "Walhalla", nach 1820 der Bau eines 150 m langen Wehr- und Kasernenbaues auf dem Kapuzinerbergplateau, aber auch der Ausbau der Oberen Gnigler Kavaliers zu einer großen Gefechtsstellung.  
 
In der Geschichte gab es verschiedene bauliche Projekte auf dem Kapuzinerberg. Nach 1800 war hier der Bau eines kurfürstlichen Palais geplant, nach 1810 der Bau einer "Walhalla", nach 1820 der Bau eines 150 m langen Wehr- und Kasernenbaues auf dem Kapuzinerbergplateau, aber auch der Ausbau der Oberen Gnigler Kavaliers zu einer großen Gefechtsstellung.  
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[[Friedrich Volderauer d. J.]] plante im 19. Jahrhundert eine Bergbahn mittels Luftballon bzw. Luftschiffen. Das Vorhaben scheiterte an der Konzession.  
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[[Friedrich Volderauer d. J.]] plante im 19. Jahrhundert eine Bergbahn mittels Luftballon bzw. Luftschiffen. Das wenige realistische Vorhaben scheiterte auch an der Konzession.  
    
[[1894]] wurde vom [[Stadtverein Salzburg|''Stadt-Verschönerungsverein'']] das Projekt zur Errichtung einer Aussichtspyramide, die mit Rücksicht auf den hohen Waldbestand eine Höhe von 30 Metern haben muss, auf der Kuppe neben der Restauration zum Franziski-Schlösschen um 900 [[Gulden]] vorgeschlagen und vom Gemeinderat der Stadt Salzburg mit Beschluss vom [[17. April]] [[1894]] samt Finanzierung genehmigt.<ref>[http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=svb&datum=18940420&query=%22Kapuzinerberg%22+%22Aussichtspyramide%22&seite=2 anno.onb.ac.at/Salzburger Volksblatt, 20. April 1894]</ref> Auch dieses Projekt wurde aber dann nicht realisiert.
 
[[1894]] wurde vom [[Stadtverein Salzburg|''Stadt-Verschönerungsverein'']] das Projekt zur Errichtung einer Aussichtspyramide, die mit Rücksicht auf den hohen Waldbestand eine Höhe von 30 Metern haben muss, auf der Kuppe neben der Restauration zum Franziski-Schlösschen um 900 [[Gulden]] vorgeschlagen und vom Gemeinderat der Stadt Salzburg mit Beschluss vom [[17. April]] [[1894]] samt Finanzierung genehmigt.<ref>[http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=svb&datum=18940420&query=%22Kapuzinerberg%22+%22Aussichtspyramide%22&seite=2 anno.onb.ac.at/Salzburger Volksblatt, 20. April 1894]</ref> Auch dieses Projekt wurde aber dann nicht realisiert.
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